Bin zufällig auf dieses Meßgerät gestoßen, habe aber überhaupt keine Erfahrung mit ESR-Messung. Messen in der Schaltung ist natürlich klasse, deshalb mein Interesse.
Ist der Meßbereich 0,1 - 19,99 Ohm ausreichend? Der Akai - Entstörkondensator mit dem eingebauten Widerstand wäre schonmal nicht meßbar...
Ein ESR-Messgerät dient der Prüfung von Elektrolytkondensatoren in Schaltnetzteilen.
Das Gerät ist bei der Fehlersuche in modernen Stromversorgungen sehr nützlich und sollte in keiner Werkstatt fehlen.
Zitat:capstan postete
Ein ESR-Messgerät dient der Prüfung von Elektrolytkondensatoren in Schaltnetzteilen.
.........in modernen Stromversorgungen........
Aber doch nicht nur da. Ebenso kann man neue, noch nicht verbaute und gebrauchte Elkos messen und selektieren.
Beim Zusammenbau des Bausatzes muß man penibel auf sauberes Arbeiten achten. Es gibt sonst manchmal Probleme mit dem Nullabgleich ( dieser Fehler ist häufiger im Netz beschrieben).
Objektive Werte liefert das Gerät nur bedingt, sie differieren stark je nach Fabrikat, Wert und Spannungsbereich. Man kann eigentlich nur vergleichend messen. Und: Der Hersteller z. Bsp. sagt selbst, daß man einen Elko nur dann eindeutig als defekt klassifizieren kann, wenn der angezeigte Ohm-Wert über 20 (also außerhalb der Anzeige) liegt.
Ein paar Euronen mehr und man bekommt in der Bucht wohl bessere Geräte. Schau Dich mal nach einem Voltcraft Plus 4080 um, damit messe ich auch in der Schaltung. Ich muß allerdings zugeben, daß ich ab und an mal wegen meiner Unachtsamkeit bei großen, noch teilgeladenen Elkos die Sicherung des Messgerätes wechseln muß.
Bei allen gilt: [color="#FF0000']Trenntrafo oder vorher Netzstecker ziehen![/color]
ich nutze das ESR-1 seit einigen Jahren zur schnellen Suche fehlerhafter Elkos. Es ist aber KEINE RCL-Messbrücke ! Vielmehr liefert der angezeigte Wert einen Hinweis auf einen erhöhten ESR-Wert im Vergleich zu einem (möglichst) baugleichen Elko.
Also eher ein Schätzeisen, aber im positiven Sinn, da man nicht jeden Elko zur Messung auslöten muß. Es wird eine Tabelle mitgeliefert aus der, der ungefähre ESR-Wert eines gesunden Elkos ersichtlich ist. Wenn man zB in einer Schaltung mit sehr vielen baugleichen Stützelkos einen Spannungsabfall sucht, ist dieses Messgerät unschlagbar, einen eventuellen defekten Elko zu selektieren. So nebenbei bemerkt, hat man ja auch keine Lust, jeden alternden SMD-Elko mal eben auszulöten bloß weil er im Kreise der Verdächtigen liegt...
Das Messgerät finde ich wirklich sehr gut und empfehlenswert. Es ermöglicht ein schnelles aufspüren defekter Elkos ohne zwangsläufig den Lötkolben in die Hand zu nehmen. Aber das war es auch. Es ersetzt keine RCL-oder LCZ Bridge, es ist nur eine Ergänzung, die richtig gute Laune macht, wo eine Messung mit dem Multimeter aufhört.
Habe mir nun das Gerät gekauft und natürlich, wie oben beschrieben, macht der Abgleich Probleme. Mein Meßbereich geht maximal von 0,7 bis 17 Ohm. Ob das bei der Fertigvariante, 30 Euro teurer, auch so ist? Der Aufbau ging relativ problemlos, nur am Display gabs Probleme weil die Beinchen schwer einzustecken waren. Einmal mit der Ölspritze entlanggefahren, ohne Druck, dann gings. Die Lötstellen oberhalb R26 muß ich mir nochmal genauer anschauen, möglicherweise kommen die Probleme daher, sind sehr dicht zusammen. Die Fotos sind nicht optimal aber man kanns erkennen.
Edit: Die SMD Widerstände sind schon eingelötet beim Kauf.
ich erinnere mich, daß ich beim Zusammenbau auch Probleme mit dem Display hatte. Was genau, weiß ich nicht mehr. Aber Öl wirst Du doch sicher nicht genommen haben.
