Tonarme ohne Anti-Skating-Einrichtung
#51
Mein Dual ist übrigens ein 1218 und besitzt einen netto 20 cm, also knapp 8 Zoll langen Tonarm. Das Antiskating war eigentlich - theoretisch - sehr gut gelöst, gefiel mir aber gefühlsmäßig nicht. Also raus mit der Feder, die ich nun offen anbauen werde.

Mit einer Feder kann man ein passenderes Antiskating als mit einem Gewicht verwirklichen. Allerdings scheint das Vinyl Eigenschaften, die meine Rechnungen zur Reibung hinfällig machen, zu besitzen. Das Skating schwankt von Plattenanfang zu Plattenende nicht um einen Faktor von 30, scheint mir.

Die halbwegs richtige Kröpfung ist sehr wichtig. Wenn der Tonabnehmer nicht zur Rillentangente ausgerichtet ist, können die Verzerrungen wirklich übel sein. Wenn die Kopfschale ("headshell") die Sicht auf den Tonabnehmer verdeckt, klebt man irgendetwas an den Tonabnehmer dran, sodaß man die Kröpfung nach Sicht einstellen kann. Wer es ganz genau machen will, braucht eine Meßschallplatte.

Bei meinem Lenco L75 war die Kröpfung völlig falsch. Ich mußte von der Tonabnehmermontageplatte etwas abschneiden, damit sich der Tonabnehmer in den richtigen Winkel drehen ließ.

Das über Reibrad und Teller übertragene Brummen ist beim L75 noch geringer aber beim 1218, aber man hört, daß sich ein Defekt oder Dreck im Tellerlager befindet.

Vielen Dank für die Anregungen!
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#52
Grasso,

Die Skatingkräfte lassen sich verhältnismäßig einfach aus den Gleitreibungsgesetzen erfassen. Die Gleitreibungskraft betrifft Reibungskonstante mal Auflagekraft. Falls wir die (sphärische) Abtastnadel als Kugel modellieren, und annehmen, daß sich das Vinyl unter dem Auflagedruck der Abtastnadel plastisch verformt, können wir in grober Näherung das Stokesche Reibungsgesetz anwenden. Es besagt, daß die Reibungskraft sechs mal PI mal Kugelradius mal Geschwindigkeit mal Zähigkeit (Materialkonstante) ist. Leider haben wir hier im Forum keinen Formeleditor Smile aber die wesentlichen Größen sowie der lieneare Zusammenhang dürften offensichtlich sein. Die Auflagekraft muß übrigens für die beiden Rillenflanken vektoriell ermittelt werden, wobei die Rillenflanken im Normfall (Stereo-Schallplatte) genau 45 Grad betragen sollten. Die Skatingkraft ergibt sich nun ebenfalls vektoriell aus der Rillenbreite bzw. dem Verrundungsradius der Abtastnadel, sowie der Abtastgeschwindigkeit. Geht man davon aus, daß sich weder der Verrundungsradius der Abtastnadel noch die übrigen Verhältnisse wie Ort des Tellerlagers, Ort des Tonarmlagers, und in Näherung die Kröpfung nicht ändern, so besteht ein in Näherung linearer Zusammenhang zwischen Geschwindigkeitsänderung der Abtastung und resultierender Skatingkraft.

Nach DIN / IEC betrifft der Radius der Außenrille einer 12 Zoll Schallplatte genau 146,05 Millimeter, und der Radius der Innenrille betrifft 57,5 Millimeter. In der Annahme, daß die Abtrast- Geschwindigkeits- Änderung linear proportional zur Radiusänderung verläuft, betrifft sie den Faktor 2,54. In der Praxis ist das weniger drastisch, weil nur wenige Schallplatten bis zur genormten Innenrille beschrieben werden.

In der Summe betrifft die Änderung der Skatingkraft gemäß obiger Vorgaben etwa den Faktor 2 bis 2,5. Dein Wert von ca. 30 dürfte sich nach meinem Ermessen daraus ergeben, daß Du im Ansatz die Signalmodulation der Rille berücksichtigst. Diese Größe kann vernachlässigt werden, weil die Schallplatte, im Gegensatz zB. zum optischen Lichtton, keinen Gleichanteil aufzeichnen kann. Würden wir durch irgendeine Kompensationsanordnung die Modulation kompensieren, wäre das Abtastungsergebnis silenciert.

Beim Rechnen immer ´dran denken: Die Schallplatte ist zöllisch, und die Physik ist metrisch.

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Deinen Dual 1218 kenne ich leider nicht. Es dürfte sich um ein Stück aus der "schwarzen" Serie handeln. Bei dieser Serie ist der Tonarm aus schwarz eloxiertem Gußmaterial, und oben ist eine Art "Zierleiste" angeschliffen. Ich habe jedoch noch das Nachfolgemodell, den 1228, in meiner Sammlung, vermutlich in seiner Mechanik sehr ähnlich. Ein grober Ausgleich der Skatingänderung wird bei Dual vorgenommen, indem sich der Winkel Tonarmlager zu Antiskatingfeder ändert. Falls die Antiskatingfeder sich irgendwo in der Mechanik verhakt oder reibt, funktioniert das natürlich nicht mehr.

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Der "falsche" Kröpfungswinkel an alten Plattenspielern ergibt sich physikalisch besehen oftmals aus der Tatsache, daß diese Tonarme noch auf 10 Zoll Schallplatten optimiert sind. Rechne es ggfs. nach ! Die physikalischen Zusammenhänge in Sachen Kröpfung sind unter Insidern schon seit den späten 40ern bekannt, aber auch früher schon hat halt einer vom anderen "abgeclont", ohne selbst explicit nachzurechnen.

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Moderation:

Ich habe mir mittlerweile eine Dicke-Tal-Kamera zugelegt (war wohl an der Zeit) und ein paar schöne Scans in Sachen EMT auf der Festplatte, bekomme die Bilder jedoch nicht hochgeladen. Der Upload scheint zwar zu funktionieren, endet jedoch stets damit, daß ich ausgeloggt werde, und keinen Link bekomme, wohin die Grafikdatei nun "verschwunden" ist. Was mache ich falsch ? Gibt es Abhilfe ?

So, und jetzt gehe ich zum Rosenmontags-Zug.

Stefan
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#53
Stefan, Du hast doch sicher gelesen, daß ich einen quadratischen Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Reibung angenommen hatte. Aber ein linearer ist wohl passender.

Der Dual 1218 hat einen leichten Rohrarm, keinen Gußarm. Ich habe das Rohr mit Fahrradschlauchgummi umwickelt. Der Antiskatingmechanismus war nicht kaputt, aber die Ergebnisse mit Platte und Nadel gefielen mir nicht.

Die Kröpfung des Lencos war nicht auf mittelgroße Platten justiert sondern völlig daneben. Anscheinend wird über das ganze High-End-Getue oft die Kröpfung vergessen.
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#54
Zitat:SGibbi postete
Moderation:

Ich habe mir mittlerweile eine Dicke-Tal-Kamera zugelegt (war wohl an der Zeit) und ein paar schöne Scans in Sachen EMT auf der Festplatte, bekomme die Bilder jedoch nicht hochgeladen. Der Upload scheint zwar zu funktionieren, endet jedoch stets damit, daß ich ausgeloggt werde, und keinen Link bekomme, wohin die Grafikdatei nun "verschwunden" ist. Was mache ich falsch ? Gibt es Abhilfe ?
Hallo Stefan,

Du machst das schon richtig... genau das geschilderte Problem habe ich auch. Nach allem, was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, handelt es sich um ein Browser-Problem.

Einfachste Lösung: Du lädst Deine Bilder auf irgendeinen Webspace hoch. Steht Dir ein solcher zur Verfügung? Dann kannst Du die Bilder problemlos in Deine Postings einbinden.

Gruß, Wolfgang
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#55
Wenn Stefan mir die Bilder schickt, lade ich sie ihm hoch. Er kann seinen Begleittext schreiben und posten, ich baue die Pics dann da ein, wo sie hingehören.
Michael(F)
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#56
Zitat:SGibbi postete
Moderation:

Ich habe mir mittlerweile eine Dicke-Tal-Kamera zugelegt (war wohl an der Zeit) und ein paar schöne Scans in Sachen EMT auf der Festplatte, bekomme die Bilder jedoch nicht hochgeladen. Der Upload scheint zwar zu funktionieren, endet jedoch stets damit, daß ich ausgeloggt werde, und keinen Link bekomme, wohin die Grafikdatei nun "verschwunden" ist. Was mache ich falsch ? Gibt es Abhilfe ?

Stefan
Hallo Stefan,

die Dateiendung muß exakt (Groß-/Kleinschreibung!) einer der vorgegebenen Endungen entsprechen. Die Dateigröße muß unter dem Maximalwert bleiben.
Hier die erlaubten Dateiendungen: .gif .jpg .jpeg .png .tif .GIF .JPG .JPEG .PNG .TIF
Maximale Größe sind 512 kB (= 524288 Bytes).
Ist die Datei größer oder entspricht nicht den Vorgaben, gibts eine Fehlermeldung. Nach erfolgreichem Upload erscheint eine URL und die Angabe, wie man das Bild in den eigenen Beitrag einbinden kann.

Bei Problemen bitte ich um Info, dann finden wir eine andere Lösung.

Viele Grüße
Michael
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#57
Die Datei, welche ich als Test hochlade heißt "PE_34_Antrieb.jpg" und schreibt sich auch genau so (ohne Leerzeichen). Falls Ihr sie schon x-mal auf dem Server habt könnt Ihr es ablöschen. Das Bild ist ca. 45,8 kB klein. Ich verwende SuSE 9.1 und den Konqueror-Browser, aber auch mit dem Mozilla geht es nicht. Das Einzige ist, daß man auf einem Linux-Rechner NIE eine Datei ohne Pfadnamen ansprechen kann, selbst im Stammverzeichnis nicht, Minimum ist das Zeichen "/" (also Pfadnamen "home"), das ist obligatorisch. Wer Webspace für mich bereitstellen will - gerne, schickt mir ggfs. eine PN. Aber vielleicht lösen wir es auch so. Das Hochladen des Avatars hat ja auch funktioniert.
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#58
Falls gar nix geht:
- Schreib ein Posting
- mache die Stellen kenntlich, wo welches Pic hin muss
- Schicke mir die Pics per mail, ( mf@.....), nicht die web.de
- ich baue das dann zusammen.
Michael(F)
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#59
Dank Highlander´s PN habe ich es hingekriegt. Es ist Browserabhängig und der Mozilla aus SuSE 9.1 funktioniert. Danke für die Hilfe. Mehr Bilder sind im Anmarsch.
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#60
Hallo,

Heute, und sozusagen OFF Topic, eine kleine Bildergalerie von Tonarmen ohne Antiskating.

Wer einen langsamen Browser hat, kann diesen Beitrag ggfs. überklicken - es gibt (fast) nur Bilder. Die teilweise schlechte Qualität der Bilder bitte ich zu entschuldigen. Je nach Bild handelte es sich beim Original um vergilbtes Papier zT. in Vorkriegsqualität.

Für alle, die sich nun reichlich mit der eingebundenen EXCEL-Formel abgegeben haben und den Kröpfungswinkel ihres eigenen Tonarmes korrigiert haben (Tonabnehmer "schräg" einbauen) hier mal etwas ganz kurioses: Einen Tonarm ganz ohne Kröpfung:

[Bild: unknown_straight_arm_on_Garrard_301.jpeg]

Solche Tonarme sind / wurden natürlich ebenfalls optimiert. Sie arbeiten mit sog. "Unterhang" und sind deutlich kürzer als die heute üblichen Tonarme. Der Klirrgrad der Abtastung ist (mit klassischer Rundnadel) etwa dreimal so hoch wie beim Tonarm mit Kröpfung. Die mathematische Optimierung setzt natürlich stets voraus, daß die Schallplattendurchmesser bekannt sind. Zu Zeiten, da die Schallplatte noch nicht in dem Maß genormt war und es Platten von 12cm (und kleiner) bis 40 cm (und größer) gab, konnte man gut mit solchen "geraden" Tonarmen gut leben.

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Zu den ersten Tonarmen mit Kröpfung gehörte die Telefunken TO 1000 Serie, die mitte der dreißiger Jahre in Deutschland herauskam. Das Bild zeigt einen Telefunken TO 1002, das erste Nachkriegsmodell:

[Bild: Telefunken_TO_1002.jpeg]

Der Tonabnehmer dieses Tonarmes ist übrigens sehr ähnlich dem DECCA-Tonabnehmer, wie er noch Heute gebaut wird. Ich werde zu gegebener Zeit im DECCA-Thread darauf eingehen.

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Zu den versprochenen EMT-Bildchen hier erst einmal ein Prospektfoto vom EMT 927:

[Bild: emt927_rack.jpeg]

Das folgende Bild zeigt den EMT 927 von oben:

[Bild: emt927_von_oben.jpeg]

... und von unten:

[Bild: emt927_von_unten.jpeg]

... und perspektivisch:

[Bild: emt927_von_vorne.jpeg]

... und hier nun endlich ein Bildchen vom EMT 927 Tonarm:

[Bild: emt927_Tonarm.jpeg]

Die von Vorgängern angepostete Website des Herrn Passini ist mir natürlich auch bekannt. Wie bereits anderswo gepostet, hatte ich im AAA Forum einen "Mehr als 10 Seiten" "Mehrt als 8.000 Klicks" Threat zum Thema Laufwerksmechaniken (Klangunterschiede Riemen / Reibrad) erheblich mitgepostet, und der EMT-Sammler Passini postet zwischen seinen EMTs auch meine "Liebling", den PE 34, und mit Bildchen. So kam auch diese Seite des italienischen Zahnarzetes schon in "meine" Threads.

Der wesentliche Unterschied zwischen den "Passini" EMT-Armen und dem hier abgebildeten Stück besteht wohl in der Gestaltung des Lagerblocks, der bei Passinis EMTs rund ist, hier dagegen eckig ausgebildet ist. Das hiesige Bild stammt aus EMT Unterlagen (alte Serviceanleitung) und dürfte 100% EMT-authentisch sein.

Wann genau EMT damit startete, Ortofon-Tonarme in Lizens zu fertigen, ist mir, wie bereits früher gepostet, nicht bekannt. Lediglich beim SPU-Tonabnehmer ist es relativ genau zu erkennen. Das EMT/Ortofon SPU hatte eine Headshell aus Gußmaterial, während das originale Ortofon-SPU eine Headshell aus Bakelite hatte.

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Für alle Freunde der japanischen Cloneprodukte hier mal ein Audio-Technika Tonarm ohne Antiskating, der AT 1503:

[Bild: Audio_Technica_AT1503_auf_Garrard_401.jpeg]

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... und zur Abrundung des Beitrages eine kleine Ortofon-Anzeige. Ich hoffe, man kann es noch lesen. Man beachte die Originalpreise. Den heutigen Dollarkurs vorausgesetzt - da möchte man doch nochmal zuschlagen können Smile

[Bild: ortofon_advertisement.jpeg]

Gruß - Stefan
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#61
Obwohl der Thread älter ist, mir aber die erwähnten Tonarme ohne Antiskating bzw. mit unorthodoxer Antiskatingeinstellung bekannt sind, 
meine 10 Cents dazu:

1. Neumann Studio Tonarme:
a) DZT Tonarm (Mono, 12", kein Antiskating, es gibt eine Stereo-Kopie davon von einem Herrn A. Bokrand)
Wurde auch selten auf EMT R80 Laufwerken eingesetzt
b) PA-2 Tonarm (9", kein Antiskating, Teil des PA-S Plattenspielers)

