Heimstudio 45500
#51
Nochmal o.t, aber nachdem die Neckermann nun mal ins Spiel gebracht wurde:
Andreas hat in seinem "special"
http://www.sabinebendlin.de/tonbandwelt/big/13.htm
die Ursprünge dieses Geräts nach Jugoslawien gelegt...

Viele GGrüße
Frank
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#52
Bislang haben auch die Stimmen, die dieses TB nicht aus Körting-Händen sehen wollen, keine Fakten auf den Tisch gelegt. Somit stehen 2 Meinungen im Raum.

Beweisen kann ich es nicht, aber ich erinnere mich an einen Zeitschriften-Artikel, wo die Neckermann-TBs Körting zugeschrieben wurden. Viel musste Körting da auch nicht machen, da z.B. das Chasis aus England dazugekauft wurde. Im Gerät geht es deutsch zu, aber welcher deutsche Hersteller konnte sooo günstig produzieren? Die Großen (TFK, Grundig) hätten das für Neckermann sicher nicht gemacht, da hatte man eigene Chasis anzubieten... Schließlich soll es zwischen Neckermann und Körting einen Exklusivvertrag gegeben haben, der beide Seiten in die Pflicht nahm: Körting durfte nur für Neckermann bauen, Neckermann durfte sich nicht bei anderen Lieferanten eindecken.
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#53
Nein Andreas, das stimmt eben nicht so!

Ich hatte es schon mal dargelegt, daß dieser Vertrag immer wiedermal falsch interpretiert wird. Und genauso wird es auch in dem von Dir erwähnten Artikel gewesen sein.

Der Dreh- und Angelpunkt um den es bei dieser Vereinbarung ging, war der Name bzw. die Marke KÖRTING. Mit diesem Namen wertete J.N. sein Unternemensimage nicht unbedeutend auf.

J.N. verpflichtete sich zur Abnahme aller KÖRTING-Geräte mit Exklusivem Markenrecht im Inlandsgeschäft.

Das bedeutet nicht mehr, als daß diese Marke nur von ihm allein vertrieben werden durfte.

Es ist also NICHT so, daß sich der Deutsche Rundfunkgroßhandel geeint von den Grassauern abwandte weil diese dem Fachhandel in den Rücken fielen. Die Grassauer hätten nur unter Fantasienamen liefern können und das war inakzeptabel für den Fachhandel. Also lieferten sie ins Ausland, dort durfte ja der Nama KÖRTING weiterhin uneingeschränkt geführt werden. Ebenso war es Ihnen auch nicht verwehrt, für Siemens, Blaupunkt, ELAC und sonstwen zu bauen, was sie denn auch ausgiebig taten. 1500 Mitarbeiter wollen schonmal beschäftigt sein! Was da die Bänder verließ, konnte J.N. gar nicht alles abnehmen.

Neckermann hat zu allen Zeiten immer auch Geräte im Angebot gehabt, welche NICHT von Körting kamen. Das war absolut legal, es störte auch niemanden. Warum auch? Einzig unmittelbar nach dem Zustandekommen des Vertrages, als J.N. die rammelvollen Läger erst mitbekam, wurden vorherige Lieferanten - so z.B. die AWB - ins Abseits gedrängt. Das stabilisierte sich aber bald.

Nachverfolgbar ist das auf einfache Weise an Hand von J.N.s Katalogen.

Den Löwenanteil bildeten freilich die Geräte aus dem Hause KÖRTING - und die sind auch ausnahmslos so gezeichnet!

Daneben finden sich immer auch Artikel, OHNE Körting-Loge und diese werden schlicht nur als Neckermann-Artikel benannt. Warum wohl?


Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß wir zu diesem Thema vielleicht auch bald mal einen kompetenten Insider aus der Grassauer 1.Etage hier begrüßen dürfen.

Bis dahin wird sich halt noch so mancher Sachverhalt etwas nebulös darstellen.

Was nun die Montage des besprochenen TB´s angeht, hier würde ich nicht bei großen Namen suchen! Für solche Arbeiten sind kleine Unternehmen geradezu prädestiniert. Als Auftragsfertigung z.B. obliegt ihnen nicht mal der Einkauf des Vorproduktes und dennoch können sie eine gute Marge realisieren.
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#54
Soeben habe ich das Firmenporträit von KÖRTING in RMorg. korrigiert. Es wird erfahrungsgemäß ein paar Tage dauern, ehe die Änderungen eingpflegt sind.

Diese ganzen Verquickungen sind schon ein ziemlicher Wirrwar und wie es halt so ist, ein einziges unkorrektes Wort kann die gesamte Aussage auf den Kopf stellen.

So wie es dort geschrieben war, bzw. noch ist - ich hatte mir das noch nie vorher angesehen - erlaubt es tatsächlich nur die hier von Andreas und anderen Freunden getroffene Interpretation. Leider sind eben diesem Irrtum pausenlos Leute aufgesessen. Warum nur? Weil es im Grundsatz richtig ist was dort geschrieben steht lediglich im Detail versteckt sich der Stolperstein und den muß man erstmal finden.
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#55
Damit wir nunmal zum Abschluß bringen können, was so lange durch eine falsche Wortwahl/Interpretation für Verwirrung sorgte, hier der Link zur Firmengeschichte des Unternehmens KÖRTING, in Verbindung mit dem Versandhaus NECKERMANN.

http://www.radiomuseum.org/dsp_herstelle...pany_id=11

Hätte mich mal sollen schon eher jemand drauf stoßenWink

Matthias hatte ja auch von einem Ebayer einen Widerspruch bekommen - letztlich dann erklärte dieser sich etwas genauer und bestätigte dann aus eigenem Erleben großenteils meine Darstellung.

Allerdings, eines ist noch nicht klar: WER hat nun wirklich dieses schöne Heimstudio MK-7244 zusammengebaut?
Ich selbst bin nicht unbedingt davon angetan, wenn es um solcherart Geräte geht, die ostelbischen Gefilde generell auszuklammern! Auch in die DDR wurden "Westbauelemente" für Produktion und Service importiert; in andere Länder ebenfalls. Es ist generell davon auszugehen, daß J.N. billig importiert, billig veredelt und teuer verkauft hat. So sehr viele Möglichkeiten gibt es da nicht. Riesige Stückzahlen sind da auch nicht unters Volk gebracht worden. Also dennoch vie lRaum zum Spekulieren.....oder einfach mal Erkundigungen aus erster Hand einholen. Ich werde es mal angehen und berichte ggfs. sobald ein Ergebnis vorliegt.
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#56
Hallo Michael,

...dann laß mal lieber gleich das ändern:
"Der Name Körting verschwindet, die Geräte tragen von nun an den Namen Neckermann. Böhme schließt eine Kooperationsvertrag mit den Gorenje-Werken in Jugoslawien ab." (antik-radio.de/radio/koerting.htm)

"Der Name Körting verschwindet" stimmt dann ja auch nicht, wenn er noch auf den Neckermanns aufgetaucht ist.

Ich bin mal gespannt, was Du zum Thema Körting so rausfindest.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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#57
Danke Matthias!

Ja, der Text kommt mir sehr bekannt vor, hatte ich sicherlich schonmal wo gelesen - vielleicht bei einem Ihbeeangebot?

Wenn mir sowas unterkommt, interveniere ich eigentlich ganz automatisch. Hin und wieder kommt man in Kontakt mit dem Anbieter - einige dagegen zucken gar nicht. Letztere sind die richtigen Betrüger! Die wissen sehr wohl das sie nur murks von sich geben. Komischerweise schwindeln sie immer das was sie auktionieren "besser": Also Marke statt NoName, oder 70 Jahre alt statt 30 und den Vogel abgeschossen hatte unlängst ein Anbieter, der einen 100 Jahre alten Musikschrank von der "Marke RFT" anbot. Kompletter Schrott, war ja auch ein PowerSeller!
Momentan wird wieder ein "Körting" angeboten, was natürlich nicht stimmt. Diesmal ist es ein Eben - der Anbieter scheint tot zu sein. Er antwortet nichtSmile

Diese ganzen verzerrten Darstellungen haben ihren Ursprung vermutlich in einem einzigen vergessenen Wort, wodurch ein ganzer Satz sinnentstellt wird.
Das wird dann von mal zu mal übernommen, vielleicht ein bissel umgedichtet und dabei noch verschlimmert.

