Rauschen bei PLAY ohne Cassette?
#1
Hi,

ist das normal, dass beim Abspielen ohne Cassette im Deck Rauschen zu hören ist? Ich würde nicht sagen, dass es laut ist, aber es ist auch nicht gerade leise.
Beispiel: Eine Aufnahme bei ca 0 db Peakanzeige (Radioaufzeichnung, also wenig dynamik) und dann bei gleicher Lautstärke das Rauschen ohne MC. (Müssten um die -35 bis -40 db sein)
Habe aber sehr viele Aufnahmen, die nicht so hoch ausgesteuert sind und wenn ich dann an der Anlage lauter mache, ist das Rasuchen ohne MC schon groß, finde ich.

PS: Deck ist mein AKAI GX-6


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#2
Genau kann man es erst sagen wenn die Referenzpegel bekannt sind, aber das Rauschen ohne Cassette erreicht durchaus diese Bereiche.
Die Grenzen sind halt doch oft näher als angenommen.

Gerät ohne Cassette auf Wiedergabe, Normalposition ohne Rauschunterdrückung. 0dB entspricht hier 250nWb/m.

   

Gruß Ulrich
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#3
Der Abstand zwischen Bandrauschen und Verstärkerrauschen ist oft erstaunlich gering. Anfangs der 1980er Jahre mussten wir oft feststellen, dass eine vernünftige Dynamikbestimmung bei Chromdioxid-Compact-Cassetten nicht möglich war, weil das Verstärkerrauschen nur um einige wenige dB (ich erinnere mich an 4 dB bei einem hochwertigen Recorder) unter dem Bandrauschen lag. Erste Abhilfe war, laut DIN IEC 94 Teil 5, Anhang A, System-Störspannungskorrektur, vorzugehen: diese Rechenregel erlaubt, wenn Geräte- und "Bandrauschen auf Gerät" gemessen waren, das tatsächliche Bandrauschen zu bestimmen; in Basic reichte dafür eine, allerdings recht komplexe, "Kern-"Programmzeile.

Wir mussten sogar Studer/Regensdorf ziemlich quälen, bis für die A80 QC (die 3,81-mm-Version der A80, ich schwärme noch heute von dem Gerät) eine Wiedergabeverstärker-Schaltung gefunden war, die mehr als 6 dB Rausch-Distanz lieferte. Damit waren dann realistische Bandrausch-Messungen ohne Korrekturrechnung möglich.

DIN IEC 94 Teil 5, Anhang A verlangt übrigens - als Ideal - eine Rausch-Distanz von 12 dB; die Rechenregel versagt, wenn die Rausch-Distanz kleiner als 2 dB ist. (Bitte den Ausdruck "Rausch-Distanz" nicht weiterverwenden, er ist hier ad hoc benutzt und von keiner Norm oder Sprachregelung gedeckt.)

Übrigens war es dann zwei Jahre später mit der Rausch- wie Dynamik-Überlegenheit von Chromdioxid so gut wie vorbei, als die, immer etwas herablassend "Chromsubstitut" genannten Eisenoxid-IEC II-Bänder aus Fernost auf dem gleich Niveau angekommen waren.

F.E.
ZEITSCHICHTEN, barrierefreier Zugriff im "GFGF-Buchladen", URL https://www.gfgf.org/de/b%C3%BCcher-und-schriften.html (ca. 240 MB)
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