2. EMT-Ortofon-Studiotonearme auf den EMT Rundfunk Plattenspielern/Laufwerken (vor den EMT selbstentwickelten Tonarmen). Gebaut von Ortofon für EMT mit spezieller Verstärkung am Tonarmrohr für die EMT-Lifthalterung.
a) Ortofon RF 297 (12" Monotonarm, nur für Studio Monotonabnehmer, eingesetzt auf dem EMT R80, den es allerdings auch mal mit einem Neumann 12" Tonarm gab, auch ohne Antiskating)
b) Ortofon RK309 (12" Stereotonarm für Studiotonabnehmer, damals Ortofon A Versionen, eingesetzt auf dem EMT 927st)
c) Ortofon RK212 (9" Stereotonarm, dito, auf dem EMT 930st)

3. Dieselben v. Ortofon mit Standard Headshell Anschluss (SME Typ, ohne die Verstärkung wie für EMT):
a) Ortofon RMG 309 (12")
b) Ortofon RMG 212 (9")
c) Ortofon SMG 212 und SKG 212 (9", einfacher als RMG mit Kunststoff Teilen. Wurden seltsamerweise als 12" Studiotonarme deklariert, dabei waren es 9" bzw. genauer gesagt 9 1/8" kurze Tonarme, lediglich die Gesamtlänge entsprach 12")
d) Ortofon RS212 (9", sehr einfacher billiger Tonarm)
Die RMG Versionen wurden später wieder neu als -i Versionen aufgelegt, es gab auch Kopien davon "made in China"

4. Tonarm des Thorens TD150 MK1 gebaut von EMT in Lahr (die MK2 Version hatte Antiskating)

5. SME, Steyning, UK hatte vor, einen 12" Tonarm auf den Markt zu bringen, den SME 3012, auch ohne Antiskating!
Die ersten Broschüren zeigten einen Tonarm, der einem Ortofon RMG verblüffend ähnlich sah, insbesondere dieselbe Lagerung.
Als er aber auf den Markt kam, sah er völlig anders aus und hatte Messerlager:
a) SME 3012A oder SME 3012-1 (auch SME 3012 Prototype)
b) Der SME 3009A mit 9" folgte, auch ohne Antiskating (auch SME 3009-1, SME 3009 Prototype)
für beide gab es später ein Antiskating Nachrüstset, da die ersten MM Tonabnehmer z.B. v. Shure mit hoher Nadelnachgiebigkeit und niedriger Auflagekraft ohne nicht auskamen, allerdings waren diese nicht ideal für diese Tonarme mit hoher Masse (dito ebenso die alten Ortofon Tonarme)
Hier ist es interessant anzumerken, dass Jean Hiraga aus Frankreich eine SME 3012 Isoda Aussenverkabelung probagierte,
die ebenso wie später bei VPI Tonarmen in einem Bogen nach "innen" (vom Tonarm weg) geführt wurde und die durch die Bogenform und korrektes Verdrillen als Antiskating fungierte.
Jean Hiraga hat das zwar auch beim späteren SME 3012-Serie 2 (der Antiskating serienmässig hatte) so ausgeführt,
aber besonders gerne mit dem Urahn, dem SME 3012 (A) ohne Antiskating, das sein absoluter Favorit aller Tonarme ist,
wie auch vom Laufwerkhersteller Constantin Verdier. 

6. Grace (Japan):
a) Grace 704 u. 714 (Holztonarme)
b) Grace 707 frühe Version
c) Grace Σ-709F
d) Grace 640P
e) Grace 660P (12")
ev. noch einige weitere

7. Audio Technica (Japan):
a) ATP 12T (Studioteonarm)
b) AT 1501 MK1 + MK2
c) AT 1503
ev. noch einige weitere

8. Denon (Japan):
a) DA 303
b) DA 304 (12")
c) DA 305

Könnte gut sein, dass es da noch weitere japanische Tonarme gibt.

