Telefunken 203 Studio 2
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Es gab vom M 203 Studio eine Halb- und eine Viertelspurversion. Später wurde das "203" in der Bezeichnung weggelassen.
Das Gerät kam Ende 1967 auf den Markt, wobei es lediglich eine weitere Mutation der 200er Serie darstellte, die immer mit dem gleich Einmotorenlaufwerk ausgestattet war und immer die gleichen Kombiköpfe und Gehäuseabmessungen hatte. Einzige Ausnahme war das spätere M 250 acusta, das als Einziges 200er über drei Tonköpfe verfügte.

Die "Studio"-Version (was für eine unverschämte Übertreibung!) hatte im Gegensatz zum normalen M 203 die beiden Geschwindigkeiten 9,5 und 19 cm/s und erreichte mit letzterer mit Hängen und Würgen die Hifi-Norm DIN 45500.
Hierkann man sich die Magnetophone von 1967 und deren Daten zu Gemüte führen.

Ab Ende 1968 hieß das Gerät dann "Magnetophon Studio 2" bzw. 4, je nach Spurlage. Warum das dann schon ein Jahr später abermals in "Studio 22/44" geändert wurde, mag nur Herr Telefunken wissen... Die Daten und die Konstruktion änderten sich nicht.

Trotz der klapprigen Blech- und Zugstangen-Mechanik sind diese Geräte bei etwas Pflege durchaus robust und außer einem neuen Riemensatz und meist auch Tonkopf ist da nicht viel dran, was kaputt gehen kann. Der Kopf ist oft durch einen verschmutzten Andrucksamt hinüber, der dann Dellen in den Spiegel geschliffen hat. Dieses Samtstückchen muss unbedingt häufig gereinigt und ab und zu erneuert werden.

Wenn die Kiste während ihrer Lebensdauer auch ab und zu mal geölt worden ist, kann es sogar sein, dass der Antrieb einigermaßen leise läuft. Wenn nicht, rappelt oft das Kunststoff-Zwischenrad.
Eine Schwachstelle aller Telefunken-Magnetophone dieser Jahre sind die Bandteller-Oberteile, die mit einem dreiteiligen Bajonettverschluss mit dem Unterteil verbunden sind. Die Rasthaken am Oberteil brechen oft ab; das war eine echte Fehl- bzw. Spar-Konstruktion, die drei läppische Schrauben einsparen sollte! Ich habe bisher noch kein Gerät in die Finger bekommen, bei dem noch alle sechs Rastnasen vorhanden gewesen wären! Da heißt es dann immer "aus zwei mach eins". Bei den üblichen Preisen von 1-20 Euro für die 200er Serie ist das aber kein Problem. Auch haben diese Telefunkens schöne lange Schiebeschalter für Aufnahme/Wiedergabe und Entzerrung, deren Ausbau ein echtes Abenteuer ist, aber absolut lohnend und notwendig!

Ich habe mir vor ein paar Jahren mal ein M 250 acusta zugelegt und außerdem ein Exemplar meines ersten Tonbandgerät von 1968, ein M 203 TS, wieder aus der Bucht gefischt und aufgearbeitet. Tonköpfe für diese Geräte tauchen übrigens häufig dort auf. Der viertelspurige Kombikopf heißt G 435 (in der besseren Version mit Bronzespiegel; vorher hieß er G 415 und hielt ungefähr 400 Stunden!).

       

LG Holgi
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Telefunken 203 Studio 2 - von TigerTigerTiger1 - 27.02.2017, 17:00
[Kein Betreff] - von Justus - 27.02.2017, 17:30
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