21.11.2017, 18:16
Hallo André und Mitleser,
in einem anderen "thread" habe ich kürzlich folgendes losgelassen:
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Übrigens: ich hatte hier mal, absichtlich provozierend, gefragt, auf welchen Dokumenten die Behauptungen der Art beruhen, das Heimtonband-Gerät XY sei ab Werk auf Band ABC eingemessen. Die Antworten waren, wie erwartet, annähernd Null. Wenn die Unterschiede zwischen einzelnen Fabrikaten wirklich solchen Aufwand erfordert hätten, wäre die ganze Normungsarbeit absurd und wirkungslos gewesen. Auch japanische Hersteller haben sich immer (mit einer Informationspanne bei CC) an die genormten Bezugsband-Leerteile bzw. Referenzleerbandteile gehalten, die im Heimtonbereich traditionell von BASF stammten (so auch das C 264 Z von 1969). Ich befürchte, bei diesem Einmessen werden nur die Produktionsschwankungen, sprich: - unbedingt erforderlichen - Toleranzen zwischen den einzelnen Produkten ausgeglichen. Wenn nun Band 999 an der unteren, dagegen Band 666 an der oberen Toleranzgrenze liegt, kommt leicht der Verdacht auf, hier handele es sich um zwei verschiedene Klassen (was allenfalls für die einzelnen Entwicklungsstufen auch der Heimtonbänder gilt).
Es ist ein beachtlicher Unterschied, ob ein Gerätehersteller das Band ABC für seine Produkte empfiehlt oder sie darauf einmisst.
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Übertragen auf CC-Recorder heißt das: sie wurden - von Revox wie allen namhaften japanischen Herstellern - auf das jeweils gültige IEC-Referenzleerband (oder einen hauseigenen Typ, der exakt und zertifiziert der teuren Vorgabe entsprach) eingestellt. Da die Referenzleerbänder IEC I und IEC II traditionell von BASF stammten (IEC III von Sony, IEC IV von TDK), ist es also - so gesehen - geradezu zwingend, dass zum Einstellen zwei BASF-Erzeugnisse sowie IEC IV / TDK verwendet wurden. (Wenn ich mich nicht täusche, war der B215 nicht (mehr) für IEC III vorgesehen.)
Nur so war das Normungsziel zu erreichen und sicherzustellen, dass - insbesondere auf Geräten ohne Einmess-Computer - jede IEC-konforme Cassette zumindest akzeptable Resultate erbrachte. In der Hifi-Oberklasse, also den Spitzengeräten mit Einmess-Computer, konnte man alles technisch Mögliche aus der jeweiligen Cassette herausholen. Auch schön, aber mehr oder weniger Luxus (oder l'art pour l'art).
Ansonsten empfehle ich - vermutlich zum dutzendsten Male - das DIN-Taschenbuch Magnettontechnik Beuth, Berlin, 1991 (hoffentlich noch erhältlich).
F.E.
in einem anderen "thread" habe ich kürzlich folgendes losgelassen:
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Übrigens: ich hatte hier mal, absichtlich provozierend, gefragt, auf welchen Dokumenten die Behauptungen der Art beruhen, das Heimtonband-Gerät XY sei ab Werk auf Band ABC eingemessen. Die Antworten waren, wie erwartet, annähernd Null. Wenn die Unterschiede zwischen einzelnen Fabrikaten wirklich solchen Aufwand erfordert hätten, wäre die ganze Normungsarbeit absurd und wirkungslos gewesen. Auch japanische Hersteller haben sich immer (mit einer Informationspanne bei CC) an die genormten Bezugsband-Leerteile bzw. Referenzleerbandteile gehalten, die im Heimtonbereich traditionell von BASF stammten (so auch das C 264 Z von 1969). Ich befürchte, bei diesem Einmessen werden nur die Produktionsschwankungen, sprich: - unbedingt erforderlichen - Toleranzen zwischen den einzelnen Produkten ausgeglichen. Wenn nun Band 999 an der unteren, dagegen Band 666 an der oberen Toleranzgrenze liegt, kommt leicht der Verdacht auf, hier handele es sich um zwei verschiedene Klassen (was allenfalls für die einzelnen Entwicklungsstufen auch der Heimtonbänder gilt).
Es ist ein beachtlicher Unterschied, ob ein Gerätehersteller das Band ABC für seine Produkte empfiehlt oder sie darauf einmisst.
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Übertragen auf CC-Recorder heißt das: sie wurden - von Revox wie allen namhaften japanischen Herstellern - auf das jeweils gültige IEC-Referenzleerband (oder einen hauseigenen Typ, der exakt und zertifiziert der teuren Vorgabe entsprach) eingestellt. Da die Referenzleerbänder IEC I und IEC II traditionell von BASF stammten (IEC III von Sony, IEC IV von TDK), ist es also - so gesehen - geradezu zwingend, dass zum Einstellen zwei BASF-Erzeugnisse sowie IEC IV / TDK verwendet wurden. (Wenn ich mich nicht täusche, war der B215 nicht (mehr) für IEC III vorgesehen.)
Nur so war das Normungsziel zu erreichen und sicherzustellen, dass - insbesondere auf Geräten ohne Einmess-Computer - jede IEC-konforme Cassette zumindest akzeptable Resultate erbrachte. In der Hifi-Oberklasse, also den Spitzengeräten mit Einmess-Computer, konnte man alles technisch Mögliche aus der jeweiligen Cassette herausholen. Auch schön, aber mehr oder weniger Luxus (oder l'art pour l'art).
Ansonsten empfehle ich - vermutlich zum dutzendsten Male - das DIN-Taschenbuch Magnettontechnik Beuth, Berlin, 1991 (hoffentlich noch erhältlich).
F.E.
ZEITSCHICHTEN, barrierefreier Zugriff im "GFGF-Buchladen", URL https://www.gfgf.org/de/b%C3%BCcher-und-schriften.html (ca. 240 MB)
