Uher SG561 einmessen, aber wie???
#5
Lieber Florian,

niemand versagt dir, dich für eine VA von 320 nWb/m zu entscheiden, wobei ich lediglich darauf hinweisen möchte, dass dann die Daten der 561 vermutlich nicht ganz erreicht werden, denn Uher hat sicher mit allen Konsequenzen bis mindestens 514 nWb/m ausgesteuert.
Wie du zu deiner Einstellung kommst, kann dir Uher auch nicht befehlen. Wenn du den professionellen Weg wählen möchtest, warum nicht. Ich empfehle das sogar grundsätzlich, und sei es unter systematischer Missachtung der Uher-Vorgaben. Nur müssen wir dann gewisse Entscheidungen treffen.

Ich meine mich daran erinnern zu können, dass wir hier im Forum schon einmal eine einschlägige Diskussion zum Thema Uher-VA-Pegel hatten, die letztlich durch gemeinsame Deutung mehrerer Uher-Aussagen in den Schaltungsunterlagen ergab, dass Uher sogar den 0-VU-Pegel auf 320 nWb/m legte, also wenigstens 6 dB weiter aussteuerte, was man ja auch bei den abweichenden US-Magnetisierungen (370 nWb/m) japanischer 'Boliden' kennenlernen kann, die bei Amateurband(!) bis zu 740 nWb/m für VA gehen.
Einen Sonderfall stellen lediglich die Aussteuerungsverhältnisse der Report-Monitor-Geräte dar, weil man bei ihren Aussteuerungsmessern Integrationszeiten vorsah, die mit 30-50 ms (gottlob) weit unterhalb der VU-Norm liegen.

In deinem Falle musst du deine Entscheidung von deinen Anforderungen an den Klirrfaktor über Band und der Aussteuerbarkeit des Ausganges deiner 561 abhängig machen, um dein Bandgerät mit dem meist verwendeten Band (Lang- oder Doppelspielband) sinnvoll, also ausreichend hoch (Geräuschspannungsabstand), aber nicht zu hoch (Klirrfaktor) auszusteuern.

Woher hast du dein 561-Material bezogen? Besteht eine Downloadmöglichkeit im Net? Wenn ja (oder wenn du mir wenigstens die Schaltung zugänglich machst), sage ich dir, wie ich mich an deiner Stelle aus der Affäre ziehen würde.

Warum Uher den von dir oben kritisch angesprochenen Weg wählt, liegt ja auf der Hand und wurde von mir oben bereits beschrieben: Uher ist ein Pionier der niedrigen Bandgeschwindigkeiten gewesen, womit sich die Verhältnisse der analogen Tonaufzeichnung aber drastisch verschärfen, wenn man die Wiedergabequalität nicht versumpfen lassen will. Das wussten nicht nur bereits Braunmühl (+1980) & Weber (+1944), sondern auch der Studer Willi (+1996) und der Baron Hornstein (+????).

Also: Schicke mir die Schaltung des 561, nenne mir deinen bevorzugten Bandtyp, und ich sage dir, was sinnvoll sein sollte, liefere übedies ein Abgleichprocedere, das allerdings das Vorhandensein von Tongenerator, Oszilloskop und Millivoltmeter voraussetzt.
Verfügst du eigentlich über ein mehr oder minder intaktes Bezugsband, ersatzweise einen Bandabschnitt mit einem definierten Magnetisierungspegel bei 1 kHz?

Hans-Joachim
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[Kein Betreff] - von florian_lennon - 03.01.2009, 19:22
[Kein Betreff] - von Matze - 03.01.2009, 21:09
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