01.05.2014, 10:55
Zufälliger Fund beim Auswerten vorjähriger c't-Ausgaben - ich hoffe, der Verfasser und die c't-Redaktion sind mit diesem Volltext-Zitat "im Interesse der Allgemeinheit" einverstanden:
Vorsicht mit Aceton
[Bezug:] Poliernebel, 3D-Drucke härten und auf Hochglanz bringen, c't 20/13, S. 162
Das Problem bei Aceton ist nicht der im Artikel angesprochene Siedepunkt von 56 °C, sondern der Flammpunkt unter -20 °C. Das bedeutet, dass sich schon bei einer sehr geringen Raumtemperatur genügend Lösemittel-Luft-Gemisch über dem Flüssigkeitsspiegel befindet, der mit einer Zündquelle entzündet werden kann. Zündquellen gibt es in Ihrem Artikel zuhauf. Die untere Explosionsgrenze von Aceton beträgt nur 2,5 Volumenprozent. Stichflammen, brennendes umherlaufendes Aceton und im schlechtesten Fall ("ich mache den Deckel richtig zu, dass es gut wirkt") auch eine Explosion sind beim ungeübten Bastler vorprogrammiert.
Ich arbeite in einem großen Maschinenbauunternehmen. In unserem Unternehmen haben wir, wo immer es möglich ist, Aceton als Hilfs- und Betriebsstoff ausgeschleust. Der Umgang war für die Mitarbeiter - logischerweise in den meisten Fällen keine Chemiker - einfach zu gefährlich. Fenster auf und Rauchen einstellen reicht nicht aus.
Es gibt noch einen anderen Grund, auf ein polares Lösemittel wie Aceton zu verzichten: ABS hat nach der Verarbeitung, sowohl im 3D-Druck als auch beim Spritzgießen, Spannungen in der inneren Struktur. Dies führt bei der Belastung mit einem polaren Lösemittel zuerst zu Aushärtungen und dann zu Spannungsrissen, die das Werkstück zerstören. Dabei ist der direkte Kontakt mit der Flüssigkeit noch nicht einmal vonnöten (würde ABS eh auflösen), sondern die Dämpfe sind ausreichend. Wichtige Informationen zu Aceton finden Sie in der Datenbank der Berufsgenossenschaften.
Klaus Blank
Es sei auch von der [c't-]Redaktion an dieser Stelle bekräftigt, dass der Umgang mit Aceton viel Sorgfalt erfordert, zumal er auch gesundheitliche Gefahren birgt. - c't 2013, Heft 21, Seite 12
(eingestellt von) F.E.
Vorsicht mit Aceton
[Bezug:] Poliernebel, 3D-Drucke härten und auf Hochglanz bringen, c't 20/13, S. 162
Das Problem bei Aceton ist nicht der im Artikel angesprochene Siedepunkt von 56 °C, sondern der Flammpunkt unter -20 °C. Das bedeutet, dass sich schon bei einer sehr geringen Raumtemperatur genügend Lösemittel-Luft-Gemisch über dem Flüssigkeitsspiegel befindet, der mit einer Zündquelle entzündet werden kann. Zündquellen gibt es in Ihrem Artikel zuhauf. Die untere Explosionsgrenze von Aceton beträgt nur 2,5 Volumenprozent. Stichflammen, brennendes umherlaufendes Aceton und im schlechtesten Fall ("ich mache den Deckel richtig zu, dass es gut wirkt") auch eine Explosion sind beim ungeübten Bastler vorprogrammiert.
Ich arbeite in einem großen Maschinenbauunternehmen. In unserem Unternehmen haben wir, wo immer es möglich ist, Aceton als Hilfs- und Betriebsstoff ausgeschleust. Der Umgang war für die Mitarbeiter - logischerweise in den meisten Fällen keine Chemiker - einfach zu gefährlich. Fenster auf und Rauchen einstellen reicht nicht aus.
Es gibt noch einen anderen Grund, auf ein polares Lösemittel wie Aceton zu verzichten: ABS hat nach der Verarbeitung, sowohl im 3D-Druck als auch beim Spritzgießen, Spannungen in der inneren Struktur. Dies führt bei der Belastung mit einem polaren Lösemittel zuerst zu Aushärtungen und dann zu Spannungsrissen, die das Werkstück zerstören. Dabei ist der direkte Kontakt mit der Flüssigkeit noch nicht einmal vonnöten (würde ABS eh auflösen), sondern die Dämpfe sind ausreichend. Wichtige Informationen zu Aceton finden Sie in der Datenbank der Berufsgenossenschaften.
Klaus Blank
Es sei auch von der [c't-]Redaktion an dieser Stelle bekräftigt, dass der Umgang mit Aceton viel Sorgfalt erfordert, zumal er auch gesundheitliche Gefahren birgt. - c't 2013, Heft 21, Seite 12
(eingestellt von) F.E.
ZEITSCHICHTEN, barrierefreier Zugriff im "GFGF-Buchladen", URL https://www.gfgf.org/de/b%C3%BCcher-und-schriften.html (ca. 240 MB)
