Warum begeistern sich Jungs heute nicht mehr für die Eisenbahn?
#1
Unabhängig von dem jüngst angelaufenen Thread über Straßenbahnen und Eisenbahnen Smile : Die obige Frage könnte man sich ja tatsächlich stellen. Was war früher der Traumberuf? Lokführer natürlich. Eine fette 44 oder eine rasante 05 durch die Landschaft zu steuern, später dann mit einer eleganten 103 (als die noch nicht gnadenlos auf Verschleiß gefahren wurde) über eine 200-km/h-Strecke zu brettern. 8o

Und heute? Warum gibt's unter den Jungen so wenige Eisenbahnfans? ?(

Der gestrige Tag hat mich einer möglichen Erklärung ein Stück näher gebracht - und dazu muß ich jetzt zwanghaft was ablassen: Möchte man auf dem Schulhof seinen Kumpels erzählen, daß man Fan eines Schrotthaufens ist? Möchte man sich dafür auslachen lassen und deswegen für einen Trottel gehalten werden?

Gestern nachmittag begab es sich laut einem Zeitungsbericht von heute morgen (Rheinische Post, Düsseldorf), daß im Bereich Düsseldorf der Stromabnehmer eines elektrischen Triebfahrzeugs (in dem Falle einer S-Bahn) an eine darüberliegende Fahrleitung bewegt wurde.
Das ist ein Vorgang, der im Bereich der deutschen Eisenbahnen seit einem guten Jahrhundert nicht vollkommen unüblich ist. Schon zu Zeiten der Preußischen Staatseisenbahnen und ihrer Baureihe ES 9-19 pflegte man 1914 dergleichen zu bewerkstelligen. Worauf der Effekt eintrat, daß die betreffende Lokomotive sich des Zuflusses von Fahrstrom erfreuen konnte - darob sich die Möglichkeit eröffnete, selbige Lokomotive mitsamt anhängendem Zug in Bewegung zu setzen.
In einer Zeit, in der die Bahn noch staatlich war und z.B. Bundesbahn hieß, vollzog sich das sodann sogar in den meisten Fällen zuverlässig und pünktlich.

Wenn man nach dem Zeitungsbericht von heute morgen geht, bewirkte das Herannahen des Stromabnehmers an die Fahrleitung gestern einen mehrstündigen Zusammenbruch des Verkehrs rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof. Ich hatte das Vergnügen, dadurch für eine Strecke von 56 Kilometern etwa zweieinhalb Stunden zu brauchen. Und dabei hatte ich noch Glück, denn ich gehörte weder zu denen, die einen wichtigen Besprechungstermin wahrnehmen mußten, noch zu denen, die dringend ein Flugzeug am Flughafen Düsseldorf erreichen und deshalb für hohe zweistellige Beträge ein Taxi nehmen mußten. :cursing:

Als Viel-Fahrer wird man das Gefühl nicht los, daß die Leitungsetagen der Bahn bzw. die politischen Ton-Angeber die Infrastruktur seit 20 Jahren sehenden Auges zugrunde sparen. Rolleyes

Es sei nun mal kein Geld da?
Stimmt wahrscheinlich sogar. Nur warum?

Wenn ich mit meinem Auto nachts bei leichten Minustemperaturen auf der Autobahn mit Motorschaden liegenbleibe und 300 Ocken in der Tasche habe, bieten sich mir u.a. zwei Möglichkeiten:
1. Ich bestelle beim 24-Stunden-Dienst eines Edelschuppens von der Düsseldorfer Königsallee einen handbestickten Seidenbezug für meine Rückbank, damit sich die Passanten am nächsten Morgen davon überzeugen können, wie klasse ich bin und was für ein tolles Auto da steht.
2. Ich lebe weiter mit dem Standard-Polsterbezug und hole statt dessen einen Techniker, der meinen Motorschaden repariert.

Den Fall 1 exerzieren Bahn und Verkehrspolitiker seit einigen Jahren durch mit der Idee, in Stuttgart einen milliardenschweren Bahnhof in den Keller zu bauen, den sie im Erdgeschoß schon haben.

Nun ist es leider so, daß man aus diesen Verträgen nicht mehr rauskommt und in den sauren Apfel beißen muß. :wacko:
Allerdings soll die Bundeskanzlerin vor geraumer Zeit einmal öffentlich erklärt haben, Stuttgart 21 sei ein Signal für (sinngemäß) "die Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland". 8|

Von einer Physikerin hätte ich eigentlich gedacht, daß sie den Mantras von PR-Leuten und Betriebswirten nicht auf den Leim geht. Die Gesetze der Physik lassen sich nämlich von den Halbwahrheiten und Glaubenspredigten der Ökonomen auch nicht aushebeln. (Zum Glück Rolleyes - was wäre das erst für eine Schreckenswelt.)

Wenn zwischen Rügen und Freiburg tagtäglich an unzähligen Stellen der Wurm drin ist, wenn Hunderte bis Tausende Berufspendler deswegen zu spät zur Arbeit kommen und man selbst dann, wenn es funktioniert, nie sicher sein kann, ob in zehn Minuten nicht doch wieder was schiefläuft, deutet das darauf hin, daß die Technik von vorn bis hinten mehr Zuwendung braucht - und wohl auch ein bißchen Geld.
Wenn aber irgendwann ein Keller-Bahnhof in Stuttgart herumsteht, dann können dort die Gleise von mir aus mit handsignierter Diamantenpaste bestrichen sein - über den "Standort Deutschland" sagen für meine Begriffe die Hunderte Weichen-, Signal-, Bahnübergangs-, Tür-, Triebfahrzeugs- und Stellwerksstörungen im Lande mehr aus - oder vielmehr über seine verkehrspolitischen Entscheidungsträger. Die vermutlich oft genug seit dem Tag ihrer Auto-Führerscheinprüfung keinen Zug mehr von innen gesehen haben und einen ICE T von einer 01.10 am ehesten noch an den fehlenden Windleitblechen unterscheiden können. X(

Leid tun einem nur die Schaffner, Zugführer, Auskunftskräfte, Schalterdamen etc., die den geballten Frust der gestrandeten Fahrgäste abbekommen - obwohl sie selbst überhaupt nichts für den Planer-Murks können. ;(
Genau auf ihrem Platz sollten in solchen Situationen die Weichensteller aus der DB-Chefetage sitzen... ganz fest angenietet, stundenlang und ohne Glasscheibe zwischen sich und den genervten Kunden. Big Grin
Man wird ja mal träumen dürfen Wink...

Bis dahin kann man den kleinen Jungs nur HO-Nostalgie-Eisenbahn-Anlagen vorführen: "Das ist ein TEE-Speisewagen - der wurde meist pünktlich ans Ziel bewegt, zwar waren die Kellner ziemlich muffig, aber dafür sah es dort noch nicht aus wie in einer Autobahn-Automaten-Raststätte, und die klapprige Garnitur von Silberlingen, die einen anschließend ans Ziel brachte, kam meistens auch bis zu ihrem Bestimmungsbahnhof durch..." Wink

Michael
Zitieren
#2
Hallo Michael,

die Jungens wollen schon noch Eisenbahn spielen ... sobald es eine App dafür gibt. Und wenn es so etwas dafür gäbe, würden sie auch wieder Lokführer werden wollen. Wink

"Wir" bringen unseren Kindern bei, App's & Co. wären etwas Tolles. Und wir brignen ihnen bei, Züge nerven. Worüber wundern wir uns?

Ich habe übrigens kein Problem mit Verspätungen von Zügen. Weil, auf den Strecken, die mich interessieren, fahren sowieso keine Züge mehr. Und da wo die fahren, sind sie mir meist zu teuer, sind Bus, Auto, Fahrrad, Schiff, zu Fuß gehen und sogar Flugzeug billiger. Und da wo sie fahren, sind Verbindungen komplett bekoppt, wenn überhaupt: ICE-optimiert. Aber wer braucht den im Alltag?

In früheren Zeiten gab es Unternehmer, die profitierten von dem, was sie taten und waren haftbar für das, was sie taten. Heute gibt es Manager, die profitieren vertraglich festgelegt, sind für nichts haftbar, können aber ihr Salär und ihre Abfindung optimieren, wenn Sie auf sich aufmerksam machen. "Stuttgart21", große Flughäfen oder teure Opern erzeugen Aufmerksamkeit. Vor allem, wenn sie niemand braucht, weil schon ein Bahnhof, ein Flughafen oder eine Oper da ist ...

In früheren Zeiten war das Reisen etwas Besonderes, war auch der Zug-Nahverkehr ein bedeutender Teil des Lebens. Heute haben wir nicht nur Alternativen, heute ist die An- und Abreise eher ärgerlicher Teil zum Beispiel des Urlaubs.
Auch die Innengestaltung hat sich verändert, ist viel weniger Kinder-konform, viel weniger Menschen-konform, als früher. Früher war ein Zug, bedingt durch die Dauer der Reise und deren Akzeptanz, aber auch durch die Gestaltung, ein kommunikativer Ort. Heute ist es ein Ort, an dem man mit anderen allein ist und den man so schnell wie möglich verlassen will.
Warum sollten Kinder das idealisieren?

Früher hat man tatsächlich den Zugführer wahrnehmen können und schien der außergewöhnliche Dinge tun zu müssen, um das "Ungeheuer" zu lenken. Heute sitzt ein abgeschotteter Mensch im klimatisierten Büro und bewegt einen Joystick. Da ist das I-Dings aufregender.
Abgesehen davon denke ich, die meisten Kinder glauben sowieso, ein Zug fährt automatisch oder ferngesteuert. Warum sollen die dann Zugführer werden wollen?

Wenn Du Kinder für den Beruf des Lokführers begeistern willst, dann musst mit ihnen mit einer Museumsbahn fahren, die schnauft und ächtzt und pfeift und stinkt, und bei der der Lokführer den Eindruck macht, er tue irgend etwas. Das klappt. Zumindest, so lange Du das Handy konfiszierst.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
Zitieren
#3
Ist der Hauptgrund vielleicht einfach, daß heute viel weniger Zug gefahren wird als früher und Kindern für das Interesse der Initialfunke aus dem realen Leben fehlt? Mich haben Bus und Straßenbahn als Kind kein bisschen interessiert, bis ich auf die weiterführende Schule gewechselt bin und sie täglich benutzen musste. Und das Interesse an der Eisenbahn kam erst noch viel später, als ich sie mit meinem Semesterticket kostenlos benutzen konnte (was ich auch ausgiebig getan habe).
Zitieren
#4
Hallo,

...im Prinzip sehe ich das wie Matthias. Die Jugend begeistert sich für Dinge, die Hip sind und deren Macher/Schöpfer/Lenker sie für nachamenswert halten. Das waren früher Winnetou, Sindbad der Seefahrer oder etwas realitätsnäher Kapitäne, Trucker oder eben Lokführer. Heute ist das dann eher "Germany's next Topmodel" oder Mark Zuckerberg. Natürlich sind die technischen Spielzeuge ebenfalls andere geworden und passen in die Hosentasche. (Eine hochwertige H0-Modelleisenbahn kann sich ein Kind ohnehin nicht leisten...).
Aber der Zustand der "Bahn" hat da weniger was mit zu tun (wobei ich ohnehin annehme, dass es der TE in diesem Punkt nicht so bierernst genommen hat). Der Zustand ist natürlich in der Tat jämmerlich aber das scheint auch gewollt oder wird zumindest billigend in Kauf genommen. Vergegenwärtigen wir uns doch mal, wem eigentlich das Unternehmen "Bahn" schlussendlich (immer noch) gehört. Und dann erklärt sich auch, warum an der Bahn so "clever" gespart wird - an den durchlöcherten Straßen und maroden Autobahn-Brücken wird's doch schliesslich auch. Oder bei unserem Bildungs-System erst... ...heilig's Blechle... ...aber warum sollen wir auch in unseren hiesigen Nachwuchs investieren? Bei (angeblichem) Fachkräftemangel gibt's doch Greencard-Nachschub von Aussen. Und der ist obendrein anspruchsloser und meckert nicht bei jeder kleinen Zugverspätung oder wegen ein paar lächerlichen Schlaglöchern in der Straße. Als Entschädigung für den knallharten Sparkurs wird es in der BRD im laufenden Jahr wieder einmal keine neuen Schulden geben (voraussichtlich jedenfalls...). Man kann eben nicht alles haben.

Gruß
P.
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
Zitieren
#5
PeZett,'index.php?page=Thread&postID=176233#post176233 schrieb:wobei ich ohnehin annehme, dass es der TE in diesem Punkt nicht so bierernst genommen hat
Das stimmt Wink
Ich muß zugeben, daß die Geschichte mit den verschwundenen Fans auch eher nur so ein bißchen der Aufhänger für mich war, um mich über meine täglichen Erlebnisse auszuk... :whistling:

PeZett,'index.php?page=Thread&postID=176233#post176233 schrieb:Greencard-Nachschub von Aussen. Und der ist obendrein anspruchsloser und meckert nicht bei jeder kleinen Zugverspätung
Das kann man wirklich nur hoffen, denn sonst muß man sich wirklich dafür schämen, was internationale Gäste hierzulande auf der Bahn so erleben... Sad
Zitieren
#6
aus aktuellem Anlass hole ich diesen Thread mal wieder hoch. Zuerst mal finde ich den Titel etwas hinterwäldlerisch - als Vater zweier kleiner Töchter frage ich mich, wieso sich Mädchen nicht für Eisenbahnen begeistern dürfen ?

Dann finde ich muss man zwei Dinge trennen - den Spaß an schienengebundenen Verkehrsmitteln und die Arbeit bei der Bahn als evtl. Berufswunsch. Das Identifikationsproblem mit der Branche, in der man arbeitet, ist ein Problem, das fast alle Berufsbereiche gleichermaßen betrifft, ob man jetzt bei der Bahn, im Supermarkt oder bei IKEA arbeitet. Deshalb kann man als Kind an der Sache an sich schon Spaß haben, und die meisten Kinder haben Spaß am Bahnfahren, man muss es nur mit ihnen tun.

Ein weiteres Problem ist, dass die Modellbahnhersteller ähnlich verkopft arbeiten wie die Bahn selber. Ich war vergangenen Donnerstag mit meinen beiden Mädels ( fünf und neun ) auf der Intermodellbau in Dortmund. Der einzige Hersteller, der wirklich etwas ernstzunehmendes für Kinder anzubieten hatte, war Märklin, und hier war ein jahrzehntelanger Evolutionsprozess und eine Fast Pleite nötig, damit man sich mal wieder an seine Wurzeln erinnert hat. Bei den anderen Herstellern versucht man krampfhaft, die reale Modellbahn und das Smartphone miteinander zu verknüpfen. Das macht vielleicht noch Sinn, wenn man das Tablet als Stellwerk-Ersatz benutzen kann, eine Verknüpfung zwischen Videospiel und echter Modellbahn ist aber nur gaga, und genau so waren auch die Reaktionen auf die "Modellbahn Interaktiv" Angebote, die überall auf der Messe zu finden waren.

Kein Modellbahnhersteller macht sich z.B. Gedanken darüber, wieso die einfache simple Holzeisenbahn von Kindern nach wie vor sehr gut angenommen wird - trotz Smartphone und Computer. Märklin hat als einziger Hersteller mittlerweile eine echte Kinder-Eisenbahn im Sortiment, die die Einfachheit der Holzeisenbahn mit dem Spielwert der echten Modellbahn verknüpft. Auf der Messe wurde dieses System von Familien sehr positiv angenommen, und es gab Startpakete zum Messe-Kampfpreis. Als ich aber heute ein paar Erweiterungen kaufen wollte, musste ich feststellen, dass der Handel nicht mitspielt. Märklin hat die Bahn schon so gestaltet, dass es für Händler einfach ist, das Sortiment in den Laden zu stellen, aber niemand tut es. Ich war in einem Modellbahn Fachgeschäft und in einem großen Spielwarenladen, scheinbar schnallt hier niemand, dass man sich mit diesem "billigen Plastikmüll" ein durchdachtes System in den Laden holt, das die Kunden von morgen generiert.

Ich denke, das ganze Thema Smartphone und Internet ist bei den Kindern und Jugendlichen genauswenig wegzubekommen wie bei uns seinerzeit das Fernsehen. Die Modellbahnbranche erkennt aber gar nicht, dass sie die Kinder schon in einer Altersklasse packen kann, wo auch heute noch kein Kind ein eigenes Smartphone hat. Das größte Problem sind meiner Meinung nach heute die Eltern und nicht die Kinder. Fernsehen, Computer und Smartphone sind die einfachsten Mittel, Kinder ruhigzustellen, und ich kenne einige Eltern, die diese Möglichkeiten als Dauerlösung einsetzen, und sich dann wundern, wenn sie sie in der Pubertät nicht mehr aus dem Zimmer bekommen. Originalzitat eines Mitarbeiters meiner Frau: Mein Sohn ist nicht zuhause, der ist im Internet. Gerade das Thema Modellbau wäre so eine schöne Möglichkeit, bei Kindern von früh an Kreativität zu entwickeln - leider haben die Hersteller es in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu einem Hobby für Nerds mit Perfektionsdrang entwickelt, und kaum jemand macht sich Gedanken darüber, dass Kinder a) ganz anders an die Sachen herangehen, und b) mit einfachen Sachen anfangen müssen, um erstmal Spaß an der Sache zu entwickeln. Das, was wir heute der Jugend vorwerfen, ist entscheidend dadurch entstanden, dass die Mehrzahl der Kinder heute von ihren Eltern im Stich gelassen werden, und Fernseher/Internet zur Ersatzfamilie mutieren.

Gruß Frank
Zitieren
#7
Hallo Frank,

man muss unterscheiden zwischen einem Märklinhändler, Modellbahnfachgeschäft wie du es sagst und einem Discounter.
Vor 20 Jahren waren die Märklinhändler gezwungen immer ein gewisses Kontigent abzunehmen. Je mehr , umso besser wurden die Konditionen.
Ich vermute das es immer noch so ist.
Hinzu kommt, das der Einzelhandel sehr unter dem Onlinehandel leidet.
Märklinhändler bekommst du bestimmt auf der Homepage genannt.
Andererseits, sind die Preise so abgehoben, das niemand mehr sowas als Spielzeug für Kinder kauft.
Fang am besten mit Märklin Metallgleisen an. Die bekommt man sehr günstig, ebenso gebrauchtes Rollmaterial.

Gruss Hardy
Zitieren
#8
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=189116#post189116 schrieb:aus aktuellem Anlass hole ich diesen Thread mal wieder hoch. Zuerst mal finde ich den Titel etwas hinterwäldlerisch - als Vater zweier kleiner Töchter frage ich mich, wieso sich Mädchen nicht für Eisenbahnen begeistern dürfen ?
Hallo Frank,

wieso dürfen sich denn Mädchen nicht für Eisenbahnen begeistern? Natürlich haben sie das Recht dazu.
Der Threadersteller hat aber auch das Recht zu fragen, warum sich Jungs nicht mehr für die Eisenbahn begeistern, ohne von Dir als Hinterwäldler bezeichnet zu werden.
Deine Aussage impliziert, zumindest verstehe ich es so, daß die Beschäftigung mit dem Verhalten und der Situation von männlichen Jugendlichen eine Diskriminierung weiblicher Jugendlicher darstellen würde.
Solche Gedankenmodelle werden über die Medien zwar viel verbreitet und von vielen unbewusst kopiert, stören aber die sachliche Diskussion um wichtige Themen.
Ein Therapeut, der sich auf die Behandlung von Problemen männlicher Jugendlicher spezialisiert hat, ist deshalb genausowenig frauenfeindlich wie ein Frauenarzt männerfeindlich ist, nur weil er einen Mann mit z.B. Prostataproblemen nicht behandelt.
Auch diskriminiere ich keine Inder, wenn ich öfters zum Italiener essen gehe als zum Inder.

Ich finde diese automatisierten Denkmuster, aus dem Interesse und der Nachfrage zu einem Thema dem anderen Desinteresse oder Unterdrückung in einem anderen Bereich zu unterstellen, sehr gefährlich. Sie sind auch Grundlage für den Unsinn in Form von Gender-Mainstreaming, der am realen Miteinander zwischen den Geschlechtern vorbei geht. Gleiche Rechte bedeutet nicht gleich sein. Frau und Mann sind nicht gleich und das finden auch fast alle Menschen gut so, nicht nur Männer. ;-)

Sollte ich Deine Intention falsch gedeutet haben, betrachte meine Antwort bitte als gegenstandslos.


Grüße

96k
Zitieren
#9
@96k - ich denke, dadurch, dass Du Dich an so einer simplen Aussage derart abgearbeitet hast, zeigt mehr als deutlich den Grund dafür auf, weshalb heute so oft in die andere Richtung übertrieben wird.

Vielleicht habe ich ja wirklich etwas in die Frage reininterpretiert, was so gar nicht gemeint war - trotzdem muss doch die Frage gestattet sein, ob der Threadersteller sich dafür interessiert, wieso das Interesse junger Leute an der Eisenbahn so nachlässt ( was bei genauem Hinsehen ja gar nicht so ist ), oder ob gefragt wird, wieso das Interesse an einem alten Rollenschema nicht mehr vorhanden ist, wo Jungs davon träumen, als "ganze Kerle" auf der Lok zu stehen, während Mädchen sich auf die Hausarbeit vorbereiten. Dieses Rollenverständnis hat noch in meiner Kindheit zu großen Ungerechtigkeiten geführt, weil Kinder sich nicht für das interessieren durften, was ihnen Spaß machte, sondern nur für das, was ihrer zukünftigen Rolle entsprach. Die Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen gingen dabei durchaus in beide Richtungen, es gab Jungen, die gerne mit der Puppenstube spielten genauso wie Mädchen, die Spaß an Autos und am Metallbaukasten hatten. Die von Dir so hart kritisierten Denkmodelle haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sowas heute ohne Heimlichkeiten und Angst vor Sanktionierung möglich ist.

Im Übrigen scheint meine Aussage den Threadersteller deutlich weniger getroffen zu haben als Dich - vielleicht machst Du Dir mal Gedanken darüber, wieso Dich meine harmlos gemeinte Aussage so aufregt.

@hardy55 - Du hast mich, glaube ich, nicht richtig verstanden. Auf der diesjährigen Modellbaumesse habe ich mit Freude festgestellt, dass es von einigen Herstellern endlich wieder Produkte gibt, die sich wirklich ernsthaft mit den Bedürfnissen von Kindern auseinandersetzen, ohne gleichzeitig die Zeit zurückdrehen zu wollen. Das gute alte Märklin Blechgleis ist wegen seiner nicht vorhandenen Trittfestigkeit und seinen scharfen Kanten ebensowenig kinderfreundlich, wie die dazu passenden Fahrzeuge, die nicht die Eisenbahn von heute abbilden, sondern die von vor 50 Jahren. Die Kinderserien von Märklin sind gerade nicht mehr unbezahlbar teuer, und trotzdem vollwertige Spielbahnen. Die vorhandene Vielfalt wird dann aber sofort wieder abgewürgt, weil der Handel keine Notiz davon nimmt, und die Hersteller offenbar auch nicht die Werbetrommel rühren. Die Brio Holzeisenbahn ist heute die einzige Spielbahn, die in jedem Spielwarenladen zu haben ist. Scheinbar gibt es hier Zuordnungsprobleme. MyWorld und StartUp sind eigentlich Spielbahnen, Märklin arbeitet aber nicht mehr mit Spielwarenläden zusammen, sondern nur noch mit Modellbahnläden, die aber von keinem Kind betreten werden. Für Modellbahnläden sind die Spielbahnen unverkäuflich, und Spielzeugläden bekommen von den Systemen gar nichts mehr mit. Und anschliessend wundern sich alle, wieso sich der Nachwuchs nicht mehr dafür interessiert.

Ich habe jetzt ungefähr 150 Euro ausgegeben, und dafür eine Spielbahn mit zwei fernbedienbaren Zügen bekommen, Gleismaterial, mit dem man ein 30qm Zimmer vollbauen kann, und diverse Häuser und Ausschmückungsteile. Und das in neu. Ich glaube kaum, dass ich mit gebrauchten Teilen aus der M-Gleis Ära billiger davongekommen wäre. Für die Kinder ist das System momentan genau das richtige, es macht Spaß, überfordert sie nicht, und schafft genau das Interesse, was am Eingang dieses Threads vermisst wurde, in meinem Fall allerdings bei Mädchen - es tut mir ja auch leid, dass wir keine ganzen Kerle zustande gebracht haben Tongue .

Gruß Frank
Zitieren
#10
nick_riviera,'index.php?page=Thread&postID=189418#post189418 schrieb:@96k - ich denke, dadurch, dass Du Dich an so einer simplen Aussage derart abgearbeitet hast, zeigt mehr als deutlich den Grund dafür auf, weshalb heute so oft in die andere Richtung übertrieben wird.

Vielleicht habe ich ja wirklich etwas in die Frage reininterpretiert, was so gar nicht gemeint war - trotzdem muss doch die Frage gestattet sein, ob der Threadersteller sich dafür interessiert, wieso das Interesse junger Leute an der Eisenbahn so nachlässt ( was bei genauem Hinsehen ja gar nicht so ist ), oder ob gefragt wird, wieso das Interesse an einem alten Rollenschema nicht mehr vorhanden ist, wo Jungs davon träumen, als "ganze Kerle" auf der Lok zu stehen, während Mädchen sich auf die Hausarbeit vorbereiten. Dieses Rollenverständnis hat noch in meiner Kindheit zu großen Ungerechtigkeiten geführt, weil Kinder sich nicht für das interessieren durften, was ihnen Spaß machte, sondern nur für das, was ihrer zukünftigen Rolle entsprach. Die Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen gingen dabei durchaus in beide Richtungen, es gab Jungen, die gerne mit der Puppenstube spielten genauso wie Mädchen, die Spaß an Autos und am Metallbaukasten hatten. Die von Dir so hart kritisierten Denkmodelle haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sowas heute ohne Heimlichkeiten und Angst vor Sanktionierung möglich ist.

Im Übrigen scheint meine Aussage den Threadersteller deutlich weniger getroffen zu haben als Dich - vielleicht machst Du Dir mal Gedanken darüber, wieso Dich meine harmlos gemeinte Aussage so aufregt.
Hallo Frank,

Deine Antwort ist ein schönes Beispiel für die Art der Diskussionskultur, die ich kritisiert habe.
Ich hatte u.a. folgendes geschrieben:
Deine Aussage impliziert, zumindest verstehe ich es so, daß die Beschäftigung mit dem Verhalten und der Situation von männlichen Jugendlichen eine Diskriminierung weiblicher Jugendlicher darstellen würde.

Anstatt auf meine Argumentation einzugehen oder sachlich zu erklären, wo und warum ich Dich falsch verstanden habe, versuchst Du mich als jemanden hinzustellen der das alte Rollenschema von Mann und Frau befürwortet, damit Du mich dann persönlich angreifen kannst. Du suggerierst damit, nur Du stehst auf der guten Seite.

Wenn Du etwas mehr Aufmerksamkeit in das Lesen meines Beitrages investiert hättest, anstatt in die Generierung von Feindbildern, dann hättest Du erkennen können, daß nicht das Thema Gleichberechtigung oder die Abschaffung/Änderung von Geschlechterollen mich gestört hat, sondern Deine Unterstellungen.
Deine Antwort geht völlig an meiner Kritik vorbei, die sich nicht auf das Thema bezieht, daß Mädchen das Recht haben sich für Eisenbahn zu interessieren oder ehemalige "Männerberufe" zu ergreifen. Sie bezieht sich auf die Tatsache, daß die Frage nach den Befindlichkeiten einer Gruppe A nicht bedeutet, daß man kein Interesse für die Befindlichkeiten der Gruppe B hat.

Wenn Du also meiner Argumentation nicht mehr zu entgegnen hast als den Versuch mich als frauenfeindlichen Macho hinzustellen, ist eine über dieses Posting hinausgehende Antwort eigentlich nicht mehr nötig. Du hast damit die Richtigkeit meiner Argumente beispielhaft bestätigt.


Grüße und ein schönes Wochenende

96k
Zitieren
#11
Ich find' die Diskussion wunderlich. Daß es typische Jungen-/Männer- und Mädchen-/Frauen-Interessen gibt, ist doch ein kaum zu leugnender Fakt (wer's nicht glaubt, werfe mal einen Blick auf den Anteil weiblicher Benutzerinnen dieses Forums). Genau so wenig, daß Modelleisenbahnen immer ein typisches Jungenspielzeug waren. Vor dem Hintergrund verstehe ich nicht, was an der Fragestellung "Warum begeistern sich Jungs heute nicht mehr für die Eisenbahn?" auszusetzen ist. Ich lese da jedenfalls nicht heraus, daß Mädchen, die sich für Eisenbahnen interessieren, sich nicht damit beschäftigen sollen oder dürfen.
Zitieren
#12
Servus,

ich zieh auch ein bisschen die Augenbrauen hoch. Für 150€ ein 30qm grosses Zimmer mit Modelleisenbahn in neu mit Lok, Hänger, Gleisen, Steuertechnik, Häusern und Licht passend auszustatten, halt ich für absolut unmöglich.
Genauso ein Auto aus den 80er'n welches neue Technik bekommt und danach 300km/h rennen soll.
Es kommt immer darauf an was man(n) will und wie man es weitervermittelt und heut gilt leider ein Galaxy S3 Besitzer als Looser und auch der AUDI Fahrer von 2011.
Generationsprobleme gab es schon immer, aber derzeit geht es in eine unbestimmte Richtung und das sagt ein Vater von zwei Söhnen.
Einer hatte kurz Bock auf Modellbahn, der andere nicht.
Einer fing als Baby an Autos zu schrauben, der andere nicht.
Beide in I Phone, Tablet und schiess mich weg fit, haben es bedingt geschafft ein Leben aufzubauen.
Hauptsächlich ist Chillen, Party und sonst was angesagt. Meine Frage dazu: *Ist es das?* wird mit EASY ALDA und: *Des geht schon* beantwortet.
Und wie ich mitbekomme im Arbeitskollegenkreis, ist das bei Jungs und Mädels gleich.
Ich bin auf dem Punkt angelangt: *SO WHAT*
und fahre ganz gut damit.

Gruss Andre
Zitieren
#13
Andre N.,'index.php?page=Thread&postID=189437#post189437 schrieb:Hauptsächlich ist Chillen, Party und sonst was angesagt. Meine Frage dazu: *Ist es das?* wird mit EASY ALDA und: *Des geht schon* beantwortet.
Und wie ich mitbekomme im Arbeitskollegenkreis, ist das bei Jungs und Mädels gleich.

Aber das ist (und war immer) eine Frage des Alters, oder? Modelleisenbahnen und vergleichbare "stille" Hobbies waren doch früher auch eher nur bis zwölf, dreizehn und dann wieder ab Anfang 30 angesagt. Dazwischen hat man (oder sagen wir mal: die meisten) einfach andere Interessen.
Zitieren
#14
Servus,

die Interessen liegen wo? Ganz grosse Grundsatzfrage. Denn ich weiß es nicht. Zuviel falsch gemacht? Nö!!!! So sind die Jungs grundsolide, zumindest zwischenmenschlich. :thumbup:

Gruss Andre
Zitieren
#15
Andre N.,'index.php?page=Thread&postID=189448#post189448 schrieb:die Interessen liegen wo?

Hast Du doch schon geschrieben: Party, chillen. Und natürlich das andere Geschlecht(*). Smile

(*) Bevor ich jetzt auch als rückständiger Hinterwäldler rüberkomme: Bei einigen natürlich auch das eigene.
Zitieren
#16
Zur Eingangsfrage: Heutige Eisenbahnen stinken nicht, knallen nicht, machen keinen Dampf und kommen höchstens zu spät. Sowas lockt doch keinen hinterm Sofa hervor. Wink
Das Drumherum:
Liebe® ...
(Beitragstext s.o.)
LG, Jochen
Zitieren
#17
Servus,

ach ja genau da. :thumbup:

timo,'index.php?page=Thread&postID=189450#post189450 schrieb:Hast Du doch schon geschrieben: Party, chillen. Und natürlich das andere Geschlecht(*). Smile
Soviel dazu. Big Grin
timo,'index.php?page=Thread&postID=189450#post189450 schrieb:Bevor ich jetzt auch als rückständiger Hinterwäldler rüberkomme: Bei einigen natürlich auch das eigene.
Hinterwäldler??? Nein natürlich nicht. Das eigene Geschlecht ist nur für Input und Output zuständig. Also zumindest bei mir ........... :thumbsup:

Gruss Andre

PS: Da hat doch wohl jemand was wahres erkannt. Stinkt nicht, sieht man nicht.......... 3 Affen? Hinter unserem Sofa liegt nur der neue Sack vom Hempel Big Grin
Zitieren
#18
Hallo Leute,

bevor Ihr hier jetzt anfangt, aufeinander einzuschlagen, weil Ihr Euch unterstellt, Geschlechter-Rollenklischees zu fördern (oder eben auch nicht), bitte ich um nachdenklichen Umgang mit der eingangs gestellten Frage. Nur weil dort von "Jungs" die Rede war, heist es nicht, dass sich Mädels nicht auch für so eine Modellbahn interessieren dürfen. Das vermag ich jedenfalls aus dem Threadtitel nicht herauszulesen. Soweit dazu...

Im Grunde hätte man auch fragen können: Warum begeistert sich unser Nachwuchs nicht mehr für technisches Spielzeug? Und die Antwort darauf liegt meines Erachtens ein wenig in der Entwicklung unserer (Industrie-)Gesellschaft. Für viele Jugendliche sind nämlich Berufe, in denen sie handwerklich tätig sein werden (Schrauben, Schlossern, Fräsen, Drechseln, Löten ... was weis ich....) immer unattraktiver. Vieles, was man uns heutzutage vorsetzt, ist bereits "fertig" und zu attraktivem Preis von der Industrie gebrauchsfertig vorbereitet. Das Ziel, mit einem Metallbaukasten einen fahrfähigen LKW zusammenzubauen, ist erfüllt, wenn man sich direkt einen industriell gefertigten kauft - zumal dieser dank fernöstlicher Hilfe wesentlich billiger zu haben ist, als zu unserer Kindheit. Ergo kaufen die meisten Eltern ihren Kids vorgefertigten Kram, der zudem den Vorteil bietet, von der eigenen Freizeit wenig abzugreifen. (Viele Eltern schauen nun mal lieber selber in die Glotze, statt ihren Kindern beim Basteln zu helfen. Denn das müssten sie schon anfangs tun - zumindest solange, bis der Nachwuchs das ohne Support fertig bringt.). Dass die Kinder dann in der Pubertätsphase (+ einige Jahre mehr) ihre Interessen mehr auf ihre gesellschaftliche Entwicklung legen, war wohl früher kaum anders. Mich interessierten im Alter von 16 Lenzen auch keine Modellautos o.ä.. Dennoch habe ich durch Erlernen eines technischen Berufes und anschliessendes Studium den Bezug zu den technisch-handwerklichen Tätigkeiten nie verloren, weil ich damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten erlernte. Und das war zu meiner Jugendzeit auch problemlos möglich. Damals waren aber auch Begriffe wie "Privatinsolvenz", "Mini-Jobber" und "Altersarmut" kein Thema, das einen Jugendlichen irgendwie beunruhigt hätte. In der öffentlichen Wahrnehmung waren diese Probleme nicht vorhanden (möglicherweise auch noch nicht in den Köpfen der Politiker). Das ist heute aber ganz anders - einem heutigen Jugendlichen ist sehr wohl bewusst, dass er/sie mit "klassischen handwerklichen Berufen" auf Sicht ein (monetäres) Problem bekommen könnte. Warum sich also als Heranwachsender einer Freizeitbeschäftigung zuwenden, die als Vorbereitung auf das weitere berufliche Leben (...und als solches kann man ja Spielzeug durchaus ansehen...) nicht mehr geeignet zu sein scheint? Da greift ein/eine Heranwachsender/Heranwachsende lieber zu Konsumgütern, die mit unserem derzeitigen Mainstream (Kommunikation, Unterhaltung, schnelle Information) eher in Einklang zu bringen sind. Zugegeben: auch spätere Geisteswissenschaftler haben früher mit Modelleisenbahnen gespielt aber das Gros der Leute, die sich mit diesen technischen Spielzeugen auseinandergesetzt haben, dürften letztendlich auch in technisch/handwerklichen Berufen gelandet sein. Diese scheinen aber mehr und mehr an Anziehungskraft zu verlieren.
Schlussendlich hat sich (in meinen Augen) unsere "westliche Gesellschaft" in den vergangenen 3-4 Jahrtzehnten dermassen dramatisch verändert, dass wir zwangsläufig auch unsere Freizeitbeschäftigungen (und die unserer Kinder) anpassen.
"Panta rhei" ("alles fliesst"), wie die "alten Griechen" zu sagen pflegten.

Gruss
Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
Zitieren
#19
Hallo allerseits,

Ich hole den Thread nach 6 Jahren wieder ans Tageslicht.
Ich muss Peter zustimmen, bei meinen Gleichaltrigen Kollegen will eigentlich niemand mehr technisch(IT ausgeschlossen) etwas machen. Bei uns in der Gymnasiums Klasse (10. Klasse) will eigentlich jeder Anwalt, Programmierer oder was in die wirtschaftliche Richtung werden.
Ich finde das mit der Modelleisenbahn ein schönes Beispiel. Noch faszinieren die alten Märklin Eisenbahnen. Ich habe ca. Um das Jahr 2018 mit 12 Jahren mir die erste analoge H0 Lok gekauft und M Gleise von Märklin. Die analogen systeme kann man sich ja noch leisten. Dieses Hobby habe ich dann bis 2020 weitergeführt. Dann kam es ein wenig zum Erliegen. Aber ich habe vor kurzem die Sachen wieder rausgeholt und bin aktuell dabei mir wieder eine Anlage zu bauen. Zum Glück sind Gleise und Lokomotiven noch da.
Allerdings habe ich heute auch einen Schreck bekommen. Die Sachen haben einen enormen Wertverlust. Für die großen Märklin Loks zahlt man in der Bucht mittlere 2 stellige Beträge. Somit kann man sogar für 100€ eine Baureihe 03 mit stormlinenverkleidung in gutem Zustand für die analoge Märklinbahn bekommen.
Ich bin am überlegen meine Sammlung auszubauen, da anscheinend sonst niemand von meinen Gleichaltrigen Interesse hat. Leider gilt es als uncool wenn man technisch interessiert ist, beispielsweise an Zügen oder wenn man an Tontechnik interresiert ist. Aber so scheint meine Generation zu sein. Ich finde es schade das so unternehmen wie Märklin die grandiose Spielzeuge für Generationen hergestellt haben nun nur noch an Erwachsenen was Verdienen können.

Viele Grüße
Joni

   

Meine Lokomotiven bei uns am Esstisch, bald fahren sie wieder. Übringens kenne ich einen Jugendlichen der auch noch Märklin hat, durch ihn bin ich damals an dieses Hobby gekommen.
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren
#20
(21.11.2022, 16:39)eintapedeck schrieb: Bei uns in der Gymnasiums Klasse (10. Klasse) will eigentlich jeder (...) Programmierer (...) werden.

Ich kann den Leuten nur wünschen, daß nicht die große Ernüchterung folgt, wenn sie das wirklich machen. Mit spannendem App- und Web-Entwickeln wird die Realität in dem Beruf in den seltensten Fällen zu tun haben.
Zitieren
#21
Und BWL macht auch nicht wirklich nachhaltig glücklich, jeden Monat ein neues Ist, ein neuer Forecast und nach dem Monat von vorne und alles davor erklären warum es anders kam und dann alles in die Tonne und nochmal von vorne.
Dazu heute massiver Profit Druck in den Konzernen mit möglichst wenig Personal…

Meine Kollegin meint immer nur bei dem Thema: Augen auf bei der Berufswahl, für sie und mich kommt der Ratschlag aber zu spät, wobei es mir ja eigentlich Spass macht nur die Rahmenbedingungen werden immer verrückter.

Würde ich nochmal neu anfangen, nur theoretisch, ich würde etwas technisches machen, da sieht man zumindest ein Ergebnis und nicht nur die Streifen im Schredder

Lars
Revox B77 MKII / A77 MK III (2&4 Spur), Tandberg 10X / TD20 / TCD 340, Akai GX215, Philips 4419/4515, Uher Report 4000 IC & Monitor, Uher CR 240, Grundig TK 147
Zitieren
#22
Kleiner Spaßbeitrag von mir,

Lokführer wollte ich nie werden, (war mir irgendwie zu dreckig, Kohle schaufeln wollte ich nicht). Den Untergang des Schienenverkehrs fand ich aber immer schon bedauerlich. Seit ein paar Jahren fahre ich zu irgendwelchen Ereignissen wo es Dampfloks gibt. Hab auch noch eine HO-Modellbahn in Kartons verpackt in der Hoffnung ein Enkelkind begeistern zu können.
Bei uns gibt es eine traumhafte, stillgelegte Bahnstrecke die es mir seit Jahren schon angetan hat, darauf fahre ich ab und zu, illegal, weil massiver Eingriff in den Bahnverkehr und ich auch kein Lokführer bin, aber seht selbst wenn ihr Lust habt.

https://youtu.be/RBaWbjPenNM

Gruß Peter
Zitieren
#23
Hallo Peter,

das sieht ja klasse aus, eine Schöne Strecke und eine Tolle Bastelei. Das würde mich auch mal reizen auf dieser Schönen Strecke zu fahren. Laut Wikipedia ist da ja auch was geplant.
Dein Eigenbau ist vor allem interessant, Respekt.
Das mit dem Enkelkind ist eine gute Hoffnung, hoffentlich finden sich wieder Leute die dieses Hobby weiterführen.

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren
#24
Zuschlag für Licht im Tunnel 2 Euro, ich schmeiß mich weg... überhaupt im ganzen Film zeigt Ihr eine herrliche Selbstironie. Ich wünsche Euch viel Erfolg, daß aus der Strecke wieder mehr wird. Am liebsten natürlich mit richtigem Bahnverkehr, aber schon eine offizielle Draisinenbahn wäre nicht verkehrt.

Auf einer solchen nur mit Muskelkraft betriebenen Primitiv-Draisine sind wir vor 20 Jahren im hohen Norden Schwedens auf einer damals noch im Güterverkehr betriebenen Bahnstrecke unterwegs gewesen. Das ging sogar offiziell, und zwar immer an den Tagen, an denen kein Güterzug fuhr,  bzw. nachmittags, wenn der bereits durch war:

   

Hat viel Spaß gemacht. Einziger Nachteil: Man durfte nicht lange anhalten, innerhalb weniger Sekunden fielen dann die Mücken über einen her...

(Das bin nicht ich auf dem Bild)

Viele Grüße,
Martin
Zitieren
#25
Hallo Martin,

Das sieht auch Spannend aus, mich würde so eine Fahrt wie bereits geschrieben mal interessieren, ich muss mal schauen wo man sowas bei mir in der Nähe machen kann.
Zum Thema Eisenbahn kann ich sagen das es in meiner Kindheit angefangen hat. Seit ich 3 Jahre bin bin ich Jim Knopf Fan. Ich habe damals den Film von der Augsburger Puppenkiste geschaut. Ich finde das die Version von der Augsburger Puppenkiste in Farbe die beste überhaupt ist, habe den Film mindestens 20 mal gesehen.

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren
#26
Zitat:Bei uns gibt es eine traumhafte, stillgelegte Bahnstrecke die es mir seit Jahren schon angetan hat, darauf fahre ich ab und zu, illegal, weil massiver Eingriff in den Bahnverkehr und ich auch kein Lokführer bin, aber seht selbst wenn ihr Lust habt.


Super Aktion!
Zitieren
#27
Es wundert mich nicht, dass viele BM-Freunde auch (Modell-) Eisenbahnen mögen, ich tue es auch !
Drehende Spulen - große Räder mit wunderbarer Kolben-Mechanik zur Kraftübertragung - sichtbare Mechanik - man sieht, wie die Musik bzw die Bewegung gemacht wird.

