01.06.2009, 11:55
Zitat:Michael Franz posteteStimmt, im Moment sicher nicht (das war ja bei GM auch nicht anders, auf den amerikanischen Markt kamen Opel-Modelle allenfalls als koreanische Lizenznachbauten mit amerikanischem Firmenlogo, siehe Pontiac Le Mans). Wobei die Gefahr, daß das passieren wird, ohnehin eher gering ist, denn für die meisten Russen sind deutsche Autos einfach noch zu teuer, und denen, die sich welche leisten können, wird Opel wahrscheinlich in den meisten Fällen zu wenig Prestige haben.
aber sicher nicht daran, daß Opel den russischen Markt sättigt.
Aber auch wenn er der Sberbank darum geht, GAZ den Zugriff auf Opel-Technik zu ermöglichen, kann das ja durchaus für beide Seiten eine gute Sache sein. Vorausgesetzt natürlich, daß es um eine dauerhafte Zusammenarbeit geht und nicht um einen einmaligen Technologietransfer.
Zitat:Für Magna geht es wohl in erster Linie darum, einen wichtigen Kunden nicht in die Insolvenz zu verlieren.Was ja ein legitimer Anspruch und eine gute Voraussetzung für eine Übernahme wäre. Ich glaube aber nicht, daß das der Hauptgrund für das Interesse war. Auf Magnas Kundenliste stehen fast alle großen Autohersteller, und Opel ist da nur einer von vielen, der sicher nicht die herausragende Bedeutung wie Porsche oder Mercedes hat, die ganze Fahrzeuge bei Magna fertigen lassen. Wären sie wirklich in die Insolvenz gegangen und hätte nicht gerettet werden können, hätte Magna das wahrscheinlich kaum am eigenen Umsatz gespürt. Wo kein Opel mehr verkauft wird, wird ein anderes Auto verkauft, und da stecken häufig auch Magna-Komponenten drin.
Zitat:Der unsympathischte Standpunkt von vuzG war der sachlich beste.Schwer zu sagen. Ich finde es auf jeden Fall gut, daß er bis zum Schluss die Insolvenz als Option erhalten hat. Das hat seine Position in den Verhandlungen gestärkt und sicher entscheidend dazu beigetragen, daß Magna das ursprüngliche Angebot noch mal nachgebessert hat.
Vom rein marktwirtschaftlichen Standpunkt hätte eine Insolvenz auch der besten Weg sein können. Es hätte ohne Eile ein tragfähiges Konzept für die Opel-Zukunft erarbeitet werden können. Das Risiko, den Steuerzahler unnötig zu belasten, wäre am geringsten gewesen.
Die Frage ist nur, ob eine Insolvenz für einen Autohersteller nicht praktisch ein Todesurteil ist. Der Markt ja speziell: Autos werden häufig auch nach repräsentativen Kriterien ausgewählt, und das "Pleite-Image" hätte Opel diesbezüglich sicherlich auf nicht absehbare Zeit erhebliche Nachteile gebracht. Auch die Frage "Wie lange gibt es meinen Opel-Händler an der Ecke noch?" und "Wie lange gibt es noch Ersatzteile?" hätten sicher viele vom Kauf eines Opel abgehalten.
Zitat:Opel ist Rädchen im GM-Getriebe, zu guter Entwicklungsarbeit bei Komponenten durchaus fähig, aber eben nicht in der Lage von Null aus ein Auto zu entwickeln.Verstehe ich nicht, die haben doch die meisten ihrer Modelle von Grund auf selbst entwickelt. Sicher wurden da auch Komponenten aus dem GM-Teileregal verbaut, aber selbst wenn das in Zukunft nicht mehr möglich sein sollte, kann man das relativ problemlos kompensieren.
