Neuer UHER-Freund im Forum
#4
Hallo Andreas,

naja, also "Pfusch-Grundigs" würde ich die Baureihe nicht nennen. Wink Schließlich sind diese so gut wie unkaputtbar und das genaue Gegenteil von Pfusch, wie Du ja schon selbst gemerkt hast. Sagen wir besser, die kleine Koffergeräte-Klasse. Als "Pfusch" würde ich höchstens den Spurwahlschalter am TK 27 bezeichnen, der meistens kaputt ist und die Ursache dafür, dass man mit den TK 27ern nichts aufnehmen kann. Immerhin ist die Wiedergabe nicht davon betroffen.

Die Ersatzriemen für Deine Philips-Geräte aus gegenwärtiger Produktion dürften sich jedoch nicht mehr zu Matsch verwandeln. Vor allem würde es wieder 20 bis 25 Jahre dauern, selbst wenn heutige Gummis aus exakt demselben Material bestehen würden, ehe daraus wieder Matsch wird. Wo hast Du die neuen Riemen denn gekauft?

Für "Pfusch" sehe ich unter Philips einige Geräte-Kandidaten. Wenn Du mal ein Modell der Nummern N4414 bis N4417 hast, wirst Du sehen, dass sich unter jeder Drucktaste eine Art Blechnase befindet, die den Stromkreis öffnet oder schließt. Bei häufig benutzten Geräten, wo also die Tasten wie Play, Fast Forward usw. sehr oft niedergedrückt wurden, können diese Blechnasen brechen. Eine Reparatur ist nicht so einfach, weil man kann neue Bleche ja nicht eben mal so im Laden kaufen und einbauen muß man es schließlich auch noch. Außerdem - macht es Sinn? Selbst neue Bleche brechen nach gewisser Zeit wieder. Das ist eine klassische Fehlkonstruktion, eine geplante Obsoleszenz, auf gut deutsch "Pfusch" eben.

Es gäbe noch mehr Beispiele für echten "Pfusch" an Philips-Tonbandgeräten. Wenn Du das Internet ein wenig durchsuchst, wirst Du sehen, dass viele Philips-Besitzer weltweit immer die gleichen Problemchen damit haben. Der fiese Riemenmatsch bei Philips ist sozusagen noch das i-Tüpfelchen auf dem Pfusch. Früher habe ich relativ viel Philips-Geräte repariert, doch mir ging es irgendwann so wie mit Uher: Mit der Zeit nervt es einfach nur. Big Grin Hier ein kaputter Netzschalter, da eine kaputte Taste, Glühlämpchen durchgebrannt und allein diese auszuwechseln kann in eine Geduldsarbeit ausarten. Dann verabschiedet sich der Gleichrichter und beim nächsten Gerät ist wieder der Tachogenerator kaputt und dort ein Transistor hinüber und dann bricht ein Plastikteil, die kleinen Bürstenmotoren geben auch schon mal ihren Geist auf usw. usw. Ab einem gewissen Punkt sieht man nicht mehr ein, für die seitens der Philips-Entwickler gemachten Fehler im Nachhinein sich einen Wolf zu reparieren. Da muß schon viel Liebe vorhanden sein, wenn man sie wieder gesund pflegen möchte und das respektiere ich auch. Wenn die Geräte erst mal einwandfrei restauriert worden sind, hat man schließlich wieder ein tolles Tonbandgerät.

Leider werden die Leute, die sowohl a) das nötige Fachwissen und Erfahrung haben und b) die nötige Zeit und Geduld immer weniger. Darum freut es mich umso mehr, wenn auch jüngere Hobbyfreunde wie Du dafür sorgen, dass diese alte Technik weiterhin am Leben gehalten wird.

Gruß,
Manuel
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[Kein Betreff] - von Manuel - 18.08.2013, 12:58
[Kein Betreff] - von UHER-Report-Fan - 18.08.2013, 15:07
[Kein Betreff] - von Manuel - 18.08.2013, 17:22
[Kein Betreff] - von Anselm Rapp - 18.08.2013, 17:33
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[Kein Betreff] - von Manuel - 19.08.2013, 00:18

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