25.01.2007, 11:24
Zitat:Kirunavaara posteteWenn die Kassette absolut luftdicht verpackt ist, herrscht innerhalb der Verpackung ein sog. Mikroklima. Die enthaltene Luftfeuchtigkeit kann nicht entweichen.
Ich weiß nicht, ob das jahrzehntelange Lagern mit Verpackungsfolie den Cassetten wirklcih gut tut.
Zitat:Wenn man heute z.B. ein BASF Chromdioxidband aus den frühen 80er Jahren auspackt, riecht es sehr intensiv und bisweilen lagert sich um die Schrauben herum weißer "Schnee" (Korrosion oder Schimmel?) ab.Dies ist das typische Verhalten eines unbelüfteten abgeschlossenen Raumes.
Chemische Substanzen des Bandmaterials reagieren mit Wasser und Luft.
Auch das Etikett und sein Kleber leisten ihren Beitrag (organische Reaktionen).
Da die entstehenden Gase nicht entweichen können, kommt es zu intensiver Geruchsbildung.
Die Schrauben bestehen aus Stahl, meist galvanisch verzinkt oder vernickelt.
Zink reagiert sehr leicht Wasser und bildet weißes Zinkoxid/hydroxid.
Auch der unter der hauchdünnen Zinkschicht befindliche Stahl der Schrauben wird durch Feuchtigkeit angegriffen und bildet Eisenoxid, welches sich deutlich durch braune Flecken am Papier zeigt.
Da es sich hier um Redox- Vorgänge handelt, wird der zur Oxidation benötigte Sauerstoff nicht verbraucht, er bildet sich bei der Reduktion immer wieder neu (Elektronenaustausch).
Es beginnt ein Kreislauf.
Es ist empfehlenswert, luftdichte Tonträgerverpackungen zu öffnen, um eine Belüftung zu ermöglichen.
Natürlich sollte die anschließende Lagerung im Wohnraumklima erfolgen und nicht im feuchten Keller.
Bernd