9. Grado (USA):
- Signature Series Wood Tonarm

10. Tonarme von frühen Acoustic Research Plattenspielern (USA):
a) AR XA
b) AR XB-1
c) AR77 XB

11. Decca (UK):
a) Decca-Decola Mono Tonarm (herausragende Konsole)
b) Decca FFSS Tonarm (z.b. auch i Decola Stereo) für Decca London "Head" Tonabnehmer
c) Decca London International Tonarm (integriertes Headshell)

Tonarme, deren Antiskating lediglich durch die Verdrillung des Tonarminnenkabels vor dem Lager aus dem Tonarmrohr austretend in einem grossen Bogen vom Tonarmrohr weg erreicht wurde:
12. VPI JMW Memorial (9/10/12" Versionen).
Der Name steht für den durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommene Sohn Jonathan Mathew vom VPI Chefentwickler Harry Weisfeld, der auch an der Entwicklung dieses Tonarms beteiligt war.
Später gab es zum Nachrüsten eine Antiskatingeinrichtung, die bei den Nachfolgern dieser Tonarme serienmässig mit dabei war
Harry Weisfield übernahm diese Idee von Jean Hiraga, der die SME 3012 Tonarme mit Isoda Aussenverkabelung so erfolgreich modifizierte.

13. Well Tempered Labs: Tonarme, deren Antiskating durch ein verdrehen der Aufhängung via Fäden ermöglicht wurde,
Patent von William Fireborough*. Tonarme mit Teflon Wanne, die auf einem Silicon Bad sitzt (damals die meisten 9")
a) sehr einfache Version des integrieten Tonarms vom Well Tempered Record Player
b) aufwendigere Version des Well Tempered Classic Turntable
c) Well Tempered Signature (die einzige 10" Version mit sandgefülltem Edelstahl Tonarmrohr)
d) Well Tempered Reference (Carbon Armrohr)
Danach verschwand Well Tempered erstmal für einige Zeit in der Versenkung, bis dann aufgekauft und neu aufgelegt
und statt Teflon Wanne mit einer Art Golfball im Siliconbad, alle in 9/10/12" erhältlich
* Dieses Patent wurde von D. Klimo mit seinem ersten "eigenen" Tonarm verletzt, weshalb dieser von der Bildfläche verschwand.

Die Antiskatingeinstellung bei magnetisch gelagerten Tonarmen (Schröder) geschieht ähnlich via Verdrehung eines Fadens!

Und nun "last maybe least" seit einiger Zeit der:

14. ViV Laboratury Rigid Float Tonarm !!!
Kam zuerst als 7" Tonarm auf den Markt, später 10" und 13"

Keine Kröpfung, daher der erste und soweit mir bekannt weltweit einzige Tonarm,
der konstruktionsbedingt
überhaupt keine Antiskating-Korrektur benötigt!

Horizontale wie vertikale Ölbadlagerung.

Wohl wichtig bei diesem Tonarm: Er wird einfach nur auf das Laufwerk gestellt, keine Bohrung!
Das macht ihn für leichte Subchassislaufwerke eher weniger geeignet.

Ich habe diesen wie auch die erwähnten japanischen und die von AR noch nicht bei mir aufgebaut gehabt.

@ SGibbi:
Deine Fotos von dem EMT 927 wie auch dem EMT Tonarm stammen nicht aus einem EMT Prospekt sondern die hast Du aus einem Artikel über EMT930 u. 927 aus dem US Magazin "Sound Practices" Issue 16 Seiten 17/18/19 u. 21 kopiert!

Dito die beiden Fotos des Garrard 301. Das 2.te mit dem AT Tonarm. Die beiden Fotos sind aus dem US "Sound Practices" Vol. 2 Issue 1 Magazin. Der Autor Haden Boardman hat da den AT1503 Tonarm mit einem Fidelity Research FR66s verwechselt (den FR66s kannte er damals nämlich nicht. Trotzalledem war und ist er heute noch einer der britischen Pioniere was hochwertiges klassisches "Vintage Audio" angeht:
Haden Boardman: Garrard 301 + 401
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