14.01.2020, 10:26
Ich will mal die Politik und Marktwirtschaft außen vorlassen.
Zum Thema Deutsche Hifi-Geräte in den 70ern:
Erstens:
Deutsche Hifi-Geräte in den 70ern waren so gestaltet, dass sie der damals älteren Generation, ich sage mal 40plus, gefielen. Viel Plastik und aufgedrucktes Nussbaumdekor. Das waren aber diejenigen, die das nötige Geld hatten! Die jungen Leute standen auf Chrom, Alu gebürstet und fette Knöpfe, technical Look eben. Mit anderen Worten, Pioneer, Marantz etc. Der Trend ging dann ab ca. 1976 insgesamt in diese Richtung, was den Japanern einen Vorsprung verschaffte.
Zweitens: Nachdem die Japaner hier ihre Marktposition hatten, bliesen sie zum Angriff durch massiv gesenkte Preise, was ihren Marktanteil ausweitete.
Drittens: In den 70ern war der Markt für Hifi zunächst sehr klein. Damit konnte kaum ein Hersteller Geld verdienen. Die meisten konzentrierten sich, und das war vernünftig, auf Farbfernseher. Daber vergaßen sie allerdings, sich auf das Nachfolgeprodukt einzustellen: Als der Markt mit Farbfernsehern sich langsam sättigte, begann die Nachfrage nach Videorecordern. Und da hatten die Deutschen, von Grundig abgeshen, NICHTS im Köcher. Sie mussten japanische Geräte einkaufen.
Ansonsten schließe ich mich voll den Ausführungen von Matthias M und nick an.
Kleine Korrektur noch:
DOSORDORIE: "Grundig hat in den 60er Jahren schon Tonbandgeräte im Ausland gefertigt. Nur die Top of the Line Modelle kamen aus Deutschland"
Falsch. Alle Gru-Tonbandgeräte für Deutschland und den EWG-Raum kamen aus Nürnberg. Nur die Geräte für den EFTA-Raum, also Irland, GB und ferner für die USA wurden in Dunmurry/Irland gefertigt. Zwischen EWG und EFTA gab es hohe Zollschranken. Einzige Ausnahme: TK 124, 144, 149 aus Irland, die es in geringen Stückzahlen kurzzeitig in D zu kaufen gab.
Das portugiesische Werk in Braga war lange Zeit nur für Auslandsmärkte zuständig und baute Low Tech wie Kofferradios. Erst in den 80ern Verlegte man die Fertigung von Hifi-Geräten dorthin.
Grund war der zu dieser Zeit schon hohe Kostendruck im teuren Produktionsstandort Deutschland.
VG Stefan
Zum Thema Deutsche Hifi-Geräte in den 70ern:
Erstens:
Deutsche Hifi-Geräte in den 70ern waren so gestaltet, dass sie der damals älteren Generation, ich sage mal 40plus, gefielen. Viel Plastik und aufgedrucktes Nussbaumdekor. Das waren aber diejenigen, die das nötige Geld hatten! Die jungen Leute standen auf Chrom, Alu gebürstet und fette Knöpfe, technical Look eben. Mit anderen Worten, Pioneer, Marantz etc. Der Trend ging dann ab ca. 1976 insgesamt in diese Richtung, was den Japanern einen Vorsprung verschaffte.
Zweitens: Nachdem die Japaner hier ihre Marktposition hatten, bliesen sie zum Angriff durch massiv gesenkte Preise, was ihren Marktanteil ausweitete.
Drittens: In den 70ern war der Markt für Hifi zunächst sehr klein. Damit konnte kaum ein Hersteller Geld verdienen. Die meisten konzentrierten sich, und das war vernünftig, auf Farbfernseher. Daber vergaßen sie allerdings, sich auf das Nachfolgeprodukt einzustellen: Als der Markt mit Farbfernsehern sich langsam sättigte, begann die Nachfrage nach Videorecordern. Und da hatten die Deutschen, von Grundig abgeshen, NICHTS im Köcher. Sie mussten japanische Geräte einkaufen.
Ansonsten schließe ich mich voll den Ausführungen von Matthias M und nick an.
Kleine Korrektur noch:
DOSORDORIE: "Grundig hat in den 60er Jahren schon Tonbandgeräte im Ausland gefertigt. Nur die Top of the Line Modelle kamen aus Deutschland"
Falsch. Alle Gru-Tonbandgeräte für Deutschland und den EWG-Raum kamen aus Nürnberg. Nur die Geräte für den EFTA-Raum, also Irland, GB und ferner für die USA wurden in Dunmurry/Irland gefertigt. Zwischen EWG und EFTA gab es hohe Zollschranken. Einzige Ausnahme: TK 124, 144, 149 aus Irland, die es in geringen Stückzahlen kurzzeitig in D zu kaufen gab.
Das portugiesische Werk in Braga war lange Zeit nur für Auslandsmärkte zuständig und baute Low Tech wie Kofferradios. Erst in den 80ern Verlegte man die Fertigung von Hifi-Geräten dorthin.
Grund war der zu dieser Zeit schon hohe Kostendruck im teuren Produktionsstandort Deutschland.
VG Stefan
