19.02.2011, 01:27
Da ich in meiner Pflege ausser den Audio Magnetbandgeräten auch noch einige
VHS Videorecorder habe und diese auch ab und an mal noch laufen müssen,
dachte ich mir ich stelle die Geräte mal nach und nach vor.
Da mir nur wenig Informationen vorliegen und ich vieles nur aus 2. Hand
aus persönlichen Gesprächen oder eigener Erfahrung weis, bitte ich
Fehler zu entschuldigen. Wenn jemandem andere Informationen vorliegen soll
er's bitte sagen.
Anfangen werde ich mit meinem ältesten,
dem VHS Recorder Grundig VS226 Professional.
Bei diesem Gerät handelt es sich um einen Vertreter aus Grundigs erste
Serie an VHS Geräten. Optisch und technisch orientierten sich diese
Geräte noch stark an den Video2000 Recordern.
Ein besonderes Merkmal dieser Recorder ist vor allem das typische
Grundig U-Loading Laufwerk, dass Grundig bis zum VS380 noch weiterentwickelt
hat.
Mein Exemplar ist in ausserordentlich guten optischem wie technischem Zustand.
Als ich ihn zum ersten mal in Betrieb nahm hat mich die Bildqualität im
Vergleich zu meinem ca. 1995 gekauften Nordmende Recorder glatt umgehauen.
![[Bild: VS226Front.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226Front.jpg)
Der VS226 verfügt über ein Direktgetriebenes 3-Motoren Laufwerk, wodurch man den
Einsatz von Riemen und Reibrädern oder kariös werdenden Zahnrädern vermeiden
konnte. Das ist natürlich besonders für den Restaurateur heute interessant,
tauchen doch einige Beschaffungsprobleme erst gar nicht auf.
Ausserdem handelt es sich beim VS226 schon um einen Stereo VHS Recorder.
HiFi Qualität darf man hier aber nicht erwarten, es handelt sich nur um
Längsspur Stereo, das bei VHS leider eine ziemlich unterirdische Qualität
hat. Soweit mir bekannt ist wurde Stereo Ton nicht von vornherein ein-
geplant. Die Stereospuren haben jeweils nur ca. 0,8mm Breite und die
Bandgeschwindigkeit beträgt bei VHS nur 2,38cm/s - das Resultat ist eben
ein bescheidener Frequenzgang und erhebliches Rauschen. Ausserdem ist
das System natürlich sehr empfindlich für Drop-Outs.
Dieses Gerät stammt halt noch aus der Zeit bevor HiFi Tonaufzeichnung
bei VHS eingeführt wurde. Fairer weise muss ich dem Grundig aber eine
trotzdem recht gute Tonqualität bescheinigen, da habe ich schon viel
schlechteres bei VHS Recordern gehört.
Die Ausstattung des VS226 würde ich als gehoben bezeichnen - er bietet sogar
schon einen Zielsuchlauf und ein Echtzeitzählwerk.
Das Zählwerk war damals bei den Grundigs schon etwas besonderes, denn der
Recorder erkennt sofort nach einlegen einer Kassette, an welcher Stelle im
Band er sich befindet. Der Grundig wertet hierzu die Drehzahlen der beiden
Wickelteller aus errechnet dadurch die (relativ) exakte Spielzeit.
Das dürfte zu der Zeit (1984/85) relativ einzigartig gewesen sein. Man hat
auch dieses System von den V2000 Geräten übernommen.
Die Geräte waren auch durch Zusatzgeräte erweiterbar, es gab z.B. ein VPS
Modul und einen IR Empfänger zum Nachrüsten. Der Recorder hat dazu auf der
Rückseite eine extra Buchse an der diese Zusätze angeschlossen werden.
Das IR Modul selbst z.B. wird auf der Rückseite eingehängt und der IR Empfänger
findet in einer Aussparung an der Front platz. Das Kabel zwischen den beiden
Einheiten läuft auf der Unterseite entlang.
