07.06.2009, 12:14
Zitat:krismik posteteHallo Christian,
Ich gehe davon aus, daß es sich um eine der letzten M10A handelt.
Die Transistorkarten kamen meines Wissens im Jahr 1967 und um 1970 herum muß der Nachfolger M15 schon in den Startlöchern gestanden haben.
Mich wundert, daß die Maschine schon Schmetterlingsköpfe hat.
Weiß jemand ob das vielleicht später umgebaut wurde?
Bei der M10A soll irgendwann ein Wechsel auf die Vacudur Köpfe stattgefunden haben, die sich durch längere Haltbarkeit und verbessertem Klang auszeichneten.
Das müßten schon die Karten von der späteren M15 sein.
Grüß
Christian
laut Veröffentlichung in
"MAGNETBANDTECHNIK
magnetophon Studio-Tonbandgerät M 15
Kurzfassung der Referate anläßlich der Vorstellung im Herbst 1970"
die auch eine Skizze der geschichtlichen Entwicklung enthält,
wurde die M10A mit Direktantrieb mittels Synchronmotor 1963 eingeführt. Weiter heißt es:
"Etwa zur gleichen Zeit wurden die seit mehr als 30 Jahren in der Magnetbandtechnik ausschließlich verwendeten Ringkernköpfe auf Mu-Matallbasis von Aufnahme- und Wiedergabeköpfen mit Vacodur (Alfenol) als Kernmaterial abgelöst....."
(Diese Köpfe wurden im M10A Manual als "Langlebensdauer-Köpfe ( LL-Köpfe )" bezeichnet....)
D.h.: M10A scheint es von Anbeginn nur mit Vacodur-Köpfen gegeben zu haben, und damit auch in Asführung "stereo", d.h. Schmetterlinge mit 0.75 mm Trennspur, und 2 Spur mit 2 mm Trennspur.
Ab 1966 erhielt die M10A die Transistor-Verstärker V 396/397 . 1968 erhielt die M5 als M5C die gleichen Verstärker. V 396/397 wurden später in die M15 übernommen, Erst die M15A erhielt neue Verstärker...
Der Zweck des Stroboskops ist mir unklar: Eine Nachsteuerung eines Synchronmotors müßte ja über eine Änderung der Stromfrequenz passieren. Weder habe ich Unterlagen über so eine Steuerung, noch kann ich mir vorstellen, daß so etwas Mitte der 60-iger Jahre schon möglich war: schließlich führte die Unzulänglichkeit der damals möglichen Steuerungs- und Regeltechnik noch bei der Konzeption von M15 dazu, auf eine elektrische Bandzugregelung zu verzichten, und den Bandzug mechanisch zu regeln.
Ich habe das schon ´mal geschrieben: meine Frage, warum der Bandzug in M15/ M15A mechanisch geregelt werde, wo doch in der fast gleichzeitig in den Markt eingeführten Studer A80 eine elektrische Bandzugregelung realisiert worden sei, habe ich von Dietrich Gipp sinngmäß folgende Antwort bekommen: die elektrische Regelung sei zu langsam gewesen, was unter bestimmten Betriebsbedingungen dazu geführt hätte, daß das System angefangen habe, zu schwingen.
Auf meinen Einwand, daß Studer das offenbar beherrscht habe: Studer habe in A80 auch noch keine kontaktlose Regelung eingebaut: die Potentiometer auf den Achsen der Bandzugwaagen hätten die Funktion einer mechanischen Dämpfung, womit mögliche Schwingungen unterdrückt wurden. Ohne mechanische Dämpfung sei es 1970 eben noch nicht gegangen, und TFK habe sich für ein reine mechanische Lösung entschieden...
Zur Lackierung Deiner Maschine: die letzten Bauserien M10A haben offenbar die Lackierung der späteren M15 vorweggenommen. Mit dem ZDF hat das nicht zu tun: auch Maschinen mit deutscher Schichtlage waren so lackiert.
Die Variante der M15A für ZDF hatte braun statt silbern eloxierte Abdeckungen des Bedienfeldes, der Rest der Maschine war dunkelgrau lackiert wie alle anderen....
Viele Grüße
Frank