Gruß
Frank
Tagesfavorit: Pink Floyd - One Of These Days
Besser von vielem nichts zu wissen, als vorzugeben von allem was zu wissen.
Ich bin lernfähig aber nicht belehrbar.
gebe auch mal meinen Senf dazu.
Ich stand auch vor der Frage, so ein Gerätchen selbst zusammenzulöten, bin aber schnell davon abgekommen. Nicht nur eventuelle Abgleichprobleme haben mich davon abgehalten, sondern auch die umständliche Suche in einer Tabelle, um die Kapazitätswerte herauszulesen. Auch die Selbstbau- Erfahrungsberichte im Netz ließen mich immer mehr Abstand nehmen.
Zufällig bin ich beim Durchblättern eines Kataloges dann auf ein preiswertes Gerätchen unter 100,-€ gestoßen, das neben dem ESR auch gleichzeitig den Kapazitätswert errechnet und anzeigt. Dieses Peak-Atlas ESR Gerät, Modell ESR 60 habe ich mir vor einiger Zeit zugelegt und bin begeistert.
Vielleicht noch ein paar Worte zur Messtechnik. Dieses Gerät misst über einen eingebauten Frequenzgenerator den kapazitiven Blindwiderstand (Xc) des Kondensators. Hieraus wird dann die Kapazität ermittelt und angezeigt. Daher spielen auch die ohmschen Werte beim Messvorgang keine Rolle mehr und man braucht nichts mehr auszulöten.
Ich habe es versuchshalber doch einmal getan und mit verschiedenen "normalen" digitalen und analogen älteren Kapazitätsmessgeräten nachgemessen und war wirklich erstaunt, wie genau das ESR-Gerät anzeigt.
Im allgemeinen ist die Qualität eines Kondensators auch vom ESR abhängig. Wenn man Kondensatoren mit gleicher Käpazität aber von verschiedenen Herstellern misst, so soll der Kondensator mit dem niedrigsten ESR der Hochwertigere sein.
Den vielen Reparierern, die alles was nach Kondensator aussieht pauschal auswechseln muss ich aufgrund meiner Erfahrungen eine traurige Mitteilung machen. Ich habe mir für ein Gerät spaßeshalber alle Elko`s neu bestellt und auch eingebaut. Bei dieser Aktion habe ich natürlich auch den ESR der ausgebauten gemessen, und ich hätte es vorher auch nicht gedacht, bzw. vermutet, der ESR-Wert bei den alten Kondensatoren einer bestimmten Serie war sogar niedriger.
Vielleicht berichtet Jemand auch einmal über seine Erfahrungen zu diesem Thema.
Ich habe mir das Atlas ESR 70 gekauft und bin ebenfalls sehr zufrieden mit dem Gerät. Unterschied zu dem Atlas 60 ist ein etwas größerer Messbereich (20000 MF), da ich unter anderem auch Endstufenkondensatoren messen wollte.
Ich habe dann die Kondensatoren aus einem meiner Wega Modul 42 V Vollverstärker gemessen, Ergebnis der Messung im ausgebauten zustand mit Multimeter waren 9300 MF von ehemals 15000 MF im Neuzustand.
Die Messung mit dem Atlas ESR 70 ergab den gleichen Wert im eingebauten zustand.
Von einem Bausatz halte ich nicht sehr viel, denn wenn ein Fehler passieren sollte und das Teil verabschiedet sich, kannst du es nur noch in die Tonne knallen.
Beste Grüße
Peter
In der Ruhe, der Musik und meinen Bandmaschinen liegt die Kraft!!!
Ich besitze das ESR60 auch schon eine ganze Weile. Man muß am Anfang etwas Erfahrung sammeln durch den Vergleich mit den Werten neuer Elkos, aber dann ist es ganz brauchbar. Leider mißt dieses Gerät mit nur einer Frequenz von ca. 100kHz, für mich sind aber auch ESR-Werte bei niedrigen Frequenzen interessant, es gibt ja nicht nur Schaltnetzteile. Ich überlege im Moment die Anschaffung eines [size=10]PEAKTECH 2170, [/size]LCR-/ESR-Meter, Messfrequenz umschaltbar 100/120 Hz, 1/10/100 kHz. Das Gerät bekommt man bei dem bekannten Elektronikversand im hohen Norden.