07.06.2006, 13:03
Zitat:PhonoMax posteteDas ist sehr interessant! Die Schaltungen sind also i.d.R. gleich.
Diese Ebene sehe ich bei den 'schlecht klingenden' oder 'unmusikalischen' Filtern erreicht, da es auf der analogen Ebene nur recht wenige Schaltungskonzepte gibt, die dann von den Herstellern durch die Bank identisch (!) angewendet werden. Nachdem solche Konzepte heute auschließlich mit Operationsverstärkern durchwegs identischer Herkunft auf der Ebene des Line-Pegels realisiert werden, spielen deren Restrauschen und Frequenzgangverhalten keine Rolle, was man bei diskret aufgebauten transistorisierten (oder solchen mit Röhren, auch so ein Kapitel) Schaltungen nicht unbedingt sagen konnte.
Was indes eine Rolle spielt, ist die Frequenzbandaufteilung der Filter und dabei insbesondere die festgelegte Kreisgüte eines etwa vorhandenen Mittenfilters, sofern die Güte (der Q-Wert) nicht einstellbar gemacht wurde. Das hat nicht unerhebliche Einflüsse auf die Verwendbarkeit solcher Filter für eine jeweils moderne Musikrichtung. Die Filtertypen aber sind von Hersteller zu Hersteller identisch, was bedeutet, dass sich bei Behringer und Studer 169 oder 961 jene FIlter nur durch die Sicht der jeweiligen Konstrukteure unterscheiden und nicht in der prinzipiellen Qualität, sieht man von Streuungen von Kanal zu Kanal ab, die aber auch beim 169 (bzw. 269 in meinem Falle) respektable Größenordnungen erreichen konnten/können. Am Klang des 169 (oder seines Nachfolgers 961) hat aber noch niemand gezweifelt.
In der Tat ist es bei dem besagten Behringer Mischpult so, dass z.B. der Höhenregler bei einer zu hohen Frequenz eingreift, jedenfalls für meinen Geschmack.
Zitat:PhonoMax posteteTja nun, es gibt da zwei konträre Auffassungen:
Außerdem:
Nicht Filter oder Verstärker machen Musik, sondern Musiker. Es wäre in meinen Augen vermessen, einer Maschine, einem Schaltungsarray musikalische Kompetenzen zuzubilligen.
1. Um den "amtlichen" Sound hinzukriegen, braucht man unbedingt Gerät XYZ (bitte wahlweise einsetzen: Fairchild Kompressor, Minimoog, B3, etc.) , sonst geht da gar nichts.
2. Die Technik ist egal, der Musiker macht die Musik.
Beides stimmt meiner Meinung nach nicht. Das allergrößte musikalische Können wird aus einem DX7 keinen Moog-Sound rauskitzeln können (Technik ist also wichtig), aber wenn man nicht weiß was man tut wird auch ein Moog schlecht klingen (Technik kann also Können nicht ersetzen) und - spiegelbildlich - ein Könner kann auch mit wenig Technik klasse Musik machen.
Entlang dieses Gegensatzes verlaufen Diskussionen um Sinn und Unsinn billigen Equipments meiner Erfahrung nach meistens, und ich finde das wenig erbaulich.
