noch 'ne Bänderfrage... Kompatibilität ORWO 106 / PER 528
#13
Na ja, lieber Philipp, den Papst sollten wir doch nach München oder Rrrengschburg reisen lassen, denn dort ist er dem Vernehmen nach sehr glücklich und sinnvoll beschäftigt. Deswegen brauchen wir auch nich noch päpstlicher zu sein als er.

Der Klirrfaktor von 3 % wird bei 106 10 dB über dem Bezugsfluss von 320 nWb/m (1010 nWb/m) erreicht, bei 514 nWb/m hat 106 einen Klirrfaktor von 1%, weitere 4 dB über 514 (810 nWb/m) sind erst 2 % Klirrfaktor erreicht. Das heißt, man kann da schon was auflegen; 514 + 3 dB sind unter den prinzipiellen Voraussetzungen des Magnetbandverfahrens (im Rundfunk) mit 106 ohne weiteres 'tadellos'.

Mir ging es um die Darstellung der Zielrichtung des Bandes, die mit "38,1 cm/s, 320 nWb/m, deutsche Studioanwendung" schlicht eindeutig ist. Man sollte dieses Band ähnlich wie 525 (sic!) eigentlich nicht unter 19 cm/s betreiben, es sei denn, man müsste das. Auf eine Akai ('26 kHz bei 9,5') gehört es aber nicht. Jenseits dessen brauchen dich die Spaltweiten der Köpfe nicht mehr zu ineressieren. Diese Genauigkeit, das kompromisslose Herausholen letzter Zehntel-dB sind für dich ohne Bedeutung, eher schon die artgerechte Einmessung.
Stelle den Delta-10-kHz-Wert korrekt (und bei 20 dB unter Bezugspegel) auf -2,5 dB ein und 106 läuft tadellos. Aber bitte auf 38, es sei denn, du akzeptiertest, dass eine Aufzeichnung unter 19cm/s eben nicht so tut, wie sie es mit angemessen(er)em Band könnte. Bei 19 dürfte -leider verschweigen unsere Wolfener die physikalischen Daten des Bandes- ein Delta-10-kHz von etwa -5 bis 6 dB bei diesem Band hinkommen. Das signalisiert aber schon, dass Aussteuerbarkeit und vor allem Höhenaussteuerbarkeit deutlich zusammenfallen.
Doch dafür nimmt man ja analog auf, um schließlich nach Gut-Dünken entscheiden zu können, wie weit man ein Band ausfährt. Wem dann das Rauschen zu hoch wird, der kann ja zu Telcom oder Dolby greifen, die ihm dann beide neuerlich Luft verschaffen.

Hinsichtlich der qualitativen Ansprüche sind Bänder natürlich immer auch eine Funktion der Erwartungen des Nutzers. Will der Sättigungen haben, dann hat natürlich ein SM900 wenig Sinn.
Ich nützte zu meiner, zunächst noch dolbylosen Zeit auf A77ORF (später B67) möglichst nie 525, weil mir das Grundrauschen einfach zu hoch und die Spitzenaussteuerbarkeit für ein Produktionsband zu niedrig waren. Klassische Musik, die ja in diesen Fällen noch dazu selbst produziert war, über keinerlei Begrenzer, Kompressoren oder 'sowas' lief, grundelt ja in weiten Bereichen unter -20 dB, ja bei -40 dB herum, womit man dem system- (also band-)bedingten Grundrauschen schon verflixt nahe kam. Also führte an Bändern neuester Fertigungsgeneration kein Weg vorbei, wobei es auch blieb, als Dolby A und Telcom ins Haus kamen: 468; als AGFA sich dann in Richtung 'Reformitis' zu verlieren begann, eigenartige Verhaltensweisen gegenüber auch mittleren Kunden an den Tag legte, wurde es BASF 910, als das vom Markt genommen wurde, 911. Nun ja, und dann war es schon 1984/85, die Analogzeit begann sich für mich einem Ende zuzuneigen, und die Zeit einer rausch- und verzerrungssarm bis -frei nutzbaren Betriebsdynamik von 50 dB begann. Das war ein Sprung, auch wenn sich die betrieblich nutzbare Dynamik letztlich nicht erhöhte. Man musste an das SPeicherproblem aber anders denkend herangehen.

Die Spaltbreiten der A77 begannen aufnahmeseitig bei 10 µ, rutschten dann aber auf die studergängigen 7,5µ ab. Wiedergabeseitig war man bei A/B77 immer auf 2µ fixiert, was natürlich an der hohen Grenzfrequenz für die im traditionell denkenden Regensdorfer Hause "niedrige" Bandgeschwindigkeit 19,05 cm/s lag. Andererseits ging man bei den Wiedergabeköpfen im professionellen Bereich auch auf 3,8, ja 3 µ hinunter.

Die 37er-Serie erhielt noch 12/4µ Köpfe, der Übergang zur Neuzeit wurde mit A62/B62, also kurz vor den Tagen den kommenden (Amateur-)A77 eingeläutet. Dabei blieb man dann aber, bis der Gehsteig hochgeklappt wurde.

Hans-Joachim
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