Keilriemen contra Zahnriemen
#5
Zitat:Michael Franz postete
..........Flachriemen
Diese waren ursprünglich aus Leder geschnittene Streifen, die an den Enden miteinander verschraubt wurden. Lederriemen werden heute praktisch nicht mehr verwendet. Sie haben jedoch gute Reibwerte.

Heute werden die Riemen meist aus Textilien hergestellt und an den Enden entweder verklebt, verschweißt oder vernäht.......
Zu den klassischen Flachriemen fällt mir noch folgendes ein:

Leder war aus den genannten Gründen das beliebteste Material. Im Laufe der Betriebszeit verringerte sich die Haftung. Um das auszugleichen gab und gibt es spezielles Riemenwachs für Ledertreibriemen. Daß Flachriemen zusammengeschraubt wurden ist erstmal nicht normal und kann nur ein Notbehelf gewesen sein. Es gab für Lederriemen spezielle Riemenverbinder. Diese wurden in die freien Enden des Treibriemens eingepreßt. Nun konnte der Riemen eingefädelt und die beiden kammartig ineinandergreifenden Verbinder mit einem Durchsteckbolzen zusammengefügt werden. So ist das Vorgehen bei einem Transmissionsgetriebe da hier mit einem endlosen Riemen nicht gearbeitet werden kann. Der entscheidende Nachteil von Leder ist der Preis!

Als Ausweg wurde der gewebearmierte Gummiriemen eingeführt. Er kann in beliebigen Längen maschinell produziert werden und ist als Meterware problemlos vorzuhalten. Die vom Lederriemen bekannten Verbinder sind hier nicht einsetzbar. Also werden die Riemenenden deckungsgleich zweireihig gelocht und mittels Lederschnüren "vernäht". Dabei muß genau auf die Laufrichtung geachtet werden. Systembedingt ist hier kein so ruhiger Lauf wie beim Lederriemen zu erzielen. Noch ein Nachteil ist die recht große plastische Dehnung dieses Materials. Mehrmaliges Einkürzen eines neuen Riemens ist da nicht zu umgehen. Um die Haftung auf den Scheiben zu erhöhen kann Riemenwachs nicht verwendet werden. Statt dessen streut man gemahlenes Kolophonium auf die einlaufende Riemenseite.

Während Leder empfindlich auf Nässe reagiert mögen diese Gummiriemen nicht in Kontakt mit Ölen und Fetten geraten.

Ein Nachteil ist beiden Materialien gemeinsam: Bedingt durch deren große Masse (solche Treibriemen können schon mal über einen Zentner auf die Waage bringen) ist eine sehr hohe Lagerbelastung durch die Vorspannung vonnöten um einen möglichst gleichförmigen Lauf zu gewähren.

Neben den treibenden Scheiben mit balliger Lauffläche sind auch Scheiben mit gerader, konischer Lauffläche gegeneinander versetzt angeordnet üblich. Damit erfolgt eine Geschwindigkeitsregulierung einzelner Abtriebe um z.B. mehrere Abtriebe exakt gleichschnell laufen zu lassen. Der Treibriemen muß hierbei zwangsgeführt werden. Dazu dienen zwei verstellbare und frei angeordnete Seitenschwerter.

Bei Getrieben deren Treibscheiben konstruktiv einseitig gelagert sind setzt man heute moderne endlose Flachriemen ein. Diese sind wesentlich flexibler, viel leichter und zudem recht preiswert. Die Dicke solcher Riemen beträgt 1 bis 2 mm, also etwa ein Zehntel der Dicke konventioneller Gummigewebe- und Lederriemen. Für kleine Antriebe wie etwa bei Tonbandmaschinen gibt es solche Riemen in Stärken von unter einem Millimeter.

Um auf den Kern der ursprünglichen Fragestellung zurückzukommen:

Eine Aussage, welcher Treibriementyp der Beste ist kann so nicht gegeben werden. Weder allgemein, noch im Besonderen betreffs der Belange moderner Bandmaschinengetriebe.
Es kommt immer darauf an wo und wie ein Treibriemen eingesetzt wird, welche Anforderungen er erfüllen soll.
Abgesehen von einzelnen Exoten sind nach meiner Meinung Rundriemen als universelles Element für alle Zwecke gut zu gebrauchen. Elastische Flachriemen sind dagegen die eleganteste Lösung für den konventionellen Tonwellenantrieb und die vernünftigste Lösung bei Einmotorenlaufwerken - wenn genügend Platz in der Kiste ist ;-)
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Nachrichten in diesem Thema
[Kein Betreff] - von capstan - 29.11.2004, 07:52
[Kein Betreff] - von Michael Franz - 29.11.2004, 09:42
[Kein Betreff] - von MGW51 - 29.11.2004, 13:59
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[Kein Betreff] - von capstan - 30.11.2004, 11:06

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