? Gleichlaufschwankungen B77
#1
Hallo,

ich kann auf meiner B77 keine Spulen betreiben, die kleiner als 18cm sind.
Hatte jetzt einige 11er Spulen aus der Schule da zur Kopie, Tonband ohne Rückseitenbeschichtung.
Etwa 5 Minuten vor Ende bei 9,5 leiert das extrem.

Spult man das Band dagegen auf eine 26er Spule und legt die auf den linken Teller, gibts keine Probleme.

Rechts hatte ich eine 18er aufgelegt.

Ist das normal? Ich hatte die Andruckrolle schon testweise kräftiger angedrückt. Aber ohne Erfolg.

Thomas
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#2
Kurz und schmerzlos, Thomas: Ja, das ist normal. Revox gibt eindeutig an, dass keine Spulen mit Kerndurchmessern unter 6 cm verwendet werden sollen. Das Gegendrehmoment wird sonst zu groß. Das ist leider der Nachteil einer Maschine ohne jede Bandzugregelung. X(
Btw: du hattest aber schon auf den kleinen Bandzug umgeschaltet?

LG Holgi
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#3
Nachtrag:

Das Problem scheint eher im Bandzug der rechten Spule zu liegen. Im Video habe ich es demonstriert. Leichtestes Überstreichen mit dem Finger führt fast zum Stehenbleiben.

https://m.youtube.com/watch?v=pjqf5eNtHjk

@Holger: das Verstellen der Einstellung bringt nichts.

OT Holger: meine E-Mail vor 3 Tagen hattest du bekommen (@Conny Band)?
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#4
Der Capstan und der rechte Wickelmotor erzeugen Zug nach rechts. Wenn der Capstan zu schlapp ist, um mit seinem Zug und dem kleineren Hebelarm (Radius) der linken Spule gegen deren Bremsmoment anzukommen und du ihm dann auch noch die Unterstützung durch die rechte Spule nimmst, ist das nicht weiter verwunderlich.
Abhilfe kannst du schaffen, indem du rechts die Unterstützung erhöhst und links das Bremsmoment verringerst. Ist nur von der Konstruktion nicht vorgesehen. Läßt sich aber sicher nachrüsten, das nötige Know-How vorausgesetzt.

MfG Kai
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#5
Man könnte aber auch einfach keine 11er Spulen mehr benutzen, das wäre die einfachste Lösung! Die fehlende Rückseitenmattierung könnte natürlich auch ihren Teil zu der Schlupferei beitragen, da bin ich sicher.
Auf dem Video sieht man, dass der Wickel links noch ca. 8 cm hat, das müsste also theoretisch noch funktionieren! Ich würde dir aber raten, rechts eine etwa gleichgroße Leerspule zu verwenden. Irgendwas stimmt da aber trotzdem nicht.

...Deine Mail hab ich gelesen, danke Thomas! Brauchst du mir aber nicht vorab zusenden. Ich denke, in den nächsten zwei Wochen werde ich auch mit deiner A77 fertig.

LG Holgi
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#6
Hinweis: mir kam es vor, als wenn die Gleichlaufschwankungen zunehmen, je länger die Maschine in Betrieb ist.

Ich habe das Band dann mal auf zwei 26er Spulen umgespult. Ergebnis: jault trotzdem bei 9,5.

Ich muss das nochmal weiter untersuchen. Irgendwas scheint mir mit der Maschine auch nicht in Ordnung zu sein.
Aber dass die Wickelkraft der Motoren durch Erwärmung abnimmt, kann nicht sein, oder?

Thomas
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#7
Verschiedene B77-Exemplare verhalten sich da sehr unterschiedlich, so meine Erfahrung. Mein Verdacht, wenn eine B77 schon bei relativ großen Wickeldurchmessern links an zu leiern fängt und die GA-Rolle und deren Druck ok sind, ist immer wieder eine möglicherweise zu glatt gewordene Capstanwelle. Dass also deren werksseitige Rauigkeit durch Verschleiß nicht mehr gegeben ist.
Was haltet ihr davon?

Beste Grüße
Stefan
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#8
Die Capstanrolle hatte ich auch in Verdacht, zumal eine Erhöhung des Anpressdrucks nichts bringt. Der Gummi der Andruckrolle ist neu.

Kann man evtl dünnes Schleifpapier nehmen, um den Capstan leicht aufzurauen?

Thomas
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#9
Orignal ist es geätzt. Wahrscheinlich mit Salzsäure, würde ich mal in der Apotheke fragen, kleine Menge reicht. Poste mal ein Bild von der Welle, dann können wir es sicher genauer beurteilen. Rolle ist nehme ich an, einwandfrei?
Gruß André
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#10
Hier das Foto.


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#11
Uii, die ist aber sowas von spiegelblank. Da empfehle ich ätzen. Mit Schmirgeln bekommst Du es nicht so rauh, alternativ noch Sandstrahlen mit feinstem Quarzsand. Sonst bleibt nur noch ein neue Welle von Revox in Villingen Schwenningen, so um die 80€ Netto.
Gruß André
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#12
Auf dem Foto sieht es so aus als ob die Andruckrolle eine Vertiefung (Rille) hat in der Breite des Bandes.
Somit wäre es auch zu erklären warum die Kapstanwelle so glatt geworden ist.Vermutlich rutscht es dort schon länger und nur noch der Rechte Bandzug sorgte dafür das das Band eingermaßen vernünftig durchgezogen wurde.
Eigenlich sollte der Rechte Wickel nur das Band aufspulen und fast nichts zum eigentlichen Bandzug beitragen. Den sollte der Kapstan allein mühelos schaffen. Ausnahme wäre da die Omega Umschlingung der Uher SG630/1.
Die benötigt auf beiden Seiten exakte Bandzüge der Wickelteller.

Vermutlich ist das Schulband sehr dünnes Band und es liegt garnicht am Spulendurchmesser,sondern an der Stärke des Bandmaterial.Dickeres Band hat dann noch genug Anpressdruck zwischen Andruckrolle und Kapstan.
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#13
Markus,'index.php?page=Thread&postID=214758#post214758 schrieb:Auf dem Foto sieht es so aus als ob die Andruckrolle eine Vertiefung (Rille) hat in der Breite des Bandes.
Ich glaube, das täuscht. Thomas kann vielleicht noch ein weiteres Foto der Rolle zeigen, nachdem er sie gründlich gereinigt hat, denn das hat sie ohnehin nötig. Spülmittel, Lappen, wenig Wasser. Kein Wasser ins Lager tropfen lassen!
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#14
Nachdem ich mit kleinen Spulen auf der A77 noch keine Probleme feststellen konnte. Hat sich die B77 dann in dieser Hinsicht verschlechtert?

VG Martin
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#15
Eine B77 die in Ordnung ist hat auch mit 13er Spulen kein Problem. Die Ur A77 hat eine polierte Capstanwelle, in Verbindung mit etwas erhöhtem Andruck der Andruckrolle (1,5kg statt 1,3kg) läuft die schließlich auch. Die gezeigte Andruckrolle sieht für mich schwer nach erforderlicher Reinigung aus. Ich bin nicht sicher ob hier Wasser reicht. Wenn das eine "normale" Gummirolle ist verwende ich immer Isopropanol und zwar so lange bis der Lappen nicht mehr schwarz wird. Das ist nämlich alles Abrieb der Rückseitenbeschichtung und nicht der Gummi der sich auflöst. Bei PU-Rollen (grün oder blau) wäre ich allerdings mit Lösungsmitteln vorsichtig.

Viele Grüße
Volker
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#16
Die Andruckrolle würde ich gleich austauschen. Dann sollte wieder alles wie gewollt laufen.
Gruß André
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#17
Danke.

Die Andruckrolle hatte ich erst letztes Jahr neu gekauft, nachdem die grüne, alte Rolle sich nach 2h Betrieb zu Kaugummi gewandelt und ein Tonband mit seltenen RIAS Aufnahmen teilweise zerstört hat.

Vielleicht hilft reinigen. Das Rutschen trat nämlich auch auf, nachdem ich das das AGFA PE31 Band von der 11er Spule auf 2 26er umgespult hatte. Bei mattierten Bändern tritt das Problem nicht auf. Bei 19cm auch erheblich weniger.

Komisch... die Maschine ist von 1988 und stand seit 2003 laut Vorbesitzer meist rum.
Um den Capstan so zu verschleißen müsste die ja in den ersten Jahren hunderte Kilometer Band durchgezogen haben.
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#18
Kann schon sein. Meine ist auch wenig benutzt und der Capstan noch völlig matt. Die Rolle reinige ich regelmäßig. Die grüne hatte ich noch nie und bin froh, das mir dieser Ärger erspart blieb. Leichte Abriebspuren verbleiben auf der Rolle, aber so hell ist meine nicht auf der Berührungsfläche. Ich reinige alles nach jedem Band. Das ist bei einer Bandmaschine weit wichtiger als bei Cassetten. Sonst bäckt sich der Dreck schnell auf.
Gruß André
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#19
hannoholgi,'index.php?page=Thread&postID=214759#post214759 schrieb:
Markus,'index.php?page=Thread&postID=214758#post214758 schrieb:Auf dem Foto sieht es so aus als ob die Andruckrolle eine Vertiefung (Rille) hat in der Breite des Bandes.
Ich glaube, das täuscht. Thomas kann vielleicht noch ein weiteres Foto der Rolle zeigen, nachdem er sie gründlich gereinigt hat, denn das hat sie ohnehin nötig. Spülmittel, Lappen, wenig Wasser. Kein Wasser ins Lager tropfen lassen!
Hallo Holger und die anderen,

anbei das Foto nach der Reinigung.

Ich habe das Band wieder drüber laufen lassen, diesmal wurde ein 1000Hz Testton aufgenommen.
Hinterband heult es wie eine Sirene. Am besten ist es noch, wenn links das Band auf einer 26er Spule liegt und rechts auf der 11er.

Evtl könnte ich die 1000Hz auch digitalisieren und wenn jemand die Abweichung irgendwie darstellen könnte, wüsste man, ob das Gehör täuscht oder ob es wirklich (erhebliche) Gleichlaufschwankungen sind.

Gruß,
Thomas


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#20
Hallo,
wenn links die größere Spule ist (also mehr Masse) wird der Gegenzug links geringer.Die größere Spule stellt sozusagen eine Schwungmasse dar.
Das würde erklären warum es besser läuft,wenn links die größere Spule ist.

Bei Bandmaschine mit Bandzug-Sensoren ist deshalb der Gegenzug links bei vollem Wickel am größten und nimmt ab wenn die linke Spule leerer wird.

Ich denke das Problem bleibt und ist im Bereich Kapstan zu suchen.

Gruß Markus
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#21
Bandomatic1,'index.php?page=Thread&postID=214784#post214784 schrieb:Hinterband heult es wie eine Sirene. Am besten ist es noch, wenn links das Band auf einer 26er Spule liegt und rechts auf der 11er.
Unter diesen Voraussetzungen beschleicht mich allmählich der Verdacht, dass die linke Seite durch einen bis jetzt noch unentdeckten Einfluss übermäßig gebremst wird. Unzulässige Wickeldurchmesser oder mangelnder Andruckrollenkontakt alleine kommen ja kaum noch in Frage.

Als erstes denke ich an eine schleifende Wickelbremse oder klemmende Bandführung, als zweites an klebende Bandoberfläche (passiert mnchmal, wenn zwei sich berührende Flächen zu glatt sind, Glasplatteneffekt). Für eine verlässliche Diagnose würde wohl am ehesten eine Bandzugmessung links und rechts der Tonwelle weiterhelfen.

Bandomatic1,'index.php?page=Thread&postID=214784#post214784 schrieb:Evtl könnte ich die 1000Hz auch digitalisieren und wenn jemand die Abweichung irgendwie darstellen könnte, wüsste man, ob das Gehör täuscht oder ob es wirklich (erhebliche) Gleichlaufschwankungen sind.
Mach das mal, die Messung ist kein Problem. Wenn es bereits für dich hörbar heult wie bei Katastrophenalarm, kann es kaum eine Sinnestäuschung sein.

Grüße, Peter
Grüße
Peter


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(Konrad Adenauer)
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#22
Teste mal, ob die Bremsen komplett öffnen. Dazu bei abgenommener Frontblende den Zugmagnet der Bremsen von Hand öffnen und die Bandteller anschubsen. Die müssen sehr leicht laufen und noch ein paar Sekunden nachlaufen - im Idealfall geräuschlos. Wenn das funktioniert mal darauf achten, ob der Zugmagnet auch unter Spannung die Bremsen öffnen. Ich hatte schon Fälle wo der Bremssolenoid zu weit rechts montiert war und der Anker nicht komplett eingezogen wurde. Eine weitere Ursache wären die Lager der Wickelmotoren, da hatte ich schon einige die schwergängig waren, weil das Fett nach 30 Jahren langsam eintrocknet. Aber das merkst Du beim ersten Test. Der Abschuss war eine A77 die beim Spulen nicht so richtig auf Touren kam: Ein Lager war komplett fest und der Achsbolzen drehte sich im Lager!

Viele Grüße
Volker
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#23
fostex,'index.php?page=Thread&postID=214793#post214793 schrieb:Teste mal, ob die Bremsen komplett öffnen. Dazu bei abgenommener Frontblende den Zugmagnet der Bremsen von Hand öffnen und die Bandteller anschubsen.
Geht sogar noch einfacher: Bei Wiedergabe ohne eingelegtes Band Wickelmotoren spannungslos setzen (mit dem Schalter links neben dem Bandeinlauf). Beide Teller müssen sich leicht drehen lassen und nicht zu kurz nachlaufen.

Grüße, Peter
Grüße
Peter


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#24
Hallo Peter,

dieser Test gelingt nur bei der A77. Hier handelt es sich jedoch um eine B77, die diesen Schalter nicht hat.

Gruß
Thomas
Manche Tonträger werden mit jedem Ton träger.
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#25
TK 240,'index.php?page=Thread&postID=214796#post214796 schrieb:eine B77, die diesen Schalter nicht hat.
Ach ja natürlich ...
Vorsatz fürs neue Jahr: Nicht mit verpenntem Kopf posten :whistling: thumbsup
Grüße
Peter


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#26
Noch ein kurzer Querschläger.. Sind denn die Phasenschiebe-Kondensatoren der Wickel und Kapstanmotoren schon mal erneuert worden?
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#27
Ich denke, wenn es so schon anfängt und dann weitergeht, steht bei der B77 wohl eine unvermeidliche Revision an. Sonst wird sie zu einer Dauerbaustelle. Also gesamte Mechanik überarbeiten/tauschen, Kontakte pflegen und ggf. neu einmessen. Im Prinzip wie es Holgi kürzlich mit der A77 demonstriert hat. Dann macht auch eine B77 wieder richtig Freude, sie ist es wert.
Gruß André
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#28
Hallo Tonbandler,

Schaue auch auf das Auslauflager rechts ob es leicht läuft .

Gruß aus Vorarlberg
Gerhard
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#29
Moin,

m.E. ist die Andruckrolle fertig. Das sieht man auf dem Bild sehr schön, dass da schon Risse in der Oberfläche sind. Was soll denn da noch vernünftig funktionieren. Die Capstanwelle hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Wenn die Lauffläche des Bandes so deutlich sichtbar ist, dann sind da schon Kilometer von Band genudelt worden. Ich würde auch soweit gehen und behaupten, dass bei einer ordentlichen B77, d.h. wo alle Teile noch gut funktionieren, bei der Kombination 26/11 cm-Spulen oder ähnlichem die Gleichlaufschwankungen und der Schlupf deutlich hörbar werden. Für sowas sind Geräte ohne Bandzugregelung einfach nicht ausgelegt. Warum macht man sowas und wundert sich dann, das der Gleichlauf nicht passt?

Hier gibts jetzt ein paar Mögichkeiten:
1. Rolle fertig
2. Capstanwelle zu glatt
3. beides trifft zu
4. die neue Rolle ist schon beim Kauf Schrott gewesen, weiter mit 1.
5. der Vorbesitzer hat einige Angaben ... hmmm ... geschönt
6. man diskutiert bis ins neue Jahr noch herum und findet heraus, dass es auch an den Thyristoren der Laufwerksteuerung liegen könnte
7. was schlußendlich zu nichts führt.

BTW: Salzsäure ist zwar eine Säure, aber für den hier angedachten Zweck viel zu schwach. Flußsäure oder ähnliches - irgendwo hat Hans-Joachim mal darüber berichtet. Eintauchen der Welle für Sekunden (!!!) reicht. Und auch die Phasenschieber sind hier völlig außen vor. Die würden, wenn sie denn defekt wären, nur ein verringertes Drehmoment ergeben - das aber recht stabil. Und da der Transport des Bandes nicht durch die Wickelmotoren erfolgt, sondern durch die Capstanwelle i.V. mit der Andruckrolle ...

Thomas sollte sich für einen Weg entscheiden. Noch tagelang messen und probieren und dem Ziel nicht näher kommen oder die Andruckrolle gegen eine funktionierende tauschen und berichten. Dann kann man sich noch um den Capstan kümmern. Oder auch um die Unterlegscheiben bei den Kugellagern. Schon möglich, dass da eine oder mehrere fehlen und das Band klemmt. Man kann auch mal mit einerm neuen Band probieren um auszuschließen, dass es am Bandmaterial liegt. Es gibt da noch mehrere Ansätze, bevor man den Fehler lokalisiert hat. Und das Umschalten des Bandzugs nichts bringt, halte ich für falsch. Es mag keine hörbaren Auswirkungen gegeben haben, aber zumindest muss der Bandfühlhebel sich beim Umschalten bewegen. Tut er das nicht, liegt das Problem sowieso woanders.

