30.08.2014, 11:14
Meine Erfahrungen beziehen sich auf die Revox A77 - aber wir wissen ja, das diese mit der B77 zumindest laufwerkstechnisch identisch ist.
Zu den Voraussetzung: Wie bekannt, besitze ich zwei A77 seit Mitte bzw. Ende der Siebziger Jahre. Immer gewartet und täglich noch immer in Betrieb. Beide seit Anfang der 80er mit Kugelagern ausgerüstet. Zu Testzwecken auch immer wieder ein Umbau auf den feststehenden Bolzen.
- Grundsätzlich: Es gibt keinen Unterschied im Wickelverhalten!
- Im Play-Modus ist der Wickel mit oder ohne Kugellager perfekt.
- Beim Umspulen ist der Wickel mit oder ohne Kugellager eher bescheiden. Die Kisten wickeln so locker, dass sich das Kugellager beim Umspulen nicht bewegt und damit keinerlei Effekt hat. Lediglich beim Anfahren bzw. Abbremsen setzt es sich in Bewegung. Es gibt ja keinen geregelten Bandzug und das Kugellager hat keine Gummierung. Kann man natürlich ändern durch einen kleinen Eingriff in die Elektronik: Erhöhung des Bandzugs beim abwickelnden Motor, wie es ein Freund seinerzeit gemacht hat. Ein kleiner Kippschalter unter der Blende erlaubte den "Normal"-Betrieb oder den modifizierten. Der Wickel beim Spulen war dann deutlich besser - wenn mich meine Erinnerung nicht trügt
Zum Gleichlauf kann ich keine dezidierten Angaben machen, da keine Messelektronik. Meiner Erfahrung nach gibt es keine gravierenden Veränderungen, obwohl meine Capstans (angerauht wie bei der B77 bzw. PR99, da beide eine MK IV) mittlerweile doch ziemlich blank sind wie ein "Kinderpopo" und der Grip beim Einstarten vielleicht nicht mehr so gegeben ist, wie es früher einmal war. Beim vergleichenden Hören zwischen Quelle und Bandaufnahme nehme ich keine Unterschiede wahr.
... soeben noch einmal getestet: Beim Starten bei 9,5 cm/sec ist ein Jaulen nicht zu vernehmen.
Dieser Capstan hat eine Laufleistung von ca. 8.500 "Band"-Stunden hinter sich bei 9,5 cm/sec ... Die Maschine selbst insgesamt 12.000 Betriebsstunden.
Da wir dieses Thema ja auch schon einmal hatten, hier ein Zitat mit entsprechendem Link zum thread (es gibt da noch mehr)
Olaf
Zu den Voraussetzung: Wie bekannt, besitze ich zwei A77 seit Mitte bzw. Ende der Siebziger Jahre. Immer gewartet und täglich noch immer in Betrieb. Beide seit Anfang der 80er mit Kugelagern ausgerüstet. Zu Testzwecken auch immer wieder ein Umbau auf den feststehenden Bolzen.
- Grundsätzlich: Es gibt keinen Unterschied im Wickelverhalten!
- Im Play-Modus ist der Wickel mit oder ohne Kugellager perfekt.
- Beim Umspulen ist der Wickel mit oder ohne Kugellager eher bescheiden. Die Kisten wickeln so locker, dass sich das Kugellager beim Umspulen nicht bewegt und damit keinerlei Effekt hat. Lediglich beim Anfahren bzw. Abbremsen setzt es sich in Bewegung. Es gibt ja keinen geregelten Bandzug und das Kugellager hat keine Gummierung. Kann man natürlich ändern durch einen kleinen Eingriff in die Elektronik: Erhöhung des Bandzugs beim abwickelnden Motor, wie es ein Freund seinerzeit gemacht hat. Ein kleiner Kippschalter unter der Blende erlaubte den "Normal"-Betrieb oder den modifizierten. Der Wickel beim Spulen war dann deutlich besser - wenn mich meine Erinnerung nicht trügt

Zum Gleichlauf kann ich keine dezidierten Angaben machen, da keine Messelektronik. Meiner Erfahrung nach gibt es keine gravierenden Veränderungen, obwohl meine Capstans (angerauht wie bei der B77 bzw. PR99, da beide eine MK IV) mittlerweile doch ziemlich blank sind wie ein "Kinderpopo" und der Grip beim Einstarten vielleicht nicht mehr so gegeben ist, wie es früher einmal war. Beim vergleichenden Hören zwischen Quelle und Bandaufnahme nehme ich keine Unterschiede wahr.
... soeben noch einmal getestet: Beim Starten bei 9,5 cm/sec ist ein Jaulen nicht zu vernehmen.
Dieser Capstan hat eine Laufleistung von ca. 8.500 "Band"-Stunden hinter sich bei 9,5 cm/sec ... Die Maschine selbst insgesamt 12.000 Betriebsstunden.
Da wir dieses Thema ja auch schon einmal hatten, hier ein Zitat mit entsprechendem Link zum thread (es gibt da noch mehr)
Zitat:Zitat von MichaelB aus Revox A 77 läuft nicht mit richtiger Geschwindigkeit ? http://forum2.magnetofon.de/board2-tonbandger%C3%A4te/board15-hilfe/14889-revox-a-77-l%C3%A4uft-nicht-mit-richtiger-geschwindigkeit/index6.html#post163858Warum habe ich den Umbau seinerzeit gemacht und beibehalten? Um mein wertvolles Bandmaterial zu schonen, da weniger Reibung. Die ist nun nur noch da, wo sie unabdingbar hingehört. An den Köpfen. Das ist der einzige Grund.
... und DB hat es von G. Besimo, der die A77 seinerzeit konstruierte. Und daher weiß ich es - von DB aber auch.
Der Grund wurde teilweise genannt. Durch den Umbau auf ein Lager im Auslauf bei der A77 erhöhten sich die Schlupfwerte dramatisch. (W&F war nie ein Ding.) Der feste Umlenkbolzen setzte die Aufwickelkraft wirksam herab und die Bandgeschwindigkeit stimmte wieder. Das war aber nur akut bei den alten, polierten Capstanwellen, nämlich A77 MKI und MKII. Nachdem die Capstanwellen aufgeraut wurden, war man damit durch. Die Art der Regelung hatte keine Auswirkungen auf den Schlupf (und nur um den Schlupf geht es hier!). Das erklärt auch, warum B77 und PR99 davon nicht betroffen sind und man ruhigen Gewissens ein leichtlaufendes Zählwerk einbauen konnte. Und es erklärt, warum bei gut eingelaufenen Capstanwellen, die, die wo so glatt wie ein Kinderpopo sind, beim Starten das Gerät stellenweise zu jaulen anfing.
Olaf
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut
