Sony WM-EX674: Das letzte Aufbäumen des Kassetten-Walkman
#1
Hallo zusammen,

diese Woche hat mal wieder ein Sony Walkman zu mir gefunden, den ich euch gerne vorstellen möchte. Es handelt sich dabei um den Sony WM-EX674, einen der letzten guten Kassetten-Walkman, wenn nicht das letzte "top of the line"-Modell des Herstellers. Dabei bin ich mir aber nicht ganz sicher.

       

Um die Jahrtausendwende brachte Sony eine Serie von hochwertigen Walkman mit Vollmetall-Gehäuse (Alu-Blech) auf den Markt, die kaum größer waren als eine CompactCassette in ihrer Box. Ich hatte mir 1999 den WM-EX500 neu gekauft, der noch etwas dicker als der hier vorgestellte mit weniger Ausstattung war. Er hatte zahlreiche Einsätze im Schulbus sowie sogar noch in der Arbeit mitgemacht. Leider ging er vor ein paar Jahren ohne Vorwarnung kaputt, macht keinen Mucks mehr, regiert auch nicht auf Tastendrücke. Um meine schönen DD-Walkman nicht bei gutem Wetter an den Donaustrand mitnehmen zu müssen, machte ich mich vor kurzem auf die Suche nach so einem ähnlichen Modell wie damals. Geworden ist es der WM-EX674.

Er bietet folgende Ausstattung:
  • Auto-Reverse (mit Zusatzfunktion, direkt zum Anfang einer Seite zu spulen und wiederzugeben)
  • automatische Bandsortenerkennung
  • Titel-Suchlauf (AMS, max. 9 Titel nach vorn oder 8 nach hinten)
  • Titel-Wiederholfunktion und Überspringen von langen Stummpassagen
  • Dolby B Rauschunterdrückung
  • drei Klangprogramme: RV (ReVitalization), Megabass und Groove
  • AVLS Limiter
  • fernbedienbar mittels Kabelfernbedienung
  • Betrieb entweder über speziellen NiCd-Akku oder AA-Batterie (in separatem Batteriegehäuse)
Der WM-EX674 ist wirklich unwesentlich größer als eine herkömmliche Kassettenbox. Er dürfte damit zu den kompaktesten Walkman überhaupt gehören. Um diese platzsparende Konstruktion zu ermöglichen hat er natürlich den bekannten DD-Antrieb nicht mehr. Auch ist das Gerät selbst nicht mit handelsüblichen Batterien zu bestücken, sondern muss mit einem speziellen NiCd-Akku betrieben werden, der dem Walkman damals inklusive Ladegerät beigelegt war. Der Original-Akku hatte die Bezeichnung NC-6WM und 600mAh Kapazität. Von Sony selbst ist dieser Akku nicht mehr erhältlich, es gibt aber zahlreiche Nachbauten mit teilweise erheblich höherer Kapazität für etwa 10 EUR. Ich habe mir einen Nachbau-Akku mit 1450mAh gekauft.

   

Sony gibt für den original 600mAh Akku eine Spielzeit von 12 Stunden an. Mit meinem Akku dürfte die Einsatzzeit nun mehr als doppelt so lange sein. Man kann den Walkman aber auch mit einer herkömmlichen AA-Batterie benutzen. Allerdings nur unter Verwendung eines externen Batteriegehäuses, dass ebenfalls zum Lieferumfang gehörte, welches ich aber nicht habe. Die Spielzeit mit einer LR6-Batterie ist mit 39 Stunden angegeben. Das Batteriegehäuse wird von unten an das Gerät angeschraubt und vergrößert so die Außenmaße. Unten sieht man das Schraubloch und die Kontakte für das Gehäuse:

   

Die Auto-Reverse-Funktion ist mittels eines Tonkopfes mit vier Kernen, sowie zwei Capstan und Andruckrollen gelöst. Ob es sich dabei um einen richtigen Dual-Capstan-Antrieb handelt, kann ich aber nicht sagen.

       

Die Kassette wird zum Abspielen mit der offenen Seite nach unten in den Deckel eingeschoben und dann beides zusammen geschlossen. Entriegelt wird der Deckel wieder durch einen Schieber an der Seite des Gerätes.

       

Der Walkman verfügt über eine vollelektronische Laufwerkssteuerung die nur über Drucktaster betätigt wird. Davon gibt es in Summe fünf Stück. Wiedergabe mit Spielrichtungsänderung und bei langen Betätigen aktivieren der Wiederholfunktion des aktuellen Titels. Sonst noch Stopp, sowie Vor- und Rücklauf. Werden letztere während der Wiedergabe betätigt, sucht das Gerät automatisch die nächste Lücke (Titelsuchlauf). Drückt man öfter drauf, wird die demensprechende Lücke gesucht (z.B. drei mal FF, drei Titel vorspringen). Alle Tasten sind doppelt belegt. Die jeweils sekundäre Funktion wird durch die "Function"-Taste aktiviert, die gleichzeitig gedrückt werden muss, äquivalent zu einer Shift-Taste. Mit Stopp schaltet man so Dolby ein oder aus, mit Wiedergabe die Klangprogramme durch, "REW" schaltet AVLS ein und aus, sowie "FF" den Stummpassagen-Skip. Die aktivierten Funktionen werden durch jeweils eine rote LED gekennzeichnet.

   

Die meisten Funktionen können auch durch eine separate Kabelfernbedienung gesteuert werden, die ich aber nicht habe. An dieser wird dann wiederum der Kopfhörer eingesteckt. Darum ist neben der Kopfhörerbuchse am Gerät noch eine zusätzliche Öffnung für die Kabelfernbedienung. An dieser Seite ist auch noch ein "Hold"-Schalter angebracht, zum Sperren sämtlicher Tasten, sowie der Lautstärkesteller.

   

Sonst gibt es noch die drei Klangprogramme: Bei RV (= ReVitalization) werden die höhen angehoben, wahrscheinlich um dumpfe Aufnahmen aufzubessern, MB (= Megabass) ist eine Tiefenanhebung, genau wie GRV (= Groove), nur für tiefere Frequenzen. AVLS (= Automatic Volume Limiter System) ist ein dynamischer Limiter, der das Gehör vor lauten Pegeln schützen soll. Allerdings ergibt sich dadurch eine Dynamikkompression die eher störend wirkt.

Im Allgemeinen bin ich sehr angetan von dem Walkman. Die Tonqualität ist bei Verwendung eine Kassette, die bei der Aufnahme am Deck korrekt eingemessen wurde, wirklich sehr gut. Ich benutze den 674 mit meinen Sony MDR-7506 Kopfhörer. Wie ich finde, eine gute Kombination und am Besten klingt's wenn die Klangprogramme deaktiviert sind. Nur ist mir dieses Teil jetzt auch wieder zu schade für den Donaustrand Smile.

Weitere Informationen: Was ich jetzt so herausgefunden habe, war der WM-EX674 ab Ende 1999 erhältlich, bis wann, keine Ahnung. Ich denke so 2002/03, wo die mp3-Player dann im kommen waren. Es gibt auch noch abgewandelte Varianten bzw. Vorgänger und Nachfolger davon in anderen Farben und geringfügig anderer Ausstattung sowie Optik mit etwas anderer Bezeichnung. So genau kenn ich mich da aber nicht aus.

Technische Daten:
   
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
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#2
Ich habe noch eine ganz ordentliche Anzahl von Hörbüchern auf CC, die ich mir noch um die 2000er herum zugelegt habe, da ich damals ziemlich oft beruflich im Auto unterwegs war, und das eine schöne Unterhaltung war. Vieles gab es damals nicht auf CD sondern nur auf CC, der Walkman hing dann am AUX Anschluss. Diese CCs höre ich gelegentlich noch heute mit dem Walkman, da ich mir zwar immer wieder vornehme alles zu digitalisieren, aber letztendlich fehlt die Zeit dazu.
Gerhard
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#3
Der funktioniert noch? Dann war er wohl besser als das sehr ähnliche damalige Konkurrenzmodell von Panasonic (Modellname vergessen) - den hatte ich sogar zweimal hintereinander, hielt nur leider immer nur so gut drei Jahre, was ich heute noch schade finde.