![[Bild: VS226IR_1.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226IR_1.jpg)
![[Bild: VS226IR_2.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226IR_2.jpg)
Das Gehäuse ist bis auf die Bodenplatte komplett aus Kunststoff, der Deckel
ist nur geclipst und lässt sich durch eindrücken zweier Clips auf der Rückseite
öffnen. Was einen dann erwartet ist das hier:
![[Bild: VS226Front_O.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226Front_O.jpg)
Wer nur neuere Recorder von Innen kennt wird hier erstmal staunen. Das Gehäuse
ist voll. Dadurch erklärt sich auch das erhebliche Gewicht des Grundig.
Von links nach rechts:
1. Netzteil (noch konventionell, kein Schaltnetzteil)
2. Tuner/Modulator
3. Audio Signalverarbeitung
4. Video Signalverarbeitung
5. Chroma Baustein
6. Abstimmplatte
7. Ablaufsteuerung (nicht auf dem Bild)
Unter dem grauen Blechdeckel sitzt das Laufwerk:
![[Bild: VS226Head.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226Head.jpg)
Diese Grundig Laufwerke hatten soweit mir bekannt ist unter RFTlern einen nicht
so guten Ruf. An meinen Geräten hatte ich noch keine großen Probleme.
Das einzige was diesem Laufwerk fehlte war ein Wackelkontakt am sog.
Fädelringschalter (der weisse Zahnkranz der das Band um den Kopf wickelt).
Gerade diese Laufwerke machen die alten Grundigs für mich sammelwürdig,
soweit mir bekannt hat kein anderer Hersteller dieses Verfahren verwendet.
Alle anderen haben JVC's M-Loading verwendet - wie langweilig
.
Insgesamt ein hochwertiges Gerät. Mir persönlich hat auch schon immer
das Design dieser Geräte gefallen. Frühe Kindheitserinnerungen an ähnliche
V2000 Geräte haben vermutlich was damit zu tun, dass ich an Grundig Geräten
selten vorbei gehen kann ohne zumindest genau hinzusehen. So zwanghaft,
dass ich dann auch alles kaufen muss bin ich zum Glück nicht veranlagt
.
Gruß,
David
VHS Videorecorder habe und diese auch ab und an mal noch laufen müssen,
dachte ich mir ich stelle die Geräte mal nach und nach vor.
Da mir nur wenig Informationen vorliegen und ich vieles nur aus 2. Hand
aus persönlichen Gesprächen oder eigener Erfahrung weis, bitte ich
Fehler zu entschuldigen. Wenn jemandem andere Informationen vorliegen soll
er's bitte sagen.
Anfangen werde ich mit meinem ältesten,
dem VHS Recorder Grundig VS226 Professional.
Bei diesem Gerät handelt es sich um einen Vertreter aus Grundigs erste
Serie an VHS Geräten. Optisch und technisch orientierten sich diese
Geräte noch stark an den Video2000 Recordern.
Ein besonderes Merkmal dieser Recorder ist vor allem das typische
Grundig U-Loading Laufwerk, dass Grundig bis zum VS380 noch weiterentwickelt
hat.
Mein Exemplar ist in ausserordentlich guten optischem wie technischem Zustand.
Als ich ihn zum ersten mal in Betrieb nahm hat mich die Bildqualität im
Vergleich zu meinem ca. 1995 gekauften Nordmende Recorder glatt umgehauen.
![[Bild: VS226Front.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226Front.jpg)
Der VS226 verfügt über ein Direktgetriebenes 3-Motoren Laufwerk, wodurch man den
Einsatz von Riemen und Reibrädern oder kariös werdenden Zahnrädern vermeiden
konnte. Das ist natürlich besonders für den Restaurateur heute interessant,
tauchen doch einige Beschaffungsprobleme erst gar nicht auf.
Ausserdem handelt es sich beim VS226 schon um einen Stereo VHS Recorder.
