30.09.2012, 19:45
Hallo,
schon wieder diese Kondensatortauschvorschläge, ich mag es langsam nicht mehr lesen.
Bei der 635 sollten sämtliche 2SC`s im Aufnahme und Wiedergabebereich ausgewechselt werden, da diese nach über 40 Jahren fehlerhaft wurden. Es trat mit den Jahren ein sog. interkristalliner Zerfall auf, was die pn- bzw. np-Übergänge mehr oder weniger lahmlegte oder zerstörte.
Bei einem meiner Geräte wollte der rechte Kanal nicht wiedergeben, aber fast auf den Punkt nach ca. 5 Minuten funktionierte er wieder. Dieses wiederholte sich ständig. Das ist nur ein Beispiel, aber häufig sind sie auch defekt.
Nach dem Tausch müssen die Pegel u.a. auf Gleichheit justiert werden. Bei dieser Gelegenheit stellte ich fest, das einige Potentiometer schwarz korrodiert waren und sich nicht exakt einstellen ließen, daher habe ich die gleich mit ausgetauscht.
Seitdem habe ich nun bei allen drei Maschinen keinerlei Probleme mehr.
Übrigens habe ich dieses Problem bei der 630`er noch nicht gehabt.
Ich freue mich immer wieder, wenn ich lese, dass ein Forianer durch Messen mit einem Kapazitätsmessgerät den Fehler gefunden hat.
Schlimm finde ich es, wenn Pseudoelektroniker auch in anderen Foren dazu auffordern sämtliche C`s auszutauschen, und sich die Tauscher, die zwar mit dem Lötgerät umgehen können, aber sonst nicht umfassend mit der Materie vertraut sind, dann auch noch wundern, dass das Gerät trotzdem nicht funktioniert.
Kondensatoren sind häufiger von Ausfällen betroffen als andere Bauteile. Das ist mittlerweile bekannt.
Daher mein Rat, sie neben der messtechnischen Untersuchung auch einer optischen Prüfung zu unterziehen. Warum sollte man das tun?
Die meisten METALL-PAPIER-Kondensatoren sind mit einer Kunststoff- oder Lackschicht überzogen. Im Laufe der Jahrzehnte entstehen Risse. Durch Lagerung in Räumen mit erhöhter Feuchtigkeit dringt diese in die C`s ein. Die Folge, der theoretisch unendliche ohmsche Wert verringert sich so sehr, dass aus dem C ein ohmscher Widerstand geworden ist.
Bei den üblichen HiFi-Geräten kommt es infolge der niedrigen Spannungen meistens zu Ausfällen in der Funktion, vielleicht muss auch ein Transistor oder Widerstand dran glauben, mehr passiert i.d.R nicht.
Aber bei den Netzentstörkondensatoren, die an 240V liegen, kann die Sache sehr gefährlich werden. Gerüche sind hier das kleinste Übel, es sind auch schon ganze Geräte und Wohnungen in Brand geraten.
Bei älteren ELEKTROLYT-Kondensatoren habe ich bei denen mit rissfreien Aussenhüllen bislang kein Kurzschlussverhalten festgestellt. Sie verlieren i.d.R. ihre Kapazität und somit die jeweilige Funktion. Sind die Aussenhüllen gerissen und befindet sich darunter kein Alukorpus, sollten sie wie die MP`s ebenfalls ausgewechselt werden. Das Messgerät verrät es uns meistens noch genauer.
Wer ca. 200 € ausgeben möchte, kann sich ein modernes Kapazitätsmessgerät (z.B. Fa. Atlas) zulegen. Hier wird mit dem eingebauten Oszillator der kapazitive Blindwiderstand ermittelt und das Ergebnis in Mikrofarad angezeigt. Der unglaubliche Vorteil, man braucht die Dinger nicht auslöten und kann im eingebauten Zustand messen. Schneller kommt man nicht zu aussagekräftigen Ergebnissen und hat meistens noch viel Geld und Zeit gespart.
Amüsiert hat mich ein Angebot bei 123. Da wurden ausgelötete Kleinelkos (die orangefarbenen von Röderstein) massenhaft angeboten. Da wird auch heute noch vorgeschlagen, diese schleunigst alle auszuwechseln. Bei diversen Geräten aus den 70`ern, in denen diese massenhaft verbaut sind, habe ich bisher erst zwei von denen auswechseln müssen.
Hoffentlich habe ich nicht zu sehr gelangweilt, aber es musste einmal gesagt werden.
Gruß Bebi
schon wieder diese Kondensatortauschvorschläge, ich mag es langsam nicht mehr lesen.
Bei der 635 sollten sämtliche 2SC`s im Aufnahme und Wiedergabebereich ausgewechselt werden, da diese nach über 40 Jahren fehlerhaft wurden. Es trat mit den Jahren ein sog. interkristalliner Zerfall auf, was die pn- bzw. np-Übergänge mehr oder weniger lahmlegte oder zerstörte.
Bei einem meiner Geräte wollte der rechte Kanal nicht wiedergeben, aber fast auf den Punkt nach ca. 5 Minuten funktionierte er wieder. Dieses wiederholte sich ständig. Das ist nur ein Beispiel, aber häufig sind sie auch defekt.
Nach dem Tausch müssen die Pegel u.a. auf Gleichheit justiert werden. Bei dieser Gelegenheit stellte ich fest, das einige Potentiometer schwarz korrodiert waren und sich nicht exakt einstellen ließen, daher habe ich die gleich mit ausgetauscht.
Seitdem habe ich nun bei allen drei Maschinen keinerlei Probleme mehr.
Übrigens habe ich dieses Problem bei der 630`er noch nicht gehabt.
Ich freue mich immer wieder, wenn ich lese, dass ein Forianer durch Messen mit einem Kapazitätsmessgerät den Fehler gefunden hat.
Schlimm finde ich es, wenn Pseudoelektroniker auch in anderen Foren dazu auffordern sämtliche C`s auszutauschen, und sich die Tauscher, die zwar mit dem Lötgerät umgehen können, aber sonst nicht umfassend mit der Materie vertraut sind, dann auch noch wundern, dass das Gerät trotzdem nicht funktioniert.
Kondensatoren sind häufiger von Ausfällen betroffen als andere Bauteile. Das ist mittlerweile bekannt.
Daher mein Rat, sie neben der messtechnischen Untersuchung auch einer optischen Prüfung zu unterziehen. Warum sollte man das tun?
Die meisten METALL-PAPIER-Kondensatoren sind mit einer Kunststoff- oder Lackschicht überzogen. Im Laufe der Jahrzehnte entstehen Risse. Durch Lagerung in Räumen mit erhöhter Feuchtigkeit dringt diese in die C`s ein. Die Folge, der theoretisch unendliche ohmsche Wert verringert sich so sehr, dass aus dem C ein ohmscher Widerstand geworden ist.
Bei den üblichen HiFi-Geräten kommt es infolge der niedrigen Spannungen meistens zu Ausfällen in der Funktion, vielleicht muss auch ein Transistor oder Widerstand dran glauben, mehr passiert i.d.R nicht.
Aber bei den Netzentstörkondensatoren, die an 240V liegen, kann die Sache sehr gefährlich werden. Gerüche sind hier das kleinste Übel, es sind auch schon ganze Geräte und Wohnungen in Brand geraten.
Bei älteren ELEKTROLYT-Kondensatoren habe ich bei denen mit rissfreien Aussenhüllen bislang kein Kurzschlussverhalten festgestellt. Sie verlieren i.d.R. ihre Kapazität und somit die jeweilige Funktion. Sind die Aussenhüllen gerissen und befindet sich darunter kein Alukorpus, sollten sie wie die MP`s ebenfalls ausgewechselt werden. Das Messgerät verrät es uns meistens noch genauer.
Wer ca. 200 € ausgeben möchte, kann sich ein modernes Kapazitätsmessgerät (z.B. Fa. Atlas) zulegen. Hier wird mit dem eingebauten Oszillator der kapazitive Blindwiderstand ermittelt und das Ergebnis in Mikrofarad angezeigt. Der unglaubliche Vorteil, man braucht die Dinger nicht auslöten und kann im eingebauten Zustand messen. Schneller kommt man nicht zu aussagekräftigen Ergebnissen und hat meistens noch viel Geld und Zeit gespart.
Amüsiert hat mich ein Angebot bei 123. Da wurden ausgelötete Kleinelkos (die orangefarbenen von Röderstein) massenhaft angeboten. Da wird auch heute noch vorgeschlagen, diese schleunigst alle auszuwechseln. Bei diversen Geräten aus den 70`ern, in denen diese massenhaft verbaut sind, habe ich bisher erst zwei von denen auswechseln müssen.
Hoffentlich habe ich nicht zu sehr gelangweilt, aber es musste einmal gesagt werden.
Gruß Bebi
