Hallo Leute,
habe meine Technics RS 1500 (Halbspur-Variante) auseinander, weil sie mitunter und immer öfter beginnt zu "jaulen".
Davon abgesehen, habe ich etwas gefunden, was nicht korrekt aussieht.
1.)Ort des Geschehens ist ein Magnet(?) in der Nähe des linken Wickelmotors.
Entweder wurde hier mal von jemand gebaut, oder es ist etwas kaputt gegangen...
Hat da jemand bewußt ein Bauteil abgelötet??? Soll ich es als Ahnungsloser einfach wieder festlöten? Welche Funktion hat es?Oder ist das der "lieblose" Austausch eines Teiles, wo man das alte Teil einfach dringelassen hat?
2.) Würdet Ihr diese Bremsen neu belegen? Hat jemand von Euch noch etwas geeignetes Material, was er mir schicken kann??
Wie es geht, habe ich gelesen und verinnerlicht.
Damit erstmal genug.
Vielleicht kann sich mal wieder ein geduldiger Mensch um mich kümmern
Gruß von Ralf
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Hallo Ralf,
das Bauteil welches du gefunden hast ist eine Diode.
Sie funktioniert als Freilaufdiode und verhindert hohe Spannungspitzen entgegengesetzer Polarität, wenn der Magnet ausgeschaltet wird. Vermutlich schützt sie einen Transistor der den Magnet schaltet.
Die abgeknipste Diode war vielleicht defekt und wurde nicht ausgebaut.
Du kannst sie entfernen.
Grüße
Michael
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Hallo Ralf,
guck mal hier:
http://www.google.de/imgres?imgurl=http:...Aw&dur=404
Du must etwas runter scrolen, da wirst Du etwas zu den Bremsen finden.
Gruß
Gunar
Hallo Michael,
gut, endlich wieder von Dir zu lesen und dankeschön für die Antwort.
Ich nehme die Diode dann raus, zumal die Lötstellen richtig schlecht sind.
Anscheinend wurde eine kleinere eingebaut, die beide Kontakte brückt.
Hallo Gunar,
auch Dir danke...den Thread hatte ich als Anleitung zum Ausbau genommen, leider versiegt er auch mittendrin.
Da ranzukommen war recht einfach, nun geht es um Material, um die Bremsen zu bekleben, denn ich denke, es ist auch bei mir notwendig. Obwohl die Maschine astrein bremst, deswegen hatte ich Bedenken.
Naja und ich habe nix an Material da...vielleicht hat noch jemand einen Rest für mich, es braucht ja nur wenige cm2....
Gruß von Ralf
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Hallo Ralf,
ich würde an einer gut funktionierende Bremse nichts machen. Nur wenn es notwendig sein sollte.
Gruß
Gunar
Gunar,
das war eigentlich mein heimlicher Gedanke. Weil Du es schreibst, wird es mir erst bewußt.An die Bremsen kommt man so gut ran, die kann man bei Notwendigkeit immer schnell reparieren.
Hatte mir Hoffnung gemacht, das "Jaulen" könne mit den Bremsen zusammenhängen...aber das ist wohl eher nicht der Fall.
Der Bandpfad ist sauber wie im Labor.
Alle beweglichen Teile, also Umlenkrollen und A-rollen habe ich mit Klüber Isoflex geölt.
Wollte heute auch mal den Riesen-Capstan-Motor rausnehmen, ist jedoch mißlungen. Offensichtlich ist die Capstanwelle mit der Schwungscheibe förmlich verklebt.
Aber weitere Versuche folgen.Muß mich erstmal genauer im Downloadbereich umsehen...hatte auf den schnellen Blick kein SM für die RS1500 gefunden.....
Bis später Ralf
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Hallo Ralf,
die Technics Maschinen laufen eigentlich flüsterleise. Wann äußert sich denn das Jaulen ? Im Abspielmodus oder beim Vor- Rückspulen? In letzerem Fall tippe ich auf das Zählwerk. Das wäre dann mit 1-2 Tropfen Öl (wie häufig beim Ölen: Weniger ist mehr), z. B. Ballistol zu beheben. Genaueres steht hier irgendwo auch im Forum beschreiben. Ansonsten frage noch mal nach.
