14.05.2011, 04:04
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.11.2020, 11:33 von Matthias M.)
Moin, moin,
vielleicht darf ich Euch mal wieder etwas Einheimisches vorstellen und das mit der Frage verbinden, wer mehr Informationen zu meinen „Stadtmusikanten“ hat.
Im Jahre 1969 erschien bei Grundig ein Verstärker-Bolide, der nicht nur durch seine pure Größe anzeigte, daß man in Fürth bereit war in die internationale HiFi-Spitzenklasse vorzudringen.
Der SV140 erhielt mit dem SV200 noch einen technisch gleichen Nachfolger, der jedoch bereits im Jahre 1972 zuletzt im Prospekt zu finden gewesen war.
Dann, so schien es, war man in Fürth zu der Erkenntnis gekommen, all diejenigen, die bereit waren weit über eintausend Mark für einen Vollverstärker auszugeben, hätten bereits einen. HiFi müsse sich nun, anstatt in die Spitze, weiter in die Breite entwickeln. Ein begeisterter Test des RTV600 im britischen Fachmagazin THE GRAMMOPHONE (6/69) bestätigte dieses Kalkül: „It is debatable whether one should invest in an integrated unit or have the advantage of greater flexibility with separate units. However, for the non-technical user, the integrated tuneramplifier has every advantage.“
Die HiFi-Komponenten verschwanden aus dem Programm und nur eine neue Generation Plastik-armierter Rundfunk-Tuner-Verstärker genannten RTV-Steuergeräte fand Anfang der Siebziger Jahre den Weg in die Schaufenster der Händler. Grundig-Verstärker aus Deutschland sollte es nie wieder geben.
Jetzt fragt Ihr Euch gerade, was hat Grundig mit Bremen zu tun?! Was schreibt der Quatschkopf da?
Ich bin mir sicher, als Max Grundig Anfang der Siebziger Jahre entschied, die HiFi-Komponentenserie einzustellen, da hatten seine Ingenieure bereits Nachfolger für die SV200 und RT200 in Petto gehabt: Flacher im Gehäuse, mehr Leistung bei gleicher Ausstattung, werden sie gehabt haben. Und um sie vor dem Zugriff des „Alten“ zu schützen werden sie sie, das kann nicht anders gewesen sein!, eine zeitlang, maskiert, in einer Zebra-Herde versteckt haben, bis diese Prototypen irgendwie zu Nordmende nach Bremen gelangten.
![[Bild: 7500VT_15k.JPG]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VT_15k.JPG)
Als ich mich in der zweiten Hälfte der Siebziger Jahre high fidel zu entwickeln begann, fand Nordmende in meinem Erfahrungsbereich nicht statt. Selbst als Fernsehgerätehersteller – die Bremer verkündeten Mitte der Siebziger Jahre stolz, sie seien die Zweitgrößten der Branche in Deutschland (Funkschau), was der Miteigentümer Philips verärgert bestritt – schien mir die Traditionsmarke bieder und altbacken, was ich durch die Namensgebung einiger Phono-Geräte wie „Tannhäuser“, „Rigoletto“ oder „Titanette“ bestätigt glaubte. En vogue war „Pioneer“ oder „Kenwood“. International mußte ein Name klingen, nicht nach „Edda“ oder „Ring der Nibelungen“.
Und selbst als Nordmende, befeuert durch die 1976 geschlossene Partnerschaft und spätere Übernahme durch Thomson, 1978 als eine der ersten deutschen Marken ein umfangreiches HiFi-Programm auf den Markt brachte, ging das an mir vorbei. Der für mich sichtbare Handel führte die Geräte des „Philharmonic System“ einfach nicht. Stattdessen Rotel, Strato und Technics.
Doch überfiel mich vor einiger Zeit geradezu die Erkenntnis, ein PA-1050 sei nicht der erste Vollverstärker, der TU-1050 nicht der erste Tuner der Nordmende gewesen!
Tatsächlich hatten die Bremer Ende der Sechziger Jahre ein ambitioniertes HiFi-Intermezzo begonnen, das 1969 mit Bandmaschine, Steuergerät und Plattenspieler der Serie 8001 mit einem Anspruch startete, der vergleichsweise heute in die Nähe von „Highend“ gerückt werden würde und als eine der wenigen hiesigen HiFi-Serien sogar in der amerikanischen AUDIO Erwähnung fand.
Und Nordmende hatte es noch Anfang der Siebziger Jahre gewagt, neben einem ultramodernen Receiver auch eine Kombination von Vollverstärker und Tuner auf den Markt zu bringen. Dies zu einer Zeit, als die Großen der deutschen HiFi-Branche bereits den Rückzug angetreten hatten, weil man weltweit befürchtete, HiFi sei überholt, der Markt sei gesättigt.
Die Idee von der unverfälschten Wiedergabe von Klangereignissen beschrieb das Deutsche High Fidelity Institut: „HiFi ist gegeben, wenn das die Wiedergabeapparatur verlassende Musiksignal sich vom Original im besten Fall durch Messungen, gehörmäßig aber gar nicht oder nur durch direkten Vergleich unterscheiden läßt.“
Nur die Notwendigkeit, ein Musiksignal die Wiedergabeapparatur auf diesem klanglichen Niveau verlassen zu lassen, die hatte weder das dhfi noch der Handel den Bürgern beigebracht. Denen reichte bis tief in die Siebziger Jahre hinein die alte Musiktruhe oder das Küchenradio. Normalbürger der Wirtschaftswunderzeit hatten zum Musikhören keine Zeit. Musik fand hierzulande zur Untermalung statt, animierte zum Tanzen oder wurde live zelebriert. Für HiFi war in den Altbauwohnungen kein Platz und HiFi war für deutsche Neubauwohnungen zu laut. Siegried Zielinski berichtet in seinem Buch „Audiovisionen – Kino und Fernsehen als Zwischenspiele in der Geschichte“ (Rowohlt, 1989) vom Bauboom im Nachkriegsdeutschland: Zwischen 1950 und 60 wären jedes Jahr eine halbe Million Neubau-Appartements entstanden. „...Die meisten Wohnungen waren klein, eng und hatten niedrige Decken, aber alle verfügten über ein Bad und eine Küche oder eine Küchenzeile.“ „Klein und eng“ war sicher keine optimale Voraussetzung für HiFi, Küche und Bad hingegen waren dafür eher egal. Und viel wichtiger als Hifi war für die Ausstattung der eigenen Vier Wände das Fernsehen, war Ende der Sechziger und in den Siebzigern vor allem das Farbfernsehen gewesen. Schon „...im September 1957 wurden das erste mal mehr Fernsehgeräte angemeldet als Radios.“ Eine logische Konsequenz. Wenn auch nicht unbedingt wegen der angesprochenen Küchensituation.
Infolgedessen hatte Siemens-Halske bereits Mitte der Sechziger Jahre die eigene Phono-Fertigung aufgegeben. Die SEL stellte ihre HiFi-Marke, Telefunken und Grundig Anfang der Siebziger Jahre die Produktion von HiFi-Kombinationen ein. In den Katalogen dominierten an erster Stelle Fernsehen, dann mobile Abspielgeräte und Autoradios, erst danach, etwa jeweils in gleichem Umfange, einfache Radio- und HiFi-Geräte.
Selbst im Mutterland von HiFi, den USA, war man Ende der Sechziger Jahre überzeugt, jeder, der sich eine HiFi-Anlage leisten könne und wolle, der hätte bereits eine. Von den wenigen Kunden, die bereit waren, hochpreisig und immer neu zu kaufen, könne die Industrie nicht leben, so die Marktbeobachter. Um überleben zu können, müsste man neue Käuferschichten erschließen. Das wollte man mit Quadro tun. Die Musikindustrie insbesondere mit günstigem Quadro-Equipment für junge Leute, die sich HiFi bisher nicht hatten leisten können. Oder wollen.
Doch Werder zeigt, in Bremen macht man halt manches anders.
![[Bild: 7500VT_11k.JPG]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VT_11k.JPG)
Zebrastreifen.
Den flachen Verstärker habe ich sicherlich schon seit zwei Jahren bei mir stehen. Länger? Ein netter Mitleser tat mir den Gefallen, ihn und etwas Beiwerk abzuholen und gab ihn mir mit einer Fehlerbeschreibung mit auf den Weg, der eine Kanal würde nicht funktionieren. Das hat meine Motivation, mich mit ihm zu beschäftigen, sicherlich nicht erhöht.
Umso mehr hat es mich gefreut, als ich kürzlich feststellte, nicht der Verstärker hat eine Macke, sondern der zugehörige Tuner verliert einen Kanal, wenn man die Taste für UKW eindrückt; der Kanal kommt wieder, versucht man den Tuner abzuschalten. Aber das ist eine andere Geschichte.
Seit einigen Tagen bevölkert also der Verstärker, zusammen mit wechselnden Zuspielgeräten, meinen Wohnzimmertisch. Und er versucht sich an wechselnden Boxen.
Zuerst bewies er an meinen „immer griffberteit mit DIN-Stöpseln“ Canton LE250 von 1974, das er funktionierte. Dann durfte er einem Paar Wharfedale Denton 3 von 1972 zeigen, daß sie wirklich so schlecht sind, wie ein zeitgenössischer Test behauptete. Ein Paar Nordmende LB62 von 1968 – die kennt Ihr schon aus meinem „Zwergentest“ – spielten so gut, wie niemals zuvor (und die Denton an die Wand). Und inzwischen bewies er, ein Paar Art Audiophile Lyon aus der 0-Serie von 1987 klingen auch mit ihm wirklich genauso merkwürdig (weil noch mit der Vorserien-Weiche), wie an einem Fidelity Student der frühen Achtziger.
Eine wirre Boxenwahl? Sicher. Die standen halt zufällig griffbereit. Doch aus der Tatsache, daß sie alle spielen durften, und aus der Tatsache, daß weitere spielen dürfen, dürft IHR ableiten, mein kleiner flacher Verstärker macht mir derzeit richtig Spaß!
Und jetzt sagt Ihr mir, welcher fast vierzig Jahre alte Vollverstärker Euch so viel Spaß macht, wie mir meine Nicht-Neu-Erwerbung!
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Die Rückseite wird von einem ziemlich großen, vielfach gefachten Kühlkörper dominiert. Vier RCA 40411-Transistoren tun hier ihren Dienst und haben ihn in den letzten Tagen kaum einmal merklich erwärmt. Nicht den Dienst, sondern auch nicht den Kühlkörper.
„Tuner, Reserve, Monitor, Tonband, Kristall“ und „Magnet“ heißten die fünf DIN-Buchsen unter dem Kühlkörper, die alle jeweils von einem Paar Vorpegelregler, einer jeweils für den linken, der andere jeweils für den rechten Kanal, flankiert sind.
Vier Lautsprecherbuchsen „8 Ohm min.“ sind auf der gleichen Ebene positioniert. Zwischen den beiden Anschlüssen für den linken und den rechten Kanal befindet sich eine weitere DIN-Buchse, die mit „Ausgang 2V“ bezeichnet ist.
Zwei dreipolige Kaltgeräte-Buchsen, eine für die eigene Stromversorgung, die andere als Netzbuchse für ein Tochtergerät, zieren zusammen mit einem Paar Sicherungshaltern als weitere Elemente das Heck.
Die beiden Lautsprechergruppen können natürlich getrennt voneinander ein- und ausgeschaltet werden. Der regelbare 2 Volt-Ausgang der Vorstufe ermöglicht den Anschluß einer externen Endstufe oder von Aktiv-Boxen, oder den Anschluß eines weiteren Aufnahmegerätes.
Zugegebermaßen ist die Ausstattung mit nur einer geplanten Anschlußmöglichkeit für Aufnahmegeräte nicht eben luxuriös ausgefallen. Doch muß man ehrlicherweise zugeben, daß zum Zeitpunkt des Erscheinens meines Flachmanns wohl niemand damit gerechnet hatte, daß jemals die Compact Cassette, oder gar ein digitales Medium nach Anschluß an einen HiFi-Verstärker verlangen könnte. Stattdessen ist der Silberling mit einem Eingang für Magnetsysteme, einem für Recorder mit extra Monitor-Buchse, und drei weiteren Hochpegel-Eingängen vergleichsweise gut ausgestattet!
Die zusätzlichen Pegelschrauben heben ihn in die Riege der besonders hochwertigen Verstärker. Ums deutlich zu sagen: Braun bot die Möglichkeit des Abgleichs der Eingänge damals nicht!
Boden und Rücken bestehen aus schwarzen Blechwänden, Die Seiten aus zentimeterstarkem, jeweils vierfach verschraubtem Aluminium.
Die schwarz-silberne Front ist auch nach heutigen Gesichtspunkten klar gegliedert. Betrachter in den frühen Siebzigern, noch an Gelsenkirchener Barock gewöhnt, hatten vor lauter Begeisterung, oder Abscheu, wahrscheinlich kaum gewußt, wohin sie zuerst schauen sollten!
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Links oben, eine flache Klappe, die sich fast über die halbe Breite des Verstärkers zieht. Das erhaben angebrachte, metallene Markenemblem fungiert als griffiges Griffstück für die einfache Öffnung der Klappe nach oben hin. Dahinter zeigen sich, schwarz auf schwarz, jedoch mit großformatiger Beschriftung auf der Innenseite der Klappe versehen, vier Kippschalter und zwei Schraubenköpfe. Die beiden Schrauben fungieren als kanalgetrennte Vorpegelregler für den rechts am Geräterand der Frontplatte befindlichen Mikrofoneingang.
![[Bild: 7500VS_12k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_12k.jpg)
Die übrigen vier Umschalter, als sehr solide rastende Metall-Lippen ausgeführt, zeichnen sich, von links nach rechts, für das Ein- und Ausschalten der Lautsprechergruppe eins und zwei, für das Umschalten zwischen normalem und seitenverkehrtem Stereobetrieb und für das Umschalten der Dämpfung der Endstufe verantwortlich. In rechter Schalterstellung steht die volle Leistung der Endstufe zur Verfügung, in linker Position des rechten Schalters nur ein Teil. Sinnvoll bei der Verwendung besonders empfindlicher Boxen oder von Lautsprechern eigentlich zu niedriger Impedanz. Für einen 8Ohm-Verstärker in 4Ohm-Zeiten wäre so ein Zusammentreffen nicht ungewöhnlich gewesen.
![[Bild: 7500VT_03k.JPG]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VT_03k.JPG)
Die silberne Front ist mit drei waagerechten, matt-schwarzen Streifen unterteilt. Während der obere und untere Streifen von gleicher Stärke sind, ist der mittlere fast so hoch wie die anderen beiden zusammen.
Während im unteren Streifen die Drucktastensteuerung des Verstärkers untergebracht ist, zeigt sich an der linken Geräteseite im mittleren Streifen ein fast einzigartiges Bedienelement: Ein waagerecht liegender Schieberegler regelt die Kanalbalance, vom rastenden Nullpunkt nach links oder rechts, bis zur jeweils vollständigen Ausblendung des Kanals. So weit, so normal. Flankiert wird der Fader von zwei beleuchteten Drehspulinstrumenten, die als Leistungsmeter für die linke und rechte Endstufe wirken und so also die Verteilung der Leistung durch den Balanceregler unmittelbar zurückmelden.
![[Bild: 7500VS_10k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_10k.jpg)
Die relativ träge Charakteristik der senkrecht stehenden Zeiger hilft dabei, die abgegebene Leistung deutlich zu machen. Die Skala ist horizontal unterteilt: In der unteren Hälfte befindet sich eine logarithmische Beschriftung von „0“ bis „5“, in der oberen Hälfte eine in Dezibel geeichte Skala von -50 über „0“ bis in den rot unterlegten Übersteuerungsbereich. Ein echter Hinkucker, den ich in solch ergonomischer Konsequenz sonst kaum irgendwo gesehen habe. Bis auf den eingangs erwähnten Grundig. Aha! Von wegen Quatschkopf.
Im schon benannten unteren Streifen sind zwei Gruppen Druckknöpfe untergebracht. Sie sind verchromt und frontal mit einem schwarz gefärbten Einleger versehen. Zwei Tasten sind, der besseren Erkennbarkeit wegen, mit bunt gefärbten Einlegern bestückt.
![[Bild: 7500VS_15k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_15k.jpg)
Die linke Gruppe besteht aus sieben Tasten. Sechs davon dienen der Quellwahl für Tuner, magnetischem und Kristall-System, Reserve, Tonband und Mikrofon. Die rechte Taste dient der Umschaltung der Betriebsart des Verstärkers in den monofonen Zustand.
![[Bild: 7500VS_13k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_13k.jpg)
Etwas zur Gerätemitte hin abgesetzt befindet sich die zweite Gruppe Drucktasten. Rot gekennzeichnet ist die Taste für die Hinterbandkontrolle (Monitor) des Aufnahmegerätes. Jeweils zwei Tasten für die Aktivierung von Rausch- und Rumpelfilter, sowie für die beiden Loudness-Programme für die Gehörrichtige Lautstärkekorrektur, Contour 1 und Contour 2, schließen sich an. Wiederum etwas nach rechts und farblich blau abgesetzt liegt der Netzschalter.
Alle Drucktasten sind sehr eindeutig geführt und rasten solide. Die Größe der Tasten ist auch für dicke Finger ausreichend, auch wenn man natürlich erst einmal eine gewisse Routine entwickeln muß, um in der Auswahl des Quellgerätes nicht versehentlich das Falsche zu wählen. Hier gibt es kein Hilfsmittel zur „Zentrierung“ der Bedienhand, wie etwa eine Riffelung bestimmter Tasten oder eine größenmäßige Unterscheidung. Aber was will ich eigentlich?!
![[Bild: 7500VS_11k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_11k.jpg)
Quasi als Signalisierung des Betriebs des Verstärkers fungiert die Beleuchtung der Leistungsanzeigen. Die grüne Leuchte am oberen Geräterand, über dem Hauptschalter gelegen, ihm jedoch nicht zugeordnet, dient der Signalisierung des Stereobetriebs, der mit dem Mono-Schalter abgeschaltet werden kann.
Rechts von der Mitte befindet sich ein weiteres, auffälliges und nicht nur optisch charakterisierendes Bedienelement. In voller Höhe silbern unterlegt, befindet sich hier eine Gruppe von sechs senkrecht stehenden Schiebereglern..
Der linke, von den anderen etwas abgesetzt, fungiert als Lautstärkesteller mit Nullpunkt am unteren Rand des Schiebewegs. Die übrigen Regler bilden die Klangregelung mit mittiger Rastung für den Nullpunkt. 40 Hz, 250 Hz, 2500 Hz, 8000 Hz und 16000 Hz sind die Scheitelfrequenzen der Regler, die man in Ihrer Funktion im englischen Sprachraum als Graphic Equalizer bezeichnen würde. Bisher hatte so etwas bestenfalls der eingangs erwähnte Grundig gezeigt. Soviel zum „Quatschkopf“. Später hat JVC in seinen JR-S-Receivern der Siebziger Jahre ein vergleichbares Instrument als namensgebend für die ganze Serie „S.E.A.“ auserkoren: Sound Effect Amplifier. Aber ein Bremer protzt nicht auf diese Weise.
![[Bild: 7500VS_14k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_14k.jpg)
Ganz rechts verfügt der Verstärker wiederum über zwei DIN-Buchsen. Die obere ist der bereits erwähnte Mikrofoneingang, die untere Würfelbuchse repräsentiert den Kopfhörer-Ausgang.
Ein Paar 1991er Art Audiophile Dijon durften an dem Verstärker das erste mal zeigen, was sie konnten. Die als irgendwo Zugabe mit-erworbenen Heco PPS30 und die auf einem Flohmarkt geschossenen Braun SM1004, beide von umrum 1980, spielten in direkter Konkurrenz, verloren.
Der Flachmann lädt mich tatsächlich zum Spielen ein, denn seine Bedienelemente sind, trotz vierzig Jahren Alters und im Gegensatz zu vielen jüngeren Verstärkern, einfach dafür geeignet: Die Kippschalter für die beiden Lautprechergruppen und die Reaktion des Geräts auf ihre Bewegung ist so vertrauenerweckend, wie ich es bisher selten bei anderen Verstärkern erlebt habe. Das liegt sicherlich daran, daß die Schalter ein außerordentlich massives Ambiente haben und so satt rasten, wie keine anderen, die Endstufe sofort und ohne Widerspruch auf ihre Stellung reagiert. Kein Schalknacksen, kein Ploppen, nur spielen, und das unmittelbar. Das Gefühl, das mich bei anderen alten Verstärkern beschleicht – gleich explodiert etwas – vermittelt dieser in keiner Weise.
Vor allem für den Boxen-Ausprobierer zeigt sich die Klangregelung des Silberlings von großem praktischen Wert. Die meisten Boxen haben schließlich klangliche Eigenarten. Und die fünf Pegelschieber mit Mittelrastung sind nun einmal vielseitiger als die üblichen beiden Drehregler, die 90% der anderen Verstärker zur Verfügung stellen, die ich kenne. Zudem ist für das Ausprobieren die Bauweise der Schieberegler des „graphic Equalizer“ ausgesprochen praktisch. Viel netter, als die Drehpotis der Konkurrenz. Das trifft auch auf den Balancesteller zu, der, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, als Schieberegler deutlich ergonomischer zu bedienen ist, denn als Drehregler, wenn man ihn denn, durch steten Wechsel der Lautsprecherboxen, des öfteren bedienen will. Man sieht halt sofort seine Stellung anhand der Position des Griffstücks.
Ende 1971 hat der Hersteller diesen fast 15kg schweren Verstärker vorgestellt. Grundigs Komponenten-Serie, mit dem SV200 als Topmodell, lief zu diesem Zeitpunkt ebenso aus, wie die Einzelkomponenten von Telefunken mit dem V250 Acusta hifi in der Spitze. Selbst Kirksaeter hatte eine neue Receiver-Serie eingeführt und die Einzelkomponenten aus dem normalen Programm genommen, und Stereotronic als HiFi-Marke hatte die SEL bereits sterben lassen.
Neben Klein+Hummel und Braun waren vor allem Saba, Dual und Perpetuum Ebner hierzulande weiterhin mit, eher einfachen, Komponentenanlagen aktiv. Außerdem „Exoten“ wie Südfunk für Quelle, Körting für Neckermann, Görler, Elowi und Radio RIM, sowie ein paar Marken, die eher im ELA-Bereich beheimatet waren: Kroha oder Dynacord.
Während an Blaupunkt Delta 6011V und Loewe-Opta QV310 noch niemand dachte, brachte Nordmende mit dem 7500/VS nicht nur ein stilistisch außerordentlich modernes Gerät auf den Markt, der Flachmann war vor allem technologisch ein echter Kracher: Welcher bezahlbare Verstärker hatte 1971 eine Sinusleistung von 2x 60 Watt an 8 Ohm zu bieten gehabt?! So ist auch nicht verwunderlich, daß der Nordmende, nach dem ES-707 von Klein + Hummel, der zweitbeste Vollverstärker seiner Zeit aus deutschen Landen gewesen sein wird.
Stunde um Stunde zieht der Mende seine Runden, ich meine, spielt er an verschiedenen Boxen. Wenn ich Boxen probiere, dann probieren ich in HiFi-Lautstärke. Den Mende scheint das aber nicht zu stören. Eine Schallplatte nach der anderen, natürlich standesgemäß von der Nordmende-Version des Dual 1229 zugespielt, gibt er klaglos an wechselnde Boxen weiter, ohne sich merklich zu erwärmen.
Wigo WB395 von 1979 und Nordmende LB60 von 1968 sind als nächste dran. Ich muß endlich aufräumen.
Bis zum Jahr 1973, so RADIOMUSEUM.ORG, soll der Verstärker bei Nordmende lieferbar gewesen sein. Im Prospekt für 1974 ist die Serie 7500 nicht mehr geführt, bereits die Nachfolger „Quadronado“ zu sehen: Ein Receiver. Einzelkomponenten aus Bremer Fertigung sollte es nie wieder geben.
![[Bild: 7500VT_05k.JPG]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VT_05k.JPG)
Auf einer französischen Internet-Seite sinniert der Autor, das Design des Nordmende deute auf eine professionelle Zielgruppe, auf den Einsatz in Diskotheken oder Nachtclubs hin. Eigenwillige Idee. Zumindest das Ambiente des Norddeutschen läßt verstehen, wie der Franzose auf diese Idee kam: Der Blick auf die Frontplatte zeigt Metall. Reines Metall, lackiertes Metall. Eine Metallfront von ihrer Breitseite, Metallseiten von ihrer Schmalseite. Und die offene Schmalseite ist einen Zentimeter stark. Obenauf ein Metalldeckel, unten drunter ein Metalldeckel.
Auch wenn er steht, fühlt sich der Nordmende „schwer“ an. Schwerer als modernes Gerät, schwerer als bessere Mittelklasse-Japaner der frühen Achtziger, schwerer als der Scott A436, den ich kürzlich vorstellte.
Die Schieberegler machten einen sehr soliden Eindruck, sind gut geführt und haben eine deutliche Rastung. Kein Vergleich mit jenen anderer einheimischer Marken, die für schnelles Abbrechen oder für Klemmen und Wackeln bei der Bedienung bekannt sind. Auch die Druckknöpfe vermitteln das Gefühl von Solidität. Und die Umschalter hinter der Klappe bestehen aus kühlem Metall.
Kennt Ihr den Eindruck, den manche japanische Komponenten der Mitte Siebziger bis frühen Achtziger Jahre vermitteln? Außen jede Menge Metall. Und wenn man einen Schalter bewegt, dann scheint, neben dem reinen Schaltgeräusch, aus dem Innern des Geräts ein Nachhall zu kommen, als ob da nichts drin wäre. Dieses Echo gibt es bei dem Nordmende nicht.
Hans Deutsch HD305, Mirsch OM2-21, Loewe-Opta LO55, Palas Studio 2. Dem Mende scheint wirklich egal, ob 4 oder 8 Ohm-Boxen angeschlossen sind. Bei etwa gleicher Pegelstellung erzeugt er vergleichbare Lautstärke, egal was er zu bewegen hat.
Nachdem ich kürzlich einen Acusta fledderte, um einen anderen zu komplettieren, durfte der danach natürlich zur Probe spielen. Ohne daß es jetzt angebracht wäre, ihm Vorwürfe zu machen, stelle ich doch fest, daß ich mit dem Telefunken recht vorsichtig umgegangen war. Ja nichts wieder kaputt machen.
Auch die von mir hier vorgestellten Receiver, Luxman R1500E, Sansui Six und Harman HK930, erlebten eine vorsichtige Behandlung in Form eines Kurztest. Kommt was? Aha. Reicht! Der Nordmende nicht. Und er macht mir dabei nicht den Eindruck, er würde darunter leiden!
Auch wenn ich es nicht erwartet hatte, haben sich die Art Audiophile Dijon bislang nicht schlecht geschlagen, wanderten immer wieder an die Buchsen des 7500/VS. Vergleichsweise hell, schlank, kein Tiefbaß, aber oben und unten präzise, nur in dem Mitten etwas schwammig und mit Anklängen von etwas „hohl“ und „nasal“. Noch kein Vorwurf, denn in einer der Säulen arbeitet ein falscher Hochtöner. Wirklich klasse ist die Zeichnung der Bühne.
Wenn ich die Contour-Programme des Nordmende einstelle, scheinen sie tonal fast ausgewogener. Ihr Entwickler möge das bitte überlesen! Liegt sicher an der Aufstellung.
Eigenwillig an den Loudness-Schaltungen des Bremers ist die sich mit dem Aktivieren der Gehörrichtigen Lautstärkekorrektur einhergehende Reduzierung der subjektiv empfundenen Gesamtlautstärke. An mancher „klassisch“ abgestimmten schwarzwälder Lautsprecherbox gefällt mir die Charakteristik des Loudness nicht. Zu den Berliner Boxen paßt's, verpasst ihnen einen Hauch Volumen, das sie sonst eher vermissen lassen. Selbst der leicht nasale Ton meiner ATL 911 läßt sich reduzieren, dafür verpaßt der Mende auch ihnen das Volumen, das ihnen sonst mittig fehlt.
Da der Mende mit dem „Kleinzeugs“ aus Höhle-1 recht gut klar gekommen war, darf er sich nun an „einer Nummer größer“ versuchen: Bei einem gescheiterten Aufräum-Versuch in Höhle-2 habe ich ein Paar Braun L1030 in greifbare Nähe gerückt. Ein paar unwesentliche Brutto-Kubikzentimeter größer, als die Dijon. An den zweiten Ausgang kommt ein Paar geringfügig kleinerer Pilot CD500 zum Einsatz. An den Eingangsbuchsen des Verstärkers darf sich ein Nordmende Digital System 2000 von Hitachi versuchen, das den großen Vorteil eines regelbaren Ausgangs für sich verbuchen kann, somit keine Übersteuerung der DIN-Zugänge des Verstärkers mit RCA-Hochpegel-Norm verursachen wird. Eine Vorsicht, die ich mir übrigens hätte sparen können.
Der schon genannte Franzose hatte sich vom Klang des Nordmende überzeugt gezeigt. Das mag ich bestätigen, ohne mich hier in einen „richtigen“ Verstärker-Test ergehen zu wollen. Tatsache ist, mit der CD als Quelle kommt der Bremer souverän klar. Impulsreich und mit hinreichend Basstüchtigkeit auch bei modernen Abmischungen, merkt man ihm nicht an, daß er mehr als zehn Jahre vor der Vorstellung des Mediums CD debütierte.
Noch etwas größer, die hierzulande als Brendle bekannte Radiotehika S90F, eine ASW Cantius ML IV vom vorletzten Beutezug in das Umfeld von Berlin, und eine KS Tertia D 780 Mk.II, die ich im Second Hand-Laden um die Ecke gefunden hatte, machten dem Nordmende letztlich keine Probleme, behielten die Charakteristik, die ich von ihren letzten Testläufen an einem Lindemann Amp 2 erinnere.
Als ich mir die Thorens HP380 erstmals an einem zeitgenössischen Yamaha-Receiver hatte vorführen lassen, schaltete der mehrfach schmerzvoll ab. Der Nordmende tut das nicht, bewältigt auch die Lautsprecher-Armada der Dipole ohne zu zucken.
Irgendwann artet auch Boxen-Stöpseln in Arbeit aus. Und spätestens dann, wenn sich der bäumefällende Nachbar über den „Lärm“ im Garten beschwert – wahrscheinlich konnte er seine Motorsäge nicht mehr hören – sollte man (erstmal) aufhören.
Die Arbeit, die ich dem Nordmende angetan habe, qält sonst einen acht Jahre jüngeren Saba MI215; allerdings nicht so massiert. Dem Nordmende scheint jedenfalls ein Pensum nichts ausgemacht zu haben, bei dem mir im vergangenen Jahr ein jüngerer Taurus Taufrisch abgeraucht ist.
Hatte ich schon gesagt, daß mir der Nordmende Spaß macht? Auch nach heutigem Maßstab ist der flache Bremer gut ausgestattet. Natürlich sind die Anschlüsse knapp und ärgert den Tonbändler der nur eine Recorder-Anschluß. Aber man muß ja zumindest etwas zum Meckern haben. Vorpegelregler für die Kanäle, umfangreiche Klangregelung, ergonomische Bedienung, all das weist den 7500/VS als Verstärker der Spitzenklasse aus. Im zeitgenössischen Vergleich zumindest. Und heute erweist er sich durchaus als alltagstauglich! Das mag ich sonst kaum einem so alten Gerät zubilligen.
Glückwunsch Nordmende!
Zwischenspiel.
Tannhäuser und Titan waren die Namen, mit denen das Attribut High Fidelity 1955 beziehungsweise 1958 in die Produktpalette von Nordmende eingezogen war.
Zum Jahrgang 1960 zog „HiFi“ aus dem Radioprogramm wieder aus und zog „Stereo“ ein. Schließlich verlangte die Stereophonie mehr konstruktiven Aufwand als mono und weder die Geräte noch die Preise sollten größer werden. Also wurde an der Lautsprecherbestückung und an der Verstärkerleistung gespart.
Erst nach der Veröffentlichung der DIN 45500 durch das dhfi brachten die Bremer 1967 mit der Serie 8001 wieder eine Anlage auf den Markt, die das Attribut „HiFi“ trug. Dazu später mehr.
![[Bild: 7500VT_07k.JPG]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VT_07k.JPG)
Zur Funkausstellung im Spätsommer 1970 erschienen dann die ersten Komponenten der Serie 7500.
Dem Steuergerät 8002/ST wurde mit dem Aufsehen erregenden 7500/ST ein modern gestalteter Receiver beigestellt. Die Bandmaschine 8002/T erhielt mit der 8003/T eine technisch unveränderte Schwester, die an das Design der 7500er angepaßt worden sei. So Nordmende.
Zudem erschienen die beiden Tuner 7500/RT und 7500/RTM (Am Mikrofon 3, September 1970).
Erst zur Funkausstellung im Spätsommer 1971 wurde der Vollverstärker 7500/VS, der Plattenspieler 7500/P mit Dual-Chassis 1219 und der 4-Band-Receiver 7504/ST verfügbar.
Ein ehemaliger Mitarbeiter der Qualitätskontrolle bei Nordmende erklärte im HiFi-Forum, „... Die Rundfunk-, Stereo-, Tonbandgeräte wurden in der Dietrich Wilkens Straße gebaut, im ehemaligen Focke-Wulf Werk“ (http://www.hifi-forum.de/viewthread-84-2724.html).
Wellenreiter.
Hockt der Tuner 7500/RT auf dem Verstärker, dann gewinnt man schnell den Eindruck, da habe jemand nachgedacht. Nicht während des Hockens, sondern vorher. Das paßt nämlich. Nicht nur, daß die Geräte in Breite und Höhe die gleichen Dimensionen zeigen. Auch ist der Tuner um soviel weniger tief, als der Verstärker 7500/VS, daß es sicherlich niemals zu thermischen Problemen kommen wird, weil der Bereich des Verstärkers mit der Endstufe keinesfalls von dem Tuner abgedeckt werden wird.
![[Bild: 7500VT_08k.JPG]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VT_08k.JPG)
Wer das jetzt für selbstverständlich hält, der hat noch nie darauf geachtet, daß bei 95% der Komponentenanlagen die Gehäuse von Rundfunkempfänger und Verstärker gleich-tief sind.
Als der Tuner vorgestellt wurde, da gab es den Nordmende-Verstärker freilich noch nicht. Vielleicht hatten ihn die Ingenieure in Bremen bloß noch nicht fertig bekommen.
So ist es fast schon als besondere bremische Eigenwilligkeit zu verstehen, einen Rundfunkempfänger auf den Markt zu bringen, der sich seinen Verstärker bei der Konkurrenz suchen muß. Wäre da nicht die schon erwähnte Bandmaschine 8003/T gewesen, die über einen eingebauten 2x 25 Watt-Verstärker verfügte. Denn an den Receiver 7500/ST würde man einen Tuner doch wohl eher nicht anschließen sollen, oder?
So absurd, wie das Konzept aus heutiger Sicht zu klingen scheint, wurde es Anfang der Siebziger Jahre zweifellos nicht gesehen, denn nicht zufällig sollte Grundig mit der TK850FM, Mitte der Siebziger Jahre, sogar eine Bandmaschine mit eingebaute Verstärker und Rundfunkempfänger vorstellen. Quellgerät für Eigenaufnahmen war halt in erster Linie das Radio.
Frei nach dem Motto, nichts ist so blöd, das man es nicht noch blöder machen könnte, stellte Nordmende gleichzeitig eine Version des Tuners mit eingebautem Monitor-Verstärker vor. Nicht, daß die Bremer ein Tapedeck im Programm gehabt hätten, das auf solch Verstärker angewiesen gewesen wäre. Denn die 8003/T brauchte diesen Verstärker sicherlich nicht. Weder in der zwei- noch in der vierspur-Version.
![[Bild: 7500RT_09k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_09k.jpg)
Ein Netzanschluß, ein Antenneneingang und die obligatorische Ausgangsbuchse, auf diese Elemente beschränkt sich ein Tuner üblicherweise in der Heckansicht. Anders die flachen Bremer:
Ein symmetrischer Antenneneingang für 240 Ohm, darunter ein grüner Schraubenkopf für die Einstellung des Schwellwertes der Stummabstimmung (Muting), sind für den Aufgabenbereich „Tuner“ zuständig. Daneben befindet sich ein große, 16polige Buchse des Fernbedienungsanschlusses. Welcher Rundfunkempfänger leistete sich diesen Luxus gleich noch Anfang der Siebziger Jahre? Genau: Die Nordmende-Tuner und der Receiver 7500/ST.
Etwa in der Mitte der Rückwand liegen, übereinander angeordnet, bei beiden Tunern zwei DIN-Buchsen. Die obere dient als der „normale“ Ausgang zum Verstärker, die zweite bietet einem Aufnahmegerät direkten Anschluß, so daß die Verstärker-Elektronik keine Chance bekommt, eine Aufnahme zu stören, zudem die Möglichkeit besteht, Aufnahmen vom Radio auch bei ausgeschaltetem Verstärker zu machen. Warum soll der Verstärker bei einer stummen Aufnahme mitlaufen, wenn er nicht benötigt wird?
Wiederum zwei grüne Schraubenköpfe, einer mit „L“, der andere mit „R“ bezeichnet, erlauben die Regelung des Ausgangspegels. Das Modell 7500/RTM zeigt zudem noch ein Paar DIN-Buchsen für die Lautsprecherausgänge des Monitor-Verstärkers.
![[Bild: 7500RT_08k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_08k.jpg)
Die linke Hälfte der Rückwand ist von der Stromversorgung dominiert. Eine Kaltgerätebuchse (male) stellt die Spannungsversorung des 7500/RT sicher. Zwei weitere Kaltgerätebuchsen (female) erlauben die Stromversorgung zweier Tochtergeräte. Zwei Sicherungen und zwei (!) Spannungswähler komplettieren das Anschlußfeld. Der Receiver ist hier geringfügig einfacher ausgestattet: Er beschränkt sich auf einen Spannungswähler und die Buchse zur eigenen Stromversorgung.
![[Bild: 7500RT_01k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_01k.jpg)
Die Front der drei Geschwister zeigt die gleiche grafische Gestaltung, wie die des Vollverstärkers. Drei schwarz lackierte Balken, die sich von links nach rechts über die Aluminium-Front ziehen und in deren Bereich sich sämtliche Bedienelemente der Front befinden.
![[Bild: 7500ST_10k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_10k.jpg)
Sechs Festsenderspeicher mit elektronischer Diodenabstimmung nach einer beleuchteten Trommelanzeige für die Frequenz befinden sich an der linken Seite des zentralen Streifens. Dann folgt die analoge Skala des UKW-Empfängers, die von 87,5 bis 108 MHz reicht. Daneben befinden sich die beiden beleuchteten Abstimm-Instrumente für die Feldstärke und Ratiomitte, schließlich das Rad des Drehkondensators.
![[Bild: 7500RT_10k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_10k.jpg)
Karl Breh bemerkte in seinem Test in der HiFi-STEREOPHONIE (12/71) zum 7500/ST, „... die Abstimmskala ist nur 148mm breit und nur in 4MHz-Schritten beziffert, ohne daß Teilstriche vorhanden wären. Der Zeigerantrieb arbeitet präzise, aber ohne Schwungrad.“ Naja: Kleines Schwungrad.
Zweifellos sind die 7500 keine Wellenreiter. Wer eine große, fein auflösende Skala wollte, der sollte weiterhin zum 8002/ST greifen, der ein klassisches Design bot. Die neuen Flachmänner aus Bremen sollten dem Musikliebhaber dienen, der eher mit Hilfe von AFC und Festsenderspeicher starke Sender des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks für die Beschallung mit auch qualitativ anspruchsvollem Programm suchte. So sind die Anzeigen nicht nur verhältnismäßig klein, sondern die Scheibe auch noch leicht eingetönt, so daß sie bei ausgeschaltetem Gerät kaum auffallen, erst nach dem Einschalten, dann umso heller, leuchten.
Insofern war es sicherlich zu verschmerzen, daß Karl Breh kritisierte, das Feldstärke-Instrument, das seinen „Vollausschlag schon bei 7 µV Eingangsspannung“ zeige, „... eigne sich demnach nicht für die optimale Orientierung.“
![[Bild: 7500RT_13k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_13k.jpg)
Oberhalb des mittleren Balkens befinden sich bei allen drei Rundfunkgeräten eine Reihe von Drucktasten. Bei allen Dreien sind über den Stellern für die Abstimmung der Festsenderspeicher jeweils eine Drucktaste für die Aktivierung des jeweiligen Speichers angeordnet, daneben schließlich die Taste, mit der die manuelle Abstimmung mit Hilfe des großen Rades angegangen werden kann.
![[Bild: 7500RT_12k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_12k.jpg)
Die Tuner setzen die Drucktastenreihe mit dem Schalter für das AFC fort. Eine typische Schaltung deutscher Rundfunkempfängern, die aus dem FM-Demodulator eine Regelspannung ableitet, mit deren Hilfe die Oszillatorfrequenz immer dann nachgeführt wird, wenn die Summe aus Antennen- und Oszillatorfrequenz von der ZF-Frequenz abzuweichen droht. Die relativ große Rasterbreite des UKW-Bandes von 200kHz in Deutschland kam diesem Verfahren entgegen, ebenso wie das amtlich regulierte Senderfeld, das für klare Abgrenzungen und relativ stabile Senderleistungen sorgte.
Die manuelle Mono-Umschaltung dient der Steigerung der Empfindlichkeit und ermöglicht es, im Stereo-Betrieb rauschende Sender, im monofonen Betrieb in besserer Qualität ausgeben zu können. Steht die Taste entriegelt, schaltet der Empfänger selbstständig, Pilotton-gesteuert zwischen mono- und stereo-Betrieb um, und zeigt eine hell strahlende grüne Lampe an, wenn ein Stereosender empfangen wird.
Die Stummabstimmung Muting unterdrückt das Zwischenfrequenzrauschen bei der Abstimmung eines Senders. Bis zu einer voreingestellten Feldstärke unterdrückt ein Filter alle Lautäußerungen des Rundfunkgeräts. Die Mutingschwelle läßt sich mit Hilfe einer Schraube am Heck, neben der Antennenbuchse, einstellen.
Die Besonderheit der drei Nordmende ist der zusätzliche, mit einem grünen Einleger versehene Schalter für das Stereo-Muting. Diese Schaltung unterdrückt generell die Wiedergabe von Monosendern bei der Sendersuche.
Was die Empfangsleistung der drei Rundfunkgeräte angeht, so unterstelle ich, kann man den Test in der HiFi-STEREOPHONIE als exemplarisch für die komplette Serie annehmen.
Im Nahbereich lag der 7500/ST auf einem Niveau mit dem Referenz-Gerät (Werte in Klammern) der Redaktion: „Am Ringdipol auf Laborebene, also unter ungünstigen Antennenbedingungen, brachte der 7500/ST 21 (22) Sender einwandfrei; 5 (5) weitere fielen empfangswürdig ein und nochmals 5 (5) verrauscht. Unter den sauber wiedergegebenen befanden sich 3 (3) Stereosender.“ Die Leistungen an einer Richtantenne konnten mit dem Referenzgerät nicht mithalten, so daß das Gesamtergebnis des HF-Teils auf eine Einordnung in die „gehobene HiFi-Mittelklasse“ summierte. Für das Gros der HiFi-interessierten Hörer dürfte die Leistung an einer Richtantenne jedoch wenig Bedeutung gehabt haben. Ebenso wenig, wie die Kritik von Karl Breh, das Ratiomitten-Instrument sei nicht „signalstärkeabhängig“ und somit nicht für die Ausrichtung einer Rotorantenne geeignet.
Relevant hingegen für den Normalverbraucher dürften die Meßergebnisse gewesen sein. Der Signal-Rauschspannungsabstand läge, „wie bei allen Empfangsteilen“ auf zu niedrigem Niveau, weil „der Stereo-Einsatzpunkt zu niedrig“ gewählt sei. Auch die Stereo-Übersprechdämpfung sei „nicht die stärkste Seite dieses Empfangsteils, jedoch liegen die gemessenen Werte noch über den Mindestanforderungen nach DIN 45 500.“
Ausgesprochen positiv sah Breh die Werte für „Trennschärfe, Empfindlichkeit und Klirrgradverhalten“, die einen, bezogen auf die Empfangsverhältnisse im Lande, „wohlabgewogenen Kompromiß“ darstellten. Lediglich der Begrenzer-Einsatz könne niedriger liegen. Dafür sei die Muting-Funktion zu loben.
Immerhin scheint die Qualität des 7500er Tuners ausgereicht zu haben, die Granden der ARD zu befriedigen. Im HiFi-Forum kann man lesen, „... Diese Geräte wurden modifiziert auch von ARD-Rundfunkanstalten als Monitorempfänger eingesetzt.“ ([url)http://www.hifi-forum.de/viewthread-84-18122.html[/url))
![[Bild: Fernbedienung_k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/Fernbedienung_k.jpg)
Ebenfalls als „anders“ weist die Option der Fernbedienbarkeit die drei Rundfunkgeräte aus. Die Saba Freiburg Studio konnten das. Und sonst?
Mit Hilfe der mit einem roten Einleger markierten Drucktaste läßt sich der Remote-Betrieb aktivieren. Ein rot strahlendes Lämpchen signalisiert die Empfangsbereitschaft. „In der Fernbedienungseinheit für HiFi-Geräte der 7500-Serie sind sechs UKW-Sender programmiert, die wahlweise durch einfachen Druck auf eine der sechs Festsendertasten sofort empfangen werden können.“ So beschreibt die Firmenzeitschrift AM MIKROFON in der Ausgabe vom Januar 1971 die Hauptfunktion der Kabelfernbedienung. Außerdem lassen sich der Netzschalter und das AFC, am Receiver zudem die Lautstärke, fernsteuern.
Die Besonderheit des kleinen Kästchens ist zweifellos die Integration einer kompletten Mechanik für die Festsendereinstellung und die Übermittlung des angewählten Senders an den Tuner. Die Diodenabstimmung macht es möglich.
![[Bild: 7500RT_11k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_11k.jpg)
Haben die drei Rundfunkgeräte das Tunerteil gemein, gibt es doch auch sofort sichtbare Unterschiede. Wo an der Front des 7500/RT eine Platikkappe unter den Abstimminstrumenten den Eindruck von Lieblosigkeit erweckt, zeigt die Monitor-Version RTM hier drei Pegelsteller für die Lautstärke, Kanalbalance und für die Klangblende des Abhör-Verstärkers. Zusätzlich verfügt er, unter dem Abstimmrad gelegen, über eine Kopfhörer-Würfelbuchse und, am Heck, über ein Paar Lautsprecheranschlüsse.
Als ein Jahr nach dem Erscheinen der Rundfunkgeräte der Vollverstärker in den Handel kam, war der Sinn der Modells RTM nicht etwa überholt: Tatsächlich bot der extra Recorder-Ausgang des Tuners das Umgehen des Verstärkers geradezu an. Und wenn der Recorder dann eben keinen eigenen Kopfhörerausgang oder sogar integrierten Verstärker mit Lautsprecher besaß, dann konnte der RTM zum Einsatz kommen und der Verstärker ausgeschaltet bleiben. Zudem erlaubt der zusätzliche direkte Anschluß eines Aufnahmegerätes an den Tuner das gleichzeitige Musikhören von Platte, während man aus dem Radio eine Sendung mitschneidet. Denn Verstärker mit getrenntem Record-Selector waren anno 1971 Mangelware.
![[Bild: 7500ST_02k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_02k.jpg)
„Noch rechtzeitig zur Funkausstellung 1970 brachte Nordmende ein neues Kombinationsgerät heraus, das absolut dem letzten Entwicklungsstand der Schallplatten/Tonband-Wiedergabe und der UKW-Stereo-Sendetechnik entspricht.“ (Am Mikrofon Nr. 3, September 1970)
Das Steuergerät teilt sich ebenfalls die komplette Tuner-Einheit mit seinen Geschwistern. Aber natürlich verfügt es zusätzlich über einen eingebauten Gegentakt-Verstärker mit vier ATES BD142T als End-Transistoren..
Die Endstufe wird von Nordmende mit einer Musikleistung von 2x 30 Watt angegeben. Karl Breh empfiehlt die Verwendungen von Lautsprechern mit 8 Ohm, „da bei dieser Impedanz“ das „Verstärkerteil … seine maximale Leistung von 2x 20 W bei günstigerem Klirr- und Intermodulationsverhalten bietet.“ Natürlich bezeichnen die 2x 20 Watt die Sinusleistung.
Die Vorstufe erlaubt die Regelung der Lautstärke, der Kanalbalance, sowie der Höhen und Tiefen. Hierzu hat Nordmende dem 7500/ST vier Flachbahnregler spendiert, die waagerecht angeordnet, an der unteren Kante der Frontplatte beheimatet sind. Die Klangregelung wurde im Test gelobt, zudem festgestellt, daß die – abschaltbare – „gehörrichtige Lautstärkekorrektur unabhängig vom Pegel ist (was bei prinzipiell richtiger Auslegung doch eine Einschränkung bedeutet)“
Rechts neben den Schiebereglern befindet sich die Würfelbuchse für Kopfhörer ab 200 Ohm Impedanz pro Kanal.
Per Drucktasten, links unten am Gerät, lassen sich der Höhen- und ein steilflankiger Tiefenfilter zuschalten. Der Rauschfilter würde, so Breh, die Höhen radikal abschneiden.
![[Bild: 7500ST_09k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_09k.jpg)
Die Konzeption der Anschlüsse des Receiver entspricht dem des jüngeren Verstärkers. Der Pegel des 2V-Vorverstärker-Ausgangs ist am Heck kanalgetrennt einstellbar. Ebenso links und rechts neben den Anschlußbuchsen für Plattenspieler (MM), Hochpegel (Kristall) und Monitor, wie an der Frontplatte neben dem Mikrofon-Eingang, befinden sich Einstellschrauben für die Eingangsempfindlichkeit.
Die Quellenumschaltung erfolgt mit Hilfe von vier Drucktasten neben jenen für die Festsenderspeicher.
![[Bild: 7500ST_01k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_01k.jpg)
Ein Jahr nach seinem Erscheinen bekam der 7500/ST mit dem 7504/ST einen „großen“ Bruder. Nominell fünf Watt Leistung mehr pro Kanal presst er aus vier 2N3055, und auch das deutlich breitere Gehäuse schien darauf hin zu deuten, der Neue sei tatsächlich der „Große“. Im Test der HiFi-STEREOPHONIE kommt Karl Breh jedoch zu dem Ergebnis, da der ältere „... im Unterschied zur Messeneuheit nur mit einem UKW-Stereo-Empfangsteil ausgestattet ist, darf man den 7500/ST nach wie vor als das konsequenteste HiFi-Empfänger-Verstärker-Modell der Norddeutschen Firma betrachten...“
Der Neue war wohl eher als eine Art Nachfolger des nun eingestellten 8002/ST gedacht, bot er doch dem Radiohörer auch den AM-Bereich mit MW, KW und LW zum Wellenreiten an. Wer genau hinschaut, der stellt jedoch fest, in seiner sonstigen Ausstattung konnte der 7504/ST mit dem 7500/ST nicht ganz mithalten. Vielleicht auch dies ein Indiz dafür, daß eine Klangoptimierung nicht wirklich Argument gewesen wäre, die Kunden zu überzeugen. Receiver waren halt eher Platz-Sparer denn Klang-Optimierer.
So fehlen dem auf der Funkausstellung 1971 präsentierten 7504 vor allem auf der Rückseite die lieb gewonnenen Ausstattungsdetails, die seinen älteren Bruder von den meisten Konkurrenzmodellen abgehoben hatte: Die beiden Pegelregler zu jedem Anschluß.
Zudem besitzt er nun ein fest installiertes Netzkabel, anstatt der bisherigen steckbaren Ausführung.
![[Bild: 7500ST_12k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_12k.jpg)
Drücken, Schieben, Drehen.
Design und Finish ihrer Gehäuse sind auffällig und Alleinstellungsmerkmal der Geräte der Serie 7500. Die Frontplatten sind immer in schwarz und silber gehalten, sie Seitenwände immer in silber, Alu-natur. Lediglich bei den Gehäusedeckeln kannte Nordmende Farbvariationen, zwischen dem „normalen“ schwarz und diversen Farben aus dem Spectra-Farbkreis, in dem Nordmende verschiedene Geräte aus seinem Programm angeboten hatte.
Aufmerksame Mitleser werden übrigens bemerkt haben, der Uher CV-140 basiert auf einer überraschend ähnlichen Gehäuse-Konzeption. Der selbe Vertreter für Gehäuse? Ein abgewanderter Konstrukteur? OEM-Fertigung des einen für den anderen?
Silberne Frontplatten mit schwarzen Zierelementen waren auch zum Anfang der Siebziger Jahre nicht absolut ungewöhnlich. Selbst der Verzicht der Bremer Designer auf die sonst verbreiteten Holzzargen war kein Alleinstellungsmerkmal.
Vielmehr war es die grafische Strenge, die die 7500er aus der Masse der anderen HiFi-Geräte herausgehoben hatte und noch immer heraushebt.
Man darf nicht vergessen, daß das Publikum noch immer an Radiogeräte und Musiktruhen gewöhnt war, in vielen Wohnstuben Gelsenkirchener Barock oder Nierentisch-Design vorherrschte. In den Sechziger Jahren hatte zwar ein strengerer Stil Einzug gehalten, doch wurden zu Beginn der Siebziger eher bunte Farben und runde Formen modern, als kantiges Design. In der Gestaltung der Unterhaltungselektronik hielt „Softline“ Einzug. Abgerundete Kanten. Keine scharfen Ecken.
Gern kritisiert an einheimischen Geräten werden die Bedienelemente, die in ihrem Anfassgefühl oft so garnicht mit dem japanischer Geräte mithalten zu können scheinen. Baute man in den Sechziger Jahren noch eher praktische Knöpfe und Regler, ohne Anspruch an besonderes Ambiente, so dominierte bei Deutschen Geräten der Siebziger Jahre Leichtbau, was den HiFi-Fans heute oftmals durch abgebrochene Regler vorgeführt wird.
Der Nordmende zeigt hier ein zwiespältiges, dabei doch gänzlich eigenständiges Bild. Auf der einen Seite scheinen die zur Verbesserung der Griffigkeit angebrachten Gummiringe an den Drehreglern nicht eben Luxus auszustrahlen und wirkt das Abstimmrad sehr leicht, auf der anderen Seite machen sämtliche Schalter und Tasten bei jeder Bewegung auf ihre ausgesprochen solide Mechanik aufmerksam.
Problematisch sind die Schieberegler, vor allem die der Receiver, die, am unteren Geräterand gelegen, wohl im Laufe der Jahre unverhältnismäßig oft Kräften in Stärke und Richtung ausgesetzt waren, die ihre Konstrukteure nicht erwartet hatten. Knacks.
Eine grundsätzliche Eigenart aller Nordmende 7500 ist die Anordnung der blauen Netzschalter zur Gerätemitte hin, anstatt zur Kante, wie bei 99% des Rests der Welt gebräuchlich. Bremer machen halt manches anders.
Die Farbe der Netztaste macht sie eindeutig identifizierbar. Ebenso die Lage an Ende der Reihe.
![[Bild: 7500VT_01k.JPG]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VT_01k.JPG)
Fortsetzung folgt...
vielleicht darf ich Euch mal wieder etwas Einheimisches vorstellen und das mit der Frage verbinden, wer mehr Informationen zu meinen „Stadtmusikanten“ hat.
Im Jahre 1969 erschien bei Grundig ein Verstärker-Bolide, der nicht nur durch seine pure Größe anzeigte, daß man in Fürth bereit war in die internationale HiFi-Spitzenklasse vorzudringen.
Der SV140 erhielt mit dem SV200 noch einen technisch gleichen Nachfolger, der jedoch bereits im Jahre 1972 zuletzt im Prospekt zu finden gewesen war.
Dann, so schien es, war man in Fürth zu der Erkenntnis gekommen, all diejenigen, die bereit waren weit über eintausend Mark für einen Vollverstärker auszugeben, hätten bereits einen. HiFi müsse sich nun, anstatt in die Spitze, weiter in die Breite entwickeln. Ein begeisterter Test des RTV600 im britischen Fachmagazin THE GRAMMOPHONE (6/69) bestätigte dieses Kalkül: „It is debatable whether one should invest in an integrated unit or have the advantage of greater flexibility with separate units. However, for the non-technical user, the integrated tuneramplifier has every advantage.“
Die HiFi-Komponenten verschwanden aus dem Programm und nur eine neue Generation Plastik-armierter Rundfunk-Tuner-Verstärker genannten RTV-Steuergeräte fand Anfang der Siebziger Jahre den Weg in die Schaufenster der Händler. Grundig-Verstärker aus Deutschland sollte es nie wieder geben.
Jetzt fragt Ihr Euch gerade, was hat Grundig mit Bremen zu tun?! Was schreibt der Quatschkopf da?
Ich bin mir sicher, als Max Grundig Anfang der Siebziger Jahre entschied, die HiFi-Komponentenserie einzustellen, da hatten seine Ingenieure bereits Nachfolger für die SV200 und RT200 in Petto gehabt: Flacher im Gehäuse, mehr Leistung bei gleicher Ausstattung, werden sie gehabt haben. Und um sie vor dem Zugriff des „Alten“ zu schützen werden sie sie, das kann nicht anders gewesen sein!, eine zeitlang, maskiert, in einer Zebra-Herde versteckt haben, bis diese Prototypen irgendwie zu Nordmende nach Bremen gelangten.
Als ich mich in der zweiten Hälfte der Siebziger Jahre high fidel zu entwickeln begann, fand Nordmende in meinem Erfahrungsbereich nicht statt. Selbst als Fernsehgerätehersteller – die Bremer verkündeten Mitte der Siebziger Jahre stolz, sie seien die Zweitgrößten der Branche in Deutschland (Funkschau), was der Miteigentümer Philips verärgert bestritt – schien mir die Traditionsmarke bieder und altbacken, was ich durch die Namensgebung einiger Phono-Geräte wie „Tannhäuser“, „Rigoletto“ oder „Titanette“ bestätigt glaubte. En vogue war „Pioneer“ oder „Kenwood“. International mußte ein Name klingen, nicht nach „Edda“ oder „Ring der Nibelungen“.
Und selbst als Nordmende, befeuert durch die 1976 geschlossene Partnerschaft und spätere Übernahme durch Thomson, 1978 als eine der ersten deutschen Marken ein umfangreiches HiFi-Programm auf den Markt brachte, ging das an mir vorbei. Der für mich sichtbare Handel führte die Geräte des „Philharmonic System“ einfach nicht. Stattdessen Rotel, Strato und Technics.
Doch überfiel mich vor einiger Zeit geradezu die Erkenntnis, ein PA-1050 sei nicht der erste Vollverstärker, der TU-1050 nicht der erste Tuner der Nordmende gewesen!
Tatsächlich hatten die Bremer Ende der Sechziger Jahre ein ambitioniertes HiFi-Intermezzo begonnen, das 1969 mit Bandmaschine, Steuergerät und Plattenspieler der Serie 8001 mit einem Anspruch startete, der vergleichsweise heute in die Nähe von „Highend“ gerückt werden würde und als eine der wenigen hiesigen HiFi-Serien sogar in der amerikanischen AUDIO Erwähnung fand.
Und Nordmende hatte es noch Anfang der Siebziger Jahre gewagt, neben einem ultramodernen Receiver auch eine Kombination von Vollverstärker und Tuner auf den Markt zu bringen. Dies zu einer Zeit, als die Großen der deutschen HiFi-Branche bereits den Rückzug angetreten hatten, weil man weltweit befürchtete, HiFi sei überholt, der Markt sei gesättigt.
Die Idee von der unverfälschten Wiedergabe von Klangereignissen beschrieb das Deutsche High Fidelity Institut: „HiFi ist gegeben, wenn das die Wiedergabeapparatur verlassende Musiksignal sich vom Original im besten Fall durch Messungen, gehörmäßig aber gar nicht oder nur durch direkten Vergleich unterscheiden läßt.“
Nur die Notwendigkeit, ein Musiksignal die Wiedergabeapparatur auf diesem klanglichen Niveau verlassen zu lassen, die hatte weder das dhfi noch der Handel den Bürgern beigebracht. Denen reichte bis tief in die Siebziger Jahre hinein die alte Musiktruhe oder das Küchenradio. Normalbürger der Wirtschaftswunderzeit hatten zum Musikhören keine Zeit. Musik fand hierzulande zur Untermalung statt, animierte zum Tanzen oder wurde live zelebriert. Für HiFi war in den Altbauwohnungen kein Platz und HiFi war für deutsche Neubauwohnungen zu laut. Siegried Zielinski berichtet in seinem Buch „Audiovisionen – Kino und Fernsehen als Zwischenspiele in der Geschichte“ (Rowohlt, 1989) vom Bauboom im Nachkriegsdeutschland: Zwischen 1950 und 60 wären jedes Jahr eine halbe Million Neubau-Appartements entstanden. „...Die meisten Wohnungen waren klein, eng und hatten niedrige Decken, aber alle verfügten über ein Bad und eine Küche oder eine Küchenzeile.“ „Klein und eng“ war sicher keine optimale Voraussetzung für HiFi, Küche und Bad hingegen waren dafür eher egal. Und viel wichtiger als Hifi war für die Ausstattung der eigenen Vier Wände das Fernsehen, war Ende der Sechziger und in den Siebzigern vor allem das Farbfernsehen gewesen. Schon „...im September 1957 wurden das erste mal mehr Fernsehgeräte angemeldet als Radios.“ Eine logische Konsequenz. Wenn auch nicht unbedingt wegen der angesprochenen Küchensituation.
Infolgedessen hatte Siemens-Halske bereits Mitte der Sechziger Jahre die eigene Phono-Fertigung aufgegeben. Die SEL stellte ihre HiFi-Marke, Telefunken und Grundig Anfang der Siebziger Jahre die Produktion von HiFi-Kombinationen ein. In den Katalogen dominierten an erster Stelle Fernsehen, dann mobile Abspielgeräte und Autoradios, erst danach, etwa jeweils in gleichem Umfange, einfache Radio- und HiFi-Geräte.
Selbst im Mutterland von HiFi, den USA, war man Ende der Sechziger Jahre überzeugt, jeder, der sich eine HiFi-Anlage leisten könne und wolle, der hätte bereits eine. Von den wenigen Kunden, die bereit waren, hochpreisig und immer neu zu kaufen, könne die Industrie nicht leben, so die Marktbeobachter. Um überleben zu können, müsste man neue Käuferschichten erschließen. Das wollte man mit Quadro tun. Die Musikindustrie insbesondere mit günstigem Quadro-Equipment für junge Leute, die sich HiFi bisher nicht hatten leisten können. Oder wollen.
Doch Werder zeigt, in Bremen macht man halt manches anders.
Zebrastreifen.
Den flachen Verstärker habe ich sicherlich schon seit zwei Jahren bei mir stehen. Länger? Ein netter Mitleser tat mir den Gefallen, ihn und etwas Beiwerk abzuholen und gab ihn mir mit einer Fehlerbeschreibung mit auf den Weg, der eine Kanal würde nicht funktionieren. Das hat meine Motivation, mich mit ihm zu beschäftigen, sicherlich nicht erhöht.
Umso mehr hat es mich gefreut, als ich kürzlich feststellte, nicht der Verstärker hat eine Macke, sondern der zugehörige Tuner verliert einen Kanal, wenn man die Taste für UKW eindrückt; der Kanal kommt wieder, versucht man den Tuner abzuschalten. Aber das ist eine andere Geschichte.
Seit einigen Tagen bevölkert also der Verstärker, zusammen mit wechselnden Zuspielgeräten, meinen Wohnzimmertisch. Und er versucht sich an wechselnden Boxen.
Zuerst bewies er an meinen „immer griffberteit mit DIN-Stöpseln“ Canton LE250 von 1974, das er funktionierte. Dann durfte er einem Paar Wharfedale Denton 3 von 1972 zeigen, daß sie wirklich so schlecht sind, wie ein zeitgenössischer Test behauptete. Ein Paar Nordmende LB62 von 1968 – die kennt Ihr schon aus meinem „Zwergentest“ – spielten so gut, wie niemals zuvor (und die Denton an die Wand). Und inzwischen bewies er, ein Paar Art Audiophile Lyon aus der 0-Serie von 1987 klingen auch mit ihm wirklich genauso merkwürdig (weil noch mit der Vorserien-Weiche), wie an einem Fidelity Student der frühen Achtziger.
Eine wirre Boxenwahl? Sicher. Die standen halt zufällig griffbereit. Doch aus der Tatsache, daß sie alle spielen durften, und aus der Tatsache, daß weitere spielen dürfen, dürft IHR ableiten, mein kleiner flacher Verstärker macht mir derzeit richtig Spaß!
Und jetzt sagt Ihr mir, welcher fast vierzig Jahre alte Vollverstärker Euch so viel Spaß macht, wie mir meine Nicht-Neu-Erwerbung!
![[Bild: 7500VS_09k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_09k.jpg)
Die Rückseite wird von einem ziemlich großen, vielfach gefachten Kühlkörper dominiert. Vier RCA 40411-Transistoren tun hier ihren Dienst und haben ihn in den letzten Tagen kaum einmal merklich erwärmt. Nicht den Dienst, sondern auch nicht den Kühlkörper.
„Tuner, Reserve, Monitor, Tonband, Kristall“ und „Magnet“ heißten die fünf DIN-Buchsen unter dem Kühlkörper, die alle jeweils von einem Paar Vorpegelregler, einer jeweils für den linken, der andere jeweils für den rechten Kanal, flankiert sind.
Vier Lautsprecherbuchsen „8 Ohm min.“ sind auf der gleichen Ebene positioniert. Zwischen den beiden Anschlüssen für den linken und den rechten Kanal befindet sich eine weitere DIN-Buchse, die mit „Ausgang 2V“ bezeichnet ist.
Zwei dreipolige Kaltgeräte-Buchsen, eine für die eigene Stromversorgung, die andere als Netzbuchse für ein Tochtergerät, zieren zusammen mit einem Paar Sicherungshaltern als weitere Elemente das Heck.
Die beiden Lautsprechergruppen können natürlich getrennt voneinander ein- und ausgeschaltet werden. Der regelbare 2 Volt-Ausgang der Vorstufe ermöglicht den Anschluß einer externen Endstufe oder von Aktiv-Boxen, oder den Anschluß eines weiteren Aufnahmegerätes.
Zugegebermaßen ist die Ausstattung mit nur einer geplanten Anschlußmöglichkeit für Aufnahmegeräte nicht eben luxuriös ausgefallen. Doch muß man ehrlicherweise zugeben, daß zum Zeitpunkt des Erscheinens meines Flachmanns wohl niemand damit gerechnet hatte, daß jemals die Compact Cassette, oder gar ein digitales Medium nach Anschluß an einen HiFi-Verstärker verlangen könnte. Stattdessen ist der Silberling mit einem Eingang für Magnetsysteme, einem für Recorder mit extra Monitor-Buchse, und drei weiteren Hochpegel-Eingängen vergleichsweise gut ausgestattet!
Die zusätzlichen Pegelschrauben heben ihn in die Riege der besonders hochwertigen Verstärker. Ums deutlich zu sagen: Braun bot die Möglichkeit des Abgleichs der Eingänge damals nicht!
Boden und Rücken bestehen aus schwarzen Blechwänden, Die Seiten aus zentimeterstarkem, jeweils vierfach verschraubtem Aluminium.
Die schwarz-silberne Front ist auch nach heutigen Gesichtspunkten klar gegliedert. Betrachter in den frühen Siebzigern, noch an Gelsenkirchener Barock gewöhnt, hatten vor lauter Begeisterung, oder Abscheu, wahrscheinlich kaum gewußt, wohin sie zuerst schauen sollten!
![[Bild: 7500VS_17k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_17k.jpg)
Links oben, eine flache Klappe, die sich fast über die halbe Breite des Verstärkers zieht. Das erhaben angebrachte, metallene Markenemblem fungiert als griffiges Griffstück für die einfache Öffnung der Klappe nach oben hin. Dahinter zeigen sich, schwarz auf schwarz, jedoch mit großformatiger Beschriftung auf der Innenseite der Klappe versehen, vier Kippschalter und zwei Schraubenköpfe. Die beiden Schrauben fungieren als kanalgetrennte Vorpegelregler für den rechts am Geräterand der Frontplatte befindlichen Mikrofoneingang.
![[Bild: 7500VS_12k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_12k.jpg)
Die übrigen vier Umschalter, als sehr solide rastende Metall-Lippen ausgeführt, zeichnen sich, von links nach rechts, für das Ein- und Ausschalten der Lautsprechergruppe eins und zwei, für das Umschalten zwischen normalem und seitenverkehrtem Stereobetrieb und für das Umschalten der Dämpfung der Endstufe verantwortlich. In rechter Schalterstellung steht die volle Leistung der Endstufe zur Verfügung, in linker Position des rechten Schalters nur ein Teil. Sinnvoll bei der Verwendung besonders empfindlicher Boxen oder von Lautsprechern eigentlich zu niedriger Impedanz. Für einen 8Ohm-Verstärker in 4Ohm-Zeiten wäre so ein Zusammentreffen nicht ungewöhnlich gewesen.
Die silberne Front ist mit drei waagerechten, matt-schwarzen Streifen unterteilt. Während der obere und untere Streifen von gleicher Stärke sind, ist der mittlere fast so hoch wie die anderen beiden zusammen.
Während im unteren Streifen die Drucktastensteuerung des Verstärkers untergebracht ist, zeigt sich an der linken Geräteseite im mittleren Streifen ein fast einzigartiges Bedienelement: Ein waagerecht liegender Schieberegler regelt die Kanalbalance, vom rastenden Nullpunkt nach links oder rechts, bis zur jeweils vollständigen Ausblendung des Kanals. So weit, so normal. Flankiert wird der Fader von zwei beleuchteten Drehspulinstrumenten, die als Leistungsmeter für die linke und rechte Endstufe wirken und so also die Verteilung der Leistung durch den Balanceregler unmittelbar zurückmelden.
![[Bild: 7500VS_10k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_10k.jpg)
Die relativ träge Charakteristik der senkrecht stehenden Zeiger hilft dabei, die abgegebene Leistung deutlich zu machen. Die Skala ist horizontal unterteilt: In der unteren Hälfte befindet sich eine logarithmische Beschriftung von „0“ bis „5“, in der oberen Hälfte eine in Dezibel geeichte Skala von -50 über „0“ bis in den rot unterlegten Übersteuerungsbereich. Ein echter Hinkucker, den ich in solch ergonomischer Konsequenz sonst kaum irgendwo gesehen habe. Bis auf den eingangs erwähnten Grundig. Aha! Von wegen Quatschkopf.
Im schon benannten unteren Streifen sind zwei Gruppen Druckknöpfe untergebracht. Sie sind verchromt und frontal mit einem schwarz gefärbten Einleger versehen. Zwei Tasten sind, der besseren Erkennbarkeit wegen, mit bunt gefärbten Einlegern bestückt.
![[Bild: 7500VS_15k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_15k.jpg)
Die linke Gruppe besteht aus sieben Tasten. Sechs davon dienen der Quellwahl für Tuner, magnetischem und Kristall-System, Reserve, Tonband und Mikrofon. Die rechte Taste dient der Umschaltung der Betriebsart des Verstärkers in den monofonen Zustand.
![[Bild: 7500VS_13k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_13k.jpg)
Etwas zur Gerätemitte hin abgesetzt befindet sich die zweite Gruppe Drucktasten. Rot gekennzeichnet ist die Taste für die Hinterbandkontrolle (Monitor) des Aufnahmegerätes. Jeweils zwei Tasten für die Aktivierung von Rausch- und Rumpelfilter, sowie für die beiden Loudness-Programme für die Gehörrichtige Lautstärkekorrektur, Contour 1 und Contour 2, schließen sich an. Wiederum etwas nach rechts und farblich blau abgesetzt liegt der Netzschalter.
Alle Drucktasten sind sehr eindeutig geführt und rasten solide. Die Größe der Tasten ist auch für dicke Finger ausreichend, auch wenn man natürlich erst einmal eine gewisse Routine entwickeln muß, um in der Auswahl des Quellgerätes nicht versehentlich das Falsche zu wählen. Hier gibt es kein Hilfsmittel zur „Zentrierung“ der Bedienhand, wie etwa eine Riffelung bestimmter Tasten oder eine größenmäßige Unterscheidung. Aber was will ich eigentlich?!
![[Bild: 7500VS_11k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_11k.jpg)
Quasi als Signalisierung des Betriebs des Verstärkers fungiert die Beleuchtung der Leistungsanzeigen. Die grüne Leuchte am oberen Geräterand, über dem Hauptschalter gelegen, ihm jedoch nicht zugeordnet, dient der Signalisierung des Stereobetriebs, der mit dem Mono-Schalter abgeschaltet werden kann.
Rechts von der Mitte befindet sich ein weiteres, auffälliges und nicht nur optisch charakterisierendes Bedienelement. In voller Höhe silbern unterlegt, befindet sich hier eine Gruppe von sechs senkrecht stehenden Schiebereglern..
Der linke, von den anderen etwas abgesetzt, fungiert als Lautstärkesteller mit Nullpunkt am unteren Rand des Schiebewegs. Die übrigen Regler bilden die Klangregelung mit mittiger Rastung für den Nullpunkt. 40 Hz, 250 Hz, 2500 Hz, 8000 Hz und 16000 Hz sind die Scheitelfrequenzen der Regler, die man in Ihrer Funktion im englischen Sprachraum als Graphic Equalizer bezeichnen würde. Bisher hatte so etwas bestenfalls der eingangs erwähnte Grundig gezeigt. Soviel zum „Quatschkopf“. Später hat JVC in seinen JR-S-Receivern der Siebziger Jahre ein vergleichbares Instrument als namensgebend für die ganze Serie „S.E.A.“ auserkoren: Sound Effect Amplifier. Aber ein Bremer protzt nicht auf diese Weise.
![[Bild: 7500VS_14k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500VS_14k.jpg)
Ganz rechts verfügt der Verstärker wiederum über zwei DIN-Buchsen. Die obere ist der bereits erwähnte Mikrofoneingang, die untere Würfelbuchse repräsentiert den Kopfhörer-Ausgang.
Ein Paar 1991er Art Audiophile Dijon durften an dem Verstärker das erste mal zeigen, was sie konnten. Die als irgendwo Zugabe mit-erworbenen Heco PPS30 und die auf einem Flohmarkt geschossenen Braun SM1004, beide von umrum 1980, spielten in direkter Konkurrenz, verloren.
Der Flachmann lädt mich tatsächlich zum Spielen ein, denn seine Bedienelemente sind, trotz vierzig Jahren Alters und im Gegensatz zu vielen jüngeren Verstärkern, einfach dafür geeignet: Die Kippschalter für die beiden Lautprechergruppen und die Reaktion des Geräts auf ihre Bewegung ist so vertrauenerweckend, wie ich es bisher selten bei anderen Verstärkern erlebt habe. Das liegt sicherlich daran, daß die Schalter ein außerordentlich massives Ambiente haben und so satt rasten, wie keine anderen, die Endstufe sofort und ohne Widerspruch auf ihre Stellung reagiert. Kein Schalknacksen, kein Ploppen, nur spielen, und das unmittelbar. Das Gefühl, das mich bei anderen alten Verstärkern beschleicht – gleich explodiert etwas – vermittelt dieser in keiner Weise.
Vor allem für den Boxen-Ausprobierer zeigt sich die Klangregelung des Silberlings von großem praktischen Wert. Die meisten Boxen haben schließlich klangliche Eigenarten. Und die fünf Pegelschieber mit Mittelrastung sind nun einmal vielseitiger als die üblichen beiden Drehregler, die 90% der anderen Verstärker zur Verfügung stellen, die ich kenne. Zudem ist für das Ausprobieren die Bauweise der Schieberegler des „graphic Equalizer“ ausgesprochen praktisch. Viel netter, als die Drehpotis der Konkurrenz. Das trifft auch auf den Balancesteller zu, der, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, als Schieberegler deutlich ergonomischer zu bedienen ist, denn als Drehregler, wenn man ihn denn, durch steten Wechsel der Lautsprecherboxen, des öfteren bedienen will. Man sieht halt sofort seine Stellung anhand der Position des Griffstücks.
Ende 1971 hat der Hersteller diesen fast 15kg schweren Verstärker vorgestellt. Grundigs Komponenten-Serie, mit dem SV200 als Topmodell, lief zu diesem Zeitpunkt ebenso aus, wie die Einzelkomponenten von Telefunken mit dem V250 Acusta hifi in der Spitze. Selbst Kirksaeter hatte eine neue Receiver-Serie eingeführt und die Einzelkomponenten aus dem normalen Programm genommen, und Stereotronic als HiFi-Marke hatte die SEL bereits sterben lassen.
Neben Klein+Hummel und Braun waren vor allem Saba, Dual und Perpetuum Ebner hierzulande weiterhin mit, eher einfachen, Komponentenanlagen aktiv. Außerdem „Exoten“ wie Südfunk für Quelle, Körting für Neckermann, Görler, Elowi und Radio RIM, sowie ein paar Marken, die eher im ELA-Bereich beheimatet waren: Kroha oder Dynacord.
Während an Blaupunkt Delta 6011V und Loewe-Opta QV310 noch niemand dachte, brachte Nordmende mit dem 7500/VS nicht nur ein stilistisch außerordentlich modernes Gerät auf den Markt, der Flachmann war vor allem technologisch ein echter Kracher: Welcher bezahlbare Verstärker hatte 1971 eine Sinusleistung von 2x 60 Watt an 8 Ohm zu bieten gehabt?! So ist auch nicht verwunderlich, daß der Nordmende, nach dem ES-707 von Klein + Hummel, der zweitbeste Vollverstärker seiner Zeit aus deutschen Landen gewesen sein wird.
Stunde um Stunde zieht der Mende seine Runden, ich meine, spielt er an verschiedenen Boxen. Wenn ich Boxen probiere, dann probieren ich in HiFi-Lautstärke. Den Mende scheint das aber nicht zu stören. Eine Schallplatte nach der anderen, natürlich standesgemäß von der Nordmende-Version des Dual 1229 zugespielt, gibt er klaglos an wechselnde Boxen weiter, ohne sich merklich zu erwärmen.
Wigo WB395 von 1979 und Nordmende LB60 von 1968 sind als nächste dran. Ich muß endlich aufräumen.
Bis zum Jahr 1973, so RADIOMUSEUM.ORG, soll der Verstärker bei Nordmende lieferbar gewesen sein. Im Prospekt für 1974 ist die Serie 7500 nicht mehr geführt, bereits die Nachfolger „Quadronado“ zu sehen: Ein Receiver. Einzelkomponenten aus Bremer Fertigung sollte es nie wieder geben.
Auf einer französischen Internet-Seite sinniert der Autor, das Design des Nordmende deute auf eine professionelle Zielgruppe, auf den Einsatz in Diskotheken oder Nachtclubs hin. Eigenwillige Idee. Zumindest das Ambiente des Norddeutschen läßt verstehen, wie der Franzose auf diese Idee kam: Der Blick auf die Frontplatte zeigt Metall. Reines Metall, lackiertes Metall. Eine Metallfront von ihrer Breitseite, Metallseiten von ihrer Schmalseite. Und die offene Schmalseite ist einen Zentimeter stark. Obenauf ein Metalldeckel, unten drunter ein Metalldeckel.
Auch wenn er steht, fühlt sich der Nordmende „schwer“ an. Schwerer als modernes Gerät, schwerer als bessere Mittelklasse-Japaner der frühen Achtziger, schwerer als der Scott A436, den ich kürzlich vorstellte.
Die Schieberegler machten einen sehr soliden Eindruck, sind gut geführt und haben eine deutliche Rastung. Kein Vergleich mit jenen anderer einheimischer Marken, die für schnelles Abbrechen oder für Klemmen und Wackeln bei der Bedienung bekannt sind. Auch die Druckknöpfe vermitteln das Gefühl von Solidität. Und die Umschalter hinter der Klappe bestehen aus kühlem Metall.
Kennt Ihr den Eindruck, den manche japanische Komponenten der Mitte Siebziger bis frühen Achtziger Jahre vermitteln? Außen jede Menge Metall. Und wenn man einen Schalter bewegt, dann scheint, neben dem reinen Schaltgeräusch, aus dem Innern des Geräts ein Nachhall zu kommen, als ob da nichts drin wäre. Dieses Echo gibt es bei dem Nordmende nicht.
Hans Deutsch HD305, Mirsch OM2-21, Loewe-Opta LO55, Palas Studio 2. Dem Mende scheint wirklich egal, ob 4 oder 8 Ohm-Boxen angeschlossen sind. Bei etwa gleicher Pegelstellung erzeugt er vergleichbare Lautstärke, egal was er zu bewegen hat.
Nachdem ich kürzlich einen Acusta fledderte, um einen anderen zu komplettieren, durfte der danach natürlich zur Probe spielen. Ohne daß es jetzt angebracht wäre, ihm Vorwürfe zu machen, stelle ich doch fest, daß ich mit dem Telefunken recht vorsichtig umgegangen war. Ja nichts wieder kaputt machen.
Auch die von mir hier vorgestellten Receiver, Luxman R1500E, Sansui Six und Harman HK930, erlebten eine vorsichtige Behandlung in Form eines Kurztest. Kommt was? Aha. Reicht! Der Nordmende nicht. Und er macht mir dabei nicht den Eindruck, er würde darunter leiden!
Auch wenn ich es nicht erwartet hatte, haben sich die Art Audiophile Dijon bislang nicht schlecht geschlagen, wanderten immer wieder an die Buchsen des 7500/VS. Vergleichsweise hell, schlank, kein Tiefbaß, aber oben und unten präzise, nur in dem Mitten etwas schwammig und mit Anklängen von etwas „hohl“ und „nasal“. Noch kein Vorwurf, denn in einer der Säulen arbeitet ein falscher Hochtöner. Wirklich klasse ist die Zeichnung der Bühne.
Wenn ich die Contour-Programme des Nordmende einstelle, scheinen sie tonal fast ausgewogener. Ihr Entwickler möge das bitte überlesen! Liegt sicher an der Aufstellung.
Eigenwillig an den Loudness-Schaltungen des Bremers ist die sich mit dem Aktivieren der Gehörrichtigen Lautstärkekorrektur einhergehende Reduzierung der subjektiv empfundenen Gesamtlautstärke. An mancher „klassisch“ abgestimmten schwarzwälder Lautsprecherbox gefällt mir die Charakteristik des Loudness nicht. Zu den Berliner Boxen paßt's, verpasst ihnen einen Hauch Volumen, das sie sonst eher vermissen lassen. Selbst der leicht nasale Ton meiner ATL 911 läßt sich reduzieren, dafür verpaßt der Mende auch ihnen das Volumen, das ihnen sonst mittig fehlt.
Da der Mende mit dem „Kleinzeugs“ aus Höhle-1 recht gut klar gekommen war, darf er sich nun an „einer Nummer größer“ versuchen: Bei einem gescheiterten Aufräum-Versuch in Höhle-2 habe ich ein Paar Braun L1030 in greifbare Nähe gerückt. Ein paar unwesentliche Brutto-Kubikzentimeter größer, als die Dijon. An den zweiten Ausgang kommt ein Paar geringfügig kleinerer Pilot CD500 zum Einsatz. An den Eingangsbuchsen des Verstärkers darf sich ein Nordmende Digital System 2000 von Hitachi versuchen, das den großen Vorteil eines regelbaren Ausgangs für sich verbuchen kann, somit keine Übersteuerung der DIN-Zugänge des Verstärkers mit RCA-Hochpegel-Norm verursachen wird. Eine Vorsicht, die ich mir übrigens hätte sparen können.
Der schon genannte Franzose hatte sich vom Klang des Nordmende überzeugt gezeigt. Das mag ich bestätigen, ohne mich hier in einen „richtigen“ Verstärker-Test ergehen zu wollen. Tatsache ist, mit der CD als Quelle kommt der Bremer souverän klar. Impulsreich und mit hinreichend Basstüchtigkeit auch bei modernen Abmischungen, merkt man ihm nicht an, daß er mehr als zehn Jahre vor der Vorstellung des Mediums CD debütierte.
Noch etwas größer, die hierzulande als Brendle bekannte Radiotehika S90F, eine ASW Cantius ML IV vom vorletzten Beutezug in das Umfeld von Berlin, und eine KS Tertia D 780 Mk.II, die ich im Second Hand-Laden um die Ecke gefunden hatte, machten dem Nordmende letztlich keine Probleme, behielten die Charakteristik, die ich von ihren letzten Testläufen an einem Lindemann Amp 2 erinnere.
Als ich mir die Thorens HP380 erstmals an einem zeitgenössischen Yamaha-Receiver hatte vorführen lassen, schaltete der mehrfach schmerzvoll ab. Der Nordmende tut das nicht, bewältigt auch die Lautsprecher-Armada der Dipole ohne zu zucken.
Irgendwann artet auch Boxen-Stöpseln in Arbeit aus. Und spätestens dann, wenn sich der bäumefällende Nachbar über den „Lärm“ im Garten beschwert – wahrscheinlich konnte er seine Motorsäge nicht mehr hören – sollte man (erstmal) aufhören.
Die Arbeit, die ich dem Nordmende angetan habe, qält sonst einen acht Jahre jüngeren Saba MI215; allerdings nicht so massiert. Dem Nordmende scheint jedenfalls ein Pensum nichts ausgemacht zu haben, bei dem mir im vergangenen Jahr ein jüngerer Taurus Taufrisch abgeraucht ist.
Hatte ich schon gesagt, daß mir der Nordmende Spaß macht? Auch nach heutigem Maßstab ist der flache Bremer gut ausgestattet. Natürlich sind die Anschlüsse knapp und ärgert den Tonbändler der nur eine Recorder-Anschluß. Aber man muß ja zumindest etwas zum Meckern haben. Vorpegelregler für die Kanäle, umfangreiche Klangregelung, ergonomische Bedienung, all das weist den 7500/VS als Verstärker der Spitzenklasse aus. Im zeitgenössischen Vergleich zumindest. Und heute erweist er sich durchaus als alltagstauglich! Das mag ich sonst kaum einem so alten Gerät zubilligen.
Glückwunsch Nordmende!
Zwischenspiel.
Tannhäuser und Titan waren die Namen, mit denen das Attribut High Fidelity 1955 beziehungsweise 1958 in die Produktpalette von Nordmende eingezogen war.
Zum Jahrgang 1960 zog „HiFi“ aus dem Radioprogramm wieder aus und zog „Stereo“ ein. Schließlich verlangte die Stereophonie mehr konstruktiven Aufwand als mono und weder die Geräte noch die Preise sollten größer werden. Also wurde an der Lautsprecherbestückung und an der Verstärkerleistung gespart.
Erst nach der Veröffentlichung der DIN 45500 durch das dhfi brachten die Bremer 1967 mit der Serie 8001 wieder eine Anlage auf den Markt, die das Attribut „HiFi“ trug. Dazu später mehr.
Zur Funkausstellung im Spätsommer 1970 erschienen dann die ersten Komponenten der Serie 7500.
Dem Steuergerät 8002/ST wurde mit dem Aufsehen erregenden 7500/ST ein modern gestalteter Receiver beigestellt. Die Bandmaschine 8002/T erhielt mit der 8003/T eine technisch unveränderte Schwester, die an das Design der 7500er angepaßt worden sei. So Nordmende.
Zudem erschienen die beiden Tuner 7500/RT und 7500/RTM (Am Mikrofon 3, September 1970).
Erst zur Funkausstellung im Spätsommer 1971 wurde der Vollverstärker 7500/VS, der Plattenspieler 7500/P mit Dual-Chassis 1219 und der 4-Band-Receiver 7504/ST verfügbar.
Ein ehemaliger Mitarbeiter der Qualitätskontrolle bei Nordmende erklärte im HiFi-Forum, „... Die Rundfunk-, Stereo-, Tonbandgeräte wurden in der Dietrich Wilkens Straße gebaut, im ehemaligen Focke-Wulf Werk“ (http://www.hifi-forum.de/viewthread-84-2724.html).
Wellenreiter.
Hockt der Tuner 7500/RT auf dem Verstärker, dann gewinnt man schnell den Eindruck, da habe jemand nachgedacht. Nicht während des Hockens, sondern vorher. Das paßt nämlich. Nicht nur, daß die Geräte in Breite und Höhe die gleichen Dimensionen zeigen. Auch ist der Tuner um soviel weniger tief, als der Verstärker 7500/VS, daß es sicherlich niemals zu thermischen Problemen kommen wird, weil der Bereich des Verstärkers mit der Endstufe keinesfalls von dem Tuner abgedeckt werden wird.
Wer das jetzt für selbstverständlich hält, der hat noch nie darauf geachtet, daß bei 95% der Komponentenanlagen die Gehäuse von Rundfunkempfänger und Verstärker gleich-tief sind.
Als der Tuner vorgestellt wurde, da gab es den Nordmende-Verstärker freilich noch nicht. Vielleicht hatten ihn die Ingenieure in Bremen bloß noch nicht fertig bekommen.
So ist es fast schon als besondere bremische Eigenwilligkeit zu verstehen, einen Rundfunkempfänger auf den Markt zu bringen, der sich seinen Verstärker bei der Konkurrenz suchen muß. Wäre da nicht die schon erwähnte Bandmaschine 8003/T gewesen, die über einen eingebauten 2x 25 Watt-Verstärker verfügte. Denn an den Receiver 7500/ST würde man einen Tuner doch wohl eher nicht anschließen sollen, oder?
So absurd, wie das Konzept aus heutiger Sicht zu klingen scheint, wurde es Anfang der Siebziger Jahre zweifellos nicht gesehen, denn nicht zufällig sollte Grundig mit der TK850FM, Mitte der Siebziger Jahre, sogar eine Bandmaschine mit eingebaute Verstärker und Rundfunkempfänger vorstellen. Quellgerät für Eigenaufnahmen war halt in erster Linie das Radio.
Frei nach dem Motto, nichts ist so blöd, das man es nicht noch blöder machen könnte, stellte Nordmende gleichzeitig eine Version des Tuners mit eingebautem Monitor-Verstärker vor. Nicht, daß die Bremer ein Tapedeck im Programm gehabt hätten, das auf solch Verstärker angewiesen gewesen wäre. Denn die 8003/T brauchte diesen Verstärker sicherlich nicht. Weder in der zwei- noch in der vierspur-Version.
![[Bild: 7500RT_09k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_09k.jpg)
Ein Netzanschluß, ein Antenneneingang und die obligatorische Ausgangsbuchse, auf diese Elemente beschränkt sich ein Tuner üblicherweise in der Heckansicht. Anders die flachen Bremer:
Ein symmetrischer Antenneneingang für 240 Ohm, darunter ein grüner Schraubenkopf für die Einstellung des Schwellwertes der Stummabstimmung (Muting), sind für den Aufgabenbereich „Tuner“ zuständig. Daneben befindet sich ein große, 16polige Buchse des Fernbedienungsanschlusses. Welcher Rundfunkempfänger leistete sich diesen Luxus gleich noch Anfang der Siebziger Jahre? Genau: Die Nordmende-Tuner und der Receiver 7500/ST.
Etwa in der Mitte der Rückwand liegen, übereinander angeordnet, bei beiden Tunern zwei DIN-Buchsen. Die obere dient als der „normale“ Ausgang zum Verstärker, die zweite bietet einem Aufnahmegerät direkten Anschluß, so daß die Verstärker-Elektronik keine Chance bekommt, eine Aufnahme zu stören, zudem die Möglichkeit besteht, Aufnahmen vom Radio auch bei ausgeschaltetem Verstärker zu machen. Warum soll der Verstärker bei einer stummen Aufnahme mitlaufen, wenn er nicht benötigt wird?
Wiederum zwei grüne Schraubenköpfe, einer mit „L“, der andere mit „R“ bezeichnet, erlauben die Regelung des Ausgangspegels. Das Modell 7500/RTM zeigt zudem noch ein Paar DIN-Buchsen für die Lautsprecherausgänge des Monitor-Verstärkers.
![[Bild: 7500RT_08k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_08k.jpg)
Die linke Hälfte der Rückwand ist von der Stromversorgung dominiert. Eine Kaltgerätebuchse (male) stellt die Spannungsversorung des 7500/RT sicher. Zwei weitere Kaltgerätebuchsen (female) erlauben die Stromversorgung zweier Tochtergeräte. Zwei Sicherungen und zwei (!) Spannungswähler komplettieren das Anschlußfeld. Der Receiver ist hier geringfügig einfacher ausgestattet: Er beschränkt sich auf einen Spannungswähler und die Buchse zur eigenen Stromversorgung.
![[Bild: 7500RT_01k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_01k.jpg)
Die Front der drei Geschwister zeigt die gleiche grafische Gestaltung, wie die des Vollverstärkers. Drei schwarz lackierte Balken, die sich von links nach rechts über die Aluminium-Front ziehen und in deren Bereich sich sämtliche Bedienelemente der Front befinden.
![[Bild: 7500ST_10k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_10k.jpg)
Sechs Festsenderspeicher mit elektronischer Diodenabstimmung nach einer beleuchteten Trommelanzeige für die Frequenz befinden sich an der linken Seite des zentralen Streifens. Dann folgt die analoge Skala des UKW-Empfängers, die von 87,5 bis 108 MHz reicht. Daneben befinden sich die beiden beleuchteten Abstimm-Instrumente für die Feldstärke und Ratiomitte, schließlich das Rad des Drehkondensators.
![[Bild: 7500RT_10k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_10k.jpg)
Karl Breh bemerkte in seinem Test in der HiFi-STEREOPHONIE (12/71) zum 7500/ST, „... die Abstimmskala ist nur 148mm breit und nur in 4MHz-Schritten beziffert, ohne daß Teilstriche vorhanden wären. Der Zeigerantrieb arbeitet präzise, aber ohne Schwungrad.“ Naja: Kleines Schwungrad.
Zweifellos sind die 7500 keine Wellenreiter. Wer eine große, fein auflösende Skala wollte, der sollte weiterhin zum 8002/ST greifen, der ein klassisches Design bot. Die neuen Flachmänner aus Bremen sollten dem Musikliebhaber dienen, der eher mit Hilfe von AFC und Festsenderspeicher starke Sender des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks für die Beschallung mit auch qualitativ anspruchsvollem Programm suchte. So sind die Anzeigen nicht nur verhältnismäßig klein, sondern die Scheibe auch noch leicht eingetönt, so daß sie bei ausgeschaltetem Gerät kaum auffallen, erst nach dem Einschalten, dann umso heller, leuchten.
Insofern war es sicherlich zu verschmerzen, daß Karl Breh kritisierte, das Feldstärke-Instrument, das seinen „Vollausschlag schon bei 7 µV Eingangsspannung“ zeige, „... eigne sich demnach nicht für die optimale Orientierung.“
![[Bild: 7500RT_13k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_13k.jpg)
Oberhalb des mittleren Balkens befinden sich bei allen drei Rundfunkgeräten eine Reihe von Drucktasten. Bei allen Dreien sind über den Stellern für die Abstimmung der Festsenderspeicher jeweils eine Drucktaste für die Aktivierung des jeweiligen Speichers angeordnet, daneben schließlich die Taste, mit der die manuelle Abstimmung mit Hilfe des großen Rades angegangen werden kann.
![[Bild: 7500RT_12k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_12k.jpg)
Die Tuner setzen die Drucktastenreihe mit dem Schalter für das AFC fort. Eine typische Schaltung deutscher Rundfunkempfängern, die aus dem FM-Demodulator eine Regelspannung ableitet, mit deren Hilfe die Oszillatorfrequenz immer dann nachgeführt wird, wenn die Summe aus Antennen- und Oszillatorfrequenz von der ZF-Frequenz abzuweichen droht. Die relativ große Rasterbreite des UKW-Bandes von 200kHz in Deutschland kam diesem Verfahren entgegen, ebenso wie das amtlich regulierte Senderfeld, das für klare Abgrenzungen und relativ stabile Senderleistungen sorgte.
Die manuelle Mono-Umschaltung dient der Steigerung der Empfindlichkeit und ermöglicht es, im Stereo-Betrieb rauschende Sender, im monofonen Betrieb in besserer Qualität ausgeben zu können. Steht die Taste entriegelt, schaltet der Empfänger selbstständig, Pilotton-gesteuert zwischen mono- und stereo-Betrieb um, und zeigt eine hell strahlende grüne Lampe an, wenn ein Stereosender empfangen wird.
Die Stummabstimmung Muting unterdrückt das Zwischenfrequenzrauschen bei der Abstimmung eines Senders. Bis zu einer voreingestellten Feldstärke unterdrückt ein Filter alle Lautäußerungen des Rundfunkgeräts. Die Mutingschwelle läßt sich mit Hilfe einer Schraube am Heck, neben der Antennenbuchse, einstellen.
Die Besonderheit der drei Nordmende ist der zusätzliche, mit einem grünen Einleger versehene Schalter für das Stereo-Muting. Diese Schaltung unterdrückt generell die Wiedergabe von Monosendern bei der Sendersuche.
Was die Empfangsleistung der drei Rundfunkgeräte angeht, so unterstelle ich, kann man den Test in der HiFi-STEREOPHONIE als exemplarisch für die komplette Serie annehmen.
Im Nahbereich lag der 7500/ST auf einem Niveau mit dem Referenz-Gerät (Werte in Klammern) der Redaktion: „Am Ringdipol auf Laborebene, also unter ungünstigen Antennenbedingungen, brachte der 7500/ST 21 (22) Sender einwandfrei; 5 (5) weitere fielen empfangswürdig ein und nochmals 5 (5) verrauscht. Unter den sauber wiedergegebenen befanden sich 3 (3) Stereosender.“ Die Leistungen an einer Richtantenne konnten mit dem Referenzgerät nicht mithalten, so daß das Gesamtergebnis des HF-Teils auf eine Einordnung in die „gehobene HiFi-Mittelklasse“ summierte. Für das Gros der HiFi-interessierten Hörer dürfte die Leistung an einer Richtantenne jedoch wenig Bedeutung gehabt haben. Ebenso wenig, wie die Kritik von Karl Breh, das Ratiomitten-Instrument sei nicht „signalstärkeabhängig“ und somit nicht für die Ausrichtung einer Rotorantenne geeignet.
Relevant hingegen für den Normalverbraucher dürften die Meßergebnisse gewesen sein. Der Signal-Rauschspannungsabstand läge, „wie bei allen Empfangsteilen“ auf zu niedrigem Niveau, weil „der Stereo-Einsatzpunkt zu niedrig“ gewählt sei. Auch die Stereo-Übersprechdämpfung sei „nicht die stärkste Seite dieses Empfangsteils, jedoch liegen die gemessenen Werte noch über den Mindestanforderungen nach DIN 45 500.“
Ausgesprochen positiv sah Breh die Werte für „Trennschärfe, Empfindlichkeit und Klirrgradverhalten“, die einen, bezogen auf die Empfangsverhältnisse im Lande, „wohlabgewogenen Kompromiß“ darstellten. Lediglich der Begrenzer-Einsatz könne niedriger liegen. Dafür sei die Muting-Funktion zu loben.
Immerhin scheint die Qualität des 7500er Tuners ausgereicht zu haben, die Granden der ARD zu befriedigen. Im HiFi-Forum kann man lesen, „... Diese Geräte wurden modifiziert auch von ARD-Rundfunkanstalten als Monitorempfänger eingesetzt.“ ([url)http://www.hifi-forum.de/viewthread-84-18122.html[/url))
![[Bild: Fernbedienung_k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/Fernbedienung_k.jpg)
Ebenfalls als „anders“ weist die Option der Fernbedienbarkeit die drei Rundfunkgeräte aus. Die Saba Freiburg Studio konnten das. Und sonst?
Mit Hilfe der mit einem roten Einleger markierten Drucktaste läßt sich der Remote-Betrieb aktivieren. Ein rot strahlendes Lämpchen signalisiert die Empfangsbereitschaft. „In der Fernbedienungseinheit für HiFi-Geräte der 7500-Serie sind sechs UKW-Sender programmiert, die wahlweise durch einfachen Druck auf eine der sechs Festsendertasten sofort empfangen werden können.“ So beschreibt die Firmenzeitschrift AM MIKROFON in der Ausgabe vom Januar 1971 die Hauptfunktion der Kabelfernbedienung. Außerdem lassen sich der Netzschalter und das AFC, am Receiver zudem die Lautstärke, fernsteuern.
Die Besonderheit des kleinen Kästchens ist zweifellos die Integration einer kompletten Mechanik für die Festsendereinstellung und die Übermittlung des angewählten Senders an den Tuner. Die Diodenabstimmung macht es möglich.
![[Bild: 7500RT_11k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500RT_11k.jpg)
Haben die drei Rundfunkgeräte das Tunerteil gemein, gibt es doch auch sofort sichtbare Unterschiede. Wo an der Front des 7500/RT eine Platikkappe unter den Abstimminstrumenten den Eindruck von Lieblosigkeit erweckt, zeigt die Monitor-Version RTM hier drei Pegelsteller für die Lautstärke, Kanalbalance und für die Klangblende des Abhör-Verstärkers. Zusätzlich verfügt er, unter dem Abstimmrad gelegen, über eine Kopfhörer-Würfelbuchse und, am Heck, über ein Paar Lautsprecheranschlüsse.
Als ein Jahr nach dem Erscheinen der Rundfunkgeräte der Vollverstärker in den Handel kam, war der Sinn der Modells RTM nicht etwa überholt: Tatsächlich bot der extra Recorder-Ausgang des Tuners das Umgehen des Verstärkers geradezu an. Und wenn der Recorder dann eben keinen eigenen Kopfhörerausgang oder sogar integrierten Verstärker mit Lautsprecher besaß, dann konnte der RTM zum Einsatz kommen und der Verstärker ausgeschaltet bleiben. Zudem erlaubt der zusätzliche direkte Anschluß eines Aufnahmegerätes an den Tuner das gleichzeitige Musikhören von Platte, während man aus dem Radio eine Sendung mitschneidet. Denn Verstärker mit getrenntem Record-Selector waren anno 1971 Mangelware.
![[Bild: 7500ST_02k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_02k.jpg)
„Noch rechtzeitig zur Funkausstellung 1970 brachte Nordmende ein neues Kombinationsgerät heraus, das absolut dem letzten Entwicklungsstand der Schallplatten/Tonband-Wiedergabe und der UKW-Stereo-Sendetechnik entspricht.“ (Am Mikrofon Nr. 3, September 1970)
Das Steuergerät teilt sich ebenfalls die komplette Tuner-Einheit mit seinen Geschwistern. Aber natürlich verfügt es zusätzlich über einen eingebauten Gegentakt-Verstärker mit vier ATES BD142T als End-Transistoren..
Die Endstufe wird von Nordmende mit einer Musikleistung von 2x 30 Watt angegeben. Karl Breh empfiehlt die Verwendungen von Lautsprechern mit 8 Ohm, „da bei dieser Impedanz“ das „Verstärkerteil … seine maximale Leistung von 2x 20 W bei günstigerem Klirr- und Intermodulationsverhalten bietet.“ Natürlich bezeichnen die 2x 20 Watt die Sinusleistung.
Die Vorstufe erlaubt die Regelung der Lautstärke, der Kanalbalance, sowie der Höhen und Tiefen. Hierzu hat Nordmende dem 7500/ST vier Flachbahnregler spendiert, die waagerecht angeordnet, an der unteren Kante der Frontplatte beheimatet sind. Die Klangregelung wurde im Test gelobt, zudem festgestellt, daß die – abschaltbare – „gehörrichtige Lautstärkekorrektur unabhängig vom Pegel ist (was bei prinzipiell richtiger Auslegung doch eine Einschränkung bedeutet)“
Rechts neben den Schiebereglern befindet sich die Würfelbuchse für Kopfhörer ab 200 Ohm Impedanz pro Kanal.
Per Drucktasten, links unten am Gerät, lassen sich der Höhen- und ein steilflankiger Tiefenfilter zuschalten. Der Rauschfilter würde, so Breh, die Höhen radikal abschneiden.
![[Bild: 7500ST_09k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_09k.jpg)
Die Konzeption der Anschlüsse des Receiver entspricht dem des jüngeren Verstärkers. Der Pegel des 2V-Vorverstärker-Ausgangs ist am Heck kanalgetrennt einstellbar. Ebenso links und rechts neben den Anschlußbuchsen für Plattenspieler (MM), Hochpegel (Kristall) und Monitor, wie an der Frontplatte neben dem Mikrofon-Eingang, befinden sich Einstellschrauben für die Eingangsempfindlichkeit.
Die Quellenumschaltung erfolgt mit Hilfe von vier Drucktasten neben jenen für die Festsenderspeicher.
![[Bild: 7500ST_01k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_01k.jpg)
Ein Jahr nach seinem Erscheinen bekam der 7500/ST mit dem 7504/ST einen „großen“ Bruder. Nominell fünf Watt Leistung mehr pro Kanal presst er aus vier 2N3055, und auch das deutlich breitere Gehäuse schien darauf hin zu deuten, der Neue sei tatsächlich der „Große“. Im Test der HiFi-STEREOPHONIE kommt Karl Breh jedoch zu dem Ergebnis, da der ältere „... im Unterschied zur Messeneuheit nur mit einem UKW-Stereo-Empfangsteil ausgestattet ist, darf man den 7500/ST nach wie vor als das konsequenteste HiFi-Empfänger-Verstärker-Modell der Norddeutschen Firma betrachten...“
Der Neue war wohl eher als eine Art Nachfolger des nun eingestellten 8002/ST gedacht, bot er doch dem Radiohörer auch den AM-Bereich mit MW, KW und LW zum Wellenreiten an. Wer genau hinschaut, der stellt jedoch fest, in seiner sonstigen Ausstattung konnte der 7504/ST mit dem 7500/ST nicht ganz mithalten. Vielleicht auch dies ein Indiz dafür, daß eine Klangoptimierung nicht wirklich Argument gewesen wäre, die Kunden zu überzeugen. Receiver waren halt eher Platz-Sparer denn Klang-Optimierer.
So fehlen dem auf der Funkausstellung 1971 präsentierten 7504 vor allem auf der Rückseite die lieb gewonnenen Ausstattungsdetails, die seinen älteren Bruder von den meisten Konkurrenzmodellen abgehoben hatte: Die beiden Pegelregler zu jedem Anschluß.
Zudem besitzt er nun ein fest installiertes Netzkabel, anstatt der bisherigen steckbaren Ausführung.
![[Bild: 7500ST_12k.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/7500ST_12k.jpg)
Drücken, Schieben, Drehen.
Design und Finish ihrer Gehäuse sind auffällig und Alleinstellungsmerkmal der Geräte der Serie 7500. Die Frontplatten sind immer in schwarz und silber gehalten, sie Seitenwände immer in silber, Alu-natur. Lediglich bei den Gehäusedeckeln kannte Nordmende Farbvariationen, zwischen dem „normalen“ schwarz und diversen Farben aus dem Spectra-Farbkreis, in dem Nordmende verschiedene Geräte aus seinem Programm angeboten hatte.
Aufmerksame Mitleser werden übrigens bemerkt haben, der Uher CV-140 basiert auf einer überraschend ähnlichen Gehäuse-Konzeption. Der selbe Vertreter für Gehäuse? Ein abgewanderter Konstrukteur? OEM-Fertigung des einen für den anderen?
Silberne Frontplatten mit schwarzen Zierelementen waren auch zum Anfang der Siebziger Jahre nicht absolut ungewöhnlich. Selbst der Verzicht der Bremer Designer auf die sonst verbreiteten Holzzargen war kein Alleinstellungsmerkmal.
Vielmehr war es die grafische Strenge, die die 7500er aus der Masse der anderen HiFi-Geräte herausgehoben hatte und noch immer heraushebt.
Man darf nicht vergessen, daß das Publikum noch immer an Radiogeräte und Musiktruhen gewöhnt war, in vielen Wohnstuben Gelsenkirchener Barock oder Nierentisch-Design vorherrschte. In den Sechziger Jahren hatte zwar ein strengerer Stil Einzug gehalten, doch wurden zu Beginn der Siebziger eher bunte Farben und runde Formen modern, als kantiges Design. In der Gestaltung der Unterhaltungselektronik hielt „Softline“ Einzug. Abgerundete Kanten. Keine scharfen Ecken.
Gern kritisiert an einheimischen Geräten werden die Bedienelemente, die in ihrem Anfassgefühl oft so garnicht mit dem japanischer Geräte mithalten zu können scheinen. Baute man in den Sechziger Jahren noch eher praktische Knöpfe und Regler, ohne Anspruch an besonderes Ambiente, so dominierte bei Deutschen Geräten der Siebziger Jahre Leichtbau, was den HiFi-Fans heute oftmals durch abgebrochene Regler vorgeführt wird.
Der Nordmende zeigt hier ein zwiespältiges, dabei doch gänzlich eigenständiges Bild. Auf der einen Seite scheinen die zur Verbesserung der Griffigkeit angebrachten Gummiringe an den Drehreglern nicht eben Luxus auszustrahlen und wirkt das Abstimmrad sehr leicht, auf der anderen Seite machen sämtliche Schalter und Tasten bei jeder Bewegung auf ihre ausgesprochen solide Mechanik aufmerksam.
Problematisch sind die Schieberegler, vor allem die der Receiver, die, am unteren Geräterand gelegen, wohl im Laufe der Jahre unverhältnismäßig oft Kräften in Stärke und Richtung ausgesetzt waren, die ihre Konstrukteure nicht erwartet hatten. Knacks.
Eine grundsätzliche Eigenart aller Nordmende 7500 ist die Anordnung der blauen Netzschalter zur Gerätemitte hin, anstatt zur Kante, wie bei 99% des Rests der Welt gebräuchlich. Bremer machen halt manches anders.
Die Farbe der Netztaste macht sie eindeutig identifizierbar. Ebenso die Lage an Ende der Reihe.
Fortsetzung folgt...
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

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