24.01.2017, 00:17
Hallo Kai, geneigtes Forum,
um die diversen weiteren Fehlerquellen nicht weiter zu suchen, abzuschätzen oder gar auszulöten, habe ich nun doch diesen Weg gewählt.
Da stellt sich zunächst die Frage, wie man den Oszillator abschalten kann. (Zum Mitlesen: Seite 12 in der Schaltungssammlung). Einfach die Karte abziehen geht nicht, denn der Steckverbinder zu Aufnahme- und Löschkopf endet auf ihr, und auch das Aufnahme-Relais sitzt darauf. Ideal wäre also, wenn das Relais anzieht, der Oszillator aber aus bleibt.
Die einfachste Lösung dafür war für mich, die Kabel zu den Aufnahme-Kontroll-LEDs an der Anodenseite von der Hauptplatine abzuziehen und unter Umgehung des Kanalwahlschalters direkt mit der geregelten Betriebsspannung zu verbinden, die ganz in der Nähe an der VU-Meter-Beleuchtung anliegt. Dort passt auch der Steckverbinder, und im rechten Kanal ist sogar das Kabel der Kontroll-LED lang genug. Links musste ich dagegen eine Messleitung zu Hilfe nehmen.
Nun habe ich an der Stelle gemessen, wo ich auch den Vormagnetisierungsstrom abgreife: Als Spannung über dem 100Ω-Serienwiderstand in der "kalten" Leitung des Aufnahmekopfs. Damit komme ich der Forderung "gleicher NF-Strom für alle Frequenzen durch den Aufnahmekopf" am nächsten. Für die Empfindlichkeitsmessung brauche ich letztlich nur eine beschränkte Auswahl an Einzelfrequenzen.
Nachdem eine erste Messung Anhebungen in der Größenordnung von 3 dB gezeigt hat, habe ich beschlossen, die Kondensatoren C1-C4 der Höhenentzerrung einfach wieder einzubauen. Die Messung vorgestern hat ja gezeigt, dass sie letztlich nur knapp 1dB Unterschied machen, wenn der EQ-Trimmer am linken Anschlag ist. Damit entfällt auch die Notwendigkeit, irgendwas an der Maschine umzubauen, wenn ich von Normal- auf Messbetrieb wechseln will!
Spannungswerte über besagtem Widerstand, gemessen bei +10VU (entspricht 10 dBu am Line-Ausgang, oder 10dB über 257 nWb/m), dass die Spannung nicht gar so klein wird:
Und als Bild:
Daraus ergeben sich folgende Korrekturen:
Mit diesen Abweichungen habe ich die Pegel der Messtöne schon beim Generieren angepasst, und zum Abschluss nochmal eine Kontrollmessung vorgenommen:
Damit sind nun die NF-Ströme durch den Aufnahmekopf im Rahmen meiner Messgenauigkeit ausreichend konstant. Und das ganz ohne dauerhafte Hardware-Änderungen an der Maschine im Messbetrieb!
Das Schaltbild des Oszillators gibt an dieser Stelle "500mV 150kHz" und "50mV 1kHz" an. Das passt zu den Werten, die ich hier sehe: Im Arbeitspunkt des PER368 liegen etwa 460mV HF an, am rechten Anschlag des Bias-Trimmers sind es knapp unter 1V, am linken etwa 100mV.
Die hier gemessenen NF-Werte sind in der angegebenen Größenordnung. Bei den diversen Tests würde ich erwarten, nochmal vielleicht 10 oder 15 dB höher zu gehen. Damit wären es bis zu 500mV NF. Irgendwo beginnt da bestimmt auch die Sättigung... Die Empfindlichkeitsmessung geschieht aber eigentlich 20 dB unter Bezugspegel, also rund 25dB unter den hier gemessenen Werten. Dann bewegen wir uns aber leider im einstelligen mV-Bereich, wo ich wieder verschiedenste Genauigksitsprobleme erwarten würde.
Von daher würde ich zur Zeit von der Konstruktion weiterer Hilfseinrichtungen Abstand nehmen. Es sei denn, bei laufenden Oszillator sind andere NF-Frequenzgänge zu erwarten als in dieser Messung?
Ich meine mich zu erinnern, dass Friedrich mal schrieb, ein richtiges Kopfstrom-Messgerät erfasse HF und NF getrennt. Jetzt kann ich mir auch einen Reim daraus machen
Danke für die Hilfe, und viele Grüße
Andreas
kaimex,'index.php?page=Thread&postID=199105#post199105 schrieb:Eine andere Lösung wäre, einmal bei abgeschaltetem Bias Oszillator den Frequenzgang vom Eingang des AK-Treibers zum 100 Ohm Widerstand auszumessen, danach rechnerisch zu kompensieren und immer am Eingang oder vor dem Trimmer zu messen, also am Ausgang des eigentlichen Aufnahme-Entzerrers.
um die diversen weiteren Fehlerquellen nicht weiter zu suchen, abzuschätzen oder gar auszulöten, habe ich nun doch diesen Weg gewählt.
Da stellt sich zunächst die Frage, wie man den Oszillator abschalten kann. (Zum Mitlesen: Seite 12 in der Schaltungssammlung). Einfach die Karte abziehen geht nicht, denn der Steckverbinder zu Aufnahme- und Löschkopf endet auf ihr, und auch das Aufnahme-Relais sitzt darauf. Ideal wäre also, wenn das Relais anzieht, der Oszillator aber aus bleibt.
