23.07.2006, 20:42
Lieber Tobi,
die F36 markiert so ziemlich die Grenze dessen, was mit Röhren für den Amateur vor gut vierzig Jahren zu machen war. Nachdem es hier darum geht, definitiv (und vermutlich ohne apokalyptischen Finanzaufwand) zu klären, ob die wahrgenommenen Mängel eine wesentliche (Köpfe) oder unwesentliche (Hf-Generator bzw. mangelhafte Einmessung) Ursache haben, ist eine gewisse Genauigkeit erforderlich. Andernfalls wird das Graufeld so groß, wie es schon jetzt vor uns liegt, und du bist keinen Schritt weiter. Es lohnt sich aber.
Weißt du, aus welcher Hand kam das Gerät kam? Namen sind dabei Schall und Rauch, es geht um die Besitzerqualifikationen:
Kundig (unproblematisch) - unkundig, aber engangiert (gefährlich, der dreht überall dran) - universell unkundig (hält die Finger zumeist ruhig; ist froh, wenn 'das Ding' tut).
Ist an den Kopfschrauben sichtbar herummanipuliert worden?
Könntest du hier einmal ein Foto des Kopfträgers einstellen, auf dem man den Bereich Capstan/Kopfträger erkennt?
Wäre es möglich, auch ein Foto des Tragbildes auf den beiden Tonköpfen, vor allem aber dem Wiedergabekopf zu erhalten?
Ist die Wiedergabe bei 9,5 deutlich schlechter als bei 19?
Sind die Mängel auf beiden Kanälen gleich?
Wie gut ist die Anzeigeröhre EMM801 noch beieinander, sieht man nach dem Drücken der Aufnahmetaste noch eine Anzeige oder ist sie völlig verblasst?
Ach ja: Nachdem du ein Bezugsband mit der Akai erstellen wolltest und Halbspour-Akais seltener sind: Sollte auch die F36 eine Vierspurversion sein?
In meinen unmaßgeblichen Augen ist die F36 ein Gerät, das man nicht nur wiederbeleben kann, sondern auch wiederbeleben sollte, vielleicht nicht unbedingt als Alltagswiedergabegerät, sondern als funktionstüchtiges Symbol einer nicht uninteressanten Zeit, mit der wir uns auch beschäftigen sollten.
Die Deutsche Bahn hat ja derzeit nicht ungünstige Tarife im Angebot.... und meine Familie neigt nicht zum Stänkern. NAhc 3:45 ist man in M (via ICE) oder nach 7:15 und dreimaligem Umsteigen (per Nahverkehr-SWT). Sollte man da nicht doch dran denken?
Andererseits gibt es zu Kassel am Staatstheater einen begnadeten Kollegen, den guten R. E., der nicht nur über eine gigantische Geräte-Sammlung verfügt, sondern auch über die entsprechende Wssensunterfütterung, also als 'Kundiger par excellence' bei dir vorm Hause 'residierte'.... Ihm kommt angesichts seiner ganz realen Telefunken-Herkunft bei einer F36 wahrscheinlich (??) eher ein Lacher aus, weil sein Leben in anderen Bahnen verlief. Nichtsdestoweniger wäre er in Kassel. Außerdem ist der Mann tiefst in der historischen Szene drin, was für ein doch betagtes Gerät der späten Röhrenepoche wie das deine überaus hilfreich wäre.
Weiterhin geht es zunächst ja nur darum, das Problem bei den Köpfen (oder eben nicht) zu lokalisieren. Sollten es sie es sein (Aufnahme und/oder Wiedergabe), müsste nach der Diagnose ("Tod durch Ertrinken") ohnehin überlegen werden, welchen Weg man im Hinblick auf deinen Geldbeutel in der Reha weiter beschreitet. Mehr als die protokollierte Wiedergabe eines Bezugsbandes und eine rohe Einmessung ist also zunächst gar nicht durchzuführen.
Darf man fragen, welcher beruflichen Profession du nachgehst, da du das Problem oben zum einen recht genau angegangen bist, zum anderen aber Antworten auf deine Fragen abseits einer gängigeren Messschiene gesucht hast? Außerdem ließe sich anhand deiner Antwort festlegen, ob man dir den Reparaturversuch aufladen sollte/darf, oder besser doch davon absähe.
Die Röhren erweisen sich dabei, sieht man von der EMM801 ab, in der Regel aber als kein sonderlich heikles Kapitel. Die ECC81/82/83 sind noch immer recht wohlfeil zu bekommen (Röhren sind heute generell teuer) und werden nach wie vor gefertigt. Dagegen ist für eine neue EMM801 bereits ein 'Vermögen' anzulegen (75,00 Euro...). An den Röhren selbst wirst du aber kaum etwas verderben können.
Insofern dürfte eher die angemessene Reparaturstrategie nebst Umgang mit dem Patienten jene Klippen markieren, vor denen du derzeit ein wenig hilflos stehst.
Dass man dagegen aber etwas tun kann, weißt du jetzt. Ohne Sorgfalt und Umsicht aber verlässt uns der Erfolg auf Nimmerwiedersehen. Eine F36 repariert man gescheit oder gar nicht.
