03.09.2007, 15:47
Ein paar Kleinigkeiten:
Wie aus obigen Texten bereits zugegebenermaße etwas indirekt hervorgeht, hatte ich die X-1000R beim Wickel, bei der all die Hf-Einstellerei anders sein kann als bei der Normalversion X-1000. Die R-Version verfügt -für zwei Laufrichtungen- über ganze vier Einsteller für Hf-Pegel/Strom, und das ist es. Davon ging ich oben aus; sollte das im akteullen Falle nicht zutreffen, "bitte schneiden, bitte schneiden..."
Bezüglich des EE-Bandes, das eine eigene Entzerrung zur optimalen Verwendung braucht, bezog ich mich auf diese und die sparsame Umschalterrei bei den Japanern (reicht übrigens bis in die professionelle Ebene hinein), nicht auf den Vormagnetisierungspegel.
Aufgrund der Funktion des dBx sind Rauschfahnen prinzipiell unvermeidlich; man kann dem durch Umschaltungen von Zeitkonstanten bei der Wiedergabe ein wenig abzuhelfen versuchen (vgl. Verbesserung späterer HighCom-Serien angesichts der Knackstörungen bei der Plattenkopie), trifft damit aber keineswegs alle vorkommenden Bedürfnisse der gesamten Musikliteratur; kritisch sind immer Aufzeichnungen in naturgegeben anderen Frequenzbereichen als denen der störenden Elemente des Bandrausachens, also z. B. räumliche Klavieraufnahmen (nicht gerade in Großkirchen...), die oberhalb von 3,5 kHz 'nichts' mehr haben, abgesehen vom Knicksen der Fingernägel des Spielers auf den Tastaturbelägen. Da ist beim Einsatz von dBx 'oben' ordentlich was los, das eben auch durch nichts, auch nicht durch einen Steinway der klassischen Klirrära zu maskieren wäre. Hier bleibt zur Optimierung nur das mehrkanalige Bearbeitungsverfahren.
Bedenken wir, dass bei tiefen Frequenzen (also um 100 Hz) vom System bereits Einschwingzeiten von unter 0,5 ms, dafür Ausschwingzeiten von mehr als 2 Sekunden, im oberen, musikalisch genützen Frequenzband (über 4,8 kHz), Einschwingzeiten von unter 10 µs bzw. immerhin noch von etwa 20 ms für das Ausschwingen verlangt werden müssen, um keine Deformationen am Signalbestand und gleichzeitige Unhörbarkeit der Regelvorgänge sicherzustellen.
Dieses Dilemma lässt sich nur über vier unabhängige Bearbeitungsänder in den Griff bekommen. Gottlob sind es aufgrud des Verhaltens unseres Ohres nicht mehr, denn sonst hätte Dolby auf jeden Fall schon zur A-Zeit (1965) und vermutlich auch noch J. Wermuth 10 Jahre später mit seinem Telcom die Segel gestrichen, womit wir die Dinger heute nicht hätten. Wermuth geht in gebotener Kürze auf dies ganze Theater recht instruktiv in seinem Funkschauaufsatz von 1975 ein, der einem Probleme und Leistungen der Kompanderverfahren sehr deutlich macht, die immerhin 25 Jahre Stand der Technik waren.
Ist die Modulation gut 'durchmischt' und folgt gleichzeitig musikalischen Regeln (also keine Messaufzeichnung), tut dBx großartige Dienste. Ich kenne diverse Kollegen (und bitte keine zweitrangigen!), bei denen in der frühesten, aber schon öffentlichen Digitalzeit -fast alles musste noch gemietet werden!- grundsätzlich eine M5 über dBx und nicht Dolby A mitlief, um für den Fall der unkorrigierbaren Lesefehlerfälle in Kopie eingeschneidbares Material andienen zu können. 1600/1610 stellte vom Format her zwar 60 % Redundanz bereit, bediente sich aber für die Speicherung damals regulären Umatic-Videobandes. Und da wurde es dann doch manchmal knapp.
Hans-Joachim
Wie aus obigen Texten bereits zugegebenermaße etwas indirekt hervorgeht, hatte ich die X-1000R beim Wickel, bei der all die Hf-Einstellerei anders sein kann als bei der Normalversion X-1000. Die R-Version verfügt -für zwei Laufrichtungen- über ganze vier Einsteller für Hf-Pegel/Strom, und das ist es. Davon ging ich oben aus; sollte das im akteullen Falle nicht zutreffen, "bitte schneiden, bitte schneiden..."
Bezüglich des EE-Bandes, das eine eigene Entzerrung zur optimalen Verwendung braucht, bezog ich mich auf diese und die sparsame Umschalterrei bei den Japanern (reicht übrigens bis in die professionelle Ebene hinein), nicht auf den Vormagnetisierungspegel.
Aufgrund der Funktion des dBx sind Rauschfahnen prinzipiell unvermeidlich; man kann dem durch Umschaltungen von Zeitkonstanten bei der Wiedergabe ein wenig abzuhelfen versuchen (vgl. Verbesserung späterer HighCom-Serien angesichts der Knackstörungen bei der Plattenkopie), trifft damit aber keineswegs alle vorkommenden Bedürfnisse der gesamten Musikliteratur; kritisch sind immer Aufzeichnungen in naturgegeben anderen Frequenzbereichen als denen der störenden Elemente des Bandrausachens, also z. B. räumliche Klavieraufnahmen (nicht gerade in Großkirchen...), die oberhalb von 3,5 kHz 'nichts' mehr haben, abgesehen vom Knicksen der Fingernägel des Spielers auf den Tastaturbelägen. Da ist beim Einsatz von dBx 'oben' ordentlich was los, das eben auch durch nichts, auch nicht durch einen Steinway der klassischen Klirrära zu maskieren wäre. Hier bleibt zur Optimierung nur das mehrkanalige Bearbeitungsverfahren.
Bedenken wir, dass bei tiefen Frequenzen (also um 100 Hz) vom System bereits Einschwingzeiten von unter 0,5 ms, dafür Ausschwingzeiten von mehr als 2 Sekunden, im oberen, musikalisch genützen Frequenzband (über 4,8 kHz), Einschwingzeiten von unter 10 µs bzw. immerhin noch von etwa 20 ms für das Ausschwingen verlangt werden müssen, um keine Deformationen am Signalbestand und gleichzeitige Unhörbarkeit der Regelvorgänge sicherzustellen.
Dieses Dilemma lässt sich nur über vier unabhängige Bearbeitungsänder in den Griff bekommen. Gottlob sind es aufgrud des Verhaltens unseres Ohres nicht mehr, denn sonst hätte Dolby auf jeden Fall schon zur A-Zeit (1965) und vermutlich auch noch J. Wermuth 10 Jahre später mit seinem Telcom die Segel gestrichen, womit wir die Dinger heute nicht hätten. Wermuth geht in gebotener Kürze auf dies ganze Theater recht instruktiv in seinem Funkschauaufsatz von 1975 ein, der einem Probleme und Leistungen der Kompanderverfahren sehr deutlich macht, die immerhin 25 Jahre Stand der Technik waren.
Ist die Modulation gut 'durchmischt' und folgt gleichzeitig musikalischen Regeln (also keine Messaufzeichnung), tut dBx großartige Dienste. Ich kenne diverse Kollegen (und bitte keine zweitrangigen!), bei denen in der frühesten, aber schon öffentlichen Digitalzeit -fast alles musste noch gemietet werden!- grundsätzlich eine M5 über dBx und nicht Dolby A mitlief, um für den Fall der unkorrigierbaren Lesefehlerfälle in Kopie eingeschneidbares Material andienen zu können. 1600/1610 stellte vom Format her zwar 60 % Redundanz bereit, bediente sich aber für die Speicherung damals regulären Umatic-Videobandes. Und da wurde es dann doch manchmal knapp.
Hans-Joachim