Viele Grüße
Nils
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#4
Vielen Dank für die Vorstellung. Schöner Erhaltungszustand des Geräts.
Viele Grüsse, Sebastian
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#5
tk141,'index.php?page=Thread&postID=208321#post208321 schrieb:Der funktioniert noch? Dann war er wohl besser als das sehr ähnliche damalige Konkurrenzmodell von Panasonic (Modellname vergessen) - den hatte ich sogar zweimal hintereinander, hielt nur leider immer nur so gut drei Jahre, was ich heute noch schade finde.
Hallo Nils,

ja, er funktioniert noch einwandfrei. Ich wollte eigentlich zuerst gar keinen Sony, da mein EX500 einfach so den Geist aufgab und die Geräte aus dieser Zeit wohl technisch alle verwandt sind. Allerdings sind die Sony-Teile am Weitesten verbreitet und so ist die Auswahl viel größer. Deshalb wurde es wieder ein Sony. Ein Kriterium war auch Dolby NR, was die Auswahl doch deutlich einschränkt, gerade bei den anderen Herstellern.
Grüße,
Wayne

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#6
Vom Zubehör ähnelt dieses schöne Stück meinem MZ-R2 (Minidisc), der vermutlich etwas älter ist. Die Batteriebox ist bei diesem für zwei oder drei (da wackelt die Erinnerung) AA-Batterien und kommt an den selben Anschluss wie das mitgelieferte Netzteil, hat allerdings bei mir nie funktioniert. Die Motivation, herauszumessen ob das Problem an den Batteriekontakten oder der Hohlsteckverbindung zum Gerät liegt hatte ich nie, wäre aber vielleicht mal eine gute Idee, nachdem der originale Akku längst über den Jordan ist.

Die Kabelfernbedienung war nett (konnte Play, Pause, Stopp, Vorwärts, Rückwärts und Lautstärke), hatte aber den winzigen Haken, dass man mittels proprietärem konzentrischem Stecker nur den originalen Sony-Kopfhörer (In-Ear) anschließen konnte. Als der hinüber war, hatte sich die Fernbedienung auch erübrigt.
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#7
Hallo,

ich habe den Walkman gestern mal geöffnet, um auch ein Bild des Inneren zu zeigen:

   

Wie man am Riemenlauf erkennen kann, handelt es sich also um keinen richtigen Dual-Capstan-Antrieb (hätte mich auch gewundert), da die Capstan-Wellen immer gegeneinander laufen. Je nach Spielrichtung wird nur die dementsprechende Andruckrolle angelegt.
Grüße,
Wayne

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#8
Danke für diesen tollen und informativen Post zu deinem Sony WM-EX674
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#9
Das ist bei Autoreverse so üblich. Eigentlich laufen sämtliche riemengetriebenen Walkmans mit Autoreverse nach diesem Prinzip.

Ich habe auch einen WM EX668. Technisch ist da überall das selbe drin bis auf kleine Abweichungen. Meiner hat nur AMS für einen Titel. Das Laufwerk ist identisch, der 674 hat aber statt Metall Capstanen schon welche aus Plastik. Ob die den Gleichlauf Hörner verschlechtern, weiß ich nicht. Zufrieden stellen die mich mit dem Gleichlauf jedenfalls alle nicht. Die Panasonic SX Geräte sind noch viel schlimmer. Ich habe kürzlich einen Aiwa HS P08 relativ günstig bekommen. Auch hier ist der Gleichlauf mäßig, das anti Rolling aber viel besser als bei den späteren flachen Geräten. Wenn man eine DD gewöhnt ist und empfindlich auf Wow and Flutter reagiert sind die Dinger leider alternativlos. Das „Fluttern“ hab ich jedenfalls beim Aiwa gestern auch gehört. Mit den WM EX Modellen kann man sich quasi gar nicht bewegen ohne dass die Schwankungen, die schon im Stand mies sind zunehmen. Der Klang an sich ist aber wirklich sehr gut. Allerdings wundert es mich wenn da noch der originale Riemen drin werkelt. Dann müsste es schon ganz schön Leiern.
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#10
(28.01.2025, 12:40)DOSORDIE schrieb: Allerdings wundert es mich wenn da noch der originale Riemen drin werkelt. Dann müsste es schon ganz schön Leiern.

Bei dem Gerät habe ich den Riemen schon gewechselt, nachdem er zu leiern anfing. Das hat die Sache etwas verbessert, aber hörbar sind die Gleichlaufschwankungen immer noch. Und das macht natürlich keinen Spaß.
Grüße,
Wayne

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#11
Die meisten Walkmans haben einen W&F von 0,2-0,5% WRMS. Wir waren da wohl früher nicht so empfindlich, weil wir es nicht besser kannten. Das WM EX Laufwerk sollte bei 0,3% liegen. Das ist schon echt mies, aber speziell bei so kleinen Capstanen und Andruckrollen ist das ein ganz anderes Leiern, als bei Laufwerken mit großer Schwungmasse und großen Andruckrollen, es ist viel unruhiger und störender, lässt sich aber - je kleiner die Geräte sind nicht eliminieren. Scheinbar hat es Niemanden gejuckt.

Der AIWA HS P08 liegt irgendwo bei 0,16%, was im Vergleich zu anderen Geräten schon echt gut ist. Es ist aber trotzdem noch das Doppelte vom WM DD und entspricht eigentlich schon den Werten eines miesen Cassettenrecorders. Das bedeutet halt, dass eigentlich ausnahmslos ALLE Walkmans ausser den WM DDs und Verwandtschaft out of the Box hörbar geleiert haben, IMMER.

Und ehrlich gesagt finde ich das sehr komisch. Ich werde oft kritisiert dafür, dass ich so auf die DDs beharre, ich sei starrsinnig und wenn meine anderen Geräte leiern, dann wäre was kaputt. Gleichzeitig sind das dann auch Leute, die oft behaupten sie hören den Unterschied zwischen 2 CD Playern usw, aber sie wollen nicht das offensichtliche Leiern eines Walkmans hören und meinen die WM EX Geräte seien topp… Wie gesagt, ich bin vom AIWA HS P08, obwohl er so fancy ist und toll aussieht, die Bedienung und Handhabung echt spass macht und sich viel besser anfühlt als diese 90er Dinger nicht so begeistert, denn das Leiern nervt und es nervt mich auch beim WM EX, weshalb ich immer wieder zu den DDs zurück schwenke. Mit Marian Mihoks Kondensator Mod ist auch das Bass Hole kein Problem mehr und sie kommen genau so tief wie die EX Geräte.

Ich habe unzählige Walkmans aus unterschiedlichen Klassen gehabt und habe noch Welche. Kein Einziger ausser den DDs und dem D6C stellt mich in seinem Gleichlauf zufrieden. Das ist leider Fakt und nachweisbar. Die Schwelle für Das "Unbehagen durch Gleichlaufschwankungen" ist aber bei jedem Anders, deshalb kann es schon sein, dass Andere da höhere Toleranzen aufweisen. Wenn man sich bewegt ist die Schwelle sowieso höher, als wenn man einfach ruhig auf dem Sofa liegt und Musik hört, weil sich durch den Trittschall die Wahrnehmung verändert. Deshalb empfinde ich "On the go" schlechtes Anti Rolling auch störender, als einen nicht ganz so guten Gleichlauf. Also in dem Fall komm ich mit 0,3% W&F konstant klar, wenns nicht schlimmer wird, eher als wenn ich im Stand einen besseren Wert habe, ich aber keinen Schritt gehen kann, ohne dass es abhängig von der Bewegung merklich im Leiern variiert. Im Stand ist das dann wieder anders, da stört mich das viel schneller. Beim DD muss man schon heftig schütteln, dass man es bei den meisten Musikrichtungen überhaupt hört. Das ist schon echt Wahnsinn.

Ich sag manchmal, wenn man durch die Stadt läuft und einen DD hört ist das wie Schweben, weil man das Gefühl hat man hört schon digital, ohne Störungen. Mit dem Panasonic RQ SX75 kann ich keinen Schritt gehen, ohne dass ich kotzen will. Man macht dann auch intuitiv so ein Getapse, damit die Musik nicht so scheiße klingt. Das ist im Prinzip ganz schön armselig, wenn man bedenkt, dass die Geräte ja 200 bis 300 Mark gekostet haben, auch Ende der 90er noch. Aber da waren die Features halt wichtiger, als der Gleichlauf und das ist super Schade, weil der elektrische Teil (Sound und Steuerung) echt hervorragend sind und besser als bei den 80er Geräten.
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#12
Ich hatte letztes Jahr 2 Sony WM-EX508 mit dem gleichen Laufwerk wie beim Sony WM-EX674. Nach dem Riemenwechsel erreichte der bessere Sony einen Gleichlauf von knapp über 0,3%. Der zweite Sony war noch viel schlechter.

Selbst die die angeblich so schrottigen Panasonic RQ-SX sind meistens besser. Bei den früheren RQ-SX mit Gummi auf den Capstan ist die Rückseite besser vom Gleichlauf wie die Vorderseite. Diese Panas kommen auf der Rückseite auf unter 0,2% und auf der Vorderseite auf unter 0,3%. Wenn die das nicht schaffen, dann liegt das meistens an den Gummis auf den Capstan. Dafür gibt es aktuell keine Lösung, außer durch Austausch der Capstan-Welle oder des ganzen Laufwerks.

Neuere RQ-SX wie bsw. der RQ-SX59 haben ein neueres und besseres Laufwerk ohne Gummis auf den Capstan. Diese Panas schaffen auf beiden Seiten 0,2%. Leider haben diese neueren Panas meistens kein Dolby B mehr.
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#13
Eigentlich ist das neue Laufwerk schlechter. Die Gummiauflagen haben den Gleichlauf nämlich verbessert, als die Geräte neu waren. Jetzt sind aber die Gummis alt und sorgen für das Gegenteil. Während man Andruckrollen tauschen kann, ist das bei den Capstanen mehr oder weniger unmöglich. Meinen SX75 hab ich auf Capstane ohne Gummiauflagen umgebaut. Trotzdem leiert er hörbar.

0,2 oder gar 0,3% und schlechter sind aber einfach mies, damit kann man Klaviermusik komplett vergessen und es kommt auch immer drauf an, ob wir hier von DIN oder WRMS reden. Und die SX Geräte haben praktisch kein Anti Rolling. Die Leiern bei jeder Bewegung hörbar, speziell auch weil sie 2 Riemen haben und dadurch keinen gegenläufigen Capstan. Da sind die WM EX Laufwerke besser, aber auch nicht wirklich gut. Sport und Joggen kann man mit denen Allesamt vergessen. Das war auch ein Grund weshalb ich als Jugendlicher einen Walkman DD33 wollte. Der WM EX, den ich damals hatte Leierte beim Joggen so arg, dass es kaum erträglich war.

Das ist ja das was ich sage: wer hier von gut spricht und damit zufrieden ist, ist entweder unempfindlich gegen Gleichlaufschwankungen oder kennt es halt nicht besser. Ein Walkman DD schafft die Specs eines HiFi Tapedecks. Da leiert auch eine Klaviersonate nicht. Nicht dass ich Klaviersonaten höre, aber das tut sich auf einem Gerät mit 0,3% oder schlechter Niemand mehr an.

Und ja für mich ist das in Bezug auf den Neupreis und das was damals schon fürs Gleiche Geld digital möglich war und wenn man bedenkt, dass das Konzept vom DD zu dem Zeitpunkt schon 15 Jahre und mehr auf dem Buckel hatte ganz schön armselig. Die RQ S Modelle haben ein besseres Laufwerk mit einem Riemen. So ein Gerät hatte ich nie, deshalb kann ich es nicht beurteilen. Es gab auch 3 Panasonics mit einem direkt angetriebenen Capstan, wie die so sind weiß ich auch nicht, die sind einfach zu selten und richtig schön find ich die Alle nicht. Die älteren Aiwas wie der HS PX 557 haben ein sehr aufwändiges Laufwerk, das scheinbar auch ein gutes Anti Rolling hat. Ich hab so ein Gerät, müsste mal den Riemen tauschen, leider sind aber auch Kondensatoren kaputt… das wäre noch interessant zu wissen, wie der sich schlägt. Er müsste zumindest im Schütteltest alle Panasonics und Sonys aus der Zeit übertreffen. Speziell in Bezug auf die kompakte Bauweise ist das schon spannend, wie die da so viel Mechanik rein bekommen haben. Dafür scheint mir das Gehäuse dünner zu sein, aber auch der wird irgendwo bei 0,2 oder mehr rumdümpeln…

LG Tobi
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#14
(28.01.2025, 17:56)DOSORDIE schrieb: Die meisten Walkmans haben einen W&F von 0,2-0,5% WRMS. Wir waren da wohl früher nicht so empfindlich, weil wir es nicht besser kannten. Das WM EX Laufwerk sollte bei 0,3% liegen. Das ist schon echt mies, aber speziell bei so kleinen Capstanen und Andruckrollen ist das ein ganz anderes Leiern, als bei Laufwerken mit großer Schwungmasse und großen Andruckrollen, es ist viel unruhiger und störender, lässt sich aber - je kleiner die Geräte sind nicht eliminieren. Scheinbar hat es Niemanden gejuckt.

Hmm. Meinen WM-EX500 habe ich ja neu im Laden gekauft und den habe ich damals wirklich exzessiv genutzt, obwohl der kein Dolby hatte. Und da meine ich schon, dass der Gleichlauf früher besser war. Den hab ich bestimmt vier bis fünf Jahre oft täglich genutzt und da sind mir deutliche Gleichlaufschwankungen nie besonders aufgefallen. Der hatte dann irgendwann das Problem mit dem Kassettenkontakt, dass der kleine Kunststofffühlhebel verloren ging. Dann erkennt er keine eingelegte Kassette mehr und verweigert den Dienst. Das habe ich damals nicht gleich erkannt und ihn beiseite gelegt. Als mir das dann bekannt wurde, habe ich ihn repariert, da lag er aber bereits ein paar Jahre rum. Dann hatte er die Gleichlaufschwankungen und auch da habe ich den Riemen getauscht, was es etwas verbesserte, aber nicht so, dass ich zufrieden gewesen wäre.

Vielleicht war man mit jüngeren Jahren tatsächlich nicht so empfindlich, kann schon sein. Aber der WM-F28 spielt die Kassetten, was W&F angeht, deutlich besser ab als EX500 und EX674 und ist auch kein DD. Mein WM-D6C ist natürlich super, keine Frage.

Mir ist aber bisher noch gar nicht so aufgefallen, dass in den technischen Daten der Walkman der W&F-Wert oft fehlt. Oben habe ich ja die Daten des EX674 angehängt, keine Angabe. Gerade hätte ich nach dem Wert für den F18/F28 gesucht, hier gibt es sogar ein SM. Wieder keine Angabe. Die wussten wahrscheinlich schon warum.

Ich müsste den Gleichlauf mal selber messen, an sich habe ich alles hier, was ich dazu brauche, nur gemacht habe ich es bei einem Walkman noch nie.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
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#15
Aber man muss sich ja nur mal diese Tanashin Klone, die neu zu kriegen sind anhören. Innerhalb ihrer Toleranzen schaffen die auch <0,25%, eher besser. Bei einem dieser Teac Decks hat VWestlife 0,08% fest gestellt, andere waren viel viel schlechter. Trotzdem mit Ausnahme von diesem Laufwerk hörst du in den Reviews deutlich, wie sich diese 0,2 oder manchmal auch 0,1% anhören. Ich glaub man war das damals einfach so gewöhnt und hat es hin genommen und grad auch in den späten 90ern wo Hip Hop und Musikrichtungen dominiert haben, wo man das nicht so hört fällt es tatsächlich wirklich manchmal gar nicht so auf. Ich weiß jedenfalls dass ich 2 WM EX Walkmans hatte. Den einen hatte ich vorm DD 33, der da schon lang ein Auslaufmodell war. Als der DD 33 schwächelte habe ich mir noch mal ein anderes EX Gerät gekauft, eines der letzten überhaupt. Das hatte so ne Docking Station zum Laden und die „Fisch Fernbedienung“ mit Display und dieses hässliche neue Nickelodeon Klecks Walkman Logo und nachdem ich den Walkman DD über Jahre gewöhnt war, war ich einfach Mega enttäuscht, wie leierig das Out of the box schon klang und dass Erschütterungen durch Bewegung auch viel mehr ins Gewicht fielen.
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#16
Ich glaube nicht, dass man "damals" weniger empfindlich auf Gleichlaufschwankungen reagiert hat. Das Hörempfinden ist da sehr empfindlich. Ich denke, da waren einfach keine hörbaren.
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#17
(28.01.2025, 20:03)Michi schrieb: ...
Neuere RQ-SX wie bsw. der RQ-SX59 haben ein neueres und besseres Laufwerk ohne Gummis auf den Capstan. Diese Panas schaffen auf beiden Seiten 0,2%. Leider haben diese neueren Panas meistens kein Dolby B mehr.

Mein RQ-SX52 hat Dolby-B und schafft (mit neuem Vierkant-Riemen) in der Tat <0.2%.
VG Jürgen
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#18
Neuem? hat der keine 2?
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#19
(29.01.2025, 16:25)JUM schrieb:
(28.01.2025, 20:03)Michi schrieb: ...
Neuere RQ-SX wie bsw. der RQ-SX59 haben ein neueres und besseres Laufwerk ohne Gummis auf den Capstan. Diese Panas schaffen auf beiden Seiten 0,2%. Leider haben diese neueren Panas meistens kein Dolby B mehr.

Mein RQ-SX52 hat Dolby-B und schafft (mit neuem Vierkant-Riemen) in der Tat <0.2%.
VG Jürgen

Ja genau diese neueren RQ-SX haben nur einen Riemen. Panasonic soll angeblich wegen der vielen Defekte der Vorgänger reagiert haben und darum wurde das Laufwerk verbessert.

Der RQ-SX52 mit Dolby B klingt interessant. Hat der der denn eine Bandtyp-Erkennung? Beim RQ-SX59 fehlt die wie Dolby B auch.

Beim Ausverkauf der DCC in den 90ern habe ich mir billig einen DCC Panasonic RQ-DP7 günstig gekauft. Klanglich fand ich den DP7 bei MC immer super und Gleichlaufschwankungen sind mir nie aufgefallen. Vor 2 Jahren habe ich den wieder ausgegraben und nach dem obligatorischen Riemenwechsel krebst der beim Gleichlauf über 0,3% rum.  Laut Spez. ist das normal.

Wenigstens gibt Panasonic im Service-Manual den Gleichlauf an. Sony hüllt sich zumindest bei neueren immer in Schweigen.
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#20
Hä? Ich hab da 2 Stück von. Bis auf dass er keine Gummiauflagen auf den Capstanen hat, ist er identisch zu den Laufwerken in den anderen SX Modellen. Er hat 2 Riemen. Hab auch grad noch mal nachgesehen. Ich hatte, weil die Capstane so schlecht raus gehen, das gesamte Chassis in meinem SX 75 verpflanzt. Bis auf dass es im Cassettenfach nicht schwarz lackiert ist, ist es 100%ig identisch und hat natürlich 2 Riemen. Ich hab dann lediglich das SX75 Board drauf gesetzt und dann ging auch Alles.

Die älteren S Modelle haben ein viel besseres 1 Riemen Laufwerk, so aber irgendwann die Aufhängungen der Andruckrollen verbiegen und dadurch der Bandtransport gestört ist. Vielleicht verwechselst du das mit einem S52? Evtl gabs den. Der ist dann aber älter und da steht dann im Cassettenfach noch Twin Rotor Motor drin.
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