Thomas sollte das Gerät jemandem geben, der sich mit den Kisten auskennt und den mal drüber schauen zu lassen. Zu glatte Capstanwellen erfühlt man mit etwas Erfahrung, schlechte Andruckrollen ebenso. Und vielleicht hätte derjenige ja auch eine Rolle und Welle zum testen da. Der wird auch sagen können, ob eine Revision nötig oder angeraten ist. Dafür bekommt er seine B77 in kurzer Zeit wieder funktionsfähig. So nutzt sie nichts.

Gruß
Michael
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#30
MichaelB,'index.php?page=Thread&postID=214803#post214803 schrieb:BTW: Salzsäure ist zwar eine Säure, aber für den hier angedachten Zweck viel zu schwach. Flußsäure oder ähnliches - irgendwo hat Hans-Joachim mal darüber berichtet. Eintauchen der Welle für Sekunden (!!!) reicht.
Hallo Michael,

danke für die Korrektur, denn den Tipp von Hans-Joachim hatte ich im Hinterkopf. Flußsäure....muß ich mal in der Apotheke nach fragen. Man erkennt das auch an den Wellen, die ihre Oberfläche am Ende leicht "schief" haben, daran sieht man, sie wurden von Hand getaucht. Nach dem Tauchen gut abspülen.
Gruß André
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#31
Noch was zur Andruckrolle: Ist die leichtgängig? Nicht dass das so ein lustiges Teil mit Messingkern statt Sinter ist. Die laufen nur geölt einigermaßen...
Viele Grüße
Volker
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#32
Danke für die zahlreichen Antworten.

Ja, stimmt, es kann alles mögliche sein.

Um es einzugrenzen ist es vielleicht sinnvoll, tatsächlich mal nachzumessen, ob sich eine signifikante Geschwindigkeitsabweichung ergibt.

Nach Reinigung der Andruckrolle ist es gefühlt besser geworden, ich habe dennoch hier mal eine Reihe von 5 Aufnahmen angefertigt.

4x bei 9,5, 1x zum Vergleich bei 19.

4x mit dem PE31 aus dem Schul-Sprachlabor von ca. 1970, 1x bei 9,5 zum Vergleich auf einem ganz neuen 26,5er Wickel LPR35 am Bandanfang. Bandzugschalter immer entsprechend eingestellt.
Ich habe die Dateien jeweils entsprechend benannt wie die Anordung auf der Maschine war und in die Dropbox unter folgendem Link geladen:
https://www.dropbox.com/sh/hbgq0pl1k13io...hUIPa?dl=0

Wenn jemand (Peter?) einmal nachmessen könnte, wäre das super. Entweder kommt raus, ist noch innerhalb der Toleranz... oder eben nicht. Interessant dürfte auch der Vergleich 9,5 und 19 sein.

Die Andruckrolle ist recht leichtgängig... aber dreht auch nicht sehr lange nach wenn man sie anstößt... schwer zu beschreiben.

Ausgepegelt wurde auf -5 dB laut Anzeige.

Danke im Voraus,
Thomas
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#33
Der Auslauf ist normal, nur wenn die Rolle ein Kugellager hat, hätte sie einen deutlichen Auslauf.
Gruß André
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#34
Bandomatic1,'index.php?page=Thread&postID=214864#post214864 schrieb:ist noch innerhalb der Toleranz... oder eben nicht. Interessant dürfte auch der Vergleich 9,5 und 19 sein.
Programme für die Auswertung von Gleichlaufschwankungen und Schlupf arbeiten üblicherweise mit Aufzeichnungen von 3000 oder 3150 Hz. Deswegen kann ich deine 1000 Hz Aufzeichnungen mit diesen leider nicht verwenden, und eine Wiedergabe mit dreifacher Geschwindigkeit hilft leider auch nicht, weil auch die Schwankungsfrequenz (also die Schnelligkeit des Jaulens) in das Messergebnis eingeht.

Ich habe die Sache daher vorläufig „zu Fuß“ angegangen in der Hoffnung, dass es für die Diagnose ausreicht:

Gleichlaufschwankungen habe ich subjektiv bewertet und in Schulnoten angegeben.

Die Mittenfrequenz dient als Maß für den Schlupf, d.h. die absolute Geschwindigkeitsabweichung relativ zur aufgezeichneten Frequenz 1000 Hz (wobei ich allerdings nicht weiß, unter welchen Bedingungen die Testtöne aufgezeichnet wurden). Eine Abweichung von 2 Hz entspricht der Toleranzgrenze der Revox-Spezifikation (2 ‰).

1) B77 beide 26er LPR 35 Bandanfang 9,5
Aufzeichnung mit den geringsten Gleichlaufschwankungen (Note 2)
Mittenfrequenz 1000 Hz

2) B77 PE31 links klein rechts groß 9,5
Gleichlauf untragbar (6)
Mittenfrequenz ca. 987,5 Hz

3) B77 AGFA PE31 links klein rechts groß 19
Gleichlaufschwankungen deutlich hörbar (4)
Mittenfrequenz ca. 998 Hz

4) B77 AGFA PE31 links groß rechts klein 9,5
Gleichlauf schlecht (5)
Mittenfrequenz ca. 1008 Hz

5) B77 AGFA PE31 beide 26er 9,5
Gleichlaufschwankungen deutlich hörbar (4)
Mittenfrequenz ca. 995 Hz

Bei 3) meine ich innerhalb eines eher unregelmäßigen Schwankungsrhythmus ziemlich genau die "Wobbelfrequenz" zu vernehmen, die der Umdrehungszahl der Andruckrolle entspricht. Im Direktvergleich mit dieser klingt 5) ziemlich genau nach der halben Schwankungsfrequenz.

Nach dem sich momentan abzeichnenden Fehlerbild wäre die Andruckrolle mein erster Verdächtiger, vor allem dann, wenn eine Bandzugmessung keine auffälligen Werte ergeben sollte.

Als nächstes würde ich vermutlich ein paar Versuche zur Mitnahmekraft der Andruckrolle veranstalten, sofern ihre Andruckkraft stimmt. Beispielsweise einfach ein Schrottband ohne RSM einlegen, das linke Bandende mit der Hand so festhalten, dass das Band nicht durch die linke Bandführung (Kugellager) läuft, Wiedergabe starten und fühlen, ob der Kontakt zwischen Andruckrolle, Capstan und Band tatsächlich genügend Mitnahmekraft liefert. Dies ohne Messgeräte durchzuführen ist natürlich etwas Gefühls- und Erfahrungssache, aber man merkt mit der Zeit und etwas Übung schon, ob da genügend "Mumm" vorhanden ist oder eher nicht.

Ich merke es ist nicht ganz leicht, solche Ideen nach dem Prinzip der "verlängerten Werkbank" auszutauschen. Wenn ich so eine Maschine vor mir habe, weiß ich ziemlich genau, was als nächstes zu tun ist, und bisher hat es auch immer geklappt 8)

Ein zu geringes Drehmoment eines der drei Motoren würde ich beim jetzigen Informationsstand als am wenigsten wahrscheinlich ansehen.

Grüße, Peter
Grüße
Peter


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#35
Hallo Peter,

das deckt sich auch mit meiner Wahrnehmung, auch wenn ich es so gravierend nicht ausgedrückt hätte. Wink
Ich könnte die Andruckrolle mal versuchen zu reklamieren, ist ja erst letztes Jahr neu gekauft.
Sonst halt eine neue kaufen. Dann wäre dieser recht einfach zu behebende mögliche Fehler auch ausgemerzt.

Für alles andere wird man um eine Bandzugwaage wohl nicht umher kommen

Den von dir empfohlenen Test mit dem Schrottband mache ich später auch nochmal.
Auffällig fand ich beim LPR 35, das du als 2 eingestuft hattest, den etwas zittrigen Ton bzw Lautstärkeschwankungen. Die VU Meter pendelten ganz leicht, obwohl es ein Dauerton ist. Woran mag das liegen?


Danke
Thomas
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#36
Hast Du das Bandeinlauflager schon kontrolliert?
Nicht daß das linke Packerl falsch zusammengebaut wurde - das hatte ich mal bei einer Maschine, wo eine Unterlegscheibe fehlte und das Band eingeklemmt wurde.
Viele Grüße
Jörg
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#37
Hallo Thomas,

im Moment ist die Andruckrolle nur mein erster Verdächtiger, aber noch nicht überführt. Alle Indizien bis jetzt deuten für mich auf mangelnden Reibschluss hin, daher das vorgeschlagene Experiment.

