Keilriemen contra Zahnriemen
#4
Weiter gehts mit den am häufigsten in Bandmaschinen verbauten Riemen. Die Rundriemen. Auch hier unterscheiden wir zwischen elastischen und nicht dehnbaren Riemen. Letztere sind z.B. in den Zwönitzer MTG-Geräten zu finden. Eine endlos geflochtene Schnur wurde mit einer Kunststoffumhüllung (Igelit) versehen. Die Lebensdauer ist bei sachgerechtem Einbau und Wartung nahezu unbegrenzt. Für eine saubere und schlupffreie Mitnahme muß ein großer Umschlingungswinkel gegeben sein. Die erforderliche Vorspannung ist mittels justierbarer Spannrolle exakt einstellbar und muß nach einer gewissen Betriebszeit nachjustiert werden. Originaler Ersatz ist m.W. nicht möglich - normale elastische Rundriemen müssen dafür herhalten.

Womit wir bei den gängigsten Antriebsriemen sind. Relativ einfach und in guter Qualität beschaffbar, preislich ist eine gewisse Bandbreite vorhanden welche sich nicht unbedingt an der Qualität orientiert! Eine Sonderstellung nehmen hier die Federpeesen ein. Deren größte Vorteile sind die unübertroffen einfache Montage, problemlose Variation der Länge und die einfache Beschaffung. Gravierende Nachteile sind der geräuschvolle Lauf - ganz besonders bei Spurfehlern - und die im Verhältnis zu anderen Materialien wesentlich geringere Kraftübertragung. Tesla hatte Federpeesen oft als Zählwerksantrieb verbaut. Ungeachtet aller Nachteile gibt es keine bessere Notlösung um einen nicht vorrätigen Rundriemen, zumindest probehalber, mittels einer Feder zu ersetzen!

Um einen ruhigen Lauf zu gewähren müssen die Spurrillen aller Scheiben exakt fluchten! Das ist ein Gefummel mit verschieden starken Justierscheiben oder einfacher mittels Höheneinstellschraube. Bei Fluchtfehlern neigt auch eine gute Rundschnur dazu sich in sich selbst zu verdrehen und entsprechend unruhig ist dann deren Lauf. Bei Tellerantrieben ist sowas noch rel. belanglos - eine Tonwelle verlangt aber große Sorgfalt in der Justage. Der Ausweg aus solcherart zeitraubenden Prozeduren wurde bald gefunden. Es ist der

elastische Profilriemen.
Zumeist als quadratisches Profil angelegt tolerieren solche Getriebe gewissen Versatz anstandslos. Das spart kostbare Montagezeit. Die Herstellung einer 90° - Spurrille ist zumindest bei mechanischer Bearbeitung viel einfacher, und somit billiger, realisierbar als eine exakte Hohlkehle.
Wenn es ganz extrem sein soll greift man zu den

elastischen Dreikantriemen.
Da ist sicher Anselm voll in seinem Element:-)
Der Dreikantriemen ist z.B. bei den Report-Geräten im Querschnitt ein ungleichschenkliges Dreieck. Das bedeutet, die beiden Laufseiten des Riemens werden von den zwei langen Schenkeln gebildet. Sowohl auf der treibenden als auch auf der getriebenen Scheibe - in diesem Falle die Schwungmasse - sitzt der Riemen nahezu bündig in seiner Laufrille. Da die Schwungmasse schwenkbar angeordnet ist wird auf diese Weise sichergestellt daß der Riemen nicht umschlägt was wiederrum zu Gleichlaufproblemen führen würde. In diesem Zusammenhang ist noch ein Aspekt erwähnenswert: Bedingt durch diese Profilgestaltung kann das Getriebe mit einer geringeren Vorspannung arbeiten als das bei einem Rundriemen der Fall wäre. Somit werden insbesondere die Motorlager entlastet was sich folglich positiv auf den Stromverbrauch der Antriebsgruppe auswirkt. Einziger Nachteil dieser Riemen ist der schon sittenwidrige Preis der dafür verlangt wird.
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
[Kein Betreff] - von capstan - 29.11.2004, 07:52
[Kein Betreff] - von Michael Franz - 29.11.2004, 09:42
[Kein Betreff] - von MGW51 - 29.11.2004, 13:59
[Kein Betreff] - von MGW51 - 29.11.2004, 18:35
[Kein Betreff] - von MGW51 - 29.11.2004, 19:40
[Kein Betreff] - von capstan - 30.11.2004, 11:06

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste