28.09.2016, 14:53
ich finde, man muss unterscheiden zwischen Vereinen, die die Archivierung professionell betreiben und Privatleuten / Hobbyisten.
Eine 4TB Qualitäts-Festplatte ist heute billiger und kleiner als ein Archivband aus der guten alten Zeit. Auf so eine Platte passen knapp 6000 voll bespielte Kauf-CD-s, oder knapp 450 Dual-Layer-Kauf DVD-s. Das Kopieren von so einer Platte inkl. Dateiüberprüfung dauert großzügig geschätzt eine halbe Nacht, es ist also kein Problem, wertvolle Dateien redundant auf mehrere Platten zu speichern, die an unterschiedlichen Orten stehen wg. Gefahr der physikalischen Zerstörung, und sich regelmäßig über ein Netzwerk untereinander auf Plausibilität prüfen. Fällt eine der Platten aus, bleiben immer noch die anderen beiden, und man kann eine neue leere Platte einsetzen, auf die dann die Daten von einer der anderen beiden kopiert wird. So einen Verbund kann man sogar mit USB-Sticks oder SD-Karten für kleines Geld zusammenbauen, er ermöglicht, die Speichermedien bis ans Ende ihrer Lebenszeit zu betreiben, ohne dass die Gefahr des Datenverlustes oder der Datenverstümmelung besteht. Und wenn sich die Technik komplett ändert, bleibt immer eine breite Übergangsphase, in der die alte Technik noch verfügbar ist, und in der man die Daten von alt nach neu übertragen kann. Die Angst vor dem Verlust digitaler Daten stammt aus der Anfangszeit der digitalen Massenspeicherung, wo es noch viele zueinander inkompatible Systeme gab, die schon nach wenigen Jahren vom Markt verschwunden waren. Seit etwa der Jahrtausendwende sind die Standards zueinander abwärtskompatibel, und so weit verbreitet, dass es immer eine Möglichkeit geben wird, sie auch mit neueren Systemen weiterzuverarbeiten.
Bei den privaten Mediensammlungen sollte man sich darüberhinaus die Frage stellen, ob das mit der unbegrenzten Archiviermöglichkeit ein Segen oder eher ein Fluch ist. Jeder kann sich mal selber überlegen, was er von vor 20 Jahren wirklich noch hört, und ob das, was nicht mehr gehört wird, so wertvoll und unwiederbringlich ist, dass man sich die Schränke damit vollstapeln muss. Bei den digitalen Privatarchiven kommt noch hinzu, dass die größten Sammlungen keinen Platz mehr brauchen, Speicherplatz nichts kostet, und man schnell unfreiwillig zum "Medien-Messie" wird. Spätestens, wenn man ein Album zum zweiten Mal runterlädt, weil man nicht mehr weiß, dass man es schon hat, wird es kritisch. Die Verwaltung von riesigen Privatsammlungen frisst irgendwann das einzige auf, was wirklich unersetzlich ist - die eigene Lebenszeit.
Gruß Frank
Eine 4TB Qualitäts-Festplatte ist heute billiger und kleiner als ein Archivband aus der guten alten Zeit. Auf so eine Platte passen knapp 6000 voll bespielte Kauf-CD-s, oder knapp 450 Dual-Layer-Kauf DVD-s. Das Kopieren von so einer Platte inkl. Dateiüberprüfung dauert großzügig geschätzt eine halbe Nacht, es ist also kein Problem, wertvolle Dateien redundant auf mehrere Platten zu speichern, die an unterschiedlichen Orten stehen wg. Gefahr der physikalischen Zerstörung, und sich regelmäßig über ein Netzwerk untereinander auf Plausibilität prüfen. Fällt eine der Platten aus, bleiben immer noch die anderen beiden, und man kann eine neue leere Platte einsetzen, auf die dann die Daten von einer der anderen beiden kopiert wird. So einen Verbund kann man sogar mit USB-Sticks oder SD-Karten für kleines Geld zusammenbauen, er ermöglicht, die Speichermedien bis ans Ende ihrer Lebenszeit zu betreiben, ohne dass die Gefahr des Datenverlustes oder der Datenverstümmelung besteht. Und wenn sich die Technik komplett ändert, bleibt immer eine breite Übergangsphase, in der die alte Technik noch verfügbar ist, und in der man die Daten von alt nach neu übertragen kann. Die Angst vor dem Verlust digitaler Daten stammt aus der Anfangszeit der digitalen Massenspeicherung, wo es noch viele zueinander inkompatible Systeme gab, die schon nach wenigen Jahren vom Markt verschwunden waren. Seit etwa der Jahrtausendwende sind die Standards zueinander abwärtskompatibel, und so weit verbreitet, dass es immer eine Möglichkeit geben wird, sie auch mit neueren Systemen weiterzuverarbeiten.
Bei den privaten Mediensammlungen sollte man sich darüberhinaus die Frage stellen, ob das mit der unbegrenzten Archiviermöglichkeit ein Segen oder eher ein Fluch ist. Jeder kann sich mal selber überlegen, was er von vor 20 Jahren wirklich noch hört, und ob das, was nicht mehr gehört wird, so wertvoll und unwiederbringlich ist, dass man sich die Schränke damit vollstapeln muss. Bei den digitalen Privatarchiven kommt noch hinzu, dass die größten Sammlungen keinen Platz mehr brauchen, Speicherplatz nichts kostet, und man schnell unfreiwillig zum "Medien-Messie" wird. Spätestens, wenn man ein Album zum zweiten Mal runterlädt, weil man nicht mehr weiß, dass man es schon hat, wird es kritisch. Die Verwaltung von riesigen Privatsammlungen frisst irgendwann das einzige auf, was wirklich unersetzlich ist - die eigene Lebenszeit.
Gruß Frank
