18.01.2012, 13:04
Mash ist mir in der konkreten Antwort zuvor gekommen. Und wie es andere allgemein schon schrieben: Die Diskussion wiederholt sich. Einen neuen Erkenntnisgewinn gibt es dabei nicht. Das finde ich nicht dramatisch. Allerdings bleibt die Bewertung solcher Beobachtungen immer fraglich. Es geht eine Vorverurteilung damit einher: Wie kann ein Sender nur so blöd sein, seine KW, MW oder KW abzuschalten. Dieses Geschimpfe gefällt mir persönlich dann nicht mehr. Vor allem: wer hat noch batteriebetriebene Radioempfänger für die entsprechenden Wellen?
Zur Sache (und da wiederhole ich auch nur, was andere vor mir schrieben):
Was ist mit Katastrophe gemeint? Ab wann ist eine Information der Bevölkerung notwendig? Wie kann diese geschehen? Wie weit will man in seiner Vorstellung und Annahmen gehen? Viele Variablen, die konkrete Aussagen doch überhaupt nicht ermöglichen.
Der totale Ausfall macht jede Diskussion überflüssig. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging in Deutschland nichts mehr. Sendeanlagen zerstört. Strom in weiten Teilen nicht mehr da. Totale Finsterniss in jeder Hinsicht. Information der Bevölkerung via Flugblatt oder Ansagen mittels Automobil und aufmontiertem Lautsprecher. Das war es.
Was ein solcher Ausfall heute bedeuten kann wurde gestern in Leonardo auf WDR 5 diskutiert: Die Energiewende - nicht Gefahr, sondern Chance. Ein dezentrales Stromnetz könnte deutlich robuster sein als alte Zentralstrukturen. Aus dem Inhalt, von mir mit Auslassungen transkribiert:
"Wir sind von vielen Maschinen umgeben, weil wir uns darauf verlassen, dass immer Strom da ist. ... Kann man sich das bei uns überhaupt vorstellen, dass der Strom bei uns für längere Zeit ausfällt? Man kann es sich heute vorstellen: Licht geht aus, die Haushaltgeräte gehen aus, also die naheliegenden Sachen. Wo es schon schwieriger wird, ist, dass unser gesamter Kommunikationsapparat zusammenbrechen wird. Handys funktionieren vielleicht noch ein paar Stunden. Das Netz wird sehr schnell überlastet. Computer, Internet, e-Mail funktionieren nicht mehr. Festnetztelefon, TV auch nicht. Das einzige Kommunikationsmittel ist noch das Radio (wenn man batteriebetriebene Geräte vorrätig hat).
Wenn der Stromausfall Tage dauert, hört jeder Spaß auf. Dann fällt alles aus. Das Büro für Technikfolgenabschätzung hat das mal im Auftrag des Bundestages durchgerechnet und die kommen zu dem Schluß, dass alle Infrastruktursysteme ausfallen: Kommunikation, Transport, Verkehr. Es kann nicht mehr getankt werden. Tankstellen brauchen auch Strom.
Richtig kritisch wird es, wenn die Notstromsysteme nach einigen Tagen ausfallen. Diesel geht zur Neige. Kein Wasser, kein Abwasser (Anmerkung des Verfassers: Auch kein Radio mehr. Die brauchen zur Aufrechterhaltung des Betriebs auch Diesel). Es entsteht Seuchengefahr. Die Situation eskaliert nun vollends. Die Brandgefahr wird steigen, da mit offenem Feuer geheizt und gekocht werden muß. Brände werden sich ausbreiten über ganze Stadtteile. Die Feuerwehr hat kein Löschwasser. Die Versorgungssicherheit ist nicht mehr gewährleistet. Kein Geld. Keine Lebensmittel. Unruhen. Plünderungen. ... Unsere Zivilisation ist sehr verwundbar."
Wenn die Welt untergeht, hilft auch ein MW-Empfang nichts mehr. Alle anderen kleineren und größeren Stromausfälle auf lokaler Basis wird unsere Hi-tech-Gesellschaft mit einigen Unannehmlichkeiten schon geregelt bekommen.
(Edit: Rechtschreibung)
Zur Sache (und da wiederhole ich auch nur, was andere vor mir schrieben):
Was ist mit Katastrophe gemeint? Ab wann ist eine Information der Bevölkerung notwendig? Wie kann diese geschehen? Wie weit will man in seiner Vorstellung und Annahmen gehen? Viele Variablen, die konkrete Aussagen doch überhaupt nicht ermöglichen.
Der totale Ausfall macht jede Diskussion überflüssig. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging in Deutschland nichts mehr. Sendeanlagen zerstört. Strom in weiten Teilen nicht mehr da. Totale Finsterniss in jeder Hinsicht. Information der Bevölkerung via Flugblatt oder Ansagen mittels Automobil und aufmontiertem Lautsprecher. Das war es.
Was ein solcher Ausfall heute bedeuten kann wurde gestern in Leonardo auf WDR 5 diskutiert: Die Energiewende - nicht Gefahr, sondern Chance. Ein dezentrales Stromnetz könnte deutlich robuster sein als alte Zentralstrukturen. Aus dem Inhalt, von mir mit Auslassungen transkribiert:
"Wir sind von vielen Maschinen umgeben, weil wir uns darauf verlassen, dass immer Strom da ist. ... Kann man sich das bei uns überhaupt vorstellen, dass der Strom bei uns für längere Zeit ausfällt? Man kann es sich heute vorstellen: Licht geht aus, die Haushaltgeräte gehen aus, also die naheliegenden Sachen. Wo es schon schwieriger wird, ist, dass unser gesamter Kommunikationsapparat zusammenbrechen wird. Handys funktionieren vielleicht noch ein paar Stunden. Das Netz wird sehr schnell überlastet. Computer, Internet, e-Mail funktionieren nicht mehr. Festnetztelefon, TV auch nicht. Das einzige Kommunikationsmittel ist noch das Radio (wenn man batteriebetriebene Geräte vorrätig hat).
Wenn der Stromausfall Tage dauert, hört jeder Spaß auf. Dann fällt alles aus. Das Büro für Technikfolgenabschätzung hat das mal im Auftrag des Bundestages durchgerechnet und die kommen zu dem Schluß, dass alle Infrastruktursysteme ausfallen: Kommunikation, Transport, Verkehr. Es kann nicht mehr getankt werden. Tankstellen brauchen auch Strom.
Richtig kritisch wird es, wenn die Notstromsysteme nach einigen Tagen ausfallen. Diesel geht zur Neige. Kein Wasser, kein Abwasser (Anmerkung des Verfassers: Auch kein Radio mehr. Die brauchen zur Aufrechterhaltung des Betriebs auch Diesel). Es entsteht Seuchengefahr. Die Situation eskaliert nun vollends. Die Brandgefahr wird steigen, da mit offenem Feuer geheizt und gekocht werden muß. Brände werden sich ausbreiten über ganze Stadtteile. Die Feuerwehr hat kein Löschwasser. Die Versorgungssicherheit ist nicht mehr gewährleistet. Kein Geld. Keine Lebensmittel. Unruhen. Plünderungen. ... Unsere Zivilisation ist sehr verwundbar."
Wenn die Welt untergeht, hilft auch ein MW-Empfang nichts mehr. Alle anderen kleineren und größeren Stromausfälle auf lokaler Basis wird unsere Hi-tech-Gesellschaft mit einigen Unannehmlichkeiten schon geregelt bekommen.
(Edit: Rechtschreibung)
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut
