28.06.2006, 02:14
Ich weiß dieser Thread ist schon älter, aber da ich mal einen konstruktiven Beitrag zur unorthodoxen Benutzung einer Bandmaschine Beitragen wollte, habe ich mal Lee Perry Kurz vorgestellt. Anzumerken ist das aus den gegebenen Umständen (die auf Jamaika bis heute sehr schlecht sind außer man besitz Geld) versucht wurde das möglischtste zu machen. Auch wenn diese Musik sich nicht auf dem hohen Studio Level bewegt ist es doch bemerkenswert wie durch einfallsreichtum viele Musik Genres mitgeprägt wurden und die Musik sich ohne große Industrie im Hintergrund um die ganze Welt verbreitet hat. Natürlich bin ich mir bewußt das die Zeit sich seit dem weiterentwickelt hat und man Aufnahmen im Autoradio hören können muss bevor man sie presst...
Ich hoffe es interessiert euch
Michael
Auszug www.rootz.net/kriti584.htm
Um nicht mehr von der Hardware anderer abhängig zu sein, baute er sich 1973 sein eigenes Studio, das er in Anlehnung an die biblische Arche Noahs Black Ark Studio nannte. Dort entwickelte Perry seine ebenso eigenwilligen wie revolutionären Produktionstechniken, die seinen Sound so unverwechselbar machen. Seine Methode, die Spuren auf seiner 4-Spur-Bandmaschine unter Verwendung diverser Effekte hin- und herzukopieren, hat spätere Produzentengenerationen nachhaltig geprägt. Bis zum seinem schleichenden Verfall ab 1979 war das Black Ark Studio vielleicht das wichtigste Studio der jamaikanischen Musikszene, in dem unter anderem auch internationale Größen wie Robert Palmer und The Clash Aufnahmen machten.
Auszug http://www.lutz-wernicke.de/magisterarbe...hichte.htm
Lee Perrys Studioausrüstung in den 70er Jahren könnte man mit der eines Homerecordisten Anfang der 80er Jahre vergleichen:
Vierspur-Maschine, billiges, selbstgebautes Mischpult sowie vergleichsweise schlechte Hall- und Echogeräte. Perry erreichte den Charme und die Unverwechselbarkeit des von ihm produzierten Sounds durch "ein lockeres, anscheinend unsystematisches Vorgehen bei der Aufnahme selbst"(65), durch "oftmals wirklich unorthodoxe Overdubs"(66) sowie durch "ein geradezu phantastisches Rhythmusgefühl"(67) und der virtuosen Handhabung von Echo- und Hallgerät beim Abmischen. Er hatte den Mut, immer etwas Neues, Ungewöhnliches auszuprobieren (z.B. seine Spielereien mit dem "Phaser"(68) oder das Verlangsamen einzelner Tonbandspuren).(69)
"Perry ist der Ausnahmefall eines Produzenten, der Standards, wie sie von anderen gewertet werden, einfach ignoriert. Ihm kommt es nicht darauf an, sauber klingende Aufnahmen zu Wege zu bringen, die sich auch im Autoradio noch gut anhören müssen, damit sie überhaupt erst auf Vinyl gepreßt werden; Hauptsache, die Musik ist gut, der Groove stimmt, ob sich das nun verwaschen anhört, ob in Mono (wie die meisten seiner Produktionen) oder in Stereo."(70)
Für viele der von der professionellen Technik beeindruckten und auch geblendeten Homerecordisten, die nur zu gerne ihre eigenen Aufnahmen mit anderen, ungleich aufwendigeren Produktionen messen wollen, stellen m.E. solche Produzenten wie etwa Conny Plank oder Lee Perry Beispiele dar, die ihnen aufzeigen können, worauf es letztendlich wirklich ankommt: Auf die Güte der Musik, auf die 'Persönlichkeit' des musikalischen Ausdrucks sowie auf Phantasie und Gefühl bei der technischen Umsetzung auf Tonträger.

Ich hoffe es interessiert euch

Michael
Auszug www.rootz.net/kriti584.htm
Um nicht mehr von der Hardware anderer abhängig zu sein, baute er sich 1973 sein eigenes Studio, das er in Anlehnung an die biblische Arche Noahs Black Ark Studio nannte. Dort entwickelte Perry seine ebenso eigenwilligen wie revolutionären Produktionstechniken, die seinen Sound so unverwechselbar machen. Seine Methode, die Spuren auf seiner 4-Spur-Bandmaschine unter Verwendung diverser Effekte hin- und herzukopieren, hat spätere Produzentengenerationen nachhaltig geprägt. Bis zum seinem schleichenden Verfall ab 1979 war das Black Ark Studio vielleicht das wichtigste Studio der jamaikanischen Musikszene, in dem unter anderem auch internationale Größen wie Robert Palmer und The Clash Aufnahmen machten.
Auszug http://www.lutz-wernicke.de/magisterarbe...hichte.htm
Lee Perrys Studioausrüstung in den 70er Jahren könnte man mit der eines Homerecordisten Anfang der 80er Jahre vergleichen:
Vierspur-Maschine, billiges, selbstgebautes Mischpult sowie vergleichsweise schlechte Hall- und Echogeräte. Perry erreichte den Charme und die Unverwechselbarkeit des von ihm produzierten Sounds durch "ein lockeres, anscheinend unsystematisches Vorgehen bei der Aufnahme selbst"(65), durch "oftmals wirklich unorthodoxe Overdubs"(66) sowie durch "ein geradezu phantastisches Rhythmusgefühl"(67) und der virtuosen Handhabung von Echo- und Hallgerät beim Abmischen. Er hatte den Mut, immer etwas Neues, Ungewöhnliches auszuprobieren (z.B. seine Spielereien mit dem "Phaser"(68) oder das Verlangsamen einzelner Tonbandspuren).(69)
"Perry ist der Ausnahmefall eines Produzenten, der Standards, wie sie von anderen gewertet werden, einfach ignoriert. Ihm kommt es nicht darauf an, sauber klingende Aufnahmen zu Wege zu bringen, die sich auch im Autoradio noch gut anhören müssen, damit sie überhaupt erst auf Vinyl gepreßt werden; Hauptsache, die Musik ist gut, der Groove stimmt, ob sich das nun verwaschen anhört, ob in Mono (wie die meisten seiner Produktionen) oder in Stereo."(70)
Für viele der von der professionellen Technik beeindruckten und auch geblendeten Homerecordisten, die nur zu gerne ihre eigenen Aufnahmen mit anderen, ungleich aufwendigeren Produktionen messen wollen, stellen m.E. solche Produzenten wie etwa Conny Plank oder Lee Perry Beispiele dar, die ihnen aufzeigen können, worauf es letztendlich wirklich ankommt: Auf die Güte der Musik, auf die 'Persönlichkeit' des musikalischen Ausdrucks sowie auf Phantasie und Gefühl bei der technischen Umsetzung auf Tonträger.
