Abspielsoftware mit "Peak Search"
#1
Mahlzeit,

folgendes Problem: Ich möchte vom PC auf Cassette überspielen. Da die einzelnen Dateien von verschiedenen CDs eingespielt wurden, sind diese auch unterschiedlich ausgesteuert. Ich gehe nun folgendermaßen vor. Ich kopiere die in Frage kommenden Songs in ein separates Verzeichnis und lasse die lieder dann von "mp3 Gain" auf die gleiche Lautstärke bringen.

Nun öffne ich mein favorisiertes Abspielprogramm und füge die Dateien ein. Den Arbeitsschritt, der jetzt kommt, den möchte ich mir gerne sparen. Ich höre stichprobenartig in die einzelnen Lieder rein und steuer das Cassettendeck danach aus.

Nun meine Frage. Gibt es ein Abspielprogramm für mp3 und Ogg, welches diese Funktion hat?

Danke & Gruß
Tommy
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#2
Ich verstehe nicht ganz, wieso du Peak Search brauchst, wenn du die Titel vorab auf den gleichen Pegel gebracht hast. Sollte da nicht ein Titel zum Aussteuern vollends ausreichen?

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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#3
Bedingt. Ich bespiele grade eine Cassette und mir fällt auf, das trotz der Normalisierung der Pegel bei einigen lauten Passagen in Lied A wesentlich höher ist als bei Lied B.
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#4
Kommt vor, wenn die Software nach Peaklevel normiert, der Peaklevel korrespondiert nicht unbedingt mit dem Durchschnittspegel. Daher steuern Runfunkanstalten ja auch mit dem VU-Meter aus, damit sich zwischen den Programmteilen nicht derart subjektiv empfundene Lautstärkeunterschiede ergeben.

Ob es allerdings Software gibt, die nach VU normiert, kann ich leider nicht sagen.
Viele Grüße
Lukas
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#5
Hallo Tommy,
Dein Problem kenne ich gut, und Lukas hat schon die Richtung vorgegeben: es wird Dir nicht erspart bleiben, Stück für Stück zu prüfen. Mp3Gain ist zwar praktisch, aber schnell an den Grenzen, wenn in dem Sampler ein paar stark komprimierte Lieder sind dabei. Die erkennt man am üppigen Grün bei der Anzeige im Wave-Editor, und die werden immer laustärkemäßig hervortreten. Ist nicht die feine Art, aber solche Lieder muß man manuell so lange zurückregeln, bis sie subjektiv zum Rest des Samplers passen. Stimmt die Gesamtlautstärke des Samplers nicht, dann macht er keine Freude. Ich halte es bei Samplern so, dass ich die erste Ausgabe auf CDRW mache. Erst wenn die Zusammenstellung gefällt, brenne ich sie endgültig.
Gruß
Heinz
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#6
Dann, Tommy, konkretisiere für mich: Möchtest du auf den subjektiv gleichen Pegel aussteuern oder denselben maximalen Pegel bei den verschiedenen Titeln haben?

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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#7
Hallo Tommy,

falls Dein Abspielprogramm VST-Plugin's zuläßt, versuch's mal mit
der Freeware Classic Master Limiter 1.06!

Das VST-Plugin ist hier zu finden: http://classic-master-limiter.findmysoft.com/

Ich selbst verwende eine etwas älter SW von Steinberg/Pinnacle MP3Pro. Hier können
VST-Plugin's eingesetzt werden.

Es wird einfach eine Playlist erstellt und per Line Out an das Aufnahmegerät mit eingeschaltetem
VST - Master Limiter ausgegeben. Ich verwende meist die Einstellung "CD-Master". Hier beträgt der maximale Pegel -1 dB.

So gelingt mir - in der Regel - jede Aufnahme

Gruß Bernd

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#8
Zitat:niels postete
Dann, Tommy, konkretisiere für mich: Möchtest du auf den subjektiv gleichen Pegel aussteuern oder denselben maximalen Pegel bei den verschiedenen Titeln haben?

niels
Hi Niels,

es geht um den maximalen Pegel! Den Vorschlag von besoe probier ich direkt mal aus! Danke!

Gruß
Tommy
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#9
Ich habe das gleiche Problem, das ich von PC auf Kassette und auch als 48 KHz Aufnahme auf DAT aufnehmen möchte.
Hierfür brauche ich eine Peak search Funktion wie bei alten CD Spielern.
Hab schon einige Stunden mit googeln verbracht, leider erfolglos ?.
Hat da einer eine Idee oder kennt ein entsprechendes Programm ?
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#10
Für Audacity soll es ein entsprechendes Plugin geben.

https://forum.audacityteam.org/viewtopic.php?t=107174 (englischsprachig)

Ich hab's nicht ausprobiert.
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#11
Audacity zeigt in der Waveform-Darstellung die Amplituden der Abtastwerte an.
Mit dem Menü-Punkt (englische Version) "Effect"->"Amplify" bietet es die Umskalierung des ausgewählten Audio-Abschnittes (das kann auch der ganze File sein) auf 0 dBFS an.
Man kann aber auch eine selbstgewählte Verstärkung (in dB) eintragen oder alternativ den gewünschten Spitzen-Pegel (in dB).

Den so normalisierten File (oder Abschnitt) kann man dann im gewünschten Format exportieren.

Zu beachten ist dabei, daß die Abtastwerte nicht unbedingt die wirklichen Spitzenwerte eines korrekt Analog-gewandelten Abschnitts beinhalten.
Es ist aber allgemein üblich, so vorzugehen.
Es gibt Programme, die wahlweise die Abtastwerte oder interpolierte/approximierte Analogwerte anzeigen (bei Wahl eines kleinen Zeit-Intervalls). Das ist aber Zeit-aufwendig bzw Rechen-intensiv. Solche Programme könnten auch auf Basis der genaueren Werte skalieren. In der Praxis wird es aber kaum einen wahrnehmbaren Unterschied machen.

Ich habe mal Programme für Eigenbedarf geschrieben, die für Stereo-WAV-Files Peak-Spektren, rms-Spektren, Power-Spektren berechnen. Den Spitzenwerte geben sie wohl auch aus. Die File-Position könnte man natürlich ebenso mittteilen.

MfG Kai
Nachtrag: In der deutschen Audacity Version findet man den Menü-Punkt unter "Effekt"->"Verstärken".
Dieser Punkt ist übrigens auch geeignet, zu hoch skalierte youtube-Audios (m4a-Format) unter den Clipp-Level normaler Wiedergabe-Programme zu skalieren und damit starke Verzerrungen zu vermeiden. Das geht, weil Audacity (wenn möglich per ffmpeg) das interne Audio-Signal als 32Bit float ausliest.
Nachtrag2: Ich habe gerade entdeckt, daß ich mal ein Programm geschrieben habe, daß u.a. wav-Files als auf 95 % von FullScale skalierte Kopie ausgibt
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#12
Beim Überspielen auf ein digitales Ziel würde ich auch die Daten zunächst in den Rechner einlesen und dann mit einem beliebigen Audio-Programm rein visuell nach dem Spitzenwert suchen. Das geht ziemlich schnell und zielsicher. Dann kann man auch bequem kurz die Stelle abhören, ob der Peak wirklich von einem Nutzsignal kommt, oder nur von einem Schallplatten-Knackser oder anderen Störungen. In letzterm Fall huschen die Augen wieder über die Wellenform und finden den nächsten Peak.

Beim Überspielen auf analoges Band hilft es nur sehr begrenzt, den absoluten Maximalpegel ausfindig zu machen und anhand dessen auszusteuern. Grund: Magnetband verträgt je nach Frequenz unterschiedlich hohe Pegel, und verschieden Bänder haben dabei auch noch unterschiedliche Charakteristika. Hohe Frequenzen, wie sie z.B. in S-Lauten oder Hi-hats vorkommen, sind oft schon bei verleichsweise niedrigen Pegeln kritisch für eine Bandaufnahme, die eine Peak-search-Funktion überhaupt nicht findet.

Man kommt also nicht umhin, ein paar laute Stellen herauszusuchen und mit denen ein paar Probeaufnahmen zu machen, bei denen man den Pegel nach Gehör so anpaßt, daß es gerade nicht verzerrt. Erfordert etwas Übung, geht aber bei einem Bandgerät mit Hinterbandkontrolle sehr bequem. Zum Finden der kritischen Stellen kann wieder die graphische Darstellung dienen, es reicht aber auch der schnelle Vorlauf am CD-Spieler, wenn man die aufzunehmende Musik einigermaßen kennt und weiß, an welchen Stellen es rummst oder zischelt.

Jedenfalls hat mein CD-Player Peak Search, und nachdem ich die Funktion 2-3 mal ausprobiert hatte, und sie mir nicht wirklich geholfen hat, habe ich sie nie wieder genutzt.

Viele Grüße,
Martin
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#13
Danke, für die schnellen und sehr ausführlichen Antworten !
Zum einen werde ich dieses Plugin mal testen, zum anderen, ja, was die CC betrifft ist mir das mit der meist höheren Aussteuerbarkeit bei verschiedenen Bandqualitäten natürlich bekannt.
Aber bei analogen DAT Aufnahmen ist das was anderes. Hier sollte man keinesfalls auch nur die kleinste Übersteuerung zulassen. Sonst klingt es verzerrt !
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