Der "Wer baute für wen"-Thread
#1
Nachdem diese Frage schon immer Beschreibungs-Bestandteil dieses (wenig frequentierten) Boards war und passende Diskussionen verteilt über alle möglichen Threads gibt, eröffne ich mal einen Thread für Erkenntnisse über Hersteller und Baugleichheiten von HiFi-Geräten.

Ich starte mal mit dieser Anlage von Metz:

http://wegavision.pytalhost.com/Metz/1986/Seite39.jpg
https://www.hifi-archiv.info/Metz%20Kata...eite39.jpg


Der Verstärker kam mir seltsam bekannt vor, und inzwischen weiß ich auch woher: Die gesamte Anlage ist auch im zeitgenössischen HiFi-Programm von Akai zu finden.

http://wegavision.pytalhost.com/Akai/1986/
http://hifi-archiv.info/Akai/1986/

Die Frage ist allerdings: Ist Akai wirklich der Hersteller, oder haben die sich nur beim gleichen OEM wie Metz bedient? Eventuell beim langjährigen Akai-Partner Mitsubishi? Die hatten mit dem DA-U105 einen Verstärker im Programm, der zwar nicht baugleich ist, aber aus der gleichen Serie stammen könnte.
Zitieren
#2
Gut, dann gehe ich mal etwas zurück in der Historie:

Grundig hat das TK 5 (scrollen) als Protos BG 12 für Siemens gebaut. Ich dachte immer, es war das TK 20, aber wenn das Tonbandmuseum das so schreibt, wird es schon stimmen. Jedenfalls war ich glücklich mit dem beige-braunen Koffer, seiner grünen Röhren-Aussteuerungsanzeige, den Drehknöpfen und den Drucktasten. Das war jedenfalls in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre. OEM war damals noch fast unbekannt.

Gruß, Anselm
Früher war mehr UHER. Cool Meine UHER-Erinnerungen
Zitieren
#3
Bei Uher gearbeitet, aber unter dem Nachtkastl ein Produkt vom Max?
Mutig ! ^^

Vielleicht läßt sich ja so auch die vor Jahren von mir aufgeworfene Frage, wer denn die Uher-Mikrofone hergestellt hat, hieb- und stichfest klären.
AKG und Peiker waren ja Namen, die schon als Verdächtige gehandelt wurden.
Bert
Zitieren
#4
Huubat,'index.php?page=Thread&postID=162858#post162858 schrieb:Bei Uher gearbeitet, aber unter dem Nachtkastl ein Produkt vom Max?
Mutig ! ^^
Da war ich noch pubertär, noch nicht bei UHER und konnte mir ein Letzeres niemals leisten.

Zitat:Vielleicht läßt sich ja so auch die vor Jahren von mir aufgeworfene Frage, wer denn die Uher-Mikrofone hergestellt hat, hieb- und stichfest klären.
AKG und Peiker waren ja Namen, die schon als Verdächtige gehandelt wurden.
Vielleicht, aber ich kann so gut wie nichts beitragen. Mikrofone waren Zubehör, das wir zur Endprüfung benötigt haben, aber woher und warum war uns in der Fertigung egal.

Gruß, Anselm
Früher war mehr UHER. Cool Meine UHER-Erinnerungen
Zitieren
#5
Anselm,

du hast richtig gedacht: Grundig TK 20 = Protos BG 12.

Was in diesem virtuellen "Tonbandmuseum" speziell über Grundig-Bandgeräte geschrieben wird, ist mit allergrößter Vorsicht zu genießen.
Es ist schlimm, dass auf diese zweifelhaften Angaben auch in ebay-Angeboten immer zurückgegriffen wird.

Gruß
Thomas
Manche Tonträger werden mit jedem Ton träger.
Zitieren
#6
Danke, Thomas. Meine Erinnerung ist wieder aufgewertet.

Gruß, Anselm
Früher war mehr UHER. Cool Meine UHER-Erinnerungen
Zitieren
#7
Wega JPS Serie (ca. um 1980) ist SONY.

[Bild: wega11.jpg]

Hab von den SONY kein Bild zur Hand. Sind aber silbern.

Hab bisher noch keinen Verstärker für meinen Tuner zu einem "vernünftigen" Preis gefunden
Aktuelle Bandmaschinen: TEAC A-3300 SX (aus 1. Hand) :love: weitere A-3300 SX, Grundig TK 248, Grundig TK 246, Uher Variocord 263
dazu: Thorens TD 160 MkII Rolleyes , Grundig T 3000 und V 1000 etc.

Ehemalige Maschinen ;( : mehrere TEAC A-3300 SX, Revox B77 MkII, Revox A77 MK IV, Philips 4414, 4416 und 4417, 4420 und Aristona (Philips) 9197, UHER 263 Variocord, Royal de luxe und SG 561, Sony TC 270, AKAI 4000 DS MK II (aus 1. Hand - nun bei Vattern), Akai X 201 D
Zitieren
#8
Da kann ich gar nicht anders als diesen Link zu posten: TVK Forum
Hier hat Axel, der ehemalige Betreiber von TheVintageKnob, viele der japanischen Zulieferfirmen ausgemacht, die in Japan neben der Seriennummer angegeben werden müssen. Die meisten sind mir vollkommen unbekannt, dennoch, lesenswerte Lektüre, da man sieht, wie sehr sich auch Japans Große der Zulieferindustrie bedient haben.
Viele Grüße
Lukas
Zitieren
#9
Dankeschön, die Liste ist super! Die muss ich bei nächster Gelegenheit noch mal in Ruhe durchgucken.
Zitieren
#10
Zu Universum (Quelle) und den Herstellern der Geräte wurde hier ja schon viel geschrieben und spekuliert. Bei diesen schon sehr alten Modellen (Anfang 1970er Jahre) ist die Herkunft eindeutig:

Verstärker V716
Tuner T715

Sie stammen vom Südfunkwerk und wurden mit anderer Optik (silberne Front) auch unter der Marke "Südfunk" vertrieben.
Zitieren
#11
Auch nicht ganz uninteressant wäre ja, woher die Telefunken-Tapedecks der späten 70er wirklich kamen. Das TC-450 ist jedenfalls ganz sicher nicht in Deutschland vom Band gefallen, das wirkt zutiefst japanisch, mal abgesehen vom Druck auf der Frontplatte, der DIN-Buchsen und vom Typenschild.
Zitieren
#12
Ragnar_AT,'index.php?page=Thread&postID=167725#post167725 schrieb:Auch nicht ganz uninteressant wäre ja, woher die Telefunken-Tapedecks der späten 70er wirklich kamen ...

Moin, moin,

Alfred Arnold schreibt dazu auf seiner Homepage: "... Technologically, this series of devices could be named an 'intermediate' series due to their construction principles: while the cheaper 100 and 200 series were built in the far east and their innards look a lot like japanese HiFi components, the 300-series components look like they were built in Germany. The reason is that Telefunken had a manufacturing plant in far east at that time, and all the simpler, lower-margin 'mass stuff' was made there, while the high-end stuff was both designed and and built in Germany. Components predating the silver line were mostly made in Germany (one exception is the TC 450), while newer stuff was completely made in Asia. ..."

Danach stammt der TC450 also nicht aus deutscher Produktion. Wenn ich mich auch zu erinnern glaube, in einem Vergleichstest war der Telefunken als deutsches Gerät beschrieben. Aber was wissen Tester schon ...?
Primär-Quellen dazu habe ich jedenfalls nicht.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
Zitieren
#13
Ragnar_AT,'index.php?page=Thread&postID=167725#post167725 schrieb:mal abgesehen vom Druck auf der Frontplatte, der DIN-Buchsen und vom Typenschild.

Das spricht aber ganz und gar nicht gegen eine asiatische Herkunft. Siehe z.B. Universum, bei denen Geräte aus Fernost bis in die 1980er Jahre hinein immer mit deutscher Beschriftung und DIN-Buchsen versehen wurden.

Alfred Arnold hatte ich mal angeschrieben, ob er etwas zur Herkunft der Asien-Telefunkens sagen könne. Er vermutete, Telefunken habe dort ein eigenes Werk gehabt, wusste es aber nicht genau. Ich kann es mir nicht so recht vorstellen - wie man anhand der oben verlinkten Liste unschwer nachvollziehen kann, haben selbst große japanische HiFi-Firmen vieles bei Fremd-OEMs im eigenen Land fertigen lassen.
Zitieren
#14
In den 1970ern und 1980ern versuchten einige kleine und noch unbekannte deutsche Firmen, unter ihrer eigenen Marke fernöstliche HiFi-Technik zu vertreiben. Neben der Firma Kraus, die hier im Forum schon mehrfach erwähnt wurde (und bei denen bekannt ist, daß die Geräte bei Kyocera gefertigt wurden), gibt es z.B. auch noch die Firma Lehnert aus Saarbrücken (deren Tochtermarke "Poppy" wahrscheinlich deutlich bekannter ist, vor allem für Radiowecker). Hat jemand eine Idee, wer dieses HiFi-System gefertigt haben könnte?