Die einfachste Lösung dafür war für mich, die Kabel zu den Aufnahme-Kontroll-LEDs an der Anodenseite von der Hauptplatine abzuziehen und unter Umgehung des Kanalwahlschalters direkt mit der geregelten Betriebsspannung zu verbinden, die ganz in der Nähe an der VU-Meter-Beleuchtung anliegt. Dort passt auch der Steckverbinder, und im rechten Kanal ist sogar das Kabel der Kontroll-LED lang genug. Links musste ich dagegen eine Messleitung zu Hilfe nehmen.
Nun habe ich an der Stelle gemessen, wo ich auch den Vormagnetisierungsstrom abgreife: Als Spannung über dem 100Ω-Serienwiderstand in der "kalten" Leitung des Aufnahmekopfs. Damit komme ich der Forderung "gleicher NF-Strom für alle Frequenzen durch den Aufnahmekopf" am nächsten. Für die Empfindlichkeitsmessung brauche ich letztlich nur eine beschränkte Auswahl an Einzelfrequenzen.
Nachdem eine erste Messung Anhebungen in der Größenordnung von 3 dB gezeigt hat, habe ich beschlossen, die Kondensatoren C1-C4 der Höhenentzerrung einfach wieder einzubauen. Die Messung vorgestern hat ja gezeigt, dass sie letztlich nur knapp 1dB Unterschied machen, wenn der EQ-Trimmer am linken Anschlag ist. Damit entfällt auch die Notwendigkeit, irgendwas an der Maschine umzubauen, wenn ich von Normal- auf Messbetrieb wechseln will!
Spannungswerte über besagtem Widerstand, gemessen bei +10VU (entspricht 10 dBu am Line-Ausgang, oder 10dB über 257 nWb/m), dass die Spannung nicht gar so klein wird:
Code:
| 19L | 19R | 38L | 38R
Hz | mV | mV | mV | mV
---------------------------------------
315 | 81.7 | 82.1 | 81.7 | 82.1
1000 | 82.0 | 82.4 | 81.9 | 82.4
6300 | 88.1 | 88.8 | 86.5 | 87.8
10000 | 97.8 | 98.8 | 93.7 | 95.3
12500 | 107.9 | 109.2 | 101.1 | 102.9
14000 | 115.8 | 117.3 | 106.9 | 108.8
16000 | 128.9 | 130.5 | 116.5 | 118.5Und als Bild:
Daraus ergeben sich folgende Korrekturen:
Code:
| 19L | 19R | 38L | 38R
Hz | dB | dB | dB | dB
---------------------------------------
315 | +0.03 | +0.03 | +0.02 | +0.03
1000 | ±0.00 | ±0.00 | ±0.00 | ±0.00
6300 | -0.62 | -0.65 | -0.47 | -0.55
10000 | -1.53 | -1.58 | -1.17 | -1.26
12500 | -2.38 | -2.45 | -1.83 | -1.93
14000 | -3.00 | -3.07 | -2.31 | -2.41
16000 | -3.93 | -3.99 | -3.06 | -3.16Mit diesen Abweichungen habe ich die Pegel der Messtöne schon beim Generieren angepasst, und zum Abschluss nochmal eine Kontrollmessung vorgenommen:
Code:
| 19L | 19R | 38L | 38R
Hz | mV | mV | mV | mV
---------------------------------------
315 | 81.9 | 82.4 | 81.8 | 82.3
1000 | 81.9 | 82.4 | 81.9 | 82.4
6300 | 81.9 | 82.3 | 81.9 | 82.4
10000 | 81.9 | 82.3 | 81.8 | 82.3
12500 | 81.9 | 82.2 | 81.7 | 82.3
14000 | 81.8 | 82.1 | 81.7 | 82.3
16000 | 81.7 | 82.1 | 81.7 | 82.1Damit sind nun die NF-Ströme durch den Aufnahmekopf im Rahmen meiner Messgenauigkeit ausreichend konstant. Und das ganz ohne dauerhafte Hardware-Änderungen an der Maschine im Messbetrieb!
kaimex,'index.php?page=Thread&postID=199105#post199105 schrieb:Wegen des hohen Frequenzabstandes der Biasfrequenz zu 20 kHz wäre der Entwurf eines wirksamen HF-Tiefpassfilters zum Anschluß an den 100 Fußpunktwiderstand des AK nicht weiter schwierig. Hilfreich wäre zu wissen, wie dort die Pegelverhältnisse von niedrigster zu erfassender NF-Spannung und HF-Spannung sind.
Das Schaltbild des Oszillators gibt an dieser Stelle "500mV 150kHz" und "50mV 1kHz" an. Das passt zu den Werten, die ich hier sehe: Im Arbeitspunkt des PER368 liegen etwa 460mV HF an, am rechten Anschlag des Bias-Trimmers sind es knapp unter 1V, am linken etwa 100mV.
Die hier gemessenen NF-Werte sind in der angegebenen Größenordnung. Bei den diversen Tests würde ich erwarten, nochmal vielleicht 10 oder 15 dB höher zu gehen. Damit wären es bis zu 500mV NF. Irgendwo beginnt da bestimmt auch die Sättigung... Die Empfindlichkeitsmessung geschieht aber eigentlich 20 dB unter Bezugspegel, also rund 25dB unter den hier gemessenen Werten. Dann bewegen wir uns aber leider im einstelligen mV-Bereich, wo ich wieder verschiedenste Genauigksitsprobleme erwarten würde.
Von daher würde ich zur Zeit von der Konstruktion weiterer Hilfseinrichtungen Abstand nehmen. Es sei denn, bei laufenden Oszillator sind andere NF-Frequenzgänge zu erwarten als in dieser Messung?
Ich meine mich zu erinnern, dass Friedrich mal schrieb, ein richtiges Kopfstrom-Messgerät erfasse HF und NF getrennt. Jetzt kann ich mir auch einen Reim daraus machen
Danke für die Hilfe, und viele Grüße
Andreas