Hans-Joachim
die F36 markiert so ziemlich die Grenze dessen, was mit Röhren für den Amateur vor gut vierzig Jahren zu machen war. Nachdem es hier darum geht, definitiv (und vermutlich ohne apokalyptischen Finanzaufwand) zu klären, ob die wahrgenommenen Mängel eine wesentliche (Köpfe) oder unwesentliche (Hf-Generator bzw. mangelhafte Einmessung) Ursache haben, ist eine gewisse Genauigkeit erforderlich. Andernfalls wird das Graufeld so groß, wie es schon jetzt vor uns liegt, und du bist keinen Schritt weiter. Es lohnt sich aber.
Weißt du, aus welcher Hand kam das Gerät kam? Namen sind dabei Schall und Rauch, es geht um die Besitzerqualifikationen:
Kundig (unproblematisch) - unkundig, aber engangiert (gefährlich, der dreht überall dran) - universell unkundig (hält die Finger zumeist ruhig; ist froh, wenn 'das Ding' tut).
Ist an den Kopfschrauben sichtbar herummanipuliert worden?
Könntest du hier einmal ein Foto des Kopfträgers einstellen, auf dem man den Bereich Capstan/Kopfträger erkennt?
Wäre es möglich, auch ein Foto des Tragbildes auf den beiden Tonköpfen, vor allem aber dem Wiedergabekopf zu erhalten?
Ist die Wiedergabe bei 9,5 deutlich schlechter als bei 19?
Sind die Mängel auf beiden Kanälen gleich?
Wie gut ist die Anzeigeröhre EMM801 noch beieinander, sieht man nach dem Drücken der Aufnahmetaste noch eine Anzeige oder ist sie völlig verblasst?
Ach ja: Nachdem du ein Bezugsband mit der Akai erstellen wolltest und Halbspour-Akais seltener sind: Sollte auch die F36 eine Vierspurversion sein?
In meinen unmaßgeblichen Augen ist die F36 ein Gerät, das man nicht nur wiederbeleben kann, sondern auch wiederbeleben sollte, vielleicht nicht unbedingt als Alltagswiedergabegerät, sondern als funktionstüchtiges Symbol einer nicht uninteressanten Zeit, mit der wir uns auch beschäftigen sollten.
Die Deutsche Bahn hat ja derzeit nicht ungünstige Tarife im Angebot.... und meine Familie neigt nicht zum Stänkern. NAhc 3:45 ist man in M (via ICE) oder nach 7:15 und dreimaligem Umsteigen (per Nahverkehr-SWT). Sollte man da nicht doch dran denken?
Andererseits gibt es zu Kassel am Staatstheater einen begnadeten Kollegen, den guten R. E., der nicht nur über eine gigantische Geräte-Sammlung verfügt, sondern auch über die entsprechende Wssensunterfütterung, also als 'Kundiger par excellence' bei dir vorm Hause 'residierte'.... Ihm kommt angesichts seiner ganz realen Telefunken-Herkunft bei einer F36 wahrscheinlich (??) eher ein Lacher aus, weil sein Leben in anderen Bahnen verlief. Nichtsdestoweniger wäre er in Kassel. Außerdem ist der Mann tiefst in der historischen Szene drin, was für ein doch betagtes Gerät der späten Röhrenepoche wie das deine überaus hilfreich wäre.
Weiterhin geht es zunächst ja nur darum, das Problem bei den Köpfen (oder eben nicht) zu lokalisieren. Sollten es sie es sein (Aufnahme und/oder Wiedergabe), müsste nach der Diagnose ("Tod durch Ertrinken") ohnehin überlegen werden, welchen Weg man im Hinblick auf deinen Geldbeutel in der Reha weiter beschreitet. Mehr als die protokollierte Wiedergabe eines Bezugsbandes und eine rohe Einmessung ist also zunächst gar nicht durchzuführen.
Darf man fragen, welcher beruflichen Profession du nachgehst, da du das Problem oben zum einen recht genau angegangen bist, zum anderen aber Antworten auf deine Fragen abseits einer gängigeren Messschiene gesucht hast? Außerdem ließe sich anhand deiner Antwort festlegen, ob man dir den Reparaturversuch aufladen sollte/darf, oder besser doch davon absähe.
Die Röhren erweisen sich dabei, sieht man von der EMM801 ab, in der Regel aber als kein sonderlich heikles Kapitel. Die ECC81/82/83 sind noch immer recht wohlfeil zu bekommen (Röhren sind heute generell teuer) und werden nach wie vor gefertigt. Dagegen ist für eine neue EMM801 bereits ein 'Vermögen' anzulegen (75,00 Euro...). An den Röhren selbst wirst du aber kaum etwas verderben können.
Insofern dürfte eher die angemessene Reparaturstrategie nebst Umgang mit dem Patienten jene Klippen markieren, vor denen du derzeit ein wenig hilflos stehst.
Dass man dagegen aber etwas tun kann, weißt du jetzt. Ohne Sorgfalt und Umsicht aber verlässt uns der Erfolg auf Nimmerwiedersehen. Eine F36 repariert man gescheit oder gar nicht.
Hans-Joachim
