22.01.2017, 14:30
So, mal wieder ein Update von mir:
Nach Einstellung des Kopfspalts (mit einem Messband von Peter als Spaltnormal) habe ich auf ein herumfahrendes PER368 (nach Datenblatt, ΔS10 = 5dB, 320 nWb/m, IEC) bei 19 cm/s eingemessen. Dabei fiel mir auf, dass ich die EQ-Trimmer beider Kanäle bis an den linken Anschlag in Richtung "weniger Höhenanhebung" gedreht habe, um einen glatten Frequenzgang zu erreichen. Es ist also unter diesen Parametern (Wiedergabeentzerrung 70µs, dieses PER368, dieser Arbeitspunkt) nicht viel Aufnahmeentzerrung notwendig.
Zur Messung des Frequenzgangs habe ich einen Sweep verwendet, dessen Frequenz logarithmisch von 10 Hz bis 40 kHz über 20 Sekunden ansteigt. Zur Auswertung habe ich dann den Pegel in 0.05-Sekunden-Abschnitten gemessen und geplottet (was zu den sichtbaren Schwebungen unter 40 Hz führt). Hier der linke Kanal über Band, und die B77 in Stellung Source zur Kontrolle dazu:
Dann habe ich wie schon vorher beabsichtigt die Trimmer gegen neue, gekapselte getauscht. Dabei habe ich aus den vorhandenen Exemplaren die ausgesucht, die eine möglichst gleiche Summe von R7+R12 links bzw. R22+R27 rechts ergeben. Pegel wieder eingestellt, und dann den EQ an beide Anschläge und in die Mitte gedreht:
Nächster Schritt war der Tausch der Elkos und Tantalkondensatoren - samt Kontrolle, dass sich dadurch nichts wesentliches verändert hat. Schließlich habe ich, wie oben diskutiert, die Kondensatoren C1 bis C4 ausgelötet, um die Höhenentzerrung gänzlich abzustellen.
Ein Drehen am EQ-Trimmer hat bestätigt, dass dieser keinen Einfluss mehr hatte (naja, alles andere hätte mich bei der gegebenen Schaltung auch sehr verwundert). Damit sieht der Sweep nun so aus, wieder im Vergleich zu zwei Einstellungen mit Entzerrung:
Der Unterschied zwischen "EQ auf Linksanschlag" und "Kondensatoren ausgebaut" ist nicht groß, bei 20 kHz gerade mal knapp 1dB. Vielleicht ist dann (bei weiteren Geräten...) die Kombination aus "Abweichung Messen und Testsignal entsprechend gegenläufig verändern" doch eine gut gangbare Alternative.
Wo ich gerade schon dabei war, habe ich dann noch den Frequenzgang der ersten Verstärkerstufe mit dem Multimeter (UNI-T UT803) gemessen, und zwar an der Verbindung von C10 und R13 (blauer Pfeil im Bild weiter oben). Beim Kondensatortausch habe ich deswegen ein Stück vom Draht stehen lassen, auch im anderen Kanal:
Das Ergebnis ist zur Zufriedenheit, die Abweichungen unterhalb von 0.03dB, wenn man unrealistischerweise dem Messgerät keinen Fehler zurechnet.
Eine neue Frage hat die Aktion aber aufgeworfen - ohne Signal waren an der gleichen Stelle nämlich schon 76.1 mV zu messen. Als ich am rechten Kanal angeklemmt habe, waren es dort sogar ca. 500 mV. Vielfach wurde ja schon von "herumvagabundierender HF" geschrieben - und tatsächlich, ein Umschalten in den Frequenz-Messbereich hat die vertrauten 150 kHz ergeben.
Also, Kontrolle der Sperrkreise - war unauffällig: Laut Service-Manual soll an L1 bzw. L3 weniger als 350 mV zu messen sein. Gesehen habe ich dort ca. 70 mV, und auch ein Abgleich an den Spulen hat nur ganz geringfügige Veränderungen gebracht. Allerdings auch hier: Im rechten Kanal ist der Kern der Spule schon ganz an den rechten Anschlag gedreht, wo auch der kleinste erreichbare HF-Wert lag.
Hat jemand von Euch Erfahrung oder praktische Hinweise im Bezug auf "vagabundierende HF" in der B77? Ich bin nämlich geneigt, dem weiter nicht nachzugehen, solange sich in den NF-Messwerten nichts seltsames zeigt - außer vielleicht das Oszi wieder hervorzuholen und ein paar Messpunkte mal "anzuschauen", um ein Gefühl für die Verhältnisse zu bekommen. Was meint Ihr?
So, jetzt steht eigentlich einer Band-Messung inklusive Empfindlichkeitskurven nichts mehr im Weg - vom fehlenden Referenzleerband natürlich abgesehen.
Viele Grüße
Andreas
Nach Einstellung des Kopfspalts (mit einem Messband von Peter als Spaltnormal) habe ich auf ein herumfahrendes PER368 (nach Datenblatt, ΔS10 = 5dB, 320 nWb/m, IEC) bei 19 cm/s eingemessen. Dabei fiel mir auf, dass ich die EQ-Trimmer beider Kanäle bis an den linken Anschlag in Richtung "weniger Höhenanhebung" gedreht habe, um einen glatten Frequenzgang zu erreichen. Es ist also unter diesen Parametern (Wiedergabeentzerrung 70µs, dieses PER368, dieser Arbeitspunkt) nicht viel Aufnahmeentzerrung notwendig.
Zur Messung des Frequenzgangs habe ich einen Sweep verwendet, dessen Frequenz logarithmisch von 10 Hz bis 40 kHz über 20 Sekunden ansteigt. Zur Auswertung habe ich dann den Pegel in 0.05-Sekunden-Abschnitten gemessen und geplottet (was zu den sichtbaren Schwebungen unter 40 Hz führt). Hier der linke Kanal über Band, und die B77 in Stellung Source zur Kontrolle dazu:
Dann habe ich wie schon vorher beabsichtigt die Trimmer gegen neue, gekapselte getauscht. Dabei habe ich aus den vorhandenen Exemplaren die ausgesucht, die eine möglichst gleiche Summe von R7+R12 links bzw. R22+R27 rechts ergeben. Pegel wieder eingestellt, und dann den EQ an beide Anschläge und in die Mitte gedreht:
Nächster Schritt war der Tausch der Elkos und Tantalkondensatoren - samt Kontrolle, dass sich dadurch nichts wesentliches verändert hat. Schließlich habe ich, wie oben diskutiert, die Kondensatoren C1 bis C4 ausgelötet, um die Höhenentzerrung gänzlich abzustellen.
Ein Drehen am EQ-Trimmer hat bestätigt, dass dieser keinen Einfluss mehr hatte (naja, alles andere hätte mich bei der gegebenen Schaltung auch sehr verwundert). Damit sieht der Sweep nun so aus, wieder im Vergleich zu zwei Einstellungen mit Entzerrung:
Der Unterschied zwischen "EQ auf Linksanschlag" und "Kondensatoren ausgebaut" ist nicht groß, bei 20 kHz gerade mal knapp 1dB. Vielleicht ist dann (bei weiteren Geräten...) die Kombination aus "Abweichung Messen und Testsignal entsprechend gegenläufig verändern" doch eine gut gangbare Alternative.
Wo ich gerade schon dabei war, habe ich dann noch den Frequenzgang der ersten Verstärkerstufe mit dem Multimeter (UNI-T UT803) gemessen, und zwar an der Verbindung von C10 und R13 (blauer Pfeil im Bild weiter oben). Beim Kondensatortausch habe ich deswegen ein Stück vom Draht stehen lassen, auch im anderen Kanal:
Das Ergebnis ist zur Zufriedenheit, die Abweichungen unterhalb von 0.03dB, wenn man unrealistischerweise dem Messgerät keinen Fehler zurechnet.
Code:
Hz | mV
------+------
315 | 113.6
1000 | 113.7
6300 | 113.6
10000 | 113.5
12500 | 113.5
14000 | 113.5
16000 | 113.4Eine neue Frage hat die Aktion aber aufgeworfen - ohne Signal waren an der gleichen Stelle nämlich schon 76.1 mV zu messen. Als ich am rechten Kanal angeklemmt habe, waren es dort sogar ca. 500 mV. Vielfach wurde ja schon von "herumvagabundierender HF" geschrieben - und tatsächlich, ein Umschalten in den Frequenz-Messbereich hat die vertrauten 150 kHz ergeben.
Also, Kontrolle der Sperrkreise - war unauffällig: Laut Service-Manual soll an L1 bzw. L3 weniger als 350 mV zu messen sein. Gesehen habe ich dort ca. 70 mV, und auch ein Abgleich an den Spulen hat nur ganz geringfügige Veränderungen gebracht. Allerdings auch hier: Im rechten Kanal ist der Kern der Spule schon ganz an den rechten Anschlag gedreht, wo auch der kleinste erreichbare HF-Wert lag.
Hat jemand von Euch Erfahrung oder praktische Hinweise im Bezug auf "vagabundierende HF" in der B77? Ich bin nämlich geneigt, dem weiter nicht nachzugehen, solange sich in den NF-Messwerten nichts seltsames zeigt - außer vielleicht das Oszi wieder hervorzuholen und ein paar Messpunkte mal "anzuschauen", um ein Gefühl für die Verhältnisse zu bekommen. Was meint Ihr?
So, jetzt steht eigentlich einer Band-Messung inklusive Empfindlichkeitskurven nichts mehr im Weg - vom fehlenden Referenzleerband natürlich abgesehen.
Viele Grüße
Andreas