Leider habe ich es schon erlebt, dass die Tonwelle so stark gebraucht (um nicht zu sagen verschlissen) war, dass das Magnetband auf ihr eine entsprechend breite Vertiefung hinterlassen hatte (die Stufen waren mit dem Fingernagel zu spüren), bis sich schließlich Probleme beim Transport zeigten, die den deinen nicht unähnlich waren. So drastisch wird’s aber bei deiner hoffentlich nicht sein 8|

Bandomatic1,'index.php?page=Thread&postID=214875#post214875 schrieb:Auffällig fand ich beim LPR 35, das du als 2 eingestuft hattest, den etwas zittrigen Ton bzw Lautstärkeschwankungen. Die VU Meter pendelten ganz leicht, obwohl es ein Dauerton ist. Woran mag das liegen?
Deine Stereo-Wavedateien enthalten Monosignale, mit Stereosignalen fiele mir die Antwort leichter. Für mich kommen vor allem zwei Ursachen in Betracht: Entweder ist der HF-Arbeitspunkt der B 77 fürs LPR 35 nicht optimal, oder du hast ein Bandexemplar mit ungenügender Gleichmäßigkeit erwischt. Ist mir auch schon passiert.

Grüße, Peter
Grüße
Peter


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#38
Hast du es schon mal so versucht ? :
   
Es handelt sich um die Illustration eines aktuellen eb... Angebots.
Das Band wird so besonders leicht nach rechts transportiert .

MfG Kai
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#39
Schöne Spulen ... :whistling:
Grüße
Peter


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#40
Nachtrag: die Andruckrolle quietscht extrem. Wie ein Schweinchen auf der Schlachtbank. Wink
Soll man die ölen bzw mit was?

Weiterhin habe ich mal drauf geachtet: spielt man bei 9,5 „normal kleine“ Spulen (15cm) fängt es etwa 15 Minuten vor Bandende hörbar zu leiern an. Bei voller Spule hört man es nicht. Aber nur bei Bändern ohne Rückseitenbeschichtung. ZB DP26, PE31 etc.

Thomas
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#41
Stammt die quietschende Andruckrolle von dem Händler, die hier "besprochen" wurde?

Gruß Bernd

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#42
Bandomatic1,'index.php?page=Thread&postID=215477#post215477 schrieb:Nachtrag: die Andruckrolle quietscht extrem. Wie ein Schweinchen auf der Schlachtbank. Wink
Soll man die ölen bzw mit was?
Natürlich kannst du die ölen! Egal, mit was. Alles, was die Reibung verringert, ist besser als gar nichts. Sinterlageröl, Motoröl, Nähmaschinenöl. Da man die Rolle bei der B77 ja ganz einfach abziehen kann, ist das doch in Sekundenschnelle erledigt.

B.t.w.: hatte ich die Rolle damals bei der Überholung getauscht? Ich weiß es nicht mehr, hoffe aber, nicht... Rolleyes :whistling:
Im Zweifel habe ich aber noch eine neue, die du mitnehmen kannst, wenn du die A77 abholst.

LG Holgi
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#43
besoe,'index.php?page=Thread&postID=215479#post215479 schrieb:Stammt die quietschende Andruckrolle von dem Händler, die hier "besprochen" wurde?

Gruß Bernd
Also, vom Händler P. war die nicht.

@Holger: ich hatte doch 2 B77 mitgebracht. Für die schlechtere Maschine hatte ich doch schon ne neue Rolle bestellt.
Die haben wir auf die bessere Maschine gesetzt und die schlechtere Maschine hab ich mit der alten Rolle unrevidiert verkauft.

Thomas
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#44
Ach ja, wenn du das sagst, wird es wohl stimmen. Man kommt so langsam etwas ins tüdeln... :S :|
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#45
Hallo zusammen,

bei meiner B77 musste ich vor Kurzem die Andruckrolle wechseln, da war eine "Grüne" verbaut, die sich in Kaugummi verwandelte.

Die neue Rolle eines bekannten Lieferanten, incl. der korrekten Distanzscheiben wurde eingebaut. Beim Abspielen einer 18cm Spule waren zum Bandende hin deutliche Gleichlaufschwankungen zu hören und ein leichtes Berühren der abwickelnden Spule führte quasi zum Bandstillstand.

Im Vergleich zu meinen "AKAI´s" war zudem gefühlt deutlich weniger Anpressdruck auf der Andruckrolle (eine Waage muss ich noch besorgen).

