13.11.2004, 16:33
Unsereins hat eine besondere Fertigkeit, 'Sachen loszutreten', die dann recht schnell eben doch komplex werden. Ich versuche deshalb ohne grafische Unterstütztung den Sachverhalt zu beschreiben.
Grundsätzlich sind Dolby B und C Verfahren, die auf den Höhenbereich zwischen 1,5 (2 bei B) und 20 kHz einwirken. Die Frequenzgangkennlinien bei hohen Frequenzen verlaufen auch de facto parallel, so dass an der Aussage eines Kollegen, Dolby C bestehe aus einer Serienschaltung zweier Dolby B durchaus etwas dran sein kann. Dolby B erreicht seine Maximalwirkung bei entsprechend leisen Signalen ab 2 kHz, wogegen durch die Kaskadierung (bleiben wir mal dabei) bei Dolby C bei einer Kurvensteigung von 3 dB/Oktave der -3-dB-Punkt schon zu sehr tiefen Frequenzen hin hinabrückt (C: -3 dB bei ca. 80 Hz; B: -3 dB bei 400 Hz). Dolby C erreicht seine Maximalwirkung (20 dB) ab 1,5 kHz. Um die bei Cassetten sehr kritische Sättigung der Verstärker (natürlich auch des Bandes) oberhalb 12-15 kHz nicht sofort mit den entsprechenden Folgen für das übrige Audioband zu erreichen, sah Dolby bei seinem C-Professor als Bewertungsfilter ('Eingangstor' für die zu bearbeitenden Frequenzbereiche) noch einen relativ steilflankigen Tiefpass vor, der mit 18 dB/pro Oktave verhindert, dass Frequenzen oberhalb 15/16 kHz in nennenswertem Umfang angehoben und abgesenkt werden, wogegen Dolby B von 2 kHz bis 20 kHz bei seinen 10 dB Maximalwirkung bleibt.---
Ich habe jetzt einmal in meinen Beständen nachgesucht, was ich zum Thema habe. Derjenige Aufsatz, nach dem ich oben aus der Erinnerung berichtete -das wäre irgendwas aus der Funkschau gewesen-, tauchte bei meinen Recherchen nicht auf. Wohl aber kam ich über einige Grafiken in Glen Ballous "Handbook for Sound Engineers" (1992), von dem dafür aber auch meine Erwähnung der Serienschaltung zweier DOLBY Bs im Dolby C definitiv bestätigt wird. Auch meine Angaben zu den Kurven sind danach korrekt.
Fassen wir zusammen, so stimmt die Aussage in jener englischsprachigen Quelle via Uni Gießen, wenn auch wohl nicht ganz so, wie sie (vermutlich) gemeint war. Ich diene gerne mit den Grafiken Ballous.
Hans-Joachim
Grundsätzlich sind Dolby B und C Verfahren, die auf den Höhenbereich zwischen 1,5 (2 bei B) und 20 kHz einwirken. Die Frequenzgangkennlinien bei hohen Frequenzen verlaufen auch de facto parallel, so dass an der Aussage eines Kollegen, Dolby C bestehe aus einer Serienschaltung zweier Dolby B durchaus etwas dran sein kann. Dolby B erreicht seine Maximalwirkung bei entsprechend leisen Signalen ab 2 kHz, wogegen durch die Kaskadierung (bleiben wir mal dabei) bei Dolby C bei einer Kurvensteigung von 3 dB/Oktave der -3-dB-Punkt schon zu sehr tiefen Frequenzen hin hinabrückt (C: -3 dB bei ca. 80 Hz; B: -3 dB bei 400 Hz). Dolby C erreicht seine Maximalwirkung (20 dB) ab 1,5 kHz. Um die bei Cassetten sehr kritische Sättigung der Verstärker (natürlich auch des Bandes) oberhalb 12-15 kHz nicht sofort mit den entsprechenden Folgen für das übrige Audioband zu erreichen, sah Dolby bei seinem C-Professor als Bewertungsfilter ('Eingangstor' für die zu bearbeitenden Frequenzbereiche) noch einen relativ steilflankigen Tiefpass vor, der mit 18 dB/pro Oktave verhindert, dass Frequenzen oberhalb 15/16 kHz in nennenswertem Umfang angehoben und abgesenkt werden, wogegen Dolby B von 2 kHz bis 20 kHz bei seinen 10 dB Maximalwirkung bleibt.---
Ich habe jetzt einmal in meinen Beständen nachgesucht, was ich zum Thema habe. Derjenige Aufsatz, nach dem ich oben aus der Erinnerung berichtete -das wäre irgendwas aus der Funkschau gewesen-, tauchte bei meinen Recherchen nicht auf. Wohl aber kam ich über einige Grafiken in Glen Ballous "Handbook for Sound Engineers" (1992), von dem dafür aber auch meine Erwähnung der Serienschaltung zweier DOLBY Bs im Dolby C definitiv bestätigt wird. Auch meine Angaben zu den Kurven sind danach korrekt.
Fassen wir zusammen, so stimmt die Aussage in jener englischsprachigen Quelle via Uni Gießen, wenn auch wohl nicht ganz so, wie sie (vermutlich) gemeint war. Ich diene gerne mit den Grafiken Ballous.
Hans-Joachim