Lehnert HiFi-System 9000
Zitieren
#15
Wie mir gerade auffiel, gibt es schon einen Thread zu Lehnert:

Wer ist Lehnert ???!

Die dort erwähnte frappierende Ähnlichkeit zu Strato-Geräten konnte ich allerdings nicht feststellen.
Zitieren
#16
Kaum bekannt aber erstaunlich ist, dass die Telefunken-Anfrufbeantworter T101 bis 104 aus den 60ern

von SENNHEISER gebaut wurden.

Gruß
Stefan


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
Zitieren
#17
Der in den 1980er Jahren von NAD vertriebene Plattenspieler 5120 und der baugleiche Lenco L-802 waren Teslas (NC470) aus der Tschechoslowakei.

Tesla scheint ja eine verkannte Größe bei Plattenspielern zu sein. Die derzeit schwer angesagten Pro-Ject-Dreher basieren m.W. teilweise auch auf Tesla-Technik.
Zitieren
#18
timo,'index.php?page=Thread&postID=191607#post191607 schrieb:... Tesla scheint ja eine verkannte Größe bei Plattenspielern zu sein. ...

Moin, moin,

nicht nur für Plattenspieler. Schau mal hier.

So stammt beispielswiese der direkt getriebene Lenco L600 auch von Tesla (NC600). Andere Lenco (LPR-5250, -5350, -5450, -5550DD und LPR-5560DD) aus der Zeit kurz vor der Abwicklung waren von Garrard gebaut. Die HiFi-Komponenten waren Asiaten: Beispielsweise A50, T30, R25, R50, A600, T600 und R600 stammten von SeoUm Electronic in Korea

Allerdings kann man bei vielen asiatsichen Anlagen tatsächlich nicht so genau sagen, woher sie kommen, scheinen zusammengehörige Serien von verschiedenen Herstellern zusammengebaut ... So sind die Lenco Research Acoustic (baugleich mit Uher Reference No.1, Palladium LA,1200 usw., Philips LA1200 usw., Life Profi Line, Han-Tor Professional Line etc.) mal von Inkel, mal von Funai, mal von Lotte in Korea hergestellt. Aber auch Goldstar und Wangine scheinen an der Serie beteiligt.

Aber auch Lenco hat für andere gebaut: So stammten die Cassetten-Laufwerke für diverse Blaupunkt Autoradios und Tapedecks der Siebziger von Lenco Italien.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
Zitieren
#19
Hallo,

ein Tesla NC600 ist mir zwar völlig unbekannt, aber wer mehr zur Beziehung Tesla vs Lenco sehen und lesen möchte:

http://www.oldradio.cz/english.htm

Ich habe die Einstiegsadresse angegeben zum weiteren rumstöbern auf den Seiten...

Empfehlung:
NC430
NC450
NC452
NC470

MC400
MC500
MC600

Viel Spaß

VG
Volkmar
Zitieren
#20
Ich habe gerade in einer Kleinanzeige Akai-Lautsprecherboxen aus den 1980er Jahren vom Typ MS-100 B entdeckt und beim Blick auf das Typenschild nicht schlecht gestaunt - da steht "Made in Germany"!

Leider gibt es kein frei verfügbares Bild, ich hoffe dieser Link auf den Google-Cache funktioniert.

Artikel im HiFi-Wiki (ohne Bild): https://www.hifi-wiki.de/index.php/Akai_MS-100

Akai-Lautsprecher, die ich bisher gesehen hatte, waren entweder "Made in Japan" (die älteren), "Made in Hungary" (aus der Kooperation mit Videoton) oder schwiegen sich über ihre Herkunft aus. Auch die Bestückung mit Chassis von Focal und Morel kommt mir für Akai ungewöhnlich vor.

Hat Akai hier bei einem bekannten deutschen Boxenhersteller bauen lassen?

Der übliche Hinweis: Ich habe keine Kaufabsichten und frage aus reiner Neugier. Smile
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste