08.11.2007, 12:25
Lieber Michael nebst Hornstein-Gemeine,
lasst mich noch einmal zu den motorferneren Problemen zurückkehren.
Nachdem die klassischen Kantonisten inzwischen beseite geräumt sind, die Wiedergabe einer laufenden Aufnahme nicht dumpfer klingt als das Vorbandsignal, beim Report Monitor außer Wiedergabe- und Aufnahmepegel sowie Vormagnetisierung nichts einstellbar ist, aber die "Instrumente einfach ihre Positionen wechseln", die Trimm-Cs für die VM-Einstellung wohl noch lebensfähig sind, bleiben für mich und meinen beschränkten Horizont lediglich zwei Möglichkeiten:
1) Spaltsenkrechtstellung liegt doch nicht vor, es wurde ggflls. auf ein 'Pseudomaximum' eingestellt, das bei 20 kHz Messfrequenz sehr knapp vor dem eigentlichen Maximum liegt.
Bei der Einstellung sollte zunächst so auf Pegelmaximum beider Kanäle abgeglichen werden, dass bei Veränderung der Einstellschraube minimal in der einen wie der anderen Richtung der erzielte Pegel auf beiden Kanälen definitiv fällt. Ich robbe mich da am liebsten via 1 kHz und 10 kHz heran. Drüber messe ich gewöhnlich nicht, was sich sehr bewährt hat.
Dann macht man sich an die Oszimethode via X/Y, sollte dazu aber genau wissen, was die vor den Platten angeordneten Verstärker des Oskars mit der Phasenlage tun. Da gibt es nämlich welche, die die Phase um 180° drehen. Dem kommt man aber leicht auf die Spur, wenn man dasselbe Generatorsignal gleichzeitig in X- und Y-Eingang stöpselt. Eine Spaltsenkrechtstellung bei 20 kHz mit -20 dB, zweckmäßigerweise noch bei 9,5 oder 4,75 überprüft, macht auf mich einen etwas ungemütlichen Eindruck. Wenn schon 20 kHz gemessen werden müssen/dürfen/sollen, dann bitte über die 'Vorstufe' 10 kHz. Denn außer Bandrauschen kommt da ja nicht mehr so sehr viel, was ansehenswert wäre.
2) Du kompensierst einen Mangel bei der Wiedergabe -im vorliegenden Fall also möglicherweise deines Bezugsbandes auf einer Spur- durch die Justagen des Aufnahmezuges (Pegel und/oder VM).
Dann wäre dieser Postionstausch der Zeiger zumindest mit meinem aktuellen Wissen von deinem etwas obskuren Problem erklärbar. Ersatzweise, aber nicht eben wahrscheinlich, käme auch noch ein verkorkster Kopf (Spurlage weicht ab) kombiniert mit einer soeben beschriebenen Korrektur in Frage. Diesen Fall gibt es bei der Halbspur-A77 ab Werk, was dann auffällt, wenn man auf einer unkorrigierten A77 aufgenommene Bänder auf einer professionellen Schmetterlingsanlage wiedergibt, die dann ja eigentlich Leerrasen abtastet. Nachdem beim A77-Aufnahmekopf aber offensichtlich ein Spurpaket breiter ist als das andere, erzielt man auf einem Kanal bei Schmetterloingskopfwiedergabe auch mehr Spannung, obgleich auf dem Gerät selbst und anderen A77, B77, A700 etc. pp sowie bei Wiedergabe von Bezugsbändern alles o.k. zu sein scheint... Bei mir überschritt dieser Unterschied bei beiden A77ORF die 1-dB-Marke.
Möglicherweise liegt auch -wir haben es mit einem 4400 zutun- eine leichte Spurlagendejustage eines Kopfes im Gerät vor, die mit einer grenzwertigen Spurlage eines Kanales des Kopfes selbst einhergeht. Durch die Kombination beider Phänomene kommt es relativ schnell zu Abweichungen von 1 dB und mehr. Vgl. meine A77-Geschichte, die mir weiland auf dem Umweg über minimale Basisverschiebungen der Schallplattenanpressungen (!!) auffiel ("Haste das gemacht????" Ich hatte und hatte doch nicht.)
Ist dein Bezugsband wirklich in Ordnung? Woher stammt dieses, bist du über seine Vorgeschichte unterrichtet, hast du Zugriff auf ein anderes? Was sagen die Report-Aufnahmetöne auf deinen anderen Geräten, sofern diese 4-spurtauglich sind? Dafür sollte der Frequenzgang in Oktaven durchgemessen und nicht allein gehört werden.
Hinsichtlich des Motorgebrösels kann ich nur Anselm beipflichten: Messen. Wenn die Spezifikation eingehalten ist, ist alles o.k. Dass du dort ggflls. wirklich durch einen Elko oder die Verlegung einer Masse- bzw. Versorgungsspannungsleitung "tunen" kannst, wäre dann zu ventilieren. Dafür aber sollte man sich genau ansehen, ob tatsächlich die Versorgungsgleichspannung des Gerätes vom Motor verschmutzt wird, oder aber ob induktiv bedingte Einstreuungen für den 'noisefloor' (tolles Wort eigentlich!) sorgen. Bei induktiven Einstreuungen kann man manchmal (bei dir kommen die Störungen ja offenbar nicht über die Tonköpfe) etwas machen. Oft aber hat man dabei schlechte Karten, weil der Aufwand gigantisch,ja mechanisch oft schlicht nicht zu machen ist: Die Freude am "weitläuftigen" Bau kommt bei professionellen Geräten nicht von ungefähr. Und das Report ist nun nicht nur ein Fossil seiner selbst, sondern auch sehr gedrängt gebaut: Es hat eine sehr, sehr lange Geschichte, in der es Schritt für Schritt letztlich bis zur Rundfunktauglichkeit (der spätesten Braunbuchtradition!) aufgebohrt wurde, was zwangsläufig bedeutet, dass Festlegungen und Konventionen sehr früher Zeit bis zum Ende nachwirken (können). Anselm wird von den Folgen und den daraus entsstandenen dienstlichen Verzweiflungen ggflls. das eine oder andere Liedl singen können.
Hans-Joachim
lasst mich noch einmal zu den motorferneren Problemen zurückkehren.
Nachdem die klassischen Kantonisten inzwischen beseite geräumt sind, die Wiedergabe einer laufenden Aufnahme nicht dumpfer klingt als das Vorbandsignal, beim Report Monitor außer Wiedergabe- und Aufnahmepegel sowie Vormagnetisierung nichts einstellbar ist, aber die "Instrumente einfach ihre Positionen wechseln", die Trimm-Cs für die VM-Einstellung wohl noch lebensfähig sind, bleiben für mich und meinen beschränkten Horizont lediglich zwei Möglichkeiten:
1) Spaltsenkrechtstellung liegt doch nicht vor, es wurde ggflls. auf ein 'Pseudomaximum' eingestellt, das bei 20 kHz Messfrequenz sehr knapp vor dem eigentlichen Maximum liegt.
Bei der Einstellung sollte zunächst so auf Pegelmaximum beider Kanäle abgeglichen werden, dass bei Veränderung der Einstellschraube minimal in der einen wie der anderen Richtung der erzielte Pegel auf beiden Kanälen definitiv fällt. Ich robbe mich da am liebsten via 1 kHz und 10 kHz heran. Drüber messe ich gewöhnlich nicht, was sich sehr bewährt hat.
Dann macht man sich an die Oszimethode via X/Y, sollte dazu aber genau wissen, was die vor den Platten angeordneten Verstärker des Oskars mit der Phasenlage tun. Da gibt es nämlich welche, die die Phase um 180° drehen. Dem kommt man aber leicht auf die Spur, wenn man dasselbe Generatorsignal gleichzeitig in X- und Y-Eingang stöpselt. Eine Spaltsenkrechtstellung bei 20 kHz mit -20 dB, zweckmäßigerweise noch bei 9,5 oder 4,75 überprüft, macht auf mich einen etwas ungemütlichen Eindruck. Wenn schon 20 kHz gemessen werden müssen/dürfen/sollen, dann bitte über die 'Vorstufe' 10 kHz. Denn außer Bandrauschen kommt da ja nicht mehr so sehr viel, was ansehenswert wäre.
2) Du kompensierst einen Mangel bei der Wiedergabe -im vorliegenden Fall also möglicherweise deines Bezugsbandes auf einer Spur- durch die Justagen des Aufnahmezuges (Pegel und/oder VM).
Dann wäre dieser Postionstausch der Zeiger zumindest mit meinem aktuellen Wissen von deinem etwas obskuren Problem erklärbar. Ersatzweise, aber nicht eben wahrscheinlich, käme auch noch ein verkorkster Kopf (Spurlage weicht ab) kombiniert mit einer soeben beschriebenen Korrektur in Frage. Diesen Fall gibt es bei der Halbspur-A77 ab Werk, was dann auffällt, wenn man auf einer unkorrigierten A77 aufgenommene Bänder auf einer professionellen Schmetterlingsanlage wiedergibt, die dann ja eigentlich Leerrasen abtastet. Nachdem beim A77-Aufnahmekopf aber offensichtlich ein Spurpaket breiter ist als das andere, erzielt man auf einem Kanal bei Schmetterloingskopfwiedergabe auch mehr Spannung, obgleich auf dem Gerät selbst und anderen A77, B77, A700 etc. pp sowie bei Wiedergabe von Bezugsbändern alles o.k. zu sein scheint... Bei mir überschritt dieser Unterschied bei beiden A77ORF die 1-dB-Marke.
Möglicherweise liegt auch -wir haben es mit einem 4400 zutun- eine leichte Spurlagendejustage eines Kopfes im Gerät vor, die mit einer grenzwertigen Spurlage eines Kanales des Kopfes selbst einhergeht. Durch die Kombination beider Phänomene kommt es relativ schnell zu Abweichungen von 1 dB und mehr. Vgl. meine A77-Geschichte, die mir weiland auf dem Umweg über minimale Basisverschiebungen der Schallplattenanpressungen (!!) auffiel ("Haste das gemacht????" Ich hatte und hatte doch nicht.)
Ist dein Bezugsband wirklich in Ordnung? Woher stammt dieses, bist du über seine Vorgeschichte unterrichtet, hast du Zugriff auf ein anderes? Was sagen die Report-Aufnahmetöne auf deinen anderen Geräten, sofern diese 4-spurtauglich sind? Dafür sollte der Frequenzgang in Oktaven durchgemessen und nicht allein gehört werden.
Hinsichtlich des Motorgebrösels kann ich nur Anselm beipflichten: Messen. Wenn die Spezifikation eingehalten ist, ist alles o.k. Dass du dort ggflls. wirklich durch einen Elko oder die Verlegung einer Masse- bzw. Versorgungsspannungsleitung "tunen" kannst, wäre dann zu ventilieren. Dafür aber sollte man sich genau ansehen, ob tatsächlich die Versorgungsgleichspannung des Gerätes vom Motor verschmutzt wird, oder aber ob induktiv bedingte Einstreuungen für den 'noisefloor' (tolles Wort eigentlich!) sorgen. Bei induktiven Einstreuungen kann man manchmal (bei dir kommen die Störungen ja offenbar nicht über die Tonköpfe) etwas machen. Oft aber hat man dabei schlechte Karten, weil der Aufwand gigantisch,ja mechanisch oft schlicht nicht zu machen ist: Die Freude am "weitläuftigen" Bau kommt bei professionellen Geräten nicht von ungefähr. Und das Report ist nun nicht nur ein Fossil seiner selbst, sondern auch sehr gedrängt gebaut: Es hat eine sehr, sehr lange Geschichte, in der es Schritt für Schritt letztlich bis zur Rundfunktauglichkeit (der spätesten Braunbuchtradition!) aufgebohrt wurde, was zwangsläufig bedeutet, dass Festlegungen und Konventionen sehr früher Zeit bis zum Ende nachwirken (können). Anselm wird von den Folgen und den daraus entsstandenen dienstlichen Verzweiflungen ggflls. das eine oder andere Liedl singen können.
Hans-Joachim
