22.06.2010, 23:46
Hoppla, in den letzten Wochen habe ich hier nicht so gründlich nach neuen Beiträgen gesucht, sondern eher auf Mail-Benachrichtigungen der abonnierten Threads reagiert. Deshalb ging dieses Thema erstmal an mir vorbei...
Hundertprozentige Klarheit kann ich leider nicht bringen, wann jeweils genau der Wechsel von echtem Chromdioxid zu kobaltdotiertem Eisenoxid stattfand. Ich habe da selbst ein paar widersprüchliche Cassetten aus der Übergangszeit, die aber auf jeden Fall Mitte der 90er Jahre lag. Ich liste mal das auf, wo ich mir relativ sicher bin:
- Chrome Extra II: Hier hat das echte Chromdioxid am längsten durchgehalten, auch in den ersten Exemplaren der 1995 eingeführten CE II ist noch Echtchrom. Da dieses Modell in verschiedenen Werken rund um den Globus produziert wurde, kann der Übergang teils früher, teils später erfolgt sein. Es waren also durchaus beide Versionen gleichzeitig im Handel - je nachdem, woher die Charge gerade kam. Beide Versionen sind einfach beschichtet.
- Chrome Super II: Hier stimmt meistens folgende Zuordnung: Bis 1993er Design: Chromdioxid in Zweischichttechnik. Ab 1995er Design (CS II): Chromsubstitut in Einschichttechnik.
- Chrome Maxima II: Hier fand der Wechsel vermutlich ein wenig früher statt. Innerhalb der 1993er Serie wurden die Hüllen auf Slimline umgestellt. Die Änderung der Beschichtung könnte gleichzeitig passiert sein. Auch hier war das Chromdioxid ein Zweischicht- und das Substitut ein Einschichtband.
- Reference Maxima TP II: Diese Cassette hatte von Anfang an einschichtiges Chromsubstitut und nie echtes Chromdioxid. Zumindest in den ersten Produktionsjahren war das Band der Maxell XL II-S derart ähnlich, daß es mich nicht wundern würde, wenn es tatsächlich von Maxell zugekauft wäre.
- Reference Super II: Auch dieses kurzlebige Produkt von 1987/88 war immer einschichtiges Chromsubstitut, von BASF selbst produziert und verdammt gut, vor allem sehr nah am offiziellen IEC-Referenzband.
- 353 CR II Focus und 353 Cr II Studio: Alles Chromsubstitute, wahrscheinlich zugekauft.
- Sound II, reCorD II, Chrome Standard II, 353 CR II Live, sowie all die bunt bedruckten Werbecassetten, Batmänner, Coladosen und dergleichen: Siehe Chrome Extra II.
- Beim Lidl-Modell Chrome II Super Quality habe ich noch nicht herausbekommen, ob es sich dabei wirklich um Chrome Super bzw. später CS II handelte, oder um Chrome Extra bzw. CE II im Gehäuse der Super.
Viel falsch machen kann man mit keiner der genannten Cassetten. Lediglich die letzten Produktionsjahre unter der Emtec-Flagge würde ich meiden, weil da größtenteils minderwertige Fremdgehäuse verwendet wurden. Das gilt nicht für die CM II und die TP II, die beide bis zum Schluß mit den ordentlichen Originalgehäusen geliefert wurden.
Jogi, den Testbericht möchte ich mal sehen, der Anfang der 80er Jahre was an den BASF Chrombändern auszusetzen hatte. Da waren sie doch gerade in der Empfindlichkeit an die Norm IEC II (erste Fassung) angepaßt worden und somit auf korrekt eingemessenen, zeitgenössischen Geräten unproblematisch bespielbar. Die Super und die Maxima waren von Anfang an Sonderfälle, die bewußt Zweischichttechnik einsetzten, um die Dynamik noch weiter zu erhöhen, zum Preis des Kompromisses mit dem nicht mehr ganz geraden Frequenzgang ("Präsenzsenke"). Auch schon bei der ersten chromdioxid super SM cassette (ohne "II") anno 1977 oder 78. Womit Du Recht hast: Das war kein BASF-spezifisches Problem und auch kein Chromdioxid-spezifisches. Die bekannten Subsitutbänder SA-X und vor allem die XL II-S hatten in ihren ersten Jahrgängen noch viel komischere Frequenzgänge und Empfindlichkeiten weit ab von der Norm. Für Decks, deren Einstellmöglichkeiten nicht über einen Bandsortenwahlschalter hinaus gingen, war das gar nicht gut. Die Bandhersteller wollten aber das maximal Machbare ausloten, und nach umfangreicher Einmessung übertrafen die Werte meistens die unkomplizierteren Einschichtbänder. Das Gleiche passierte ein paar Jahre später nochmal mit den auf Typ II getrimmten Metallbändern (z.B. Denon HD8, That's EM-X): Mit normgerecht eingestellten Recordern klingen die richtig sch...** blechern und sind trotz vorsichtiger Aussteuerung schnell im deutlich hörbaren Klirrbereich, selbst ein Bias-Regler kann da oft nicht viel retten. Im Zusammenspiel mit Decks, die mehr Einstellmöglichkeiten bieten, sollen sie aber zum Besten gehören, was mit Typ II so machbar war. Da ich leider keinen solchen Hausdrachen oder ähnliches Spielzeug besitze, habe ich es noch nicht selbst testen können.
Viele Grüße,
Martin
Hundertprozentige Klarheit kann ich leider nicht bringen, wann jeweils genau der Wechsel von echtem Chromdioxid zu kobaltdotiertem Eisenoxid stattfand. Ich habe da selbst ein paar widersprüchliche Cassetten aus der Übergangszeit, die aber auf jeden Fall Mitte der 90er Jahre lag. Ich liste mal das auf, wo ich mir relativ sicher bin:
- Chrome Extra II: Hier hat das echte Chromdioxid am längsten durchgehalten, auch in den ersten Exemplaren der 1995 eingeführten CE II ist noch Echtchrom. Da dieses Modell in verschiedenen Werken rund um den Globus produziert wurde, kann der Übergang teils früher, teils später erfolgt sein. Es waren also durchaus beide Versionen gleichzeitig im Handel - je nachdem, woher die Charge gerade kam. Beide Versionen sind einfach beschichtet.
- Chrome Super II: Hier stimmt meistens folgende Zuordnung: Bis 1993er Design: Chromdioxid in Zweischichttechnik. Ab 1995er Design (CS II): Chromsubstitut in Einschichttechnik.
- Chrome Maxima II: Hier fand der Wechsel vermutlich ein wenig früher statt. Innerhalb der 1993er Serie wurden die Hüllen auf Slimline umgestellt. Die Änderung der Beschichtung könnte gleichzeitig passiert sein. Auch hier war das Chromdioxid ein Zweischicht- und das Substitut ein Einschichtband.
- Reference Maxima TP II: Diese Cassette hatte von Anfang an einschichtiges Chromsubstitut und nie echtes Chromdioxid. Zumindest in den ersten Produktionsjahren war das Band der Maxell XL II-S derart ähnlich, daß es mich nicht wundern würde, wenn es tatsächlich von Maxell zugekauft wäre.
- Reference Super II: Auch dieses kurzlebige Produkt von 1987/88 war immer einschichtiges Chromsubstitut, von BASF selbst produziert und verdammt gut, vor allem sehr nah am offiziellen IEC-Referenzband.
- 353 CR II Focus und 353 Cr II Studio: Alles Chromsubstitute, wahrscheinlich zugekauft.
- Sound II, reCorD II, Chrome Standard II, 353 CR II Live, sowie all die bunt bedruckten Werbecassetten, Batmänner, Coladosen und dergleichen: Siehe Chrome Extra II.
- Beim Lidl-Modell Chrome II Super Quality habe ich noch nicht herausbekommen, ob es sich dabei wirklich um Chrome Super bzw. später CS II handelte, oder um Chrome Extra bzw. CE II im Gehäuse der Super.
Viel falsch machen kann man mit keiner der genannten Cassetten. Lediglich die letzten Produktionsjahre unter der Emtec-Flagge würde ich meiden, weil da größtenteils minderwertige Fremdgehäuse verwendet wurden. Das gilt nicht für die CM II und die TP II, die beide bis zum Schluß mit den ordentlichen Originalgehäusen geliefert wurden.
Jogi, den Testbericht möchte ich mal sehen, der Anfang der 80er Jahre was an den BASF Chrombändern auszusetzen hatte. Da waren sie doch gerade in der Empfindlichkeit an die Norm IEC II (erste Fassung) angepaßt worden und somit auf korrekt eingemessenen, zeitgenössischen Geräten unproblematisch bespielbar. Die Super und die Maxima waren von Anfang an Sonderfälle, die bewußt Zweischichttechnik einsetzten, um die Dynamik noch weiter zu erhöhen, zum Preis des Kompromisses mit dem nicht mehr ganz geraden Frequenzgang ("Präsenzsenke"). Auch schon bei der ersten chromdioxid super SM cassette (ohne "II") anno 1977 oder 78. Womit Du Recht hast: Das war kein BASF-spezifisches Problem und auch kein Chromdioxid-spezifisches. Die bekannten Subsitutbänder SA-X und vor allem die XL II-S hatten in ihren ersten Jahrgängen noch viel komischere Frequenzgänge und Empfindlichkeiten weit ab von der Norm. Für Decks, deren Einstellmöglichkeiten nicht über einen Bandsortenwahlschalter hinaus gingen, war das gar nicht gut. Die Bandhersteller wollten aber das maximal Machbare ausloten, und nach umfangreicher Einmessung übertrafen die Werte meistens die unkomplizierteren Einschichtbänder. Das Gleiche passierte ein paar Jahre später nochmal mit den auf Typ II getrimmten Metallbändern (z.B. Denon HD8, That's EM-X): Mit normgerecht eingestellten Recordern klingen die richtig sch...** blechern und sind trotz vorsichtiger Aussteuerung schnell im deutlich hörbaren Klirrbereich, selbst ein Bias-Regler kann da oft nicht viel retten. Im Zusammenspiel mit Decks, die mehr Einstellmöglichkeiten bieten, sollen sie aber zum Besten gehören, was mit Typ II so machbar war. Da ich leider keinen solchen Hausdrachen oder ähnliches Spielzeug besitze, habe ich es noch nicht selbst testen können.
Viele Grüße,
Martin