Gruß, Frank

PS: tolle Draisine dort oben in Sverige !
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


Zitieren
#28
Was hier an dieser Stelle noch gar nicht angesprochen wird, sind die Kosten. Ich war letztes Jahr im Miniaturwunderland in Hamburg und davon schwer beeindruckt. Betrunken von meinen Eindrücken bildete ich mir dann eine Modellbahn ein. Allerdings sind die Preise schon heftig. Die Einsteigersets gehen noch, da gibt es je nach Anspruch welche von 150 - 300 EUR von verschiedenen Herstellern. Allerdings sind die Einsteigermodelle deutlich detailreduziert. Möchte man nun "normale" Modelle schlägt eine Lok in H0 je nach System und Funktionsumfang mit 200 - 500 EUR zu buche. Für einen ganzen Zug ist man da gleich 500 - 1000 EUR los.
Die Modellbahnhersteller sprechen heute eine zahlungskräftige Zielgruppe im gehobenen Alter an, welche in der Realität auch 90% der Kundschaft sind. Und meiner Meinung ist dieses Geschäftsmodell auch das einzige, was in dieser Branche noch funktioniert. Zumindest können die übriggebliebenen Hersteller so davon noch leben.

Und was die "echte" Bahn angeht:
Nach der Krise in der Automobilindustrie, die jetzt schon ein Bisschen andauert und vermutlich auch noch lange wird, habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, mich beruflich umzuorientieren. Triebfahrzeugführer werden gesucht und ich wäre noch in einem Alter wo ein Quereinstieg möglich wäre. Allerdings ist die Bezahlung in Anbetracht der Arbeitsbedingungen einfach viel zu schlecht. Für mich gehören Lokführer was Verantwortung und Tätigkeitsfeld angeht an sich zu einer ähnlichen Kategorie wie ein Pilot. Während Zweitere allerdings in der Regel überdurchschnittlich gut verdienen ist das bei der Bahn genau umgekehrt. Vorallem wenn man bedenkt dass im Schnitt jeder Lokführer in seiner Karriere zwei Menschen totfährt.

Ich merke schon bei uns, dass es immer schwieriger wird Positionen zu besetzen bei denen Tätigkeitsbedingt kein Homeoffice möglich ist. Da hat es ein Arbeitsumfeld wie die Bahn noch deutlich schwerer. Das müsste dann dementsprechend finanziell honoriert werden, was jedoch nicht der Fall ist.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertrauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
Zitieren
#29
Servus beinand,

ich gehöre auch noch zu den etwas jüngeren, momentan bin ich in der 12. Klasse, aber auch ich hatte mich noch nie besonders mit der Thematik Eisenbahn usw. beschäftigt, was möglicherweise auch daran liegt, dass in meinem Umfeld keiner bis auf einen Nachbarn eine Modelleisenbahn hat oder hatte. Dazu kommt noch, dass ich recht ländlich wohne und daher ÖPNV nur in Form von Bussen nutze, mit dem Zug fahre ich kaum. Busse aber auch nur, wenn zwingend nötig. Zug gefahren bin ich dieses Jahr genau zwei Mal, nämlich nach München und wieder zurück.
Autos spielen hier also die größte Rolle, um von A nach B zu kommen.

Im Bezug auf Modellbau bin ich daher eher bei den Modellautos, da mein Großonkel, bei dem ich mir des Öfteren Schallplatten oder Musikkassetten ausleihe oder bei Computern helfe, eine kleine Sammlung hat und immer noch fleißig am Bauen ist. Außerdem mag ich Old- und gerade Youngtimer (Gerade aus der Ära Audi 80 B1 - B4).
Selbst habe ich bis jetzt nur 2 Modellautos, richtig anfangen werde ich vermutlich aber erst, sobald das erste Gehalt da ist Wink .

Aber auch mit Interesse an den alten Autos scheine ich hier nicht der einzige zu sein, immerhin kennen hier auch einige die Halle77, so wie's ausschaut.
Gruß
Alex
Zitieren
#30
(22.11.2022, 13:40)The_Wayne schrieb: Was hier an dieser Stelle noch gar nicht angesprochen wird, sind die Kosten. Ich war letztes Jahr im Miniaturwunderland in Hamburg und davon schwer beeindruckt. Betrunken von meinen Eindrücken bildete ich mir dann eine Modellbahn ein. Allerdings sind die Preise schon heftig. Die Einsteigersets gehen noch, da gibt es je nach Anspruch welche von 150 - 300 EUR von verschiedenen Herstellern. Allerdings sind die Einsteigermodelle deutlich detailreduziert. Möchte man nun "normale" Modelle schlägt eine Lok in H0 je nach System und Funktionsumfang mit 200 - 500 EUR zu buche. Für einen ganzen Zug ist man da gleich 500 - 1000 EUR los.
Die Modellbahnhersteller sprechen heute eine zahlungskräftige Zielgruppe im gehobenen Alter an, welche in der Realität auch 90% der Kundschaft sind. Und meiner Meinung ist dieses Geschäftsmodell auch das einzige, was in dieser Branche noch funktioniert. Zumindest können die übriggebliebenen Hersteller so davon noch leben.
Das war schon immer das Problem, Märklin orientiert sich um in den letzten 2 Jahrzehnten, der Absatz bei den jungen Leuten geht zurück, deshalb will Märklin eher die erwachsenen als Zielgruppe haben, da kann man genauere Modelle für mehr Geld verkaufen. 
Wenn man sich dieses Hobby für Günstiges Geld ins Haus holen will würde ich gebraucht Märklin kaufen. Lange Zeit waren die Märklin-Gleise aus Metall und die Loks waren analog also können die Loks nur durch die Stromstärke unterschiedlich schnell fahren und auch nur alle gleichzeitig, man kann da aber mit verschiedenen Schaltungen ziemlich kreativ werden, falls das jemanden interessiert kann die Person mir gerne eine PN schreiben.
Aber wie ich es schon schrieb, die Unternehmen haben sich umorientiert so daß sich es die jungen zumindest neu nicht leisen können.

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren
#31
Ich hatte erwähnt, dass ich früher kein besonders Interesse hatte Lokführer zu werden, später auf nem schicken IC  schon, da war ich aber schon zu alt und die Aussicht auf einen Flugingenieur war damals  wesentlich lukrativer.

Ich denke es liegt auch an uns "Älteren", welche die Möglichkeit hätten die Jugend für bestimmte Dinge zu begeistern. Wenn die Modelleisenbahnclubs nur aus Rentnern bestehen, wird sich da ein junger Mensch auch nicht wohlfühlen.

Ich hab mit meiner Draisine einige Kinder mitgenommen, nicht nur die Neffen, die waren alle hin und weg, die hatten zum Teil noch nie ein Gleis gesehen. Es wurde hier  auch gesagt, dass so eine Modellbahn mittlerweile sehr teuer ist, dass die Eltern den Kids lieber ein Handy kaufen um Ruhe zu haben, finde ich persönlich  leider auch bedauerlich.

Ich fotografiere viel, wenn ich Kids mit großen Augen vor einer fauchenden Dampflok stehen sehe, vergesse ich auf den Auslöser zu drücken.

Gruß Peter
Zitieren
#32
In der Modellbahn-Szene gibt es schon durchaus interessierte jüngere Leute. In Mannheim zum Beispiel ist immer kurz nach Jahresbeginn eine Veranstaltung namens Lok trifft Traktor, bei der verschiedene Gruppen ihre Modellbahnen mitbringen. Schau mal unter www.semmelbahn.de , da gibt es Leute, die nicht einfach nur die fertigen Märklin-Modelle kaufen, sondern regionale Straßenbahn- und Eisenbahnfahrzeuge auf sehr hohem Niveau selbst nachbauen. Aber es ist trotzdem eine kleine Nische heutzutage.

Viele Grüße,
Martin
Zitieren
#33
Halllo zusammen,
ich denke , der Rückgang des Interesses der Jugend an der Modellbahn hängt auch mit Rückzug der Eisenbahn insgesamt aus der Alltagswelt zusammen.
Ich habe meine Jugend in den 60iger und 70iger Jahren überwiegend in Bonn verbracht. Zu Fuss oder mit dem Fahrrad ging es an gewissen Spots Züge gucken aber auch LKWs und PKWs am Verteilerkreis in Bonn.
An Zügen gab es zum einen die DB auf der Rheinstrecke mit den damals aktuellen E-Loks. Aber auch eine 50iger Dampflok aus Köln-Eifeltor habe ich noch im alten Bahnbetriebswerk in Bonn erlebt. Fast jeder grössere Betrieb hatte seinen eigenen Gleisanschluss und wurde mit einer Rangierlok bedient. Und die V60 am Ablaufberg des Güterbahnhofs Bonn war interessant zu beobachten. Dann gab es noch die KBE mit sehr interessantem Güterverkehr, Schnelltriebwagen usw...Heute fast alles Geschichte.
Zumindest teilweise wollte ich dann das erlebte auf der Modellbahn nachspielen.
Von meinen Eltern bekam irgendwann eine Fleischmann Modellbahn, die ich nach und nach erweiterte. Es ging fast das ganze Taschengeld weg für Häuser, Schienen, Wiking-Autos usw. Wenn nicht ein Freund meines Vaters grosszügig mitfinanziert hätte, hätte ich nie die am Ende ca. 1,20x2,00mtr grosse Anlage bauen können. Modellbahn war auch damals schon teuer!
Mein Freund, der im gleichen Mietshaus wohnte, hatte leider Märklin. Das war ja damals gar nicht kompatibel. Aber ausgetauscht haben wir uns natürlich schon über Neuigkeiten bei der Bahn usw.. Gebrauchte Sachen gab es kaum zu der Zeit, wohl aber ein dichtes Netz an Modellbahngeschäften. Unvergessen ist der Puppenkönig in Bonn mit seiner Weihnachtsanlage. Alles Geschichte!
Heutzutage gibt es aber ein riesiges Angebot an gebrauchter Modellbahn, meist übers Internet verkauft. Das erleichtert den Anfang und den weiteren Ausbau ganz erheblich. Und ich denke, vor allem Dampfloks faszinieren nach wie vor die technikbegeisterte Jugend. Aber das Original kann man im Alltag bis auf Ausnahmen kaum mehr erleben. Im Personenverkehr dominieren der ICE und Triebwagen. Lediglich im Güterverkehr gibt es durch die privaten Bahnunternehmen mal etwas Abwechselung zu den DB-Neubauloks.

Grüße
Frank
Zitieren
#34
hi Frank, schmunzeln musste ich bei dem Satz "vor allem Dampfloks begeistern nach wie vor die technikbegeisterte Jugend". Als Vater von zwei Mädchen, die grade ihre Pubertät durchleben, fallen mir spontan zwei Fragen ein - 1) wann hattest Du das letzte Mal konkret mit Jugendlichen zu tun ? und 2) wenn es noch irgendwo vereinzelt technikbegeisterte jugendliche Nerds geben sollte, wieso sollten die sich vor allem für Dampfloks begeistern ?

Menschen begeistern sich immer dann, wenn sie an der Lösung konkreter Gegenwartsprobleme teilhaben können. Und wir stehen gerade an einer Stelle, wo wir die Gegenwartsprobleme auf uns zurollen sehen, und gleichzeitig ohnmächtig ertragen müssen, wie die Regierenden und die sogenannten Eliten uns die Teilhabe immer stärker entziehen. Ich glaube, wenn ich heute 20 wäre, würde ich mich auch auf der Straße festkleben, nicht weil ich glauben würde, irgendwas zu erreichen, sondern als Ventil für die totale Hoffnungslosigkeit. Modellbahn war früher eine technische Herausforderung und ein echtes Lehrspielzeug, heute ist es eine Flucht in eine vermeintlich heile Welt, ein wenig so, als ob man die Diagnose Krebs bekommen hat, und glaubt, dass der dadurch weggeht , dass man einfach so tut, als sei man gesund. Dass das junge Leute nicht mehr antörnt, das kann ich irgendwie nachvollziehen.

Gruß Frank
Zitieren
#35
Hallo Frank,

meiner Meinung nach ist es schon eine sehr interessante Sache. Ich bin ja noch Jugendlich und ich finde es super spannend, in meiner Kindheit war Jim Knopf von der Augsburger Puppenkiste immer der Film schlecht hin und später war dann lego Eisenbahn bauen immer die nachmittagsfüllte Beschäftigung.
Irgendwann bin ich dann mal im Eisenbahnmuseum bei uns in Darmstadt gelandet und fande es großartig. Als 10 jähriger wirkt die Baureihe 01 sogar noch viel größer.
Außerdem gab es in der 3. Klasse einen Kumpel aus der Schule der eine riesige Märklin bahn hatte, 2,5x5 Meter, ein riesen Raum voll und riesig viele Loks und dann war es das bei mir mit Taschengeld sparen Big Grin .
Ich hatte dann in der 6. Klasse ein bisschen den faden verloren, also ich fande immernoch alles toll was auf Schienen fährt, aber ich habe weniger an der Märklin gemacht.
Da ich nun ein kleines bisschen mehr Platz daheim habe muss jetzt aber wieder etwas her, ich war gestern in einem Modellbaugeschäft, das war großartig, die V200 hat nun auch ihren weg zu mir gefunden, und mehr, Bild folgt.
Das mit der Flucht vor der Welt glaube Ich nicht so, als ich angefangen habe und jetzt auch ging es mir nie darum, ich habe mir nochmal Gedanken drüber gemacht. Ich fande und finde es eher wegen der Technik Super spannend, die Landschaftsgestaltung war noch nie meins, eher die Loks und die Schienen, außerdem hat es mich immer fasziniert analog eine Schaltung zu bauen mit der mehrere Loks gleichzeitig fahren können und wiegesagt das analog. Bisher habe ich z.B. auf einer 1,2x1,8 Meter Fläche 3 Loks in 2 kreisen automatisch laufen lassen mit Haltestelle.
Leider sind viele heute nicht mehr technisch interessiert, andere dinge sind interessanter. Ich selbst bin ja in der Schultechnik, dort fehlen auch Leute, die schule ist riesig aber bei uns die Leute fehlen da Technik uncool ist. Aber es gibt eine kleine Truppe die trotzdem noch an der Konventionellen Technik außerhalb der PCs interessiert ist.
Das mit der totalen Hoffnungslosigkeit kann ich gut verstehen. Allerdings sind viele auch nicht in diesem Status. Viele Interessiert Politik und Wirtschaft nichts. Wenn man Meine Mitschüler fragt wissen die von Politik teilweise nicht viel.
Deswegen da geht es stark auseinander. Aber ich selbst persönlich sehe schon die Probleme der Zeit und es sind welche wie sie noch nie da waren. Da müssen Lösungen her, es gibt Durchaus Ansätze aber die Umsetzung ist schwer und es muss sich in der Gesellschaft einiges ändern.

Aber zurück zum Thema Eisenbahn, meine Mutter machte Grade die Feststellung das sich für die ganz kleinen die Sachen noch verkaufen, beispielsweise Lego Duplo Eisenbahnen, aber das es dann halt so ab 10-12 abwärts geht, unsere Vermutung ist das man dann in so einen digitalen Trott fällt. Ich beispielsweise bin Bastler und oft eher der Praktiker, deswegen kann ich nicht den ganzen Tag am Handy sitzen, viele können das, vielleicht lieht hier der Hund begraben.

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren
#36
was ich nicht so richtig checke - wieso muss es denn unbedingt konventionelle Technik sein ? Grade im Modellbahnbereich kann man mit Digitaltechnik Dinge realisieren, die mit Analogtechnik undenkbar sind, ausserdem hätte das für junge Leute wie Euch den Vorteil, dass Ihr was lernt, womit man später wirklich was anfangen kann. Ich finde es schade, dass diejenigen, die sich noch für Technik interessieren, dies überwiegend rückwärtsgerichtet tun - die Uhr läuft vorwärts, nicht rückwärts.

Ich würde an Deiner Stelle zum Einstieg mal ein wenig in die Arduino Welt reinschnuppern, da wirst Du schnell feststellen, dass sich die Beschäftigung mit Handy und PC nicht auf das Daddeln reduzieren muss.

Gruß Frank
Zitieren
#37
Hallo Frank,

Ich weiß was du meinst, ich glaube ich hatte mich unglücklich ausgedrückt, ich habe noch eine Analoge Märklin, das stimmt. Aber ich habe ebenso auch einige Arduinos hier(Bzw. Funduino nachbauten). Mit denen habe ich für die Märklin auch schon einiges gemacht. Beispielsweise wenn es Nacht auf der Platte wird gehen zufällige Fenster an(Licht) und die Wechseln dann als ob sich jemand im Haus bewegt. Ich habe das mit einem Mega und Schieberegistern gebaut.
Allerdings sind die Lokomotiven noch Analog, weil ich es nicht einsehe Teilweise mehr Geld in einen Digitaldecoder zu Investieren als die Ganze Lok mal mich gekostet hat.
Das die Beschäftigung nicht nur Daddeln ist weiß ich, meine Eltern sind beide ITler und ich habe selbst hier einige Hardware und 2 Linux Maschinen(eine Als File Server) und bei meinem Opa in meinem Musikzimmer/Studio habe ich mir auch eine Maschine für Midi konzipiert.
Allerdings merke ich das mir das Praktische mehr Spaß macht, also ich baue gerne mit dem Arduino, aber das Programmieren macht nur so mäßig Spaß, aber ich bin wenn ich meinen Freundeskreis anschaue da das genaue Gegenteil von vielen, viele wollen mit Hardware, basteln, E-Technik etc. nicht viel machen sondern eher was am PC.
Deswegen bin ich mal gespannt, bei mir in der Klasse wollen fast alle wie ich es erwähnte einen Job am Schreibtisch bzw. am PC (ITler, Anwalt etc.). Ich finde diese Berufe sind sehr wichtig, aber bei 22 Schülern von denen fast alle einen "Software" Job machen wollen bin ich mal gespannt wie er Jobmarkt für Körperliche Arbeit in 10 Jahren aussieht.

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren
#38
zu Beginn der Industrialisierung war es so, dass Bildung ein Privileg für wenige war, und wenige "Gebildete" eine große Masse an unterpriviligierten Arbeitern befehligte.

