vorurteil ? : "cassetten nutzen sich beim abspielen ab..."
#6
UHER-Report-Fan,'index.php?page=Thread&postID=162490#post162490 schrieb:Ich hatte schon oft das Problem, dass zwischen Abspiel und Aufnahmegerät was nicht passte

Hallo Andreas,

das kommt daher, dass bei jeden Überspielvorgang von und auf analoge Medien immer mehr Fehler hinzu addiert werden! Der größte Fehler ist schon der nichtlineare Frequenzbereich, der sogenannte Frequenzgang, den alle Geräte mehr oder weniger aufweisen; einfache Decks erheblich stärker als "High End"-Teile. Eine leichte Höhenanhebung von 2-3 dB bei 12 kHz auf dem wiedergebenden Gerät, etwas abfallende Bässe und eine deutliche Mittensenke auf dem aufnehmenden, und schon sieht der Frequenzgang der Kopie aus wie eine Berg- und Talbahn. Wird diese Kopie dann nochmal kopiert, vielleicht wieder auf ein anderes Gerät oder auch nur eine andere Bandsorte, wird es damit noch schlimmer! Bei optimal eingemessenem Studio-Equipment wird dieser Punkt naturgemäß nicht so schnell limitierend wirken. Und wenn dann auch noch das Dolby ins Spiel kommt... wacko

Viele Leute haben nämlich den Fehler begangen (oder begehen ihn immer noch), dolbysierte Aufnahmen mit bei beiden Geräten eingeschaltetem Dolby zu überspielen! Das Ergebnis ist meist sofort für die Tonne, auch, wenn die Geräte (womöglich noch von unterschiedlichen Herstellern) frequenzgangmäßig optimal eingemessen sind. Beim Kopieren gehört natürlich das Dolby AUS. Und erst bei der Wiedergabe der Kopie schaltet man es wieder ein, wobei leider bei breitbandigen Kompandern, wie Dolby C, immer noch gewisse Frequenzgangfehler und Pumpeffekte übrig bleiben.

Sehr schön kann man übrigens die Verschlechterung bei mehrmaligem Kopieren mit krummer Frequenzkurve hören, wenn man per Hinterbandkontrolle ein mehrfaches Echo erzeugt und dem Originalsignal zumischt. Ist der Frequenzgang nicht optimal, wird sich mit jedem Echo der Klang rapide verschlechtern, entweder wird jede Wiederholung immer heller, schriller, oder immer dumpfer. Wohl dem, der eine technische Möglichkeit hat, die Vormagnetisierung von außen zu korrigieren, dann ist das schnell behoben.

Hinzu kommt ein sich summierender Klirrfaktor, wenn die Aussteuerungsanzeige nicht richtig arbeitet oder man es aus Fahrlässigkeit mit dem Pegel etwas übertreibt. Der Geräuschspannungsabstand, eventuell auch der Fremdspannungsabstand wird ebenfalls bei jeder Generation kleiner.
Dann summieren sich auch die Gleichlaufschwankungen und schließlich klingt dann die Kopie der 4. oder 5. Generation völlig beschissen, während das Ausgangsmaterial "keinen Grund zum Anlass" gegeben hat Wink !

So ist das mit dem Kopieren. Und diese Nachteile kann man nur umgehen, wenn man Mehrgenerationen-Kopien vermeidet! ^^

LG Holgi
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
[Kein Betreff] - von jouse. - 10.11.2013, 05:00
[Kein Betreff] - von UHER-Report-Fan - 10.11.2013, 11:25
[Kein Betreff] - von EN1RZ - 10.11.2013, 15:31
[Kein Betreff] - von UHER-Report-Fan - 10.11.2013, 18:19
[Kein Betreff] - von hannoholgi - 10.11.2013, 20:04
[Kein Betreff] - von Friedrich Engel - 11.11.2013, 13:38
[Kein Betreff] - von Captn Difool - 17.11.2013, 15:07
[Kein Betreff] - von Friedrich Engel - 17.11.2013, 17:38
[Kein Betreff] - von niels - 17.11.2013, 19:08
[Kein Betreff] - von garlock - 17.11.2013, 22:55
[Kein Betreff] - von Captn Difool - 18.11.2013, 12:36
[Kein Betreff] - von Magnetophonliebhaber - 12.01.2014, 20:26

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste