18.04.2014, 18:08
Hallo zusammen,
da Edwin sozusagen auf meinem Nachhauseweg von der Arbeit wohnt, habe ich ihn gestern nachmittag besucht und bei der Fehlersuche geholfen. Hier ein kurzer Bericht unseres "Workshops".
Zunächst begutachteten wir die auf Edwins Bildern gezeigte Platine. Sie befindet sich auf der rückwärtigen Seite des Geräte und ist (bei stehendem Gerät) hochkant montiert. Man schaut bei demontierter Rückwand also direkt auf die Bestückungsseite wie auf den Fotos gezeigt. Edwin erläuterte noch einmal, wie er bei der Reinigung vorgegangen war. Das mit Ballistol behandelte Relais war RL5, auf dem untenstehenden Bild mit einem grünen Rechteck umrandet.
http://forum2.magnetofon.de/index.php?pa...b01d783f20
Edwin versicherte noch einmal sehr behutsam zu Werke gegangen zu sein, also nur sehr wenig Ballistol aufgebracht zu haben und dies dann auch kurz danach gründlich mit Kontakt WL entfernt zu haben. Aufgrund der Anordnung des Relais schied eine Kontaminierung von IC1 praktisch aus. Das verwendete Kontakt WL lief nach seinen Angaben nach unten an der Platine herab. In diesem Bereich befinden sich keine für den beschriebenen Fehler verdächtigen Bauteile, diese sind alle in der linken Bildhäfte zu sehen. Grünliche Ablagerungen waren nicht zu sehen, die glänzende Oberfläche der Platin könnte nach meiner Einschätzung auch durch Lötlack oder ähnliches bereits bei der Produktion verursacht sein.
Wir haben dann Ulrichs Ansatz weiter verfolgt, da er sehr gut zu dem beschriebenen Fehlverhalten passte. Pin 29 befindet sich auf obigem Bild in dem durch das rote Rechteck markierten Bereich. Zuerst suchte ich, durch die Darstellung im SM verwirrt, auf den Pin der rechten Seite des IC1, na ja.... wäre einfacher gewesen.
Also durch den Kabelverhau gewühlt und am Pin 29 die Spannung per Oskar gemessen. Sie entpuppte sich als sauberes Rechtecksignal. Da waren wir erst mal frustriert, denn eigentlich hatten wir ja Massepotential erwartet. Bis wir dann zur Probe einmal die daneben liegenden Pins gemessen haben. Dort lag auch ein Rechtecksignal an, allerdings mit ca. 10V Spitze. Am Pin 29 waren hingegen nur etwa 0,9 V Spitze zu messen. Nach dem Studium des Schaltplans fiel uns dann der in folgendem Bild mit einem grünen Rechteck markierte Bereich auf.
http://forum2.magnetofon.de/index.php?pa...88ec8bcf4a
Das Signal von Pin29 kommt hier auf der mit "y" bezeichneten Leitung von oben und geht weiter auf das Diodenarray SR1 im linken Bereich. Daran angeschlossen sind die Mikroschalter ( SW905-SW908 ) zur Erfassung der Endstellung der Bandfühlhebel und ein Kontakt zum "Reel-Size" Schalter. Wir prüften zunächst, ob sich etwas an der Signalspannung ändert, wenn der Schalter bewegt wird. Dies war nicht der Fall.
Glücklicherweise erwähnte Edwin, dass er vor kurzem die Riemen gewechselt hatte, die die Bandfühlhebelmechanik antreiben. Somit kamen die erwähnten Mikroschalter als Fehlerquelle in Frage. Die Lötfahnen der Mikroschalter standen jedoch brav mit ausreichendem Abstand vom Gehäuse. Außerdem hatte das Gerät nach dem Wechsel der Riemen ja noch einwandfrei funktioniert.
Wir sind dann durch systematisches Durchmessen des Widerstandes der Mikroschalter-Lötfahnen gegen Gehäusemasse auf den Fehler gekommen. Eine der Lötfahnen hatte direkten Gehäusekontakt. Damit sind dann die 0,9V erklärlich. Es handelt sich um die Durchlassspannung der betroffenen Diode.
Um den Riemen der Bandfühlhebel wechseln zu können müssen die Bandfühlhebel ausgebaut werden. Eines der Kabel zu den Mikroschaltern war dann offenbar beim Einbau an einer Gehäusekante eingequetscht worden. Zunächst hatte die Kabelisolation noch ausgereicht. Bei der folgenden Reinigungsaktion muss dann dieser dünne Rest nachgegeben haben, wodurch Kontakt zum Gehäuse entstand und die Fehlfunktion entstand. Nach der Befreiung des Kabels aus seiner misslichen Lage war dann alles wieder im Lot.
Sehe gerade, dass ein neuer Fehler vorliegt. Na denn...
da Edwin sozusagen auf meinem Nachhauseweg von der Arbeit wohnt, habe ich ihn gestern nachmittag besucht und bei der Fehlersuche geholfen. Hier ein kurzer Bericht unseres "Workshops".
Zunächst begutachteten wir die auf Edwins Bildern gezeigte Platine. Sie befindet sich auf der rückwärtigen Seite des Geräte und ist (bei stehendem Gerät) hochkant montiert. Man schaut bei demontierter Rückwand also direkt auf die Bestückungsseite wie auf den Fotos gezeigt. Edwin erläuterte noch einmal, wie er bei der Reinigung vorgegangen war. Das mit Ballistol behandelte Relais war RL5, auf dem untenstehenden Bild mit einem grünen Rechteck umrandet.
http://forum2.magnetofon.de/index.php?pa...b01d783f20
Edwin versicherte noch einmal sehr behutsam zu Werke gegangen zu sein, also nur sehr wenig Ballistol aufgebracht zu haben und dies dann auch kurz danach gründlich mit Kontakt WL entfernt zu haben. Aufgrund der Anordnung des Relais schied eine Kontaminierung von IC1 praktisch aus. Das verwendete Kontakt WL lief nach seinen Angaben nach unten an der Platine herab. In diesem Bereich befinden sich keine für den beschriebenen Fehler verdächtigen Bauteile, diese sind alle in der linken Bildhäfte zu sehen. Grünliche Ablagerungen waren nicht zu sehen, die glänzende Oberfläche der Platin könnte nach meiner Einschätzung auch durch Lötlack oder ähnliches bereits bei der Produktion verursacht sein.
Wir haben dann Ulrichs Ansatz weiter verfolgt, da er sehr gut zu dem beschriebenen Fehlverhalten passte. Pin 29 befindet sich auf obigem Bild in dem durch das rote Rechteck markierten Bereich. Zuerst suchte ich, durch die Darstellung im SM verwirrt, auf den Pin der rechten Seite des IC1, na ja.... wäre einfacher gewesen.
Also durch den Kabelverhau gewühlt und am Pin 29 die Spannung per Oskar gemessen. Sie entpuppte sich als sauberes Rechtecksignal. Da waren wir erst mal frustriert, denn eigentlich hatten wir ja Massepotential erwartet. Bis wir dann zur Probe einmal die daneben liegenden Pins gemessen haben. Dort lag auch ein Rechtecksignal an, allerdings mit ca. 10V Spitze. Am Pin 29 waren hingegen nur etwa 0,9 V Spitze zu messen. Nach dem Studium des Schaltplans fiel uns dann der in folgendem Bild mit einem grünen Rechteck markierte Bereich auf.
http://forum2.magnetofon.de/index.php?pa...88ec8bcf4a
Das Signal von Pin29 kommt hier auf der mit "y" bezeichneten Leitung von oben und geht weiter auf das Diodenarray SR1 im linken Bereich. Daran angeschlossen sind die Mikroschalter ( SW905-SW908 ) zur Erfassung der Endstellung der Bandfühlhebel und ein Kontakt zum "Reel-Size" Schalter. Wir prüften zunächst, ob sich etwas an der Signalspannung ändert, wenn der Schalter bewegt wird. Dies war nicht der Fall.
Glücklicherweise erwähnte Edwin, dass er vor kurzem die Riemen gewechselt hatte, die die Bandfühlhebelmechanik antreiben. Somit kamen die erwähnten Mikroschalter als Fehlerquelle in Frage. Die Lötfahnen der Mikroschalter standen jedoch brav mit ausreichendem Abstand vom Gehäuse. Außerdem hatte das Gerät nach dem Wechsel der Riemen ja noch einwandfrei funktioniert.
Wir sind dann durch systematisches Durchmessen des Widerstandes der Mikroschalter-Lötfahnen gegen Gehäusemasse auf den Fehler gekommen. Eine der Lötfahnen hatte direkten Gehäusekontakt. Damit sind dann die 0,9V erklärlich. Es handelt sich um die Durchlassspannung der betroffenen Diode.
Um den Riemen der Bandfühlhebel wechseln zu können müssen die Bandfühlhebel ausgebaut werden. Eines der Kabel zu den Mikroschaltern war dann offenbar beim Einbau an einer Gehäusekante eingequetscht worden. Zunächst hatte die Kabelisolation noch ausgereicht. Bei der folgenden Reinigungsaktion muss dann dieser dünne Rest nachgegeben haben, wodurch Kontakt zum Gehäuse entstand und die Fehlfunktion entstand. Nach der Befreiung des Kabels aus seiner misslichen Lage war dann alles wieder im Lot.
Sehe gerade, dass ein neuer Fehler vorliegt. Na denn...