Anmerkung: Die Umlenkrollen (Kugellager) der Technics benötigen i.d. Regel kein Öl.
Gruß
Jürgen
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Hi, ich mal wieder...
ich habe mal einen Reparaturbericht von meiner ex 1506 geschrieben, da steht alles drin, Bremsbelag wechsel, jaulen, etc...
wenn du ein bischen Fingerspitzengefühl hast und weisst was ein Kreuzschlitz ist dann schaffst du das locker, der Capstan muss komplett raus, bleibt aber in der Maschine, nichts ablöten oder ähnliches, beim Zählwerksthema, ich hab wenn ich, schon dabei war, einen neuen Antriebsriemen reingemacht. Klebe beim rausziehen des Capstans die Silberne Andruckrolle die vorne rausschaut ab sonst verkratzt es, bischen hin-her-hoch runter mit dem abgeschraubten Capstan dann kannst du das Ding komplett nach hinten rausziehen, ich musste das machen weil ich die Beleuchtungsbirnchen auch gewechselt habe, lies mal mein Bericht, der hilft sicher ein bischen weiter...
Gruß vom Dokorderharry---> 8o
Hallo Jürgen und andere Hilfsbereite,
das Kreischen des Zählwerks kenne ich, habe ich schon "weggepflegt".
Mein "Jaulen" tritt während Wiedergabe und Aufnahme auf und dauert ca 2-3sek. und passiert immer öfter.
Dabei kommt es zum verstärkten "Wippen" der oberen Umlenkrollen.
Das Jaulen tritt auch bei der Wiedergabe von Fremdbändern auf, ist also nicht auf dem jeweiligen Band aufgenommen.
Das gipfelte gestern abend darin, daß mir die gesamte Geschwindigkeit "falsch" vorkam....
Aber:
Ich bekam eine PN von Jürgen Heiliger und durfte ihn anrufen.
War ein supertolles Gespräch.
Er vermutet die Ursache bei den A-rollen und eher nicht bei dem guten Motor.
Habe die A-rollen dann nochmal nach seinen Tipps gepflegt und dann mal von rechts nach links vertauscht wieder eingebaut.
Habe dann noch eine Stunde probegehört...und das hörte sich sehr gut an.
Mal sehen, wie es heute nach der Arbeit ist, aber vielleicht habe ich ja Glück.
Auch die Umlenkrollen oben haben keine "Zappelbewegungen" mehr gemacht, sondern haben sich sehr gleichmäßig und nur sehr wenig bewegt.
Und Jürgen ist ein Kumpel durch und durch, ohne ihn hätte ich ja fast aufgegeben.
Es wäre verblüffend: Kleine Rolle...große Wirkung.
Mal sehen, wie es weitergeht, drückt mir bitte erstmal die Daumen!
Schöne Grüße von Ralf
Nachtrag zu 1140-Harry:
An Deinen Bericht bin ich gestern gar nicht rangekommen, weil mein Internet ebenfalls geleiert hat (arme Leute=3,6MBit/sek). Das mit den Bremsen kenne ich ja, mit dem Motor werde ich nochmal gucken!) Dank Dir schön!
passenger,'index.php?page=Thread&postID=155745#post155745 schrieb:Hallo Ralf,
.................
Das wäre dann mit 1-2 Tropfen Öl (wie häufig beim Ölen: Weniger ist mehr), z. B. Ballistol zu beheben. ...............
Gruß
Jürgen
Hallo Namensvetter,
und hier dürfen Die teile dann gerne aqnschließend zur Komplettrevision eingeschickt werden.....
ETUS-Landgraf
Karlsruhe
Jürgen, merke, Balistol hat in unseren HiFi-Gerätschaften nichts aber auch gar nichts zu suchen! Balistol hat weder schmierende Eigenschaften noch reinigende. Es lässt nur die Potikohlen aufquillen und zerstört somit mit Sicherheit jeden Poti endgültig.