Aus dem daraus resultierenden sozialen Elend entwickelte sich u.a. die Sozialdemokratie. Der große Denkfehler war, dass nicht die arbeitenden Berufe sozial besser gestellt wurden, ohne ihre grundsätzliche Existenz in Frage zu stellen, sondern vielmehr danach gestrebt wurde, die Arbeiter in reine Bildungsberufe zu bringen. Dieser dumme Ansatz, alle in akademische Berufe zu bringen, weil das irgendwann vor 150 Jahren im Feudalzeitalter funktioniert hat, hat genau zum Gegenteil von dem geführt, was die Sozialdemokratie mal erreichen wollte. Als ich jung war, konnte man mit Haupt- und Realschulabschlüssen noch respektable Berufe lernen, mit denen man als Alleinverdiener eine Familie versorgen konnte, und die in der Gesellschaft ein gewisses Ansehen hatten. Heute ist alles unterhalb Abitur nur noch für prekäre Tätigkeiten gut, und wenn das so weitergeht, leben die Leute, die sich für uns alle krummschuften, in wenigen Jahren wieder wie zum Beginn der Industrialisierung.

Ich lebe am nordöstlichen Ende des Ruhrgebiets - die Stadt Dortmund ( mit trditioneller sozialdemokratischer Mehrheit ) brüstet sich damit, zahlenmäßig mehr Arbeitsplätze neu geschaffen zu haben, als durch Kohle und Stahl verlorengegangen sind, vergisst dabei aber, dass die neuen Arbeitsplätze nichts für die gut ausgebildeten "Malocher" sind. Die sind mit ihren Familien mehrheitlich ins soziale Abseits gerutscht, und kommen da so einfach auch nicht mehr weg. Eigentlich ist es heute überall so - man kann den Leuten, die für uns das Land am Leben halten, nur jeden Tag dankbar sein, dass sie unter den herrschenden Bedingungen überhaupt noch morgens aufstehen. Vor diesem Hintergrund ist es doch kein Wunder, dass das niemand mehr machen will. Ich wäre damals auch am liebsten Radio- und Fernsehtechniker geworden, habe es dann aber sein gelassen, weil ich bei einem Freund meines Vater sehen konnte, wie der als Meister und Werkstattleiter noch schwarz arbeiten und seine Frau mitarbeiten lassen musste, um seiner fünfköpfigen Familie ein auskömmliches Dasein zu ermöglichen. Und so sieht es doch heute in fast allen Ausbildungsberufen aus - es werden Leute gesucht, nur bezahlen will bzw. kann sie niemand.

Und bevor jetzt eine politische Diskussion losgeht, ein kleiner "Disclaimer" - ich beziehe keine Stellung für oder gegen eine Partei, sondern stelle nur wertfrei ein Charakteristikum der Sozialdemokratie heraus, um etwas zu erklären.

Gruß Frank
Zitieren
#39
Auf den Punkt Frank!
Viele Grüße
Jörg
Zitieren
#40
Hallo Frank,

Da hast du recht. Ich sehe es immer bei meinem Ferienjob(Fabrikjob). Viele arbeiten für grade mal mindestlohn und das ziemlich viel und hart, aber für wenig Wertschätzung, die Leute im Büro allerdings verdienen besser für Körperlich leichtere Jobs. Das sind einfach die Probleme der Zeit, bei uns ist die Entega in der Nähe(Elektro und Gas Versorger) und diese Fragt oft bei uns an der Schule ob es nicht Schüler für eine Ausbildung bei denen gibt, weil sie keine Leute zum Ausbilden haben.
Das ist natürlich ein Riesen Problem, ich selbst arbeite gerne, auch körperlich(Oft mache Ich LKW Versand oder Schneidanlage). Ich würde vielleicht sogar sowas machen, aber ich weiß das da nichts zu holen ist, deswegen bin ich auch gespalten, ich bin mal gespannt wie das weiter geht, weil anscheind fehlt der Nachschub an jungen Leuten in den Fabriken, meine Meisten Kollegen sind auch schon älter, wenn die in Rente gehen bin ich mal gespannt wie das weiter geht...

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren
#41
moin moin,

wer sich mal dies hier ansehen will https://de.wikipedia.org/wiki/Baby-Boome...chland.svg
erkennt das die große welle an fachkräftemangel noch kommt.
seit ca. 1972 ist die geburtenrate deutlich unter der sterberate geblieben, wo also sollen zukünftige lehrlinge herkommen ?
die leute von WIR SCHAFFEN DAS werden das sicher nicht sein.

reginald
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
Zitieren
#42
Keine gute Grafik, wobei man hat mittlerweile mehr Zuwanderung, bei Uns auf der Haupt und Realschule sind fast mehr Schüler mit Migrationshintergrund als Lokale, ich finde das eigentlich ganz gut, sind viele Nette Leute dabei, deswegen weiß ich nicht ob die Geburtsrate so Wichtig ist, was halt eher das Problem ist das Körperliche Jobs heute nicht mehr gut Bezahlt werden und nicht angesehen sind(so die Wahrnehmung von uns Jugendlichen, weiß nicht wie das bei euch ist). Dadurch will halt keiner mehr sowas machen was den Fachkräfte Mangel noch mehr treibt.

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren
#43
körperliche arbeit wurde noch nie gut bezahlt !
von 1000 zuwanderen machen 3 einen dönerladen auf und 2 was anderes, der rest geht zum jobcenter.
heute steht die work - life - balance im vordergrund oder um's mal auf deutsch zu sagen, wir machen erstmal pause,
gearbeitet ist dann schnell einwenig.
das ist mein eindruck.

reginald

p.s. wir sind etwas ot
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
Zitieren
#44
...zum Thema....vor einigen Tagen gab es Eisenbahn in Stuttgart zu bewundern....allerdingt nicht von Märklin o.ä.
Von daher Interesse scheint schon am Modellbau mit dem Thema Bahn vorhanden zu sein.
Ich fand es sehr imposant.

   

   

   

Grüße

Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
Zitieren
#45
(30.11.2022, 18:15)reginald bull schrieb: körperliche arbeit wurde noch nie gut bezahlt !
Hi, 
Ich weiß, sie wurde nie besser bezahlt als ein Büro Job, allerdings konnte man sich früher davon soweit ich weiß schon einen Gewissen Wohlstand leisten.

(30.11.2022, 18:38)Gyrator schrieb: ...zum Thema....vor einigen Tagen gab es Eisenbahn in Stuttgart zu bewundern....allerdingt nicht von Märklin o.ä.
Von daher Interesse scheint schon am Modellbau mit dem Thema Bahn vorhanden zu sein.
Ich fand es sehr imposant.
Das sieht echt Klasse aus, mit der Guten Lego Duplo Bahn ging es bei mir Los, Später mit einer Richtigen Lego Bahn und dann Märklin, Lego ist auch klasse.

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren
#46
Interesse ist wohl vorhanden, das sieht man auch an den Besucherzahlen im Miniatur Wunderland in Hamburg. Dieses Interesse führt aber nicht dazu, dass junge Leute sich selber eine Anlage bauen. Und selbst die Klemmbausteinfraktion besteht überwiegend aus Männern, die die 50 schon hinter sich haben, und selber als Kind von Lego geprägt wurden. Ich bin neulich mal im Bluebrixx Store in Dortmund gewesen, da lief abgesehen vom Personal niemand rum, der unter 40 war.

Gruß Frank
Zitieren
#47
Hallo!

(01.12.2022, 10:49)nick_riviera schrieb: Interesse ist wohl vorhanden, das sieht man auch an den Besucherzahlen im Miniatur Wunderland in Hamburg.

Beim Miniaturwunderland ist aber die Modellbahn nur ein Teil des Ganzen. Da geht es mehr um eine komplette Welt in Miniaturform nachzubilden, als nur den Bahnverkehr. Deswegen spricht das auch Leute an, die mit der (Modell-)Bahn nichts am Hut haben.

(01.12.2022, 10:49)nick_riviera schrieb: Und selbst die Klemmbausteinfraktion besteht überwiegend aus Männern, die die 50 schon hinter sich haben, und selber als Kind von Lego geprägt wurden.

Das ist korrekt, ja. Lego verfolgt in den letzten Jahren ein ähnliches Geschäftsmodell wie die Modellbahnhersteller: Eine ältere, zahlungskräftige, meist männliche Kundschaft, die ihre Jugendjahre wieder aufleben lassen will. Besonders die Technic-Produkte von Lego zielen da hin, mit saftigen Preisen bei durchaus fragwürdiger Qualität.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertrauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
Zitieren
#48
(01.12.2022, 13:26)The_Wayne schrieb: Das ist korrekt, ja. Lego verfolgt in den letzten Jahren ein ähnliches Geschäftsmodell wie die Modellbahnhersteller: Eine ältere, zahlungskräftige, meist männliche Kundschaft, die ihre Jugendjahre wieder aufleben lassen will.

Vor dem Hintergrund macht auch der "Lego Store", der vor einiger Zeit in der Düsseldorfer Einkaufszone eröffnet hat, wieder Sinn. Anfangs hatte ich mich über diesen Laden etwas gewundert, weil Spielwarenläden ja eigentlich seit Jahren stark auf dem Rückzug sind, aber wenn die Zielgruppe eher erwachsen ist, muss man ihn wohl losgelöst von dieser Entwicklung sehen.
Zitieren
#49
   

Gesammelte Werke.
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste