Alten Aufnahmen HighCom entfernen
#10
Darf ich auch noch etas 'reinschieben?

In meiner unmaßgeblichen Sicht war Highcom das allemal bessere Verfahren für die Rauschunterdrückung auf Amateuergeräten. Warum?

Die Dolbys (auch B und C) benutzen aus Gründen, die hier jetzt nichts zur Sache tun, gebogene Kennlinien, an denen das Eingangs- zum Ausgangssignal 'gefaltet' wird. Die Kennlinien von TelcomC4 (das Kompanderverfahren des Rundfunks in Europa) und die (einzige) Kennlinie von HighCom hingegen sind gerade, denn sie folgen dem dB-Maßstab. Infolgedessen braucht dies Verfahren eigentlich pegelmäßig nicht abgeglichen zu werden. weil die Faltung an jeder Stelle der Kennlinie in derselben Weise erfolgt.

HighCom übrigens (Michael wird mir die kleine Korrektur sicher verzeihen) betrifft wie DOLBY B/C nur den Höhenbereich. Außerdem würde ich Rauschminderungsverfahren eher als pegelabhängige Entzerrungsoptimierungen erklären, weil bei der Aufnahme der Aufsprechpegel in definierter Weise (wieder ein eigenes Kapitel) erhöht (!), bei der Wiedergabe identisch abgesenkt wird.

Das reale Kompanderverfahren gibt es als dBx auch und gehört -wie ich nicht müde werde, zu erklären- unter die ältesten Gedanken zu diesem Thema, denn schon 1944 hat 'unser' Bruno Woelke ein Patent zur Sache eingereicht. Seine Nachteile sind als recht einfach erklärbare bekannt: dBx ist das beste Verfahren zur Rauschminderung, solange keine Modulation da ist...

Dolby-B kam ab 1970 in die Geräte, wobei Engel schon 3 Jahre später in der berühmt-berüchtigten "Schallspeicherung auf Magnetband" auf S. 128 schreibt, dass "Tonbandgeräte und Cassettenrecorder mit Dolby-Filter ... mit einer entsprechenden Eicheinrichtung versehen werden" sollten. Daraus wurde ja bekanntermaßen nie etwas, womit wir ihm -Engel- auch das "-Filter" nachsehen wollen.

Die weithin behaupteten Klangunterschiede zwischen den Dolbyprozessoren und denjenigen bei TelcomC4 kann ich nicht bestätigen. Auf einer tadellos abgeglichenen Maschine, arbeiteten beide perfekt. DolbyA besaß nur begrenzte Wirkung, so dass Dolby im Zusammenhang mit seinem Erstling (Typ A) zu seinen Werten eigentlich nur mit Hilfe der Propagierung einer günstigen Messnorm kam...
TelcomC4 war -bei Musik- so gut, dass in der frühen Digitalzeit selbst professionelle Hörer den Unterschied zwischen analogen und digitalen Signalen nicht hören konnten. Und das lag nicht etwa an den fehlenden 24 Bit oder 96 kHz.
Eines ist dabei aber wichtig: Das analoge Verfahren löst nur 1000 Pegelstufen auf, selbst wenn man den Geräuschspannungsabstand über (analoges) Band bei gutem Bandmaterial und umgebauten Telcom-Prozessoren auf über 100 dB steigert, wie das beispielsweise an der Aachener Hochschule gemacht wurde.

Hans-Joachim
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