deutsche/ intern. schichtlage (lagerung der tonbänder)
#4
Dieses Thema hatten wir schon, leider wurde es nicht erschöpfend behandelt. Vielleicht klappt es ja dieses Mal, würde mich ebenfalls brennend interessieren. Kannst Du nicht mal Deinen Dozenten löchern? Vor der Prüfung müsste er doch Fragen beantworten.

Meine Überlegung:
Bei drei aufeinanderliegenden Wicklungen ist der Abstand von der Magnetschicht der mittleren Wicklung zu den Magnetschichten der beiden Nachbarwindungen (1xinnen, 1xausse) gleich. Der sich ausbreitende Magnetismus hat also den gleichen Abstand zu überwinden, lediglich die Reihenfolge ist anders: Entweder von Magnetschicht über Luftspalt, Trägerschicht zur Magnetschicht oder aber von Magnetschicht über Trägerschicht, Luftspalt zur Magnetschicht. Logisch erscheint mir die Erklärung von MichaelB, der davon ausgeht, daß sowohl Vor- als auch Nachechos entstehen, weil sich der Magnetismus sowohl nach Innen als auch nach Aussen ausbreitet, daß aber die Vorechos mehr auffallen als die Nachechos. Durchaus möglich, daß der eine Weg mehr gedämpft wird wie der andere, und wenn man davon ausgeht, daß Nachechos leichter zu ertragen sind als Vorechos, so ergäbe sich tatsächlich aus der Schichtlage eine bevorzugte Richtung und damit auch eine bevorzugte Lagerart (Tail in / Tail out).

Ob es wirklich signifikante Unterschiede gibt? In der Revox-Betriebsanleitung konnte man die Empfehlung lesen, Bänder vorgespult zu lagern, und dies bei der internationalen Schichtlage der A77. In einer anderen Quelle war zu lesen, der Kopiereffekt liesse sich durch mehrmaliges hin- und herspulen mindern - unabhängig von der Lagerart und von der Schichtlage. Ich habe den Eindruck, daß die deutsche Schichtlage aus der Tradition heraus entstanden ist und vielleicht früher eine begründete Berechtigung hatte - heute ist die deutsche Schichtlage weniger verbreitet als die internationale, so schlecht kann diese also nicht sein. Und international gewickelte Bänder bekomme ich sehr oft vorgespult wie rückgespult, genauso wie deutsche auch. Das scheint also eines der Theoriethemen zu sein, die in der Praxis nicht mehr so recht gewürdigt werden.

Meine unbewiesene VERMUTUNG: Es ist für den Kopiereffekt egal, wie die Schichtlage ist und wie man lagert, Hauptsache man spult vorher um. Bei vorgespultem Band ist man dazu gezwungen. Deswegen die Empfehlung, vorgepult zu lagern, und dies würde dann für deutsche wie für internationale Bänder gelten. Diese Vorspul-Empfehlung könnte noch einen anderen Grund haben: Ein Play-Wickel ist besser als ein Spul-Wickel, und wenn man nach dem Abspielen des Bandes z. B. für eine Rundfunk-Sendung den Play-Wickel einlagert, so weist der eine für die Lagerung optimale Qualität auf. Wenn bei einem zurückgespulten Band eine Windung hervorsteht, z. B. bei einer unsauberen Klebestelle, so kann das Band hier beschädigt werden, wenn es so eingelagert wird. So würde ich es als sinnvoll empfinden, wenn man unabhängig von der Schichtlage nach dem Play vorgespult lagert und für den Einsatz das Band zurückspult. Dann gehen auch gleich die faulen Klebestellen auf und nicht erst bei der Wiedergabe Wink

Dies war jetzt keine verbindlich richtige Antwort auf Deine Frage und somit solltest Du das nicht in Deine Klausur schreiben, ohne vorher noch andere Auskünfte geholt zu haben. Die werden hier noch hoffentlich in großer Zahl eintreffen.

Michael(F)
PS: Bei Cassetten ist die Schicht aussen, dies dürfte aber bauartbedingt so geworden sein. Die Tonköpfe müssen ja ausserhalb der Cassette liegen, wenn man keine aufwendige Mechanik zum Aus- und Einfädeln des Bandes haben möchte. Das dünne Band wirkt Kopiereffekt erhöhend, die langsame Geschwindigkeit und die niederen Pegel wirken dämpfend. Bei Cassetten sind mir Kopiereffekte noch nie groß aufgefallen.
Michael(F)
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