=> Ralf,
schön dass es nur an den Andruckrollen gelegen hat..... ob es nun deren Noch-Nicht-Sauberkeit lag oder es beginnende Aushärtung ist werden die nächsten Wochen zeigen...... Im letzteren fall wird innerhalb weniger Wochen wieder zu diesem Erscheinungsbild kommen.
Und wie Dir schon am Telefon gesagt ich würde neu Aufvulkanisieren lassen und nicht NOS kaufen.
Gruß
Jürgen
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Hallo Ralf,
ok, wenn es beim Abspielen auftritt, fällt das Zählwerk als Ursache des Jaulens natürlich aus.
@Jürgen Heiliger:
von Potis war ja auch nicht die Rede. Gemeint war das quietschende Zählwerk. Dieser Fehler lässt sich tatsächlich (z.B.) mit Ballistol beheben, da sich dieses mit der Lagerpaarung Kunststoff / Metall verträgt, bei der hier das Problem entsteht. Ein derart betroffenes Gerät wurde auf diese Weise mit Erfolg "geheilt", hält jetzt schon 2 Jahre. (Ohne Komplettrevision  )
Gruß
Jürgen
Guten Abend liebe Bandmaschinenkameraden,
ich habe die Technics noch nicht an, weil ich Angst habe, daß sie wieder leiert.Aber gleich....
Wißt Ihr mal...als Anfänger hat man es nicht einfach!
Jetzt kenne ich genau zwei Fraktionen:
1. "Was-besseres-als-Balistol-gibts-nicht-was-für-Waffen-gut-ist-ist-für-Tonband-noch-besser"
2. "Balistol-hat-in-unseren-Hifigerätschaften-nichts-zu-suchen-die-Teile-müssen-dann-zur-Komplettrevision"
Freunde...was ist denn nun richtig???
Wenn ich mal Kontaktprobleme habe, benutze ich mittlerweile Teslanol/Oszillin t6, und das gab doch oft ein happyend.
Oder ist es auch falsch.
Je länger ich hier mitlese...desto verwirrender wirds! ?(
t6 ist doch ok.....oder :?:
Chaotische Grüße von Ralf
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Guten Abend,
ich berichte mal (da ich nur 2 Bandmaschinen habe), aus der Sicht der Plattenspieler-Bastler. Ich hab mittlerweile 5 Dreher so gepflegt.
Ballistol greift auf Dauer Metalle an, also nix gut für Maschine.
Teslanol nur für Kontakte, klappt gut.
Bei Metall auf Kunststoff bzw. Kunststoff auf Kunststoff gibt es Vaseline. Es genügt die aus der Apotheke.
Ich habe bei meiner kleinen Akai das Zählwerkrädchen auch mit Vaseline gefettet, läuft geräuschlos.
Plattendrehende Grüsse
Peter-Paul
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Seit wann greift Ballistol Metalle an ?, es ist ein Waffenöl und Waffen bestehen aus Metall. Die einzigen zwei Metalle die Patina ansetzen können wenn sie mit Ballistol behandelt werden sind Messing und Kupfer.
Wer näheres über Ballistol wissen möchte kann im Internet alles Nachlesen wofür Ballistol sehr geeignet ist, unter anderem auch für die Kontaktpflege, nach zu Lesen in der
"Ballistol Story", viel Spass beim Lesen.
Die besten Grüße
Oldie54
In der Ruhe, der Musik und meinen Bandmaschinen liegt die Kraft!!!
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Hallo,
ich nehme für die Versiegelung und zum Schmieren der Potis und Schalter(nach dem ich diese zerlegt habe) Kontakt 61. Ob das gut ist weiß ich nicht, ich wieß nur, dass es von vielen Radio und Fernsehmechanikern genommen wird.
Über Ballistol habe ich einmal gelesen das das Zeug angeblich nach einer Zeit anfangen soll zu kleben. Ob das stimmt weiß ich auch nicht, da keine Erfahrung über das Zeug.
Gruß
Gunar
Nochmal hallo,
das führt jetzt ein wenig von der Technics weg zum Allgemeinen.
