Was ist optimal ?
#8
Lieber Andreas,

Friedrich hat da noch um einiges mehr und ist letztlich der Fachmann, der lange Jahre aus den Quellen trank, während sich unsereiner mit den von der Reichen Tische fallenden Brosamen zu bescheiden hatte.

Mit 76,2 bzw. 77 kommen wir in großen Schritten in die dünne normenarme Höhenluft der Frühzeit der Tonaufnahme, deren Ende Richtung 38,1 cm/s nicht zuletzt die Profis leidenschaftlich herbeisehnten: Gut 40 Minuten Pause bis zum nächsten Bandwechsel....

Mit dem allgemeinen Umstieg der Szene auf 38,1 cm/s, der über die 1950er lief und anfang der 1960er abgeschlossen wurde, war 76 dann ja letztlich -so schien es- zunächst völlig erledigt; der SFB war sogar anfangs der 1960er Jahre so weise, die RRG-Stereo-Originale aus H. Krügers Besitz nach der Kopie auf 38 schlicht wegzuwerfen. War ja Technik von vorgestern, zu deren Zeiten auch die Bezugsbandwirtschaft erst anlief.

Vielleicht erzählt Friedrich einmal von den Ringmessungen in den 1950ern und den -doch illustrativen- Ergebnissen.... dieser Unternehmung, denn die RRG dachte wohl nicht zuletzt auch über den Verstand Walter Webers erst ab etwa 1944 an so etwas wie ein Bezugsband, was dann aber nicht weiter verfolgt wurde. Weber war gestorben und auch sonst standen zunächst einmal andere Probleme an....

Genormt waren hierzulande in der früheren Zeit (also BAchkreig[*], 1950er/60er Jahre) auch für 76,2 35µs, die 17,5 µs spuken aber auch immer wieder dazwischen herum, werden auf den Kartons aber eher selten vermerkt.

Das zweite Leben von 76,2 begann mit den Vielspurgeräten und dem Aufkommen der Digitaltechnik, worauf die Analog-Masterer (auch das so ein neuer Begriff dieser Zeit) mit 76,2 antworteten, was ja nun durchwegs königliche Bedingungen bereitstellt. AES-EBU entschieden sich dann, wenn ich mich recht zurückerinnere, für 17,5µs, obgleich seit 1961/62 DIN 45513/1 35µs empfohlen hatte.

Ansonsten sehe ich einmal in meinen Dokumentbeständen nach, bzw. hoffe, dass Friedrich mir zuvorkommt...

Hans-Joachim

P.s. und edit:
* Ach ja, der Kapellmeister Bach von Leipzig ...,

... war aber nicht gemeint, sondern die "Nachkrieg"szeit. Dank an die Mailhinweisgeber, die sich meiner armen Hackerseele erbarmten...
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[Kein Betreff] - von capstan - 04.02.2005, 11:17
[Kein Betreff] - von Gyrator - 04.02.2005, 11:46
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