20.11.2006, 19:17
Lieber Ulrich,
deiner Beschreibung zufolge besitzst also eine komplette, vierkanalige Anlage, mit der auch ein simultaner, zweikanaliger Aufnahme- und Wedergabebetrieb möglich ist. Wie sich die Verhältnisse um die Local/Remote/Bypass-Schaltereien gestalten, weiß ich nicht, weil ich selbst nur die Telcom-Karten für das Dolby 360 besaß, das damit auch das Interface zu meiner Anlage bildete. Mein heutiges Telcom gehört der letzten Serie an und wartet mit anderen Bezeichnungen auf. Hier solltest du genau hin- und herüberlegen, ob die Schalterwirtschaft deiner Telcom-Anlage wirklich richtig einsetzst.
Darüber hinaus empfehle ich dir, das Bandgerät zunächst aus der Übertragungskette herauszulassen und allein mit den Telcoms zu arbeiten, also
"to recorder" (Kanal 1) an "from recorder" (Kanal 3),
"to recorder" (Kanal 2) an "from recorder" (Kanal 4) zu führen.
Oder -anders ausgedrückt- deine zweikanalsterofone Codingeinheit beaufschlagt direkt den Eingang deiner zweikanalsterofonen Decodingeinheit. In der Peripherie ist wegen der simplen, elektronisch symmetrierten Ausgänge des Telcom einwandfreie Symmetrie bereitzustellen.
Die beiden Line-ins (Kanäle 1 und 2) sowie die Line outs ("Monitor") liegen dort, wo du sie brauchst. Statt eines Musiksignales würde ich dir einen definierten Sinus (Telcom ist u.a. mit 550 Hz verheiratet) am Ausgang des Behringerles zur Telcomansteuerung ans Herz legen, gleichviel, wo du den herholst.
So, wie du dein Problem beschreibst, geht dir im Decodingprozess der linke Kanal ab. Ist das so? Weiter schließe ich aus deinen Angaben, dass die Kanäle 1/2 einwandfrei arbeiten, denn sonst bekäme das Bandgerät keine Modulation.
Beide Kanalpaare deiner Telcom können separat in den Decodingprozess geschaltet werden. Tu dies, schalte das Telcom ein und aktiviere den Ident-Oszillator aller vier Kanäle. Wird das Identsignal sowohl an den Ausgängen von 1/2 als auch von 3/4 ausgegeben oder fehlt es am Ausgang des 'stummen' linken Kanals 3? Sollte es auch bei Kanal 3 Vorhanden sein, dürftest du in vorderen Hälfte der Karte des Kanales 3 ein Problem haben, sollte es fehlen, tippe ich zunächst einmal auf den Ausgangszweig desselben Kanales.
Ich kann mir leider eine Fehlbedienung deinerseits nicht recht vorstellen, weshalb wohl doch ein Kanal defekt sein wird, wofür auch das Wandern der Symptomatik beim Kartentausch spricht. Aufgrund der elektronisch symmetrierten Ein- und Ausgänge sollte man bezüglich des Defektes zuerst in disen Bereichen suchen, wenn nicht irgendwo in deiner Peripherie doch irgendein kleiner Chinese den laufenden Elektronen (z.B. im Bereich der elektronischen Symmetrierung) einen Knüppel zwischen die Beine wirft. Solange ich nicht vor deinen Geräten stehe, weiß ich ja nicht....
Schaltungsmaterial zum Telcom kannst du von mir erhalten (das sind inzwischen aber einige MB!), die Kompressorgeraden lassen sich prinzipiell an diversen Stellen zwischen Webers und Dickreiter nachsehen oder im schlimmsten Falle am heimischen Herd (1.1,5 im dB-Maßstab) auch selbst konstruieren, um eine Funktionskontrolle mit statischen Sinustönen zu ermöglichen.
Zusätzlich kannst du von mir einen Funkschauaufsatz von Jürgen Wermuth (dem Konstrukteur des Telcom) erhalten, den er 1975 publizierte. Der vorteil des Telcom besteht ja auch darin, dass man sich aufgrund der im Gegenatz zu Dolbys Konstrukt geraden Systemkennlinen relativ übersichtlich ein prinzipielles und zutreffendes Bild der Funktionen (hilfreich gerade im Schadensfalle) machen kann. Heikel wird es allein bei der Festlegung der Ein- und Ausschwingzeiten der Kompanderverstärker, bei denen Wermuth heftigen Aufwand tieb. Ein wahlloses Herumschrauben an den Keramikpots auf der Kompanderkarte ist daher eine Todsünde.
Bei Apparaturen unbekannter Vorgeschichte bestimmt man zunächst den in der Anlage festgelegten 0 dB-Pegel (eben den, bei dem Eingangsspannung = Ausgangsspannung), un kontrolliert, ob unter 'Coding' -90dB auf -60 dB, -75 auf 50, -60 dB auf -40 dB,, -45 auf -30, -30 auf 20, -15 auf 10 usw. angehoben werden (et vice versa im Decodingprozess). Verfügst du über einen Tongenerator und ein Millivoltmeter?
Hans-Joachim
deiner Beschreibung zufolge besitzst also eine komplette, vierkanalige Anlage, mit der auch ein simultaner, zweikanaliger Aufnahme- und Wedergabebetrieb möglich ist. Wie sich die Verhältnisse um die Local/Remote/Bypass-Schaltereien gestalten, weiß ich nicht, weil ich selbst nur die Telcom-Karten für das Dolby 360 besaß, das damit auch das Interface zu meiner Anlage bildete. Mein heutiges Telcom gehört der letzten Serie an und wartet mit anderen Bezeichnungen auf. Hier solltest du genau hin- und herüberlegen, ob die Schalterwirtschaft deiner Telcom-Anlage wirklich richtig einsetzst.
Darüber hinaus empfehle ich dir, das Bandgerät zunächst aus der Übertragungskette herauszulassen und allein mit den Telcoms zu arbeiten, also
"to recorder" (Kanal 1) an "from recorder" (Kanal 3),
"to recorder" (Kanal 2) an "from recorder" (Kanal 4) zu führen.
Oder -anders ausgedrückt- deine zweikanalsterofone Codingeinheit beaufschlagt direkt den Eingang deiner zweikanalsterofonen Decodingeinheit. In der Peripherie ist wegen der simplen, elektronisch symmetrierten Ausgänge des Telcom einwandfreie Symmetrie bereitzustellen.
Die beiden Line-ins (Kanäle 1 und 2) sowie die Line outs ("Monitor") liegen dort, wo du sie brauchst. Statt eines Musiksignales würde ich dir einen definierten Sinus (Telcom ist u.a. mit 550 Hz verheiratet) am Ausgang des Behringerles zur Telcomansteuerung ans Herz legen, gleichviel, wo du den herholst.
So, wie du dein Problem beschreibst, geht dir im Decodingprozess der linke Kanal ab. Ist das so? Weiter schließe ich aus deinen Angaben, dass die Kanäle 1/2 einwandfrei arbeiten, denn sonst bekäme das Bandgerät keine Modulation.
Beide Kanalpaare deiner Telcom können separat in den Decodingprozess geschaltet werden. Tu dies, schalte das Telcom ein und aktiviere den Ident-Oszillator aller vier Kanäle. Wird das Identsignal sowohl an den Ausgängen von 1/2 als auch von 3/4 ausgegeben oder fehlt es am Ausgang des 'stummen' linken Kanals 3? Sollte es auch bei Kanal 3 Vorhanden sein, dürftest du in vorderen Hälfte der Karte des Kanales 3 ein Problem haben, sollte es fehlen, tippe ich zunächst einmal auf den Ausgangszweig desselben Kanales.
Ich kann mir leider eine Fehlbedienung deinerseits nicht recht vorstellen, weshalb wohl doch ein Kanal defekt sein wird, wofür auch das Wandern der Symptomatik beim Kartentausch spricht. Aufgrund der elektronisch symmetrierten Ein- und Ausgänge sollte man bezüglich des Defektes zuerst in disen Bereichen suchen, wenn nicht irgendwo in deiner Peripherie doch irgendein kleiner Chinese den laufenden Elektronen (z.B. im Bereich der elektronischen Symmetrierung) einen Knüppel zwischen die Beine wirft. Solange ich nicht vor deinen Geräten stehe, weiß ich ja nicht....
Schaltungsmaterial zum Telcom kannst du von mir erhalten (das sind inzwischen aber einige MB!), die Kompressorgeraden lassen sich prinzipiell an diversen Stellen zwischen Webers und Dickreiter nachsehen oder im schlimmsten Falle am heimischen Herd (1.1,5 im dB-Maßstab) auch selbst konstruieren, um eine Funktionskontrolle mit statischen Sinustönen zu ermöglichen.
Zusätzlich kannst du von mir einen Funkschauaufsatz von Jürgen Wermuth (dem Konstrukteur des Telcom) erhalten, den er 1975 publizierte. Der vorteil des Telcom besteht ja auch darin, dass man sich aufgrund der im Gegenatz zu Dolbys Konstrukt geraden Systemkennlinen relativ übersichtlich ein prinzipielles und zutreffendes Bild der Funktionen (hilfreich gerade im Schadensfalle) machen kann. Heikel wird es allein bei der Festlegung der Ein- und Ausschwingzeiten der Kompanderverstärker, bei denen Wermuth heftigen Aufwand tieb. Ein wahlloses Herumschrauben an den Keramikpots auf der Kompanderkarte ist daher eine Todsünde.
Bei Apparaturen unbekannter Vorgeschichte bestimmt man zunächst den in der Anlage festgelegten 0 dB-Pegel (eben den, bei dem Eingangsspannung = Ausgangsspannung), un kontrolliert, ob unter 'Coding' -90dB auf -60 dB, -75 auf 50, -60 dB auf -40 dB,, -45 auf -30, -30 auf 20, -15 auf 10 usw. angehoben werden (et vice versa im Decodingprozess). Verfügst du über einen Tongenerator und ein Millivoltmeter?
Hans-Joachim
