Uher 22 Special: Probleme beim Einmessen
#24
Ich habe mich heute das letzte Mal mit dem alten Geraffel beschäftigt. Ich muss zerknirscht aber ehrlich zugeben, dass ich als Hobbyelektroniker mit diesem Fehler hoffnungslos überfordert bin. Ich habe in den letzten Jahren fast jeden Kupferwurm und jede seltsame Macke bei allen möglichen Geräten gefunden. Meine Erfolgsquote lag nahe bei 100%. Aber dies hier schafft mich.
Ich habe jetzt fast eine Woche mit der Fehlersuche verbracht, habe die gesamte Bauteilbestückung der Aufnahme-Vorverstärkerplatine erneuert. MIttlerweile sind auch alle Widerstände durch 1%-Metallschichttypen ausgetauscht worden.
Es hat sich nicht das Geringste am Verhalten des Teiles geändert!

Als ich den Print heute Vormittag ausgebaut und auf dem Tisch frei verdrahtet am Netzteil betrieben habe, hatte ich den linken Verstärkerzug soweit, dass seine Verstärkung nur noch 40% unter der des anderen Kanals lag. Ich hatte mittlerweile auch die 2. Stufe mit einem BC 558 ausgestattet. Die Spannungswerte stimmten nun weitgehend mit dem Schaltplan überein, auch am Kollektor von T2 waren 5,8 V zu messen, die anderen Abweichungen lagen innerhalb von 200 mV. Über R17 fiel auch nicht mehr zu viel Spannung ab. Am Emitter von T2 waren 2,5 V zu messen.
So sah das Oszillogramm der Ausgangsspannungen aus, wenn ich ein paar mV auf den Eingang gegeben habe (rot ist rechts, gelb links):

   

Beide Verstärker clippten genau gleich bei 6,5-6,6 Vpp am Ausgang, allerdings benötigte der linke dazu eben 40% mehr Eingangsspannung. Warum? Keine Ahnung. Alle vier Transistoren hatte ich ausgemessen, ihre hfe-Werte lagen kanalweise eng beieinander. Für die 400µ-Elkos habe ich noch mal hochwertige Low-ESR-Typen eingelötet, alle anderen mit dem ESR-Tester zum vierten Mal ohne Befund gemessen.

Eingebaut in die Maschine jedoch konnte ich überhaupt keine vernünftigen Spannungswerte am Ausgang messen. Der rechte Kanal hatte ständig 11 V (!) AC anliegen, auch ohne Eingangssignal und OHNE Hf-Oszillatorplatine. Das Multimeter zeigte für diese Wechselspannung Frequenzen an, die zwischen 2,5 und 3,nochwas kHz lagen. Links waren es 2 oder 3 V mit wechselnden Frequenzen. Ich vermute, dass da wilde Schwingungen erzeugt wurden. Daher habe ich wieder die ursprünglichen Germanen für T2 und T7 eingebaut. Danach sind die Verhältnisse nun wieder genau wie vor den Reparaturversuchen: Die Spannung am Kollektor von T2 liegt wieder bei nur 3,5 V, während die andere Seite (T7) auf 5,9 V kommt. Die Ausgangsspannung lässt sich rechts mit dem Trimmer bis auf 4 V einstellen, links nur auf 700mV. :cursing:
Nochmals: alle Steckkontakte stecken einwandfrei satt und sauber, alle Schalter sind gereinigt und die Leitungsverbindungen im Gerät überprüft und durchgepiept. Es ist nichts zu finden. Wenn man den Bias-Oszillator wieder einsteckt, kann man überhaupt nicht mehr messen. Nur noch vagabundierende Hf! Mit 64 und 128 kHz!
Natürlich kann man nun einwenden, es liegt vielleicht gar nicht an der Platine, sondern irgendwas anderes im Gerät ist faul. Aber was? Mir fällt nichts mehr ein!!

Ich habe nun endgültig die Schnauze voll. Ich möchte mich mit dem alten Schrott nicht mehr beschäftigen und werde mir wohl für meine letzten Jahre ein anderes Hobby suchen. Die Zeit läuft mir davon und mein Nervenkostüm ist mir zu schade dafür. Es gibt so schöne, befriedigende Beschäftigungen ohne solche frustrierenden Rückschläge! Briefmarken sammeln, Schach oder Boule spielen, lesen....

Vor allem: die Maschine ist ja wunderbar gelaufen, bevor ich sie weggestellt und zwei Tage später zwecks Einmessung wieder hergeholt habe!! So etwas gibt es ja gar nicht, das ist übernatürlich und nicht mehr erklärbar. ?( X(

Nun kommt sie in den Keller. Vielleicht mache ich ja später noch mal einen neuen Versuch oder eine andere Verstärkerplatine verirrt sich zu mir.

Gruß
Holgi
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