Historische Papierkondensatoren bei 1,7facher Nenn-Kapazität ertappt. Normal ?
#18
Hallo Rainer,

vielen Dank für deinen Hinweis und die Schilderung deiner Renovationstechniken.

Soviel Pietät bringe ich den alten Geräten gegenüber allerdings nicht auf.
Ich versuchte hier nur die Funktion wiederherzustellen (obwohl ich das Gerät sicher nicht ernsthaft benutzen werde).

Trotzdem hat die Beschäftigung mit diesem Gerät bei mir völlig ungeplante Folgen gehabt:
Als meine SPICE-Simulation der alten Röhrenschaltung nicht auf Anhieb mit den dokumentierten bzw. gemessenen Gleichspannungen übereinstimmte, bin ich den Ursachen nachgegangen, hab gemerkt, daß die Pentoden-Modelle nicht besonders realistisch sind und recherchiere nun schon seit einiger Zeit, was es da alles gibt, was besser ist und ob da was ausreichend Gutes dabei ist. Da der letzte Zustand noch nicht erreicht wurde, bin ich nun dabei, aus allem, was schon gemacht wurde, was neues zu kombinieren und eigene Vorstellungen einzubauen. Dabei hab ich gemerkt, daß in den alten historischen Datenblättern z.B. von der Philips/Valvo aus den 50er Jahren meistens nicht genug Daten zu finden sind, um ein gutes Modell zu erstellen, daß auch im Übersteuerungsfall noch zutrifft. (Letzteres ist vor allem für die Guitarreros interessant, die ja ihren Verstärker durch gezielte Übersteuerung als nichtlinearen Klangformer nutzen). Also besteht Bedarf für ein Gerät zur Beschaffung solcher Daten, ein Röhren-Kennlinien Meßgerät.
Ich bin jetzt gerade dabei, so ein Teil mit DIY-Methoden zu basteln (nach Studium von Bauvorschlägen anderer im Internet).
Es gibt zwar einen ganz tollen "Tube Curve Tracer" Bausatz aus Holland, aber die geforderten 250€ wollte ich nicht investieren.
Im Internet hatte ich außer DIY-Projekten ansonsten nur alte Wehrmachts- oder US-Geräte angeboten gesehen, leider auch nicht zu Schnäppchenpreisen sondern teilweise noch für wesentlich höhere Preise als das moderne holländische Teil.
Falls es für Röhrenfreunde außer dem MegOhmMeter noch andere interessante Geräte aus der ehemaligen DDR gibt zu angemessenen Preisen, würde ich mich (und sicher andere auch) über Hinweise freuen.
Ich kann noch nicht absehen, wieweit ich vom Röhren-Bazillus infiziert bin. Bis vor kurzem hätte ich die Beschäftigung damit noch als unzeitgemäßen Unfug abgetan. Vielleicht geht der Anfall ja auch bald wieder vorüber...
Immerhin kann ich die Teile auch ohne Brille noch sehen, während ich zur Entzifferung der Beschriftung von Kleinsignaltransistoen schon eine Lupe brauche.

MfG Kai
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