12.07.2011, 17:45
Hallo Freaks,
ich hab´s mir lange überlegt, zum einen weil´s völlig OT ist, zum anderen, weil ich die Angesprochenen für beratungresistent halte....
Trotzdem ein paar Korrekturen zu:
Im Röhrenzeitalter brachten getrennte Aufnahme- und Wiedergabeverstärker sicher in Platzproblem mit sich, aber nach Beginn der Transistor-Ära im Tonbandgerätebau, die bei Philips etwa 1965 begann (im Prospekt von 1966 war die Hälfte der Geräte "vollransistorisiert") war der Platz nicht mehr wirklich ein Problem.
Es mag aus technischer Sicht vielleicht nicht sinnvoll gewesen, aber ab 1970 gab´s nahezu kein Röhrentonbandgerät mehr am Markt, höchstens noch bei Grundig.
http://www.manager-magazin.de/unternehme...81,00.html
Ob er Pappenheim und seine Bewohner kannte, bezweifle ich. Noch viel weniger glaube ich, daß er Ende der 60-iger seine im übertragenen Sinne sprichwörtlich gewordenen Pappenheimer noch gekannt hat, sonst wäre es schwer, zu verstehen, warum er die Entwicklung Ende der 60-iger Jahre verschlafen hat.
Die bezog sich nämlich nicht nur auf Audio und Video-Elektronik. In Deutschland brach damals die Mode aus, ganze Wände der Wohnung zu verstellen. Das nannte man "Schrankwand". Jetzt stelle man sich vor: eine Wand wird vollflächig von einem Möbel eingenommen, ein Eck, d.h. gleich 2 Wände werden von der sog. "Sitzecke" blockiert, und Fenster und Türen sollte man ja auch noch haben...Da bleibt nicht mehr viel Platz für die vorher so beliebte Musik- oder Fernsehtruhe ( mit einer stereo-Basis von satten 1.20 m). Konsequenz: Radio und Fernseher müßen in ein Regalfach in der "Schrankwand". Der Markt für Musiktruhen ist von einem Tag auf den anderen tot. Und für Tonbandgeräte bedeutete das: das muß sich aufrecht hinstellen lassen. Da zählte der Max zu den Schlußlichtern.
Grundig hat es zum einen versäumt, seine Spitzenprodukte weiter zu bauen bzw zu entwickeln (z.B. SV 80 und die passenden Komponenten) und sich freiwillig auf die Billigheimerschiene begeben. Das wäre so, als würde Daimler die S-Klasse einstellen: mit den anderen Produktlinien verdient man vielleicht mehr, aber man verliert den Anspruch, man zeigt nicht mehr, daß man in der Lage ist, Höchstwertiges zu produzieren, man ruiniert sich sein Image. Die leichte und zu schwache Gegenreaktion Mitte der 70-iger kam zu spät.
Zum anderen hätte er dem Bespiel anderer, z.B. Studer, folgen sollen und das Design der Geräte Leute machen lassen, die das konnten. Selbst die beste Technik verkauft sich nicht, wenn sie topfig verpackt ist. Und das Design war Anfang der 70-iger höchstens noch in der Oberpfalz ein Renner. Aber da ging man zu der Zeit in Ursulapoppenricht auch noch zum Pinkeln auf den Dachboden, und hinter Hartmannshof ist 1972 ein Mann nächtens beim Pinkeln aus dem Schlafzimmerfenster gefallen...
Frank
ich hab´s mir lange überlegt, zum einen weil´s völlig OT ist, zum anderen, weil ich die Angesprochenen für beratungresistent halte....
Trotzdem ein paar Korrekturen zu:
Zitat:Jogi posteteWenn ich mich recht erinnere, dann gab´s Hinterbandkontrolle in stereo durchaus bereits Ende der 60-iger, und nicht erst 10 Jahre später, und zwar nicht nur bei Japanern, sondern auch in Geräten europäischer Herkunft, und zwar nicht nur Revox, sondern auch Uher RdL (ab 68 oder 69) den Beocords etc. Anfang der 70-iger dürfte auch Grunzig welche im Angebot gehabt haben,
Zu Punkt 1.
....
Jedenfalls gab es auch später noch, bis in´s dritte Drittel der Siebziger die Hinterbandkontrolle - und da obwohl es schon getrennte Module für Hör- und Sprechverstärker gab - als Bestandteil der Trickausstattung für ambitionierte Amateuere, also in Mono und nicht als Verwöhnaroma für HaiFai-Jünger - also in Sterero.:-)
Im Röhrenzeitalter brachten getrennte Aufnahme- und Wiedergabeverstärker sicher in Platzproblem mit sich, aber nach Beginn der Transistor-Ära im Tonbandgerätebau, die bei Philips etwa 1965 begann (im Prospekt von 1966 war die Hälfte der Geräte "vollransistorisiert") war der Platz nicht mehr wirklich ein Problem.
Es mag aus technischer Sicht vielleicht nicht sinnvoll gewesen, aber ab 1970 gab´s nahezu kein Röhrentonbandgerät mehr am Markt, höchstens noch bei Grundig.
Zitat:Jogi posteteDer Max war 1968 60 Jahre alt. Ich fürchte, er kannte da eher seine Hausangestellten:
Hersteller-Philosophie zum Teil, der Max der kannte seine Pappenheimer und was sie wünschten und was ihnen grützegal war. Obwohl ihm zu der Zeit wohl schon langsam der Kompaß aus der Tasche rutschte und manches nur noch gemacht wurde weil man das immer so gemacht hat.:-)
http://www.manager-magazin.de/unternehme...81,00.html
Ob er Pappenheim und seine Bewohner kannte, bezweifle ich. Noch viel weniger glaube ich, daß er Ende der 60-iger seine im übertragenen Sinne sprichwörtlich gewordenen Pappenheimer noch gekannt hat, sonst wäre es schwer, zu verstehen, warum er die Entwicklung Ende der 60-iger Jahre verschlafen hat.
Die bezog sich nämlich nicht nur auf Audio und Video-Elektronik. In Deutschland brach damals die Mode aus, ganze Wände der Wohnung zu verstellen. Das nannte man "Schrankwand". Jetzt stelle man sich vor: eine Wand wird vollflächig von einem Möbel eingenommen, ein Eck, d.h. gleich 2 Wände werden von der sog. "Sitzecke" blockiert, und Fenster und Türen sollte man ja auch noch haben...Da bleibt nicht mehr viel Platz für die vorher so beliebte Musik- oder Fernsehtruhe ( mit einer stereo-Basis von satten 1.20 m). Konsequenz: Radio und Fernseher müßen in ein Regalfach in der "Schrankwand". Der Markt für Musiktruhen ist von einem Tag auf den anderen tot. Und für Tonbandgeräte bedeutete das: das muß sich aufrecht hinstellen lassen. Da zählte der Max zu den Schlußlichtern.
Grundig hat es zum einen versäumt, seine Spitzenprodukte weiter zu bauen bzw zu entwickeln (z.B. SV 80 und die passenden Komponenten) und sich freiwillig auf die Billigheimerschiene begeben. Das wäre so, als würde Daimler die S-Klasse einstellen: mit den anderen Produktlinien verdient man vielleicht mehr, aber man verliert den Anspruch, man zeigt nicht mehr, daß man in der Lage ist, Höchstwertiges zu produzieren, man ruiniert sich sein Image. Die leichte und zu schwache Gegenreaktion Mitte der 70-iger kam zu spät.
Zum anderen hätte er dem Bespiel anderer, z.B. Studer, folgen sollen und das Design der Geräte Leute machen lassen, die das konnten. Selbst die beste Technik verkauft sich nicht, wenn sie topfig verpackt ist. Und das Design war Anfang der 70-iger höchstens noch in der Oberpfalz ein Renner. Aber da ging man zu der Zeit in Ursulapoppenricht auch noch zum Pinkeln auf den Dachboden, und hinter Hartmannshof ist 1972 ein Mann nächtens beim Pinkeln aus dem Schlafzimmerfenster gefallen...
Frank