Schade, daß es Körting-Radio nicht mehr gibt. Dort hätte ich bestimmt ein Nebeneinkommen für Öffentlichkeitsarbeit erhalten Big Grin



So hat halt jeder sein Marotten und lebt ganz gut damitWink
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#58
Zitat:MGW51 postete
Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß wir zu diesem Thema vielleicht auch bald mal einen kompetenten Insider aus der Grassauer 1.Etage hier begrüßen dürfen.
Ginge es nur darum, lieber Michael,

könnte ich ja schon mit 'etwas' dienen, denn zumindest in der ersten Etage des Gebäudes war ich schon einmal, was 1998 vorgefallen sein müsste. Leider war Körting da länglich draußen -auch als Gorenje-Körting. Insofern: Außer Spesen (seit Kallsruh' Leihwagen aus Rosenheim, Heimat des Reichsjägermeisters; ja, ja, die Grüne Farbe...) nichts gewesen.

Noch etwas, was hier zwar wieder nichts zur Sache tut, aber nicht uninteressant ist: Auch Oswald Ritter (Vater der Körting-Werke, Staudach-Grassau) kam nach Bayern von woanders her. Nämlich aus Leipzig, wo sein Betrieb dem Vernehmen nach im Zuge der Republikflüchtigkeit seines Chefs verstaatlicht wurde. Als.....?:

Funkwerk Leipzig.

Und dieses Institut brachte nun einen der so kundigen wie engagierten Medienhistoriker zwischen MDR und GFGF unserer Tage hervor:

http://www.radiosalon.de/

Bezüglich des hier eigentlich in Frage stehenden Bandgerätes bleibe ich bei der Festlegung auf Eben, Dachau, wofür auch die Verwendung von genuin oberbayerischen Bauteilen der Firmen Preh und Neuberger spricht, die damals noch intensive Präsenz innerhalb der Münchener Stadt pflegten: 'Mia san mia und schreim uns uns; und kemma doa ma vo dahoam.' Denn: "Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut."

Bedauerlich erscheint mir, dass noch existierende deutsche Firmen mit entsprechendem Traditionshintergrund oftmals ein ausgesprochen schlechtes Verhältnis zur eigenen Geschichte zu haben scheinen, die im für uns ja immer als ach so vorbildhaft gehandelten Lande der unbegrenzten (Un-)Möglichkeiten als Ausweis fachlicher Kompetenz und fast klassisches Element der Kundenbindung betrachtet wird. Spricht man ebendort -und ich bin dort ja partiell zuhause- von der Herkunft eines 'Ladens', hellen sich die Mienen fast regelmäßig auf...: "Do you know about that....?"

Hierzulande wird zwar auf indiskutabel unübersichtlichen, inhaltsarmen, aber geschwätzreichen Internetseiten von "Historie" gefaselt, macht man aber die Probe aufs Exempel, sitzt man auf (oder -wesentlich häufiger- gar nicht).

Dass man hier Absatz verwirklichen und Kunden halten kann, hat nicht nur Märklin aus 'Gebbinge' nicht begriffen und daraus dieser Tage als Opfer hiesiger, aber nicht minder verfehlter Ökonomieideologien final bitter lernen dürfen/müssen/können. Nürtinger Bohrmaschinen fehlt eben doch das Zeug zum universellen Problemlöser, selbst wenn Ludwigsburger aus dem 'Warthegau' in Tat und Wort Hilfestellung zu leisten müssen meinen. Na ja, sprachlich dürfte man sich wenigstens auf derselben Wellenlänge getroffen haben. Is' ja schon mal was.

Hans-Joachim
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#59
Lieber Hans-Joachim,

Traditionsbewußtsein - Du sprachst es an - wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Warum? Scham vor der eigenen Vergangenheit, oder ist es nur schnodderige Oberflächlichkeit die sich heurig und hierzulanden immer mehr etabliert?

Vielleicht trifft beides - wenigstens in Verbindung mit J.N. zusammen.

Im gleichen Atemzug fällt mir eine Frage ein:
Kannst Du, als bodenständiger Bajoware, etwas zu AWB sagen?

Was Eben angeht, so macht es mich verwundern, daß man dort einesteils unumwunden zugibt, an verschiedenen Modellen (MK-3332) Hand angelegt zu haben und andererseits, von anderen Modellen (MK-3335) aber vehement dies bestreitet.
Nun ist es so, daß auch ich diese Aussagen hier nur wiederkäue!

Also, damit nicht mehrfach das gleiche getan wird:
Ich werde mich persönlich sowohl mit Eben als auch Neckermann in Verbindung setzen und versuchen, einige strittige Fragen einer abschließenden Klärung zuzuleiten.
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#60
So Freunde, ich will Euch nichts vorenthalten:

Das Neueste vom Tage ist die mir per Email zugegangene Erkläreung, daß das STUDIO MK-3332 ein Körting ist und von Quelle stammt!

Da der Anbieter nach eigenem Bekunden die Dokumentation von dem Gerät besitzt, wo das angeblich so draufsteht, habe ich Ihn mal um einen Scan derselben gebeten. Und ein Foto vom Gerät, wo man das Markenzeichen sehen kann, natürlich auch.

Ja, nun bin ich aber gespannt! Soweit ich weis, steht man bei Eben zur Geschichte mit dieser Möhre Big Grin

Warten wir mal ab, was noch so alles an Sommerlocheinlagen kommt.
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#61
Zur Ehrenrettung des o.g. Anbieters muß ich hier nachtragen, daß mir gestern abend ein langer Brief zuging.

Darin entschuldigt sich der Herr für seinen kolossalen Irrtum - er besitzt eine Sammlung von in Worten

- V i e r t a u s e n d -

Geräten! In Jahrzehnten zusammengetragen, mit dem Ziel ein Museum zu gründen. Allein es blieb bei der Idee da sich kein Sponsor finden ließ um die erforderlichen Räumlichkeiten und Kosten zu tragen.

Schade drum.

Nun wird halt nach und nach alles verrubelt. Ich versuche in Kontakt zu bleiben und werde Euch auf dem laufenden halten.
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#62
Zitat:Matthias M postete
Hallo Michael,

...dann laß mal lieber gleich das ändern:
..... (antik-radio.de/radio/koerting.htm)
"Der Name Körting verschwindet" stimmt dann ja auch nicht, wenn er noch auf den Neckermanns aufgetaucht ist......
Nun ich habe Verbindung mit Ralf aufgenommen und wir werden sehen.
Die Seite ist schon recht ansprechend gemacht und durchaus zu empfehlen - weniger für TB-ler Big Grin

Es stimmen viele Angaben bei den Firmen nicht - ist ja kein Problem, man kann alles ändern.
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#63
Das neueste vom Tage:

Bei dem von mir weiter oben genannten Anbieter mit den ca. 4 Tsd. Geräten wurde ich mal wieder fündig mit einem


Tonband-Koffergerät "Heimstudio III" MK3335 Baujahr 1965
Quelle Best.-Nr:07436 von 1967


Dieses ist zwar auch nicht komplett und auch äußerlich kann es mit dem ersterworbenen Gerät nicht mithalten, aber es enthält wenigstens den gesuchten Tonmotor. Und noch etwas: Ein wichtiges Dokument vom Quelle-Kundendienst gehörte dazu Smile

Das war also mal ein Glücksfall und dieser Verkäufer hatte das Gerät so verpackt wie ich es wollte - es kam unbeschädigt hier an!