Folgendes habe ich durchgeführt:

1). Die Tonwelle ausgebaut (geht völlig problemlos, es muss lediglich die Frontblende und die Bandhöhenführung abgebaut werden, um die Welle nach lösen der Motorglocke nach vorne auszuziehen.) Die Welle ist absolut neuwertig gewesen von der Oberfläche der Lagerstellen. Keinerlei Laufspuren. Sinterlager noch schön ölig und sauber. Top Qualität!!!

2.) Die Welle vermessen. Lager: Ø9,995 - Sitz Motorglocke: Ø 7,995 - Tonwelle bei Andruckrolle: Ø 4,51

3.) Auf dem Werkstattmikroskop waren Reste von einer ursprünglichen Mattierung zu sehen, die aber fast komplett verschwunden waren (Welle fühlte sich glatt an). Daher habe ich die Welle abgeklebt und den vorderen Bereich feinstgestrahlt. Wir haben im Betrieb eine Srahlkabine um Präzisionsteile zu behandeln. Korngröße 15-25 my. Resultat ist eine seidenmatte, fast glatte Oberfläche mit geringer Rauheit.

4.) Die Andruckrolle war - obwohl praktisch neu - mittig etwas konkav, da wo das Band läuft. Auf der Drehmaschine habe ich die Ränder etwas abgeschmirgelt, damit ist die Rolle wieder "rechteckig".

5.) Die Einstellschraube für den Anpressdruck des Tonwellenarms habe ich ca. 1,5 Umdrehungen nachgestellt (fester). Die Rolle drückt nun etwas stärker gegen die Tonwelle.

Resultat: Keine Gleichlaufschwankungen mehr, auch bei kleinen Spulen. Die Anpresskraft werde ich sicherheitshalber noch gegenmessen.

Ich freue mich über Kommentare und Anregungen zu meiner Vorgehensweise.

Schöne Grüße

Arno


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Revox A77 MKII 2-Spur - Revox B77 MKI 4-Spur - Akai GX215D - Akai GX260D - Akai GX266D - Telefunken M98 2-Spur (1965) - Braun TG 1000/4
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#46
Das Problem mit den Gleichlaufschwankungen bei Revox Maschinen, insbesondere mit kleinen Spulen gegen Bandende ist bekannt.
Toll wenn man solche Möglichkeiten hat wie du und dies somit in den Griff bekommt. thumbup
Viele Grüße
Jörg
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#47
Arno, Deine Vorgehensweise ist nach meiner Meinung absolut professionell, ich habe diese Möglichkeiten und auch das Wissen nicht....

Super!!
LG
Mike
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#48
Viele Andruckrollen sind heute leider leicht konkav im Profil. Sie sollten genau umgekehrt, ganz leicht konvex sein. Feinstrahlen ist eine gute Alternative zur Flussäure. thumbup
Gruß André
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#49
Wenn ich mich richtig an eine Aussage im Revox-Buch erinnere (in dem davon abgesehen Unmengen von Druck- und Sachfehlern vorhanden sind! 8| ), wurden die späteren Tonwellen bei Studer matt verchromt! Das nur, weil hier schon öfters gemutmaßt wurde, sie seien geätzt oder gestrahlt gewesen.

Inwieweit die Angabe im Buch korrekt ist, mag nur Herr Studer oder einer seiner Mitarbeiter gewusst haben, aber den können wir nicht mehr fragen.... ;( Ich halte das aber für durchaus wahrscheinlich, weil sich ja durch Galvanik eine sehr gleichmäßige Schichtstärke erreichen lässt.
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#50
Hallo zusammen,

danke für Eure Kommentare! Ich habe mir nun eine Federwaage bestellt (Messbereich bis 2kg) und bin gespannt, wie hoch die Andruckkraft ist.

@ hannoholgi: Herr Bluthard schreibt in seinem Heft zur B77, dass die Tonwellen gestrahlt worden seien. Einen Beleg dafür habe ich natürlich nicht.

Schöne Grüße

Arno (der am Wochenende ein Telefunken Magnetofon M98 2-Spur aus 1965 von seinem verstorbenen Onkel geerbt hat. Dazu jede Menge Bänder, die phantastisch klingen...aber das gibt eine andere Geschichte...) Wink
Revox A77 MKII 2-Spur - Revox B77 MKI 4-Spur - Akai GX215D - Akai GX260D - Akai GX266D - Telefunken M98 2-Spur (1965) - Braun TG 1000/4
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