13.04.2007, 18:31
Lieber Martin,
ohne dir zu nahe treten zu wollen:
Mit dieser Argumentation forderst du, dass TEAC die gesamte Entwicklung der Magnetbandtechnik seit 1965 folgenlos an sich hätte vorüberziehen lassen. Denn du lässt bei einem neuzeitlichen Band keine Aussteuerung über 370 nWb/m zu. Das ist nicht nur deshalb schwer haltbar, weil gerade die auch in Japan gängigen VU-Meter diesen Pegel ständig überschreiten lassen, da aufgrund ihrer Eigenschaften Spitzen nicht angezeigt werden können. Dass man in den USA in der letzten Generation selbst bei geringen Bandgeschwindigkeiten die 250 nWb/m zu 0 VU erklärte, also bis 500 nWb/m aussteuerte, wäre dann auch schon mittlerer Abusus.
Die Symptome, die du ansprichst, haben nur dann etwas mit der Magnetisierung des Bandes zu tun (und nur von der sprach ich oben), wenn die Eingangsspannung des Line-Ausgangsverstärkers nicht durch einen Trimmer (oder einen geeigneten Drehsteller) reduziert werden kann. Ich vermute nämlich, dass das besagte TEAC-Gerät einen der tollen -10 dBV-Ausgänge hat (jedes Land hat seinen eigenen DIN-Missgriff...), der bei einer knapp 3 dB höheren Aussteuerung (514 nWb/m liegen 2,8 dB über 370) natürlich auch drei dB eher in der Sättigung wäre, wenn man nicht die Eingangsempfindlichkeit der Ausgangsstufe reduzierte.
Die Schaltung der X1000 liegt mir vor: Da sieht es nun so aus, dass die Vorstufen nach dem Wiedergabekopf mit 24 Volt Betriebsspannung arbeiten (A77: 21 Volt unter sonst durchaus ähnlichen Bedingungen), die Steuerspannung des Ausgangsverstärkers ist justabel. Da dürfte es also keinesfalls eng werden.
Wenn nun nicht der Aufsprechverstärker eine völlig abgedrehte Konstruktion ist, gibt es keinen Grund, mit der Aussteuerung nicht auf neuzeitlich vernünftige Werte hinaufzugehen.
Heikler ist es, als Einmessender in dem Potentiometerverhau einer Zweirichtungs-TEACs die Übersicht über die Potibänke zu bewahren, wenn man derlei Einmessungen nicht gerade jeden Tag macht.
Sollten TEACs Konstrukteure also alle Lampen im Kronleuchter gehabt haben (wovon ich fest überzeugt bin), sollte ein Engpass wie von dir geschildert eigentlich schwer auftreten können.
Aber: Noch die G36 aus dem Hause in Löffingen hatte keine Trimmer vor dem Line-Ausgangsverstärker, weshalb sie ein Aspirant auf begrenzte Aussteuerbarkeit wäre. Trotzdem ließ sie sich ähnlich ausfahren eine A77, obgleich das Elektronikkonzept bis ins Detail dem der D36 entspricht (Stand März 1960!).
Kann mir jemand die Schaltung der X-2000 mailen?
Hans-Joachim
ohne dir zu nahe treten zu wollen:
Mit dieser Argumentation forderst du, dass TEAC die gesamte Entwicklung der Magnetbandtechnik seit 1965 folgenlos an sich hätte vorüberziehen lassen. Denn du lässt bei einem neuzeitlichen Band keine Aussteuerung über 370 nWb/m zu. Das ist nicht nur deshalb schwer haltbar, weil gerade die auch in Japan gängigen VU-Meter diesen Pegel ständig überschreiten lassen, da aufgrund ihrer Eigenschaften Spitzen nicht angezeigt werden können. Dass man in den USA in der letzten Generation selbst bei geringen Bandgeschwindigkeiten die 250 nWb/m zu 0 VU erklärte, also bis 500 nWb/m aussteuerte, wäre dann auch schon mittlerer Abusus.
Die Symptome, die du ansprichst, haben nur dann etwas mit der Magnetisierung des Bandes zu tun (und nur von der sprach ich oben), wenn die Eingangsspannung des Line-Ausgangsverstärkers nicht durch einen Trimmer (oder einen geeigneten Drehsteller) reduziert werden kann. Ich vermute nämlich, dass das besagte TEAC-Gerät einen der tollen -10 dBV-Ausgänge hat (jedes Land hat seinen eigenen DIN-Missgriff...), der bei einer knapp 3 dB höheren Aussteuerung (514 nWb/m liegen 2,8 dB über 370) natürlich auch drei dB eher in der Sättigung wäre, wenn man nicht die Eingangsempfindlichkeit der Ausgangsstufe reduzierte.
Die Schaltung der X1000 liegt mir vor: Da sieht es nun so aus, dass die Vorstufen nach dem Wiedergabekopf mit 24 Volt Betriebsspannung arbeiten (A77: 21 Volt unter sonst durchaus ähnlichen Bedingungen), die Steuerspannung des Ausgangsverstärkers ist justabel. Da dürfte es also keinesfalls eng werden.
Wenn nun nicht der Aufsprechverstärker eine völlig abgedrehte Konstruktion ist, gibt es keinen Grund, mit der Aussteuerung nicht auf neuzeitlich vernünftige Werte hinaufzugehen.
Heikler ist es, als Einmessender in dem Potentiometerverhau einer Zweirichtungs-TEACs die Übersicht über die Potibänke zu bewahren, wenn man derlei Einmessungen nicht gerade jeden Tag macht.
Sollten TEACs Konstrukteure also alle Lampen im Kronleuchter gehabt haben (wovon ich fest überzeugt bin), sollte ein Engpass wie von dir geschildert eigentlich schwer auftreten können.
Aber: Noch die G36 aus dem Hause in Löffingen hatte keine Trimmer vor dem Line-Ausgangsverstärker, weshalb sie ein Aspirant auf begrenzte Aussteuerbarkeit wäre. Trotzdem ließ sie sich ähnlich ausfahren eine A77, obgleich das Elektronikkonzept bis ins Detail dem der D36 entspricht (Stand März 1960!).
Kann mir jemand die Schaltung der X-2000 mailen?
Hans-Joachim