Nun werde ich halt daran gehen, aus Zweien Eines zu machen.

Das Kundendienstheftchen im Format A4 umfaßt 10 Seiten. Es beschränkt sich auf eine Kurzbeschreibung mit den tech. Daten, den Stücklisten samt je eines Fotos von oben und unten sowie des vollständigen Schaltbildes einschließlich der Platinenlayouts.

Demnächst werde ich genannte Dokumente digitalisieren, so daß diese bei Bedarf von mir abgerufen werden können.

Nach der nun etwas ausgiebigeren Inspektion der Eingeweide steht es für mich fest, daß dieses Gerät bei EBEN zusammengebaut wurde. Also werde ich mal gelegentlich die Dachauer mit ihrem "Kind" direkt konfrontieren. Bin mal gespannt auf die Antworten.



Was die fehlerhaften Aussagen auf Ralf´s Antikradioseite betrifft, so habe ich versucht, auf eine Korrektur hinzuwirken. Leider bisher erfolglos. Das betrifft auch den dort, in einem Leserbrief verzapften Unsinn zu PCB-haltigen Elkos. Einmal mehr wird hier klar, daß einem Großteil der Bastler einfach nicht klar ist, was ein Elko eigentlich ist, wie er funktioniert und daß er eben darum auch vollkommen anders als jeder andere Kondensator "tickt". Ralf hat zwar verstanden, daß es durchaus Elkos mit Flüssigelektrolyt gibt, welche dann eben beim schütteln gluckern und daß diese mit PCB-haltigen Kondensatoren überhaupt nichts gemeinsam haben. Ob und wie er das auf seiner Seite wird umsetzen muß man halt sehen.


In der Angelegenheit des einst Highlander´schen Neckermann-TB´s konnte ich aus zeitlichen Gründen noch keinen intensiven Vorstoß machen. Aber ich verliere es nicht aus den Augen. Um Dachau sicher ausschließen zu können bedarf es noch der Auswertung einiger Fotos. Ich selbst glaube bei der Kiste zwar nicht an EBEN, aber das allein genügt nicht. Also ist Spurensuche angesagt. Vielleicht werde ich bei meinem neuen Freund auch nochmal fündig und er hat auch so eine Kiste samt Dokumentation zu stehen.

Bis demnächst also.
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#64
Lieber Michael,

sind Schaltungsunterlagen da?

Was wir bei solch kleinen oder mittelständischen Betrieben der beiden Nachkriegsjahrzehnte nie vergessen dürfen, ist die durchwegs reguläre Fixierung auf einen persönlich engagierten (und meist auch fachlich befähigten) Firmeninhaber (bzw.-gründer), also keine vom Aufsichtsrat 'bestellten' Geschäftsführer. S begannen ja auch Willi Studer, W. Bogen, Eberhard Vollmer, Bruno Woelke oder Max Ihle ihre (Nachkriegs-) Karrieren.

Wird jener Inhaber, der allein über Wohl und Wehe des Ladens entschied, in irgendeiner Form durch 'endogene oder exogene' produktbetreffende Vorgänge vergrätzt, und es bestehen andere Produkte im Unternehmen, auf die man sich verlegen kann, kommt es zu diesen für uns heute abrupt erscheinenden Veränderungen in der Produktpalette der Firma.

Die Entscheidung zur Produktpalettenverlagerung ging ja nur von einer Person aus, die darüber -wenn überhaupt- nur wenige schriftliche Vermerke angelegt haben dürfte (warum auch?, die Entscheidung "nein" reichte ja), die dann im heute ohnehin meist makulierten Firmenarchiv zu finden waren/gewesen wären. Nachdem dies praktisch immer dahin ist, bleibt eine Schwerpunktsverlagerung für uns Ziel von Spekulationen, es sei denn, man könnte ehemalige Firmenangehörige befragen. Da wird es aber zu den 1960ern inzwischen sehr eng, weil Personen mit damals direktem Zugang zu derart firmenrelevanten Informationen heute zwischen 80 und 95 Jahren alt sind.

Hans-Joachim
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#65
Lieber Hans-Joachim,

ein wenig möchtest Du Dich noch gedulden, dann bekommst Du Schaltung und Layouts frei Haus geliefert Smile

Ich werde ein wenig manuelle Nacharbeit an dem SB-Scan haben denn die Strichstärken sind bei der auf A4 zusammengequetschten Schaltung sehr sehr klein. Glücklicherweise zeigt das Papier nur eine geringe Vergilbung.

Was EBEN anbelangt, so sehe ich darin keine großartige TB-Schmiede.
Eher schon ein Unternehmen welches diverse Lohnarbeiten der Elektronik an Land zog, weil es sich damit recht gut verdienen ließ. Daß man sich zwangsläufig auch das Knowhow der jeweiligen Endprodukte zu eigen machte versteht sich natürlich.

Die kostenintensive mechanische Fertigung wurde dann halt woanders besorgt.

Meine Begeisterung über diese Reibradgetriebe hält sich bekanntermaßen in Grenzen - im vorliegenden Falle war wohl auch das ein Tribut an die Ökonomie.

Eines steht jedenfalls fest: Die ganze Kiste ist absolut serviceunfreundlich gebaut - also eher zusammengeschossen. Das tut der Funktionalität sicher keinerlei Abbruch. Nur, wehe dem, der da was dran reparieren darf!

Ich will nicht jammern, habe mir diese Chose ja selbst eingebrockt Smile
Nun tröste ich mich damit, daß es ja noch viel schlimmer verbaute Gurken gibt, die aber sicher nie in meine Nähe kommen werden.
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#66
Aus gegebenem Anlaß habe ich mit Erschrecken feststellen müssen, daß ich hier im letzten Beitrag ein paar Versprechungen abgab, deren Einlösung noch aussteht.

Ja liebe Freunde, ich gebe zu, daß ich schon ein bissel vertrottelt bin :-)

Also erstmal soviel:
Für das Heimstudio MK 3335 besitze ich das Kundendienstheft von Quelle. Darin sind alle lieferbaren Ersatzteile gelistet und es ist freilich auch ein SB und die Platinenlayouts vorhanden. Wer also in der Richtung Bedarf hat, der möge sich melden.
Lieber Hans-Joachim, ich hab es nicht im Gedächtnis ob Du noch immer auf diese Sachen wartest; also gib mal bitte einen Wink:-)


Mit der Fa.Eben habe ich nun erstmal Kontakt aufgenommen. Dort steht ja das 50. Firmenjubiläum an und dieses sollte als kleiner Aufhänger herhalten, auch mal die uns interessierenden Fragen zu beleuchten.


Soviel zum Stand der Dinge.
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#67
Zitat:MGW51 postete
Zitat:Matthias M postete
Hallo Michael,

...dann laß mal lieber gleich das ändern:
..... (antik-radio.de/radio/koerting.htm)
"Der Name Körting verschwindet" stimmt dann ja auch nicht, wenn er noch auf den Neckermanns aufgetaucht ist......
Nun ich habe Verbindung mit Ralf aufgenommen und wir werden sehen.
Die Seite ist schon recht ansprechend gemacht und durchaus zu empfehlen - weniger für TB-ler Big Grin

Es stimmen viele Angaben bei den Firmen nicht - ist ja kein Problem, man kann alles ändern.
Das habe ich grad nochmal überprüft.
Ralf wurde von mir mehrmals zu diesenSachverhalten angeschrieben und um Korrektur ersucht. Mehr kann ich nicht tun, er hatte sich die Einmischung in seine Seite verbeten....

Das trifft ebenso auf die bei ihm zu findenden Ausführungen zur PCB-Problematik zu, welche nun ein absolut haltloses Durcheinander offenbaren und nur dazu angetan sind den unbedarften Leser zu verunsichern anstatt ihn aufzuklären. Der veröffentlichte Leserbrief ist völliger Unsinn - es gab und gibt weltweit keinen einzigen PCB-haltigen Elko! Wie auch? Er könnte ja gar nicht funktionieren. Fachlich korrekt ist hingegen der Artikel in der GFGF-Zeitschrift, auf welchen es einen Link gibt. Schade, daß der Inhalt desselben offenbar nicht verstanden wurde. Man muß dazu natürlich wissen (was in diesem Aufsatz nicht gesagt wird), daß es in 30-er und 40-er Jahre-Radios auch absolut harmlose, flüssigkeitsgefüllte Elkos mit massiven, gefrästen Elektroden gab!


Ralf´s Seite ist grafisch sehr ansprechend gestaltet und man erkennt wirklich die große Mühe, die sich der Autor hierbei gemacht hat. Einige Inhalte stehen aber in krassem Gegensatz dazu.

Leider!
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#68
Fast vier Jahre sind seit meinem letzten Beitrag ins Land gegangen. Natürlich habe ich dieses Thema hier völlig aus den Augen verloren.

Es ging eingangs ja um ein Gerät und der Frage, welchem Hertseller dieses Dingens zuzuordnen ist. Widersprüchliche Aussagen dazumachen es nicht eben einfacher!

Ich kann hier ein untrügliches Trittsiegel präsentieren, welches alleine schon in seiner visuellen Wirkung keine weiteren Fragen aufkommen lassen sollte.

[Bild: Logo_Eben.png]
Man muß ggfs. sehr genau hinschauen, um dieses Logo auf den Leiterplatten zu finden.

Daß sich ein Unternehmen, welches gerademal 50 Jahre alt geworden ist und noch immer in Händen dessen der es einst gründete liegt an seine eigenen Wurzeln nicht mehr erinnern WILL, halte ich persönlich für sehr bedenklich, ja ich möchte es fast schon als Kulturbanausentum bezeichnen. Zum vorjährigen Jubiläum in April (so glaube ich mich zu erinnern) hatte ich auch einen Brief an Franz Eben geschrieben. Keine Antwort.
Für mich ist der Fall abgehakt. In den Focus geriet er nur dadurch erneut, daß sich ein Leser wegen der Dokumente zum 3335 an mich wandte. Also habe ich das Zeug mal eingescannt.

Solltest Du, lieber Hans-Joachim, noch Interesse an diesen Unterlagen bekunden, dann laß es mich wissen. Es stehen natürlich auch SB und Layouts in Großansicht zur Verfügung. Sehr informativ auch die ET-Preislisten: Magnetkopf 14 DM - ach ja, früher war alles besser... :lachen:

Nachtrag:

Zitat:Der Name Körting verschwindet, die Geräte tragen von nun an den Namen Neckermann. Böhme schließt eine Kooperationsvertrag mit den Gorenje-Werken in Jugoslawien ab.
Dieser Unsinn ist wie noch viele andere Falschinformationen auf der betreffenden Sammlerseite zu lesen. Nun gut, der Herr Radiosammler muß wissen was er tut; mich stört es nicht im geringsten :-)

In dem Zusammenhang ist es relativ wenig bekannt, daß Neckermann sofort nach dem Vertriebsbeginn der Körtinggeräte den Versuch unternommen hatte, mit seinem eigenen Logo - etwas wie eine fliegende Möve im Kreis - eine Marke zu kreieren. In dieser sehr kurzen Phase wurde dieses Emblem an Stelle des Körting Schriftzuges auf den Gerätefronten montiert. Der Name KÖRTING blieb aber auf dem Fabrikschild und den Rückwänden weiterhin unübersehbar präsent. Die Möve erwies sich gar bald als Dronte und verschwand sang- und klanglos wie selbige auf Nimmerwiedersehen.

Es sollte wohl auch einem Radiosammler einleuchten, daß kein Mensch - auch nicht Neckermann - die Rechte an einem Markennamen für viel Geld kauft um denselben dann auszulöschen! So dämlich ist kein Unternehmer, höchstens wenn er in die Politik einsteigen möchte und sich empfehlen will. [Bild: 250nvo5_155.gif]
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