HiFi Qualität darf man hier aber nicht erwarten, es handelt sich nur um
Längsspur Stereo, das bei VHS leider eine ziemlich unterirdische Qualität
hat. Soweit mir bekannt ist wurde Stereo Ton nicht von vornherein ein-
geplant. Die Stereospuren haben jeweils nur ca. 0,8mm Breite und die
Bandgeschwindigkeit beträgt bei VHS nur 2,38cm/s - das Resultat ist eben
ein bescheidener Frequenzgang und erhebliches Rauschen. Ausserdem ist
das System natürlich sehr empfindlich für Drop-Outs.
Dieses Gerät stammt halt noch aus der Zeit bevor HiFi Tonaufzeichnung
bei VHS eingeführt wurde. Fairer weise muss ich dem Grundig aber eine
trotzdem recht gute Tonqualität bescheinigen, da habe ich schon viel
schlechteres bei VHS Recordern gehört.
Die Ausstattung des VS226 würde ich als gehoben bezeichnen - er bietet sogar
schon einen Zielsuchlauf und ein Echtzeitzählwerk.
Das Zählwerk war damals bei den Grundigs schon etwas besonderes, denn der
Recorder erkennt sofort nach einlegen einer Kassette, an welcher Stelle im
Band er sich befindet. Der Grundig wertet hierzu die Drehzahlen der beiden
Wickelteller aus errechnet dadurch die (relativ) exakte Spielzeit.
Das dürfte zu der Zeit (1984/85) relativ einzigartig gewesen sein. Man hat
auch dieses System von den V2000 Geräten übernommen.
Die Geräte waren auch durch Zusatzgeräte erweiterbar, es gab z.B. ein VPS
Modul und einen IR Empfänger zum Nachrüsten. Der Recorder hat dazu auf der
Rückseite eine extra Buchse an der diese Zusätze angeschlossen werden.
Das IR Modul selbst z.B. wird auf der Rückseite eingehängt und der IR Empfänger
findet in einer Aussparung an der Front platz. Das Kabel zwischen den beiden
Einheiten läuft auf der Unterseite entlang.
![[Bild: VS226IR_1.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226IR_1.jpg)
![[Bild: VS226IR_2.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226IR_2.jpg)
Das Gehäuse ist bis auf die Bodenplatte komplett aus Kunststoff, der Deckel
ist nur geclipst und lässt sich durch eindrücken zweier Clips auf der Rückseite
öffnen. Was einen dann erwartet ist das hier:
![[Bild: VS226Front_O.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226Front_O.jpg)
Wer nur neuere Recorder von Innen kennt wird hier erstmal staunen. Das Gehäuse
ist voll. Dadurch erklärt sich auch das erhebliche Gewicht des Grundig.
Von links nach rechts:
1. Netzteil (noch konventionell, kein Schaltnetzteil)
2. Tuner/Modulator
3. Audio Signalverarbeitung
4. Video Signalverarbeitung
5. Chroma Baustein
6. Abstimmplatte
7. Ablaufsteuerung (nicht auf dem Bild)
Unter dem grauen Blechdeckel sitzt das Laufwerk:
![[Bild: VS226Head.jpg]](https://tonbandforum.de/bildupload/VS226Head.jpg)
Diese Grundig Laufwerke hatten soweit mir bekannt ist unter RFTlern einen nicht
so guten Ruf. An meinen Geräten hatte ich noch keine großen Probleme.
Das einzige was diesem Laufwerk fehlte war ein Wackelkontakt am sog.
Fädelringschalter (der weisse Zahnkranz der das Band um den Kopf wickelt).
Gerade diese Laufwerke machen die alten Grundigs für mich sammelwürdig,
soweit mir bekannt hat kein anderer Hersteller dieses Verfahren verwendet.
Alle anderen haben JVC's M-Loading verwendet - wie langweilig
.Insgesamt ein hochwertiges Gerät. Mir persönlich hat auch schon immer
das Design dieser Geräte gefallen. Frühe Kindheitserinnerungen an ähnliche
V2000 Geräte haben vermutlich was damit zu tun, dass ich an Grundig Geräten
selten vorbei gehen kann ohne zumindest genau hinzusehen. So zwanghaft,
dass ich dann auch alles kaufen muss bin ich zum Glück nicht veranlagt
.Gruß,
David
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