08.04.2016, 21:56
SA-X müssten theoretisch noch empfindlicher sein als SA, weil sie als Zweischichtband wahrscheinlich eine dünnere Trägerfolie haben. Sichere Daten habe ich dahingehend aber für die TDK-Bänder nicht. Zudem kann auch für die SA-X eine zwar dünnere, aber höher belastbare Folie eingesetzt worden sein.
MA, D und alle von vor 1988 wurden von den Kollegen eigentlich als wesentlich robuster beschrieben. Stattdessen bilden MA, MA-X und sogar MA-XG aus mehreren Generationen ab Mitte der 80er Jahre manchmal weiße Ablagerungen auf dem Wickel, ähnlich dem bekannten "Agfa-Schnee", nur wesentlich feiner und schlechter sichtbar. Das Zeug muß man dann nach dem Abspielen von den Tonköpfen wischen. Entgegen erster Befürchtungen, es könne sich um Pilzbefall handeln, wird nun ein Auskristallisieren eines Bindemittels dafür verantwortlich gemacht, was weitgehend harmlos ist.
Vom "Railroading" betroffen sollen sein: AD, AR, AR-X, SF, SA und SA-X von 1988 bis etwa Mitte der 90er Jahre, also bis zu dem Zeitpunkt, als TDK die eigene Bandproduktion einstellte und unter anderem Saehan-Bänder in die SA einspulte. Unter diese wiederum soll es Schmierchargen geben.
Zu den Ursachen der Rillenbildung gibt es mehrere Erklärungsversuche; der für mich plausibelste stammt von einem ehemaligen BASF-Mitarbeiter. Demnach habe TDK die Bänder mehr und mehr kalandriert (also plattgewalzt), was für die Erstaufnahme die Höhenaussteuerbarkeit verbessert - und damit auch zu guten Testergebnissen führt - aber sich leider negativ auf die mechanische Belastbarkeit des Bandes auswirkt. Die Bänder wurden also daraufhin optimiert, im Neuzustand Spitzenleistungen zu bringen, und der schnelle Verschleiß wurde in kauf genommen. Davon merkten die meisten Nutzer ja auch nicht viel.
Auch von Railroading betroffen, nur nicht so stark, sind Maxell XL II-S Black Magnetite aus den frühen 90er Jahren, sowie die ersten BASF TP II. Bei beiden Modellen verschwand das Phänomen gleichzeitig, ca. 1994/95, dafür war die Höhendynamik nicht mehr ganz so phänomenal. Ich hege den dringenden Verdacht, daß hier auf Anraten von BASF die Kalandrierung etwas zurückgefahren wurde.
Die Andruckfilze an sich würde ich nicht unbedingt verdächtigen, die sind eigentlich zu weich. Eher schon unsauber gegossene Gehäuseschalen und vor allem Umlenkrollen. Ab der 1990er Serie wurden die TDK-Gehäuse schrittweise immer weniger präzise hergestellt. (Ich wunderte mich damals über zwei fabrikneue MA 110, die mein Doppelcapstan-Deck am Bandanfang angeknittert hat, obwohl es mit noch dünneren 120ern nie Probleme hatte. Später kam ich dann darauf, daß das Band in den Cassetten wohl nicht wirklich geradeaus gelaufen ist.) Wenn sich aber ein kleiner Fremdkörper im Andruckfilz verfangen hat, dann wird natürlich genau dort die Linie ins Band gezeichnet. Sämtliche feststehenden Bandführungselemente sind auch beliebte Ablagerungsstellen für solche Störenfriede. Was ganz gut dagegen wirkt: Vor dem Abspielen kurz und kräftig durch die Cassettenöffnungen pusten. Wenn das nicht reicht, dann hilft nur Auseinanderschrauben und Reinigen aller Stege.
Viele Grüße,
Martin
MA, D und alle von vor 1988 wurden von den Kollegen eigentlich als wesentlich robuster beschrieben. Stattdessen bilden MA, MA-X und sogar MA-XG aus mehreren Generationen ab Mitte der 80er Jahre manchmal weiße Ablagerungen auf dem Wickel, ähnlich dem bekannten "Agfa-Schnee", nur wesentlich feiner und schlechter sichtbar. Das Zeug muß man dann nach dem Abspielen von den Tonköpfen wischen. Entgegen erster Befürchtungen, es könne sich um Pilzbefall handeln, wird nun ein Auskristallisieren eines Bindemittels dafür verantwortlich gemacht, was weitgehend harmlos ist.
Vom "Railroading" betroffen sollen sein: AD, AR, AR-X, SF, SA und SA-X von 1988 bis etwa Mitte der 90er Jahre, also bis zu dem Zeitpunkt, als TDK die eigene Bandproduktion einstellte und unter anderem Saehan-Bänder in die SA einspulte. Unter diese wiederum soll es Schmierchargen geben.
Zu den Ursachen der Rillenbildung gibt es mehrere Erklärungsversuche; der für mich plausibelste stammt von einem ehemaligen BASF-Mitarbeiter. Demnach habe TDK die Bänder mehr und mehr kalandriert (also plattgewalzt), was für die Erstaufnahme die Höhenaussteuerbarkeit verbessert - und damit auch zu guten Testergebnissen führt - aber sich leider negativ auf die mechanische Belastbarkeit des Bandes auswirkt. Die Bänder wurden also daraufhin optimiert, im Neuzustand Spitzenleistungen zu bringen, und der schnelle Verschleiß wurde in kauf genommen. Davon merkten die meisten Nutzer ja auch nicht viel.
Auch von Railroading betroffen, nur nicht so stark, sind Maxell XL II-S Black Magnetite aus den frühen 90er Jahren, sowie die ersten BASF TP II. Bei beiden Modellen verschwand das Phänomen gleichzeitig, ca. 1994/95, dafür war die Höhendynamik nicht mehr ganz so phänomenal. Ich hege den dringenden Verdacht, daß hier auf Anraten von BASF die Kalandrierung etwas zurückgefahren wurde.
Die Andruckfilze an sich würde ich nicht unbedingt verdächtigen, die sind eigentlich zu weich. Eher schon unsauber gegossene Gehäuseschalen und vor allem Umlenkrollen. Ab der 1990er Serie wurden die TDK-Gehäuse schrittweise immer weniger präzise hergestellt. (Ich wunderte mich damals über zwei fabrikneue MA 110, die mein Doppelcapstan-Deck am Bandanfang angeknittert hat, obwohl es mit noch dünneren 120ern nie Probleme hatte. Später kam ich dann darauf, daß das Band in den Cassetten wohl nicht wirklich geradeaus gelaufen ist.) Wenn sich aber ein kleiner Fremdkörper im Andruckfilz verfangen hat, dann wird natürlich genau dort die Linie ins Band gezeichnet. Sämtliche feststehenden Bandführungselemente sind auch beliebte Ablagerungsstellen für solche Störenfriede. Was ganz gut dagegen wirkt: Vor dem Abspielen kurz und kräftig durch die Cassettenöffnungen pusten. Wenn das nicht reicht, dann hilft nur Auseinanderschrauben und Reinigen aller Stege.
Viele Grüße,
Martin