Vielleicht sollten wir sowieso mal einen "Öl und Abschmier sowie Kontaktpflegethread" ins Leben rufen und den so zentral parken, daß ihn jeder Alt- und Neuling relativ fix findet und nicht erst 200 Threads studieren muß, wenn er eine knarrende Welle im Gerät hat...
So mal als Spontanidee....
Gruß von Ralf
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oldie54,'index.php?page=Thread&postID=155768#post155768 schrieb:Seit wann greift Ballistol Metalle an ?, es ist ein Waffenöl und Waffen bestehen aus Metall. Die einzigen zwei Metalle die Patina ansetzen können wenn sie mit Ballistol behandelt werden sind Messing und Kupfer.
........................
Die besten Grüße
Oldie54
Hi Oldie,
und woraus bestehen z.B. Sinterlager........ Na kommt's langsam...... Ach ja, Sinterbronce ist eine Legierung aus Messing und Kupfer.
Noch weitere Fragen?
Gruß
Jürgen
Hallo liebe Bandmaschinisten,
ich will Euch mal mitteilen, daß die Technics gestern nicht mehr gejault hat (toi,toi,toi)
Ich bin natürlich sehr froh, traue der Sache aber noch nicht so richtig.
Geht man ganz naiv an die Sache ran, ist es sehr beeindruckend, wie diese relativ kleinen Rollen über die Harmonie in Aufnahme und Wiedergabe entscheiden!
Ich warte erstmal auf etwas mehr Freizeit, dann werde ich nochmal den Beitrag von Dokorder-Harry raussuchen und lesen.
Erstaunlich, wieviel man mit der Zeit wieder vergißt.Daß es da auch um Jaulen ging, hatte ich mich gar nicht mehr erinnert.
Bis später und streitet Euch nicht wegen dem doofen Ballistol
Gruß von Ralf
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Hallo Jürgen,
es ging ja auch nicht um Sinterlager, dafür nehme ich natürlich Sinterlageröl, es ging um Kontaktpflege. Und für Kontakte die mit Kohle versehen sind wie du geschrieben hast, ist bei Fernbedienungen zum Beispiel der Fall, die kannst du nicht mal mit Isopropanol reinigen, dann funktioniert sie schon nicht mehr und du musst die FB mit neuer Kohle beschichten. Es gab mal einen Reparatursatz für FB mit einer auftragbaren Kohlebeschichtung.
Und Ballistol für ein Zählwerk ist auch in Ordnung da es sich hier auch nicht um Sinterlager handelt.
Die besten Grüße
Peter
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Hallo Jungens,
ich habe es von allen am besten!
Wenn wieder was ist, rufe ich den Oldie an, weil das mein Bandmaschinenfreund ist.
Danach rufe ich den Jürgen an, weil der hoffentlich auch mein Bandmaschinenfreund wird.
Meine Meinung dazugerechnet, Ergebnis durch 2,5 dividiert---> und das mache ich dann
Voller Freude kann ich Euch sagen, daß die Technics absolut straight aufnimmt und wiedergibt.
Was nützt das jemand anders???
Meine Erkenntnis: Es ist sinnvoll, bei Jaulproblemen die beiden A-rollen erstmal untereinander auszutauschen!
So kann man schonmal prüfen, ob sie wirklich "schuld" sind.
Beste Grüße an alle Gleitmittel- und Kontaktexperten! (von Ralf)
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Jürgen Heiliger,'index.php?page=Thread&postID=155788#post155788 schrieb:Ach ja, Sinterbronce ist eine Legierung aus Messing und Kupfer.
Soso.  Das sind ja interessante materialkundliche Analysen, die hier unters Volk geworfen werden. Woraus besteht denn dann eigentlich Messing?
Erst mal informieren, bevor man mit nassforschen Aussagen um sich schmeißt...
Aber trotz und alledem: es ist richtig, dass Ballistol Buntmetalle und Blei anlöst. Das ist deshalb so, weil es ziemlich alkalisch ist (pH ca. 8,5). In Potis und Schaltern (Bronze, Messing --> Kupfer) kann es darum zu Oxidation und Grünspanbildung kommen. Graphit (Kohlenstoff) kann es nach einiger Zeit ebenfalls auflösen (Schleifbahnen in Potis!).
Falsch ist, dass es kein Schmierstoff ist! Es enthält als Hauptbestandteil Weißöl, das sowohl als Schmier- wie auch als Korrosionsschutzmittel dient. Solange es nicht mit Wasser in Berührung kommt, schmiert es sogar ganz gut.
Zur Reinigung von Potis und Schaltern (nach deren Zerlegung) ist es ganz gut geeignet, nur sollte man das Teil dann anschließend mit einer hauchdünnen Vaselineschicht vor weiteren Angriffen des Waffenöls schützen. Das Ballistol ist vorher mit Benzin oder Kontakt WL und Pinsel/Wattestäbchen zu entfernen! Tut man das nicht, kann man nach einigen Monaten bis Jahren eine grüne Schmiere vorfinden, die überwiegend aus Kupfersulfat besteht und eine erneute Reinigung notwendig macht. Dann aber besser mit geeigneteren Mitteln  !
Gruß Holgi
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Hi,
klingt schlüssig, aber eine Frage bleigt dennoch...
was macht der unbedarfte HiFi-Freund bei kratzenden Potis ohne die gleich ausbauen zu müssen, aber das Kratzenloswerdenwollend...
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Leider situationsbedingt wieder mal fast OT:
hannoholgi,'index.php?page=Thread&postID=155836#post155836 schrieb:Jürgen Heiliger,'index.php?page=Thread&postID=155788#post155788 schrieb:Ach ja, Sinterbronce ist eine Legierung aus Messing und Kupfer.
Soso. Das sind ja interessante materialkundliche Analysen, die hier unters Volk geworfen werden. Woraus besteht denn dann eigentlich Messing?
Erst mal informieren, bevor man mit nassforschen Aussagen um sich schmeißt...
Aber trotz und alledem: es ist richtig, dass Ballistol Buntmetalle und Blei anlöst. Das ist deshalb so, weil es ziemlich alkalisch ist (pH ca. 8,5). In Potis und Schaltern (Bronze, Messing --> Kupfer) kann es darum zu Oxidation und Grünspanbildung kommen. Graphit (Kohlenstoff) kann es nach einiger Zeit ebenfalls auflösen (Schleifbahnen in Potis!).
...., kann man nach einigen Monaten bis Jahren eine grüne Schmiere vorfinden, die überwiegend aus Kupfersulfat besteht und eine erneute Reinigung notwendig macht. Dann aber besser mit geeigneteren Mitteln !
Gruß Holgi Daß Jürgen Bronze als Legierung zwischen Messing und Kupfer definiert, erkenne ich zumindest sofort als Tippfehler und nicht als interessante metallurgische Erkenntnis. Ein wertneutraler Hinweis hätte mir gereicht.
Im Übrigen frage ich mich als nicht so umfassend mit Kenntnissen der Chemie Beglückter, wieso durch die Einwirkung eines alkalischen Mediums zuletzt ein Sulfat entsteht. Es muß dann ja wohl noch Essigsäure eine Rolle spielen, damit der oben zitierte Grünspan (Kupferacetat) entsteht, alles im Ballistol, Säure und Base zugleich und dann erst nach langer Zeit in Erscheinung tretend?
vielleicht auch nassforsch, die Aussage ?
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Ich bin lernfähig aber nicht belehrbar.
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Mädels,
es gibt in vielen Foren einen Glaubenskrieg zwischen Anhängern von Ballistol, Kontakt-60/61, Oszillin T6 und anderen Mittelchen. Wir müssen hier nicht auch noch einen Schauplatz aufmachen. Ich räume nachher die Beiträge in einen neuen Thread, wo über die Wirkung diverser Mittelchen sachlich (!) weiter diskutiert werden kann.
Aus meiner Erfahrung:
Kontakt-60: sehr gute Reinigungswirkung, agressiv gegen Kunststoffe, muß ausgewaschen werden
Kontakt-61: dito, etwas weniger agressiv, muß auch ausgewaschen werden
Die damit behandelten Kontakte/Geräte müssen für eine gute Langzeitstabilität hinterher geschützt werden.
Ballistol: reinigt alles, extrem mildes Mittel, greift nix an, schmierende und damit schützende Wirkung, lange Einwirkzeit, verharzt nie
Oszillin T6: mildes Reinigungsmittel besonders auch für Hf-Baugruppen, da nicht ölig und flüchtig
Mit Ausnahme meines Paradebeispiels (ein total verharztes Dual Chassis wird auf eine dicke Zeitung gestellt und tropfnass mit Ballistol eingesprüht, danach 24h stehen gelassen - und läuft) sollten die Mittelchen alle eher sparsam und ggf. unter Zuhilfenahme eines Wattestäbchens eingesetzt werden. Wenns tropft, wars zuviel
Gruß
Michael
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Och Leute (= Mädels und Jungs), nun werft doch nicht alles durcheinander ... :?:
Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink.
Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn.
Grünspan ist chemisch in der Tat Kupferacetat und entsteht aus der Einwirkung von Essigsäure auf Kupfer.
Was bei der Verwitterung auf der Oberfläche von Kupfer entseht, ist ebenfalls oft grünlich-bläulich, wird gerne als Grünspan bezeichnet, ist aber chemisch was anderes. Je nach Zusammensetzung der Atmosphäre kann das ein Sulfat oder ein Karbonat (durch das CO2 aus der Luft) oder ein Chlorid oder eine Mischung aus all dem sein. All diese Verbindungen sind bläulich-grünlich. Bestimmend für die Farbe ist vornehmlich das Kupfer, bzw. die Tatsache, daß Kupfer hier in Form von zweiwertigem Cu2+ vorliegt. Der genaue Farbton wird dann durch das bestimmt, was um das Kupfer drumrum ist (Sulfat-, Karbonationen, etc.)
Wenn im Ballistol etwas drin ist, was es schafft, metallisches Kupfer zu Cu2+ zu oxidieren, wird das Ergebnis mit einiger Wahrscheinlichkeit auch bläulich-grünlich sein. Wenn nicht, schafft das nach einiger Zeit vielleicht die Luft.
So, Oberlehrermodus wieder aus.
Trotzdem interessant, die Diskussion hier.
Gruß
TSF
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my 2 cent: ich nehme für Kontakte jeglicher Art, wie auch die Vintagewerkstätten (dort großer "Umsatzbringer :love: ) das Philips 390CCS Spray. Die längsten "Behandlungen liegen fast 10 jahre zurück-ohne Beanstandungen.
Gruß Werner
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Hallo Michael,
ich antworte hier, weil Du selbst diese abgeglittene Diskussion hier fortführst.
MichaelB,'index.php?page=Thread&postID=155840#post155840 schrieb:Ballistol: reinigt alles, extrem mildes Mittel, greift nix an, schmierende und damit schützende Wirkung, lange Einwirkzeit, verharzt nie
Wenn Du die Stellungnahme des Herstellers von Ballistol, Fa. Klever, liest, räumt der sogar ein, daß dieses Produkt Kupfer und Messing und damit wohl auch Bronze an-/auflöst. Auch Schießpulverreste, die bekanntemaßen Kohle beinhalten, werden gelöst. Dies alles zugegebenermaßen unter der Voraussetzung längerer Einwirkzeit und größerer Menge.
http://www.co2air.de/wbb3/index.php?page...adID=80135
Daß einige auch bei Sinterlagern und Potis gerade darauf schwören, mag unmittelbar mit diesem dann doch wenig "mildem" Mittel und seine Fähigkeiten der Auflösung von Kohle und Kupfer zusammenhängen. Man könnte dann aber auch eine Reibahle oder Schmirgelpapier nehmen. In einem Waffenlauf ist das Entfernen von Geschoßhülsen- und Treibmittelresten gewünscht.
Zu allem anderen kann ich außer meinen Grundkenntnissen zur Chemie nichts Verifiziertes beitragen.
Gruß
Frank
Ich werde interessiert im verschobenen Thread mitlesen.
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Hallo Michael,
Zitat:Kontakt-61: dito, etwas weniger agressiv, muß auch ausgewaschen werden
Ist das wirklich so??
Dazu habe ich einen Link (ich hoffe das ist ok), von einer Person, die das beruflich macht.
http://www.good-old-hifi.de/tipps/tipp07.shtml
Wenn man das Zeug wirklich ausspülen muß, bin ich wirklich verwirrt. Denn jeder schreibt etwas anderes. Denn ich nutze das Zeug auch zum versiegeln, nachdem ich die Kontakte gereinigt habe, so wie im Link beschrieben.
Gruß
Gunar
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Kontakt 61 muss nicht ausgewaschen werden, ganz im Gegenteil.
Die korrekte Reihenfolge zur Kontaktreinigung mit Mitteln von Kontakt Chemie (CRC) wäre:
Reinigen mit Kontakt 60, ausspülen mit Kontakt WL, je nach Anwendungszweck versiegeln bzw. schützen mit Kontakt 61 oder mit 701(Vaseline).
http://www.crcind.com/wwwcrc/tds/TKC4%20KONTAKT60.PDF
Gruß Ulrich
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Ok und danke Ulrich,
dass hätte mich wirklich gewundert, da das Kontakt 61 zum versiegeln sein soll.
Gruß
Gunar
Gunar,'index.php?page=Thread&postID=155853#post155853 schrieb:Hallo Michael,
Zitat:Kontakt-61: dito, etwas weniger agressiv, muß auch ausgewaschen werden
Ist das wirklich so??
Dazu habe ich einen Link (ich hoffe das ist ok), von einer Person, die das beruflich macht.
http://www.good-old-hifi.de/tipps/tipp07.shtml
Wenn man das Zeug wirklich ausspülen muß, bin ich wirklich verwirrt. Denn jeder schreibt etwas anderes. Denn ich nutze das Zeug auch zum versiegeln, nachdem ich die Kontakte gereinigt habe, so wie im Link beschrieben.
Gruß
Gunar
Hallo Gunnar,
und andere dürfen kurze Zeit später sich ärgern.
Der hier ist auch Profi in Sachen Überholung von Hifi-Classicern......
http://www.etus-landgraf.de/FAQ/Poti.html
Und dessen Erfahrung lässt ihn nur den Kopf schütteln bei den diversen Sprühereien.
Noch etwas zu den "Schmierstoff-Eigenschaften" von Balistol oder anderen stark basischen Stoffen....... Dies ist nur sehr kurzfristig, wie bei allen alkalischen Dingen, denn Öle bilden wenn sie mit diesen in Verbindung eine Seife und diese fühlt sich schmierend an.....
SE-1 ist auch so ein Mittel......dieses wird zum Anlaugen (entfernen) von Öllacken, Fetten und Nikotin verwand..... und solange man damit arbeitet meint man sehr gut eingefette Hände zu haben..... 10 Min. nach der Arbeit seht ihr dann wie sehr der natürliche fettschutzmantel der Haut ausgelaugt wurde.
Ich persönlich würde Balistol niemals in unseren Geräten einsetzen.
Gruß
Jürgen
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Ich teile Jürgens Ansicht, keinesfalls mit Ballistol zu arbeiten, aber im folgenden Punkt hat er Unrecht:
Um eine Verseifung eines Öls (Fettes) durch die entsprechende chemische Reaktion herbeizuführen, reicht der leicht alkalische Bereich von Ballistol (pH = 8,5) bei weitem nicht aus. Da muss schon bei deutlich höheren pH-Werten gearbeitet werden.
Manch einer steht dermaßen auf dieses Waffenöl, dass er sogar sein Schnitzel darin anbrät...
Gruß Frank
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Hallo Jürgen,
Herr Landgraf sagt mir etwas, da ich mit dem Herrn auch schon mal telefoniert hatte. Da ging es auch um Potis und diverse Schalter. Und die Aussage von dem Herrn Landgraf und der Link von Good old Hifi hat mich absolut überzeugt, die Schalter nicht nur einfach zu Sprühen, sondern diese zu zerlegen und zu reinigen. Was ich auch gemacht habe, also gehe ich davon aus, dass Herr Landgraf ein anderes Mittel zum Konservieren benutzt als Kontakt 61?
Mich würde es interessieren, welches Mittel da benutzt wird.
Zitat:und andere dürfen kurze Zeit später sich ärgern.
Darf ich fragen wie Du das meinst? Ich gehe davon aus, dass Du damit das reine Sprühen meinst?
Gruß
Gunar
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Die Werbeabteilung mal Außen vor gelassen,
jedes Mittel hat seinen spezifischen Zweck. Universelle Wundermittel gibt es nicht.
Ebenso wie jedes Werkzeug, alles will korrekt und an der richtigen Stelle eingesetzt werden.
Mit einem Hammer kann man sich auf die Finger hauen. Ein Hammer bleibt aber trotzdem für spezifische Zwecke ein geeignetes Werkzeug.
PS: Auch beim Zerlegen und mechanischem Reinigen von Kontakten (oder Potis) kann man viel verkehrt machen und für immer zerstören.
PPS: Ballistol würde ich schon wegen des strengen Geruchs nicht einsetzen.
Gruß Ulrich
Hallo Gunnar,
damit ist gemeint dass es keinen Spaß macht einmal gesprühte Potis, Schalter wieder herzustellen, bzw. teilweise Teile dafür erst wieder herzustellen.
Dominik hat sich aus diesem Grunde eine CNC-Fräse anschaffen musste / angeschaft hat. Dominiks Aussage ist sinngemäß in 95% der Fälle wäre ein Herstellen der Ersatzteile nicht von Nöten, wenn nicht gesprüht worden wäre.
Gruß
Jürgen
Hi Frank,
komisch das SE-1 aber nur einen PH-Wert von 8.4 hat und trotzdem Fette und Öle löst.........
Gruß
Jürgen
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Konserviert/ versiegelt Kontakt 61 nicht ebenfalls mit technischem oder med. Weißöl (ist nicht klar ersichtlich? Laut Sicherheitsdatenblatt ist dies in Kontakt 61 enthalten. Die Umweltverträglichkeit ist aber im Vergleich mit Ballistol Universalöl unter aller "Kanone". Warum wird zum Versiegeln nicht einfach Ballistol USTA Werkstattöl oder Ustanol oder gar med. Weißöl pur verwendet?
1000 mL med. Weißöl werden im Handel oder in der Apotheke? so um 10 € angeboten.
Je mehr man über diese Produkte sowie die Für und Widers nachliest, um so verwirrter wird man ;( .
Gruß Bernd
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Hallo,
vielleicht sollt man wirklich einen eigenen Thread auf machen, wie man Potis & Co richtig reinigt und diese dann vernünftig Konserviert.
Zitat:Weißöl pur verwendet?
Davon habe ich auch mal etwas gelesen.
Zitat: Je mehr man über diese Produkte sowie die Für und Widers nachliest, um so verwirrter wird man ;(
Ja da gebe ich Dir recht.
Gruß
Gunar
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Registriert seit: Jan 2005
Jürgen Heiliger,'index.php?page=Thread&postID=155868#post155868 schrieb:Hi Frank,
komisch das SE-1 aber nur einen PH-Wert von 8.4 hat und trotzdem Fette und Öle löst.........
Gruß
Jürgen Hallo Jürgen,
das Lösen stelle ich doch gar nicht in Frage, sondern Deine Behauptung, Ballistol würde die Öle/Fette verseifen. Das geht bei diesen pH-Werten definitiv nicht.
Gruß Frank
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Das Tuner Spray von Kontakt Chemie wurde noch nicht erwähnt. Es ist sanft reinigend, verdunstet sehr schnell und riecht frisch. Ich benutze es neben Isopropanol zur Reinigung der Köpfe. Auch bei der Reinigung von Videoköpfen leistet es gute Dienste.
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