21.03.2006, 08:11
Lieber Frank,
Netzzuleitungen sollten eigentlich zu den peripheren Problemen gehören, denen man zügig und absolut zielsicher beikommt; Platzprobleme sind dagegen ein zumindest für mich zu Lebzeiten sicher nicht mehr lösbares, wozu nicht zuletzt auch Ihles Max, Woelkes Moritz, äh Bruno und eine schon länger bestehende bibliophile Leidenschaft beitrugen. Es soll aber Leute geben, die Bänder verkaufen und doch eigentlich Grund genug hätten, anrollende Kundschaft auf Wurzeln und Sackgassen zu verweisen... Besuche mal die Firma A. Austerlitz in Nürnberg...
Womit wir bei Literatur und Durchblick wären. Heinz Richter, der technik-literarisch ergiebige Seefeld-Hechendorfer schrieb ja populärwissenschaftlich bei Franckh in S über alle nur denkbaren Götter und Welten in der Elektronik; war nicht auch der "Radiomann" in seinen Gärten zwischen Hf und Nf gewachsen? Wie weit er in den frühen 1950ern im Vergleich zu Friedrich Krones, Otto Schmidbauer oder dem damals noch nicht lang unter der Erde liegenden Walter Weber durchblickte, darf man wohl enger sehen als bei den genannten Herren. Andererseits führt uns das zwangsläufig auf den Tatbestand, dass bis zum heutigen Tage eine alle Phänomene der Hf-Vormagnetisierung und der analogen Magnetbandaufzeichnung schlüssig und zwanglos erklärende Theorie aussteht. Man bekommt alles 'irgendwie' geklärt, muss dabei aber in verschiedenen, einander nicht grünen Revieren wildern.
Dabei ist auch schon Weber sehr schnell sehr weit gekommen; Krones (ist sein Buch -wohl seine Dissertation- in der Literatursammlung dabei? Lesen!) definiert den Stand der frühen 1950er, was ihm sicher die Tür in Leverkusen geöffnet hat. Delta-10-kHz kam ja als allgemeine Praxis vergleichsweise spät und offenbar erst durch heftigeres Nachschieben von Friedrich Krones.
Die Lichtzeiger haben alle -so von IRTs, RTIs oder NWDR-Zentraltechniks Gnaden- einen Anzeigebereich von -50 bis +5 dB, M&W setzte aber den oben erwähnten -60-dB-Strich ganz still, verhärmt und verschwiegen (Sünden wider das IRT wurden sofort und wirkungsvoll geahndet!) als 0,1 % auf die Prozentskala.
Ich vermute, dass deine beiden anderen Messwerke auch von M&W sind; oder sollte es sich doch um Maihak-/Siemens-/Telefunken- Gussschuhkartons handeln? Sind die anderen beiden auch einkanalige oder zweikanalige Messinstrumente?
Diese Geräte sind noch heute in eine Messkette tadellos zu integrieren, tun noch immer exakt das, was sie sollen, denn der Strom durch strommodulierte Messgalvanometer ist seit den frühen 1950ern endgültig zu 3,498 mA für minus unendlich (linke Zeigerruhelage) genormt. Aufgrund der Schaltung kann man mehrere Galvanometer in Serie schalten, was sich bei dir ebenso anbieten könnte wie die Erweiterung mit nachgebauten oder anderweitig gebraucht erworbenen Messverstärkern. Meine Schaltung hat übrigens den Nachteil, dass sie mit Einweggleichrichtung arbeitet, was man aber ändern könnte.
Dabei spielt keine technische, wohl aber eine finanzielle Rolle, ob die Messverstärker transistorisiert sind oder mit Röhren betrieben werden. Du hast mutmaßlich den U70, der aber später -1:1-tauschbar- auch in Transistorversion als U70a gebaut wurde. Die Geräte verhalten sich technisch gleich.
Nachdem die Vollmer-Eckmiller-Anlage sicher in irgendeiner Form ein Steckfeld oder eine Trennklinke aufweisen wird, wäre das Messwerk bzw. wären die Messwerke tadellos auch anderweitig zu gebrauchen. Wenn man ein wenig an die Messverstärker drangeht, kann man deren Frequenzgang vom meist vorhandenen langsamen Abfall oberhalb von 15 kHz befreien (seinerzeit Forderung des Rundfunks) und die Lichtzeiger (20-dB-Taste und damit 80 dB Dynamikumfang!) geradezu glänzend für die Einmessung verwenden.
Einzige Einschränkung ist die relativ niederohmige Konzeption (Ze um 10 kOhm) und die Festlegung auf 1,55 bzw. 3,1 Volt für Vollaussteuerungsanzeige. Dem kann man aber mit geeigneten Maßnahmen begegnen.
So eine Anlage zeigt bei gutem Wartungzustand, was vor 45 Jahren qualitativ möglich war. Insofern sollte sie eigentlich vorführbar sein.
Ehe ich es vergesse: Die Schiebesteller sollten die W60 oder W85 Hans Eckmillers sein, bei denen einzelne Widerstände eines Netzwerkes ivon der Gestalt eines vollsymmetrischen H-Gliedes gechaltet wurden. Von 0 bis -46 dB in 1,5-dB-Stufung, ab dann in 5-dB-Stufen. Mal reinschauen. Man weiß dann, wer und 'was für einer' Eckmiller war: Schraubennuten parallel stellen; natürlich.
Hans-Joachim
Netzzuleitungen sollten eigentlich zu den peripheren Problemen gehören, denen man zügig und absolut zielsicher beikommt; Platzprobleme sind dagegen ein zumindest für mich zu Lebzeiten sicher nicht mehr lösbares, wozu nicht zuletzt auch Ihles Max, Woelkes Moritz, äh Bruno und eine schon länger bestehende bibliophile Leidenschaft beitrugen. Es soll aber Leute geben, die Bänder verkaufen und doch eigentlich Grund genug hätten, anrollende Kundschaft auf Wurzeln und Sackgassen zu verweisen... Besuche mal die Firma A. Austerlitz in Nürnberg...
Womit wir bei Literatur und Durchblick wären. Heinz Richter, der technik-literarisch ergiebige Seefeld-Hechendorfer schrieb ja populärwissenschaftlich bei Franckh in S über alle nur denkbaren Götter und Welten in der Elektronik; war nicht auch der "Radiomann" in seinen Gärten zwischen Hf und Nf gewachsen? Wie weit er in den frühen 1950ern im Vergleich zu Friedrich Krones, Otto Schmidbauer oder dem damals noch nicht lang unter der Erde liegenden Walter Weber durchblickte, darf man wohl enger sehen als bei den genannten Herren. Andererseits führt uns das zwangsläufig auf den Tatbestand, dass bis zum heutigen Tage eine alle Phänomene der Hf-Vormagnetisierung und der analogen Magnetbandaufzeichnung schlüssig und zwanglos erklärende Theorie aussteht. Man bekommt alles 'irgendwie' geklärt, muss dabei aber in verschiedenen, einander nicht grünen Revieren wildern.
Dabei ist auch schon Weber sehr schnell sehr weit gekommen; Krones (ist sein Buch -wohl seine Dissertation- in der Literatursammlung dabei? Lesen!) definiert den Stand der frühen 1950er, was ihm sicher die Tür in Leverkusen geöffnet hat. Delta-10-kHz kam ja als allgemeine Praxis vergleichsweise spät und offenbar erst durch heftigeres Nachschieben von Friedrich Krones.
Die Lichtzeiger haben alle -so von IRTs, RTIs oder NWDR-Zentraltechniks Gnaden- einen Anzeigebereich von -50 bis +5 dB, M&W setzte aber den oben erwähnten -60-dB-Strich ganz still, verhärmt und verschwiegen (Sünden wider das IRT wurden sofort und wirkungsvoll geahndet!) als 0,1 % auf die Prozentskala.
Ich vermute, dass deine beiden anderen Messwerke auch von M&W sind; oder sollte es sich doch um Maihak-/Siemens-/Telefunken- Gussschuhkartons handeln? Sind die anderen beiden auch einkanalige oder zweikanalige Messinstrumente?
Diese Geräte sind noch heute in eine Messkette tadellos zu integrieren, tun noch immer exakt das, was sie sollen, denn der Strom durch strommodulierte Messgalvanometer ist seit den frühen 1950ern endgültig zu 3,498 mA für minus unendlich (linke Zeigerruhelage) genormt. Aufgrund der Schaltung kann man mehrere Galvanometer in Serie schalten, was sich bei dir ebenso anbieten könnte wie die Erweiterung mit nachgebauten oder anderweitig gebraucht erworbenen Messverstärkern. Meine Schaltung hat übrigens den Nachteil, dass sie mit Einweggleichrichtung arbeitet, was man aber ändern könnte.
Dabei spielt keine technische, wohl aber eine finanzielle Rolle, ob die Messverstärker transistorisiert sind oder mit Röhren betrieben werden. Du hast mutmaßlich den U70, der aber später -1:1-tauschbar- auch in Transistorversion als U70a gebaut wurde. Die Geräte verhalten sich technisch gleich.
Nachdem die Vollmer-Eckmiller-Anlage sicher in irgendeiner Form ein Steckfeld oder eine Trennklinke aufweisen wird, wäre das Messwerk bzw. wären die Messwerke tadellos auch anderweitig zu gebrauchen. Wenn man ein wenig an die Messverstärker drangeht, kann man deren Frequenzgang vom meist vorhandenen langsamen Abfall oberhalb von 15 kHz befreien (seinerzeit Forderung des Rundfunks) und die Lichtzeiger (20-dB-Taste und damit 80 dB Dynamikumfang!) geradezu glänzend für die Einmessung verwenden.
Einzige Einschränkung ist die relativ niederohmige Konzeption (Ze um 10 kOhm) und die Festlegung auf 1,55 bzw. 3,1 Volt für Vollaussteuerungsanzeige. Dem kann man aber mit geeigneten Maßnahmen begegnen.
So eine Anlage zeigt bei gutem Wartungzustand, was vor 45 Jahren qualitativ möglich war. Insofern sollte sie eigentlich vorführbar sein.
Ehe ich es vergesse: Die Schiebesteller sollten die W60 oder W85 Hans Eckmillers sein, bei denen einzelne Widerstände eines Netzwerkes ivon der Gestalt eines vollsymmetrischen H-Gliedes gechaltet wurden. Von 0 bis -46 dB in 1,5-dB-Stufung, ab dann in 5-dB-Stufen. Mal reinschauen. Man weiß dann, wer und 'was für einer' Eckmiller war: Schraubennuten parallel stellen; natürlich.
Hans-Joachim
