Frage an Schlosser & Maschinenbauer
#3
Hallo Frank,

Schrauben mit Gewinde M3,5 sind in deutschen Elektrogeräten als Klemmschrauben üblich und sogar genormt.
Früher waren das wegen der guten Leitfähigkeit meist Messingschrauben,
oft auch mit einem galvanischen Überzug wie Silber, Kupfer, Nickel oder Chrom.
Heute spart man das Buntmetall und verwendet galvanisierte Stahlschrauben.
Die Festigkeitsklasse 4.8 ist eine im untersten Drittel liegende Vergütungsstufe bei Stahlschrauben (3.6...12.9).
Man wählt die Festigkeit nach Einsatzzweck der Schraube.
Bei 4.8 beträgt die Nennzugfestigkeit 400N/mm².
Es wird unvergüteter Kohlenstoffstahl verwendet, weil dieser die Festigkeitsanforderungen hierfür voll erfüllt.
Soweit in Geräten da heute überhaupt noch Schrauben drin sind, findet man M3,5 in Schaltern und Steckdosen, sowie in allerhand Installationsmaterial und Schaltgeräten (Schütze, Relais, Endschalter, Klemmleisten usw.).
Die für diese Anwendung eingesetzte Festigkeitsklasse, gab eigentlich nie Anlaß zur Klage.
Bei Kleingewindeschrauben unter M5 ist die Festigkeitsklasse auch nicht auf dem Schraubenkopf angegeben.
Ich denke, wenn das Gewinde leichtgängig ist und auch passt, sind diese Schrauben für Deine Zwecke mehr als ausreichend.
Meist ist ein Spulenkern (NAB) doch nur aus Kunststoff (Phenoplast) und ist hohen Pressdrücken ohnehin nicht gewachsen, ohne sich bei warmer Umgebung zu deformieren.
Die Schrauben der industriellen Flanschspulen sind auch im Original nur mit mäßigem Moment angezogen.
Original wurden die Flansche doch mit Senkmuttern und Senkschrauben verbunden, wie ist das in Deinem Fall gemacht?
Befindet sich hier etwa ein Gewinde im Kern?
Du solltest einige Schraubversuche anstellen lassen und die Drehmomentkupplungen der Elektroschrauber entsprechend justieren.
Es gibt sogar Tabellen zu Schraubensorten, wo das empfohlene max. Drehmoment angegeben ist.
Auch Hersteller z.B. für Fahrzeugteile geben bei Verschraubungen das empfohlene Drehmoment an, um Schäden an Teilen und Gewinden zu vermeiden.
Z.B. ist in der Beschreibung eines "richtigen" Fahrrads jede Schraubverbindung mit einem empfohlenen Drehmoment angegeben (Leichtbauteile).
Ich finde man neigt förmlich dazu Schraubverbindungen immer viel zu fest anzuziehen, weil einem die Vorstellung über die dabei auftretenden Druck- bzw. Zugkräfte nicht klar ist.

Gruß

Bernd
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[Kein Betreff] - von Frank - 06.10.2009, 17:06
[Kein Betreff] - von Araso - 06.10.2009, 17:43
[Kein Betreff] - von capstan - 06.10.2009, 19